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Dienstag, 5. Juli 2005 11:00
Christenclub?
Der Essener Weihbischof Mons. Franz Vorrath hat die „Christenclub“-Äußerung des türkischen Ministerpräsidenten als „Stimmungsmache“ zurückgewiesen. Von Weihbischof Franz Vorrath.
Rechts: Weihbischof Franz Vorrath
Rechts: Weihbischof Franz Vorrath
(kreuz.net) Die wiederholt vom türkischen Ministerpräsidenten gebrauchte Formulierung vom „Christenclub Europa“ geht an der politischen Realität der europäischen Union vorbei, zu der die institutionelle Trennung von Staat und Religion gehört.

Wenn sie nicht Ausdruck von Unkenntnis ist, kann man sie nur als Stimmungsmache verstehen, die von den wirklichen Problemen im Zusammenhang mit den bevorstehenden Beitrittsgesprächen der EU mit der Türkei ablenken sollen.

Diese Probleme sind die anhaltenden Defizite bei Menschenrechten und Religionsfreiheit, insbesondere der korporativen Religionsfreiheit in der Türkei.

Trotz der erfolgten positiven Gesetzesänderungen der letzten Zeit gewährt die Türkei den christlichen Kirchen bis heute nicht einen Rechtsstatus, der ihrem Selbstverständnis entspricht und kirchliches Leben im umfassenden Sinn ermöglicht.

Entgegen dem immer betonten Laizismus kontrolliert und fördert der türkische Staat einseitig den sunnitischen Islam durch die Besoldung der Vorbeter, den Unterhalt der Moscheen und einen verpflichtenden sunnitisch-islamischen Religionsunterricht für alle Schüler.

Dieses Modell, durch das alle nicht sunnitisch-islamische Religionsausübung, insbesondere auch das Glaubensleben der christlichen Kirchen, diskriminiert wird, ist nicht Europa-kompatibel.

Die Europäische Union ist kein Christenclub, sondern eine Wertegemeinschaft mit gemeinsamen politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Standards.

Gegenüber der Türkei wie auch gegenüber allen anderen Beitrittskandidaten sind diese Standards in den Kopenhagener Kriterien festgeschrieben.

Dazu gehört die umfassende Gewährleistung der Menschenrechte einschließlich der vollen individuellen und korporativen Religionsfreiheit.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat mehrfach betont, daß der vollen Religionsfreiheit im Rahmen der Kopenhagener Kriterien eine besondere Bedeutung zukommt.

Die Religionsfreiheit liegt in der Würde des Menschen begründet. Daher sind der Schutz der Menschenrechte und die Achtung der Religionsfreiheit für einen EU-Beitritt von zentraler Bedeutung.

Es muß sichergestellt werden, daß die Rechte, welche türkische Muslime in Deutschland genießen, mindestens schrittweise auch den Christen in der Türkei eingeräumt werden.

Die Rede vom „Christenclub Europa“ wird nicht zuletzt widerlegt durch die Bemühungen um eine Integration der türkischstämmigen Zuwanderer in Deutschland sowie den christlich-islamischen Dialog.

In beiden Bereichen engagiert sich die katholische Kirche und die Caritas mit vielfältigen Initiativen und hohem Einsatz.

Es wäre hilfreicher, wenn Ministerpräsident Erdogan diese Bemühungen wahrnehmen und unterstützen würde, anstatt Fronten zwischen Christentum und Islam aufzubauen, während wir durch Dialog und Begegnung ein gelingendes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion fördern.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 28 Lesermeinungen:
Donnerstag, 7. Juli 2005 19:00
GerdEric: Lieber Laurentius
hatte ich vergessen,
auch Dir explizit mitzuteilen,
dass ich,
wie auch der Jude Jesus,
kein Französisch kann…

)

(auch wenn ich hiermit einen meiner fünf Beiträge, die mir erlaubt sind, im Gegendsatz zu anderen, verplempere…)
Donnerstag, 7. Juli 2005 16:37
Laurentius2: @Esoteric
Spes est virtus divinis non humana.
Mittwoch, 6. Juli 2005 21:02
GerdEric: Aber lieber LauRenntius
Wer hat Ihnen erklärt, daß die Sachsenmission der Prototyp der Evangelisation Europas ist?

Wo habe ich von der Sachsenmission geschrieben?

Übrigens, das angebliche Massaker …keine primär religiös motovierte oder gar kirchliche,

dann aber möglicherweise sekundär?

– aber bei ESOTERIC ist wohl jede Zeile vergebene Liebesmüh …

sortiere erstmal Dein Geschichtswissen…

Ist er die bemitleidenswerte Ausgeburt des kirchenfeindlichen PISA-Systems und steht damit für Millionen fehlgeleiteter Seelen ? Ich befürchte es.

Du solltest erstmal Dein eiggenes schiefe Welt(PISA)bild gerade rücken…
becor Du Dir Befürchtungen über andere anstellst

)
Mittwoch, 6. Juli 2005 14:42
virOblationis: ad Marcel
Zumindest einen Überblick über die Geschichte der Kirche im Verhältnis zur Freimaurerei vom Beginn des 18. Jh’s bis zu Paul VI. bieten das elfte und das zwölfte Kapitel des Buches „Das Geheimnis der Freimaurer“ von J. Ploncard d’Assac (dtsch. [Priesterbruderschaft St. Pius X.] Stuttgart 1989). – Ich weiß allerdings nicht, ob es z.Z. noch erhältlich ist.
Mittwoch, 6. Juli 2005 13:35
Laurentius2: @Esoteric
Sie tun mir doch irgendwie leid. Wer hat Ihnen erklärt, daß die Sachsenmission der Prototyp der Evangelisation Europas ist ? Sind Sie wirklich so dumm, all diesen kirchenfeindlichen Schmarrn zu glauben ?
Übrigens, das angebliche Massaker von Werden (ca. 4000 Tote) war eine politische Strafmaßnahme Kaiser Karls (wegen deren Untreue im Krieg gegen die Slawen), keine primär religiös motovierte oder gar kirchliche, – aber bei ESOTERIC ist wohl jede Zeile vergebene Liebesmüh …
Ist er die bemitleidenswerte Ausgeburt des kirchenfeindlichen PISA-Systems und steht damit für Millionen fehlgeleiteter Seelen ? Ich befürchte es.
Mittwoch, 6. Juli 2005 13:20
GerdEric: Was ist es
wenn sich die Kirche mit machtversessenen Herrschern, heidnischen Kaisern und anderem gottlosen Gesindel zusammen tun, um der Macht willen?
Ist das nicht GOTTlosigkeit hoch drei?
Allzuoft haben sich die Kirchen mit Mordbrennern und Götzenanbetern in ein staatliches „Lotterbett“ begeben.

Nur weil der Stammesfürst aus Kalkül sich taufen liess,
und seine Untergebenen sich so fügen mussten,
war da nicht einer ein Christ geworden.
Die Kirchen haben vergerssen,
die Botschaft dem, Volke zu bringen.

(es ist schon eine Frechheit,
jemandem seinen Glauben abzusprechen,
was ist das für ein hochnäsiger Witzbold,
der sich das erlaubt…

ich für meinen Teil bin,
GOTT sei Dank,
kein Christ!
Amen)
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