Requiem
Prälat Richard Mathes ist tot
Der Geistliche, Diplomat, Professor, Soldat, Organisator und Cartellbruder starb in der Nacht auf den vergangenen Samstag in Essen.
(kreuz.net) Prälat Richard Mathes ist im Alter von 64 Jahren zu seinem Schöpfer zurückgekehrt. Er erlag in der Nacht auf Samstag um 01.21 Uhr in seiner Heimatstadt Essen einer schweren Krankheit.

Essen ist die größte Stadt des Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Richard Mathes wurde 1940 in Essen geboren.

Nach seinem Abitur wurde er zunächst Berufssoldat bei der deutschen Bundeswehr. Er brachte es bis zum Major.

Danach studierte er Theologie in Innsbruck, Paris, Cambridge, Rom und Bonn. Am Institut Catholique in Paris promovierte er 1968 in Philosophie.

Im Heiligen Jahr 1975 wurde er als Diakon Sekretär des deutschsprachigen Pilgerbüros in Rom. Er war dort für die Betreuung der Pilger aus den deutschsprachigen Ländern zuständig.

Ein Jahr später erhielt er die Priesterweihe. Dann wurde er in Bochum Kaplan.

1977 erhielt Mathes einen Lehrauftrag in Philosophie an der Dominikaner-Universität „Angelicum“ in Rom.

Im gleichen Jahr wurde er zum Direktor des Zentrums „Notre-Dame“ ernannt. Gleichzeitig war er auch Kulturattache an der päpstlichen Vertretung in Jerusalem.

Das Zentrum „Notre-Dame“ ist ein großes Pilgerhotel, das sich gegenüber der nördlichen Stadtmauer von Jerusalem befindet. Mathes wirkte dort bis 1998.

In Jerusalem engagierte er sich für die Christen des Heiligen Landes. Er bemühte sich um eine Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis. Ebenso setzte er sich für die Ökumene und für christlich-jüdische Kontakte ein.

Ab 1993 gehörte er zu den Arbeitsgruppen, welche die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan vorbereiteten.

1998 wechselte Prälat Mathes nach Rom.

Bis zum Sommer 2004 war er dort Rektor der Kirche und des Priesterhauses Santa Maria dell’Anima – kurz: „Anima“ – in der Nähe der Piazza Navona in der römischen Innenstadt.

In der Anima wohnen vor allem österreichische und deutsche Priester, die sich in Rom zum Weiterstudium aufhalten. Die deutschsprachige Pfarrei Roms ist ebenfalls dort beheimatet. Das Haus untersteht der Österreichischen Bischofskonferenz.

Prälat Mathes bemühte sich um dringend notwendige Bau- und Renovierungsmaßnahmen. Es gelang ihm, die Stiftung wirtschaftlich abzusichern.

Mathes war auch Gründungsmitglied der in Rom beheimateten deutschen Cartellverbindung ‘Capitolina’.

Für seine Verdienste wurde Prälat Mathes mit dem ‘Großen Goldenen Ehrenzeichen’ der Republik Österreich ausgezeichnet.

Nach seinem Weggang aus Rom im Sommer 2004 kehrte der Prälat in seine Heimatstadt Essen zurück und engagierte sich dort in der Pfarreiseelsorge.

Letzten Samstag erlag der verdiente Priester in seiner Heimatstadt einer schweren Krankheit. Eine halbe Stunde vor seinem Tod erhielt er die Letzte Ölung.

Das heilige Requiem wird am Donnerstag, den 7. Juli 2005 um 10.30 Uhr, in der Hl. Ludgerus Basilika in Essen-Werden zelebriert.

Anschließend findet die feierliche Beisetzung statt.
      
1 Lesermeinung
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#1   Athanasius   20:36:33 | Dienstag, 5. Juli 2005
Achtung!
Mathes war auch Gründungsmitglied der in Rom beheimateten deutschen Cartellverbindung ‘Capitolina’.
Die KAV Capitolina zu Rom ist so weit ich informiert bin keine Burschenschaft. Die Verbindung gehört zum Cartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen (CV).
Es mag sein, dass der Verstorbene (RIP) Mitglied einer Burschenschaft war, zumindest war es nicht die Capitolina (mit ihrem Ehrenmitglied Benedikt XVI., damals noch Josef Kardinal Ratzinger).
(Angabe im Text des Artikels wurde korrigiert A.d.R.)
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