Wird das Homo-Konkubinat demnächst in Österreich eingeführt? Die christdemokratische ÖVP vertritt eine klare Parteilinie: Sie ist stramm dagegen – oder vielleicht doch eher dafür. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Am letzten Samstag erklärte der österreichische Bundeskanzler und ÖVP-Vorsitzende Wolfgang
Schüssel am Tiroler Landesparteitag wörtlich: „Wer glaubt, daß er mit der Homo-Ehe punkten kann, soll’s
ruhig tun.“
In diversen sogenannt ‘katholischen’ Medien, die sich gerne anbiedern und inhaltsleere bürgerliche
Politik bewerben, wurde Bundeskanzler Schüssel daraufhin als Gegner eines staatlich anerkannten Homosexuellen-Konkubinats
abgefeiert.
Ganz so klar dürfte die parteiinterne Linie allerdings nicht sein.
So hat zum Beispiel
der Präsident des österreichischen Nationalrats Andreas Khol, der seinen Katholizismus besonders gerne
zur Schau stellt, schon vor längerem eine Arbeitsgruppe zum Thema eingesetzt.
In eine klar entgegengesetzte
Richtung verstand der ÖVP-Politiker Christopher Drexler die Tiroler Aufforderung des Bundeskanzlers.
Drexler sprach vor dem Ö1 Mittagsjournal. Er ist der Fraktionsvorsitzende der ÖVP im Landesparlament
der Steiermark. Die Steiermark befindet sich im Südosten von Österreich, an der Grenze zu Slowenien.
Er – Drexler – sei für die staatliche Anerkennung des Homo-Konkubinates, und er wette ein ganzes Monatsgehalt
darauf, daß dieses in Österreich in wenigen Jahren eingeführt werde. Es gelte zu verhindern, daß Österreich
gesellschaftspolitisch hinter anderen Staaten zurückfalle.
Dem politisch interessierten Bürger ist
somit einmal mehr klar oder unklar, wofür die ÖVP in dieser Frage steht.
Das sollte beim dankbaren
Stimmbürger nicht ohne Konsequenzen bleiben.
Schon im Oktober hat das Stimmvolk der Steiermark Gelegenheit,
sich im Rahmen der dortigen Landtagswahl bei Christopher Drexler zu bedanken.
Spätestens im Herbst 2006 –
aber wahrscheinlich früher – wird man eine weitere Gelegenheit bekommen, der ÖVP bei der Nationalratswahl
den wärmsten Dank auszusprechen.
Politisch zeichnet sich das folgende Szenario ab.
Falls sich die ÖVP
nach den nächsten Wahlen als dominierende Regierungspartei hält, dürfte der übliche faule ÖVP-Kompromiß
mißgeboren werden: eine „eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle“.
Werden die Christdemokraten
die zweite Regierungspartei hinter den Sozialisten oder landen sie gar in der Opposition, dann wird halt
eine noch weitergehendere Homo-Ehe – vielleicht mit vom Staat bezahltem Mutterschaftsurlaub – eingeführt.
Ein Schelm, wer sich jetzt denkt, daß das ein Aufruf ist, bei den nächsten Wahlen daheimzubleiben.
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9 Lesermeinungen
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Niveau @Irenäus Ich bemühe mich, meine Beiträge dem Niveau der Artikel anzupassen, leider habe ich
auf diesem niedrigen Niveau recht wenig Erfahrung. Ich bitte daher um Entschuldigung wenn ihnen das Niveau
meiner Beiträge manchmal etwas zu hoch erscheint!
@stimme der „vernunft“ Ich habe da eine kritische Frage: Könnten Sie auch mal niveauvolle Beiträge bringen!?!
Zum (vermeintlichen) Wahlboykott ist zu bemerken, daß es ja (zumindest in Deutschland) Splitterparteien
gibt, die man wenigstens vom Parteiprogramm her wählen kann.
Auf den Marmorklippen Offenbar sind die Extremisten unter den Katholiken halt doch nur eine verschwindend
kleine Minderheit, auch wenn manche Internet-„Nachrichten“dienste anderes verbreiten möchten… Die Zahl
ist unwichtig, sagt uns der Heiland. Sie wird auch sehr klein sein, wenn er wiederkommt. Zum Extrem: die
vielen, die am Jüngsten Tag über die Klippe in den Abgrund springen müssen, sind extrem dran. Nichts
dagegen ist es, auf Erden von nicht vernünftigen Gottfeinden ausgeheissen zu werden. Zur Wahl. Da gilt
des großen deutschen Schriftstellers (so die Franzosen) Ernst Jüngers Wort, als er Hitlers Angebot ablehnt,
für den Wahlkreis in die Politk zu ziehen: „Ich möchte nicht 100.000 Idioten vertreten.“ (Eine kluge
Verschmelzung seiner marmorklippentiefen Abneigung gegen den „Oberförster“ mit seiner Vorliebe für die
Waldläufermonarchie.)
Der Artikel hat wohl recht,… … wenn er die Haltung des Bundeskanzlers eher als ein Offenhalten von
Optionen denn als klares Nein qualifiziert. Es ist darum leider nicht auszuschließen, daß auch uns –
mit oder ohne ÖVP – das deutsche Modell einholt. Dennoch ist die Polemik des Verfassers gegen Kanzler
Schüssel und die ihn aus christlicher Sicht positiv zitierenden „‘katholischen’ Medien, die sich gerne
anbiedern und inhaltsleere bürgerliche Politik bewerben“, dumm und unproduktiv. Solange nämlich die
Sache noch nicht entschieden ist, sollten wir als Christen alles versuchen, die das sittlich falsche Gesetz
ablehnenden Kräfte in unserem Land und besonders in der ÖVP (inkl. Bundeskanzler) zu stärken, statt
auf irgendwelche angeblich doktrinell glasklaren christlichen Splittergrüppchen auszuweichen. Denn damit
ziehen wir uns faktisch ganz aus der Politik zurück, wie es unsere Gegner (schönen Gruß an die „Stimme
der Vernunft“) so gerne hätten. Politik bleibt halt die Kunst des Machbaren und ist bei den gegenwärtigen
Mehrheitsverhältnissen kein Ort, wo man die „reine Lehre“ durchsetzen kann. Teilerfolge kann aber mit
etwas pragmatischem Geschick schon erzielen.
parteien dass es die kvp in der Schweiz nach 12 Jahren des bestehens gerade mal auf 2 Gemeineräte bringt
und ansonsten Prozentzahlen von unter einem halben Prozent bekommt spricht ja Bände. Das sieht beim Zentrum
ähnlich aus. Offenbar sind die Extremisten unter den Katholiken halt doch nur eine verschwindend kleine
Minderheit, auch wenn manche Internet-„Nachrichten“dienste anderes verbreiten möchten…
oder… warum versucht Ihr nicht in Österreich eine für Katholiken wählbare Partei zu gründen. Die
Schweiz ist hier Vorbild mit der Katholischen Volkspartei. Siehe www.kvp.ch In Deutschland gibt es die
Zentrumspartei und die Christliche Mitte.
wahlboykott Also ich fände es gut wenn alle, die die Meinung von kreuz.net vertreten, bei Wahlen zu Hause
bleiben. Nicht nur in Österreich, sondern weltweit! Das fände ich sogar sehr gut! Endlich ein Artikel,
dessen Resumee ich rückhaltlos unterstützen kann! Bravo, mehr in dieser Richtung!