Euthanasie
Die britischen Ärzte wollen Lebensmüde vergiften
Wer in Großbritannien Selbstmord begehen will, soll das in Zukunft auch über den Hausarzt tun können. Dieser Meinung ist jedenfalls die britische Ärzteschaft.
(kreuz.net, Manchester) Ende letzter Woche gab der britische Ärzteverband seinen Widerstand gegen die medizinische Beihilfe zum Selbstmord auf. Das berichtete der katholische Nachrichtendienst ‘LifeSiteNews’.

35 Jahre lang hatten sich die Mediziner Großbritanniens gegen diesen Schritt gewehrt. Jetzt brauchten sie nur zwei Tage, um ihre Prinzipien umzuwerfen.

Die Entscheidung ist politisch bedeutsam.

In kürze soll nämlich im Britischen Oberhaus eine Gesetzesvorlage eingebracht werden, die es Ärzten ermöglichen will, Lebensmüde legal mit Gift zu versorgen und so aus der Welt zu schaffen.

In diesem Kontext ist die Unterstützung der Ärzteschaft ein wichtiger Schritt, um die Gesetzesvorlage durchzubringen.

Die Ärzte entschieden in einer knappen Abstimmung, der vorgeschlagene Gesetzesänderung nicht zu widersprechen.

Der Britische Ärzteverband ist zugleich einer der abtreibungswilligsten Ärztegremien der Welt.

In den letzten Jahren gaben die britischen Gerichte den einheimischen Medizinern bereits große Verfügungsgewalt über das Leben von behinderten Menschen.

So erhielten Ärzte das Recht, behinderte Kinder zu töten, obwohl deren Eltern aktiv um das Leben ihrer Sprößlinge kämpften.

Bei ihrem Entscheid zugunsten des Selbstmordes erklärte die Ärzteschaft, daß es Sache der Gesellschaft und des Parlamentes sei, die Beihilfe zum Selbstmord zu entkriminalisieren.

Man würde aber auf „robuste Vorkehrungen gegen Mißbräuche“ Wert legen.

Solche Vorkehrungen dürften in der Praxis wirkungslos sein.

Denn schon jetzt befürworten die meisten Ethikkommissionen von Krankenhäusern die Aushungerung von Patienten, die dauerhaft nicht mehr über den normalen Weg ernährt werden können.

Bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Fall von Leslie Burke, der an einer fortschreitenden Nervenkrankheit leidet. Burke klagte gegen die Regierung, um nicht ausgehungert zu werden, wenn er in absehbarer Zukunft nicht mehr schlucken kann.

Das Gericht gab ihm Recht.

Doch inzwischen appellierte der ‘Nationale Gesundheitsdienst’ gegen den Entscheid. Der Gesundheitsdienst will das Recht erhalten, Burke verhungern zu lassen, sobald dessen Leben von einer Ethikkommission als zu „mühsam“ und nicht mehr erhaltenswert eingestuft wird.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Elendester Sünder   11:48:10 | Freitag, 8. Juli 2005
Orwellsche Visionen
Eine Ethikkommission, welch ein teuflischer Begriff, soll entscheiden, wer weiterleben darf oder nicht. Dann werden bald auch Gläubige, die bereit wären, ihr letztes Leiden in Demut zu ertragen, kein Recht mehr haben, sich dadurch das Fegefeuer abzukürzen. Wahrlich teuflisch.
In teuflischer Dialektik könnte ein Propagandaschlagwort dafür etwa so lauten: „Die Entscheidungsfreiheit der Kranken und Sterbenden soll auf eine breitere Basis gestellt werden.“
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#2   virOblationis   11:46:03 | Freitag, 8. Juli 2005
Erinnerung an den Eid des Hippokrates
Wie edel war teilweise das vorchristliche Heidentum. Im 4. Jh v. Chr. gelang es ihm, den Hippokratischen Eid zu formulieren: „… Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten, Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben… – Das heutige Heidentum dagegen erscheint mehr und mehr als bloße Barbarei.
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#1   Beobachterin   11:41:11 | Freitag, 8. Juli 2005
tja
Wenn ich das richtig verstehe, dann wird die britische Polizei künftig einen Lebensmüden nicht vom Brückengeländer herabholen, ihn vielleicht in eine Klinik bringen, um ihm zu helfen, sondern ihn vielleicht in die Klinik bringen, damit er leichter in das Jenseits befördert werden kann.
Sic tempora mutantur …
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