Österreich
Die richtige Frage
Der designierte Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz, gab heute vormittag in seiner zukünftigen Diözese eine Pressekonferenz. Er wolle die gediegene und großartige Arbeit seines Vorgängers fortsetzen – und offensichtlich auch die gleichen Fragen stellen.
(kreuz.net, Linz) Seine Ernennung sei sehr überraschend und schnell gekommen, erklärte Bischof Ludwig Schwarz (65). Er sei erst dreieinhalb Tage vor seiner Bestellung informiert worden.

Der Anruf von der apostolischen Nuntiatur sei am Montag abend gekommen. Um 21.00 habe er den Nuntius getroffen. Dieser habe ihn vom Beschluß des Papstes in Kenntnis gesetzt.

Er sei über die Entscheidung froh und gehe gerne, wo Gott ihn hinschickt: „Ich werde meine Kräfte für die schöne Diözese Linz einsetzen.“

Zur Frage der Kinderabtreibung und der ärztlichen Beihilfe zum Selbstmord setzte der neue Bischof zu einer kleinen Predigt an: „Gott ist der Herr des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlich Tod.“

Auch die staatliche Anerkennung des Homo-Konkubinats könne man „nicht gutheißen“.

Bei der Pressekonferenz sprach Bischof Schwarz auch über den angeblichen Priestermangel. Die Frage nach dem verpflichtenden Zölibat sei neu zu stellen, erklärte der neuernannte Diözesanbischof: „Die Not ist groß.“

Man sei aber dran, nach Lösungen zu suchen.

Die Weihe bewährter verheirateter Männer könnte – so Mons. Schwarz – ein nächster Schritt sein. Dieser Vorschlag werde eventuell ein Thema bei der kommenden römischen Bischofssynode im Oktober sein.

Bischof Schwarz unterstrich die lange Freundschaft mit seinem Vorgänger, Bischof Maximilian Aichern. Er sei ihm für die „gediegene und großartige Arbeit“, die er geleistet habe, dankbar.

Gleichzeitig ersuchte er seinen Vorgänger, künftig um Hilfe und Unterstützung. Mons. Schwarz brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.

„Gott segne deine Amtszeit“, antwortete der abtretende Bischof von Linz.

Sein Nachfolger bringe eine gute ortskirchliche, aber auch eine große weltkirchliche Erfahrung mit, sagte Mons. Aichern weiter. Er attestierte Bischof Schwarz ein „frohes Gemüt“ und eine nicht unbedeutende Rolle in der Bischofskonferenz.

Die Amtseinführung von Bischof Schwarz, der sich nach eigener Aussage in Linz bereits „beheimatet“ fühlt, ist für den 18. September vorgesehen.

Beobachtern in der Diözese Linz ist schon jetzt klar, daß Bischof Schwarz sein Amt ganz in der Nachfolge seines Vorgängers ausüben wird. Es ist nicht damit zu rechnen, daß sich der „bewährte“ Kurs der Diözese Linz mit dem neuen Bischof wesentlich verändern wird.

Linz gilt als eine der liberalsten Diözesen Österreichs.

Auch mit seinem Vorschlag zu einem behutsamen Abbau des Zölibats stehe Bischof Schwarz in der Linzer Tradition.

Die Beförderung des Wiener Weihbischofs nach Linz konsolidiert somit den unter den österreichischen Bischöfen herrschenden ultramontanen Liberalismus, der einerseits dem Papst viel Ehre spendet und im übrigen tut, was von der weltorientierten und mächtigen ‘Kirche von unten’ gefordert wird.
      
7 Lesermeinungen
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#7   MilesChristi   16:18:33 | Samstag, 9. Juli 2005
@ Sich verlassen ?
Turk,
ich will den neuen Bischof von Linz gar nicht schlechtmachen, bevor er das Bistum übernommen hat. Das wäre in der Tat unfair.
Allerdings bedeutet dein Hinweis, daß Papst Benedikt XVI sich gut überlegen hat, für mich leider keine Beruhigung. Ich denke an die vielen sehr zweifelhaften Bischofs- und Kardinalsernennungen vom verstorbenen Papst Johannes Paul II (zB Lehmann und Kasper, die mit vielen Aussagen der Häresie objektiv begünstigen, Zitate kann ich hervorbringen) und nicht zuletzt die Ernennung des äußerst umstrittenen Levada (Vertuschung von Sexskandalen in seiner alten Diözese – Portland, Oregon – z.B., die diese Diözese nach seiner Versetzung nach San Francisco bankrott wurde) zum zweitmächtigsten Mann in der Kirche.
Nein, das ist für mich leider kein Garant mehr. In welchen Zeiten müssen wir leben !!!
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#6   turk   15:41:34 | Samstag, 9. Juli 2005
Freuen wir uns über den neuen Bischof von Linz
Der Heilige Vater Benedikt XVI. hat sich gut überlegt, wen er nach Linz sendet. Wir können uns auf diese Wahl verlassen. Jegliche Miesmacherei von rechts und links ist unnütze Energieverschwendung. Bischof Schwarz ist katholisch, und wird es bleiben. Dank sei Gott und dem Heiligen Stuhl!
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#5   ottaviani   13:00:17 | Samstag, 9. Juli 2005
warten wir mal
ein jahr ab dann werden wir ja sehn bischof krenn sagte ja auch er werde weitermachen wie bischof zak
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#4   Catholicus   21:01:22 | Freitag, 8. Juli 2005
Kein liberaler Bischof, sondern ein katholischer!
Ich finde es schade, dass der gute Bischof Schwarz nun ins „Zölibats-Fettnäpfchen“ getreten ist, das ihm die Gegner der kirchlichen Disziplin gelegt haben. Dennoch ist er für mich jetzt nicht einfach ein „liberaler“ Bischof geworden. Wir müssen einfach beten, dass er Kraft bekommt, katholische Positionen und Rechtsfestlegungen der Kirche auch dort zu vertreten, wo es gegen den Zeitgeist geht!
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#3   MilesChristi   20:18:14 | Freitag, 8. Juli 2005
@ Didimus
Ja, ein ausgewogener Bericht wäre auch gut. Man sollte immer versuchen, sich nicht nur auf eine Quelle zu verlassen… Bei kath.net wird zB die Sache mit den sog. „viri probati“ (was ist wenn sie sich scheiden lassen etc.) komplett ignoriert, denn sie paßt ja nicht in deren Jubelkurs.
ABer danke für die Ergänzungen hier.
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#2   Didimus   18:59:20 | Freitag, 8. Juli 2005
Bitte ausgewogen berichten!
Dieser Artikel ist tendenziös und erweckt beim unbefangenen Leser den Eindruck, Bischof Schwarz würde den extrem liberalen Kurs von Aichern weiterführen. Eine seriöse Berichterstattung hätte beispielsweise auch folgende Aussage des neuen Bischofs von Linz erwähnt:
„OÖNachrichten: Es gab Anzeigen in Rom wegen angeblicher unrechtmäßiger Veränderungen der Liturgie mancherorts (Form des Gottesdienstes). Wie stehen Sie dazu?
Schwarz: Ich bin nicht vertraut mit Anzeigen in Rom. Wir müssen uns aber bemühen, die Liturgie in der vorgesehenen Art und Weise zu feiern. Es kann hier nicht alle Freiheit geben. Die Liturgie ist nicht Selbstzweck. Sie bedeutet, Gott zu ehren und zu ihm zu beten. Wenn man ins Messbuch schaut, sind manchmal Gestaltungsmöglichkeit vorgesehen, für andere Teile des Gottesdienstes gibt es klare Richtlinien.“
Man hätte auch berichten können, daß der Sprecher des Priesterrates, Pfarrer Walter Wimmer, offensichtlich etwas nervös ist, jedenfalls seinen Aussagen im „Neuen Volksblatt“ zufolge.
Die Äußerung von Bischof Schwarz zur Weihe von Viri probati halte ich auch für problematisch. Sicherlich ist Schwarz kein Konservativer. Aber ihn von vorneherein in eine Ecke zu stellen und ihn quasi zu verurteilen, bevor er seine Arbeit begonnen hat, ist nicht richtig!
Beten wir für den neuen Bischof und den Klerus von Linz!
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#1   MilesChristi   18:09:02 | Freitag, 8. Juli 2005
Alles beim Alten
Es wird wohl alles beim Alten bleiben ?
Wahrscheinlich, das Zerstörungswerk am Haus Gottes geht weiter.
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