Katastrophe
Kein Bedarf
Nach den Londoner Terroranschlägen suchten Journalisten ihre Seiten auch mit Stellungnahmen von katholischen Priestern zu füllen. Einer von ihnen legte den Telefonhörer sofort auf die Gabel – aus gutem Grund.
(kreuz.net, London) Der Priester Peter Newby ist Pfarrer der katholischen Londoner Pfarrei St. Mary Moorfield. Diese ist nur einen Katzensprung von einer der vier U-Bahn-Stationen entfernt, wo am Donnerstag eine Bombe gezündet wurde.

Nach Bekanntwerden der Anschläge eilte der Priester an den Ort des Geschehens, um den Opfern beizustehen. Doch er kam nur bis zu den Sicherheitsbeamten. Sie wiesen ihn vom Tatort weg.

Bei der ersten Explosion, die sich in einem U-Bahn Tunnel in der Nähe von Moorgate ereignete, kamen sieben Menschen ums Leben.

Die gleiche Haltestelle geriet schon im Februar 1975 in die Schlagzeilen. Damals passierte dort ein Zugunglück mit 43 Toten. Es galt bislang als das schwerste in der Geschichte der Londoner Untergrundbahn.

Das Bild von Sicherheitskräften, welche Priester am Ort des Geschehens willkommen heißen, ist – so Pfarrer Newby – ein Relikt aus vergangenen Tagen: „Sie wollen keine Priester dort.“

Pfarrer Newby sprach am Tag der Anschläge mit dem Nachrichtendienst der US-Bischofskonferenz ‘CNS’.

Im Gefolge der Attentate sei es in seinem Teil der 7,5 Millionen Metropole still geworden. Normalerweise ist die Gegend nahe Moorgate sehr belebt.

Pfarrer Newby zelebrierte nach den Anschlägen um die Mittagszeit zwei Messen: „Die Stimmung war ernst und düster.“ Nach dem Gottesdienst sei niemand auf ihn zugekommen.

„Wenn man die Nachrichten liest, glaubt man, es habe einen riesigen Tumult und Chaos gegeben.“ Aber, dem sei nicht so gewesen:

„Es waren sehr wenige Leute dort. Es gab kaum Verkehr, die Untergrundbahn war gesperrt.“

Ein anderer Priester aus London, Pfarrer Kit Cunningham von der Londoner Pfarrei St. Etheldreda, sprach mit der katholischen Wochenzeitung ‘The Catholic Times’.

Bei ihm seien am 7. Juli wesentlich weniger Menschen als gewöhnlich zur Mittagsmesse gekommen: „Vielleicht, weil sie nicht in die Stadt gelangen konnten.“

Er meinte, daß die Terrorerfahrung der Stadt in ihrer jüngeren Geschichte den Bewohnern helfe, die Anschläge zu bewältigen. Der Priester verwies auf die Bombenanschläge der Irisch-Republikanischen Armee IRA in den 70er und 80er Jahren.

„Es gibt unter den Londonern eine gewaltige Gelassenheit. Sie wollen zeigen, daß ihre Kräfte noch nicht erschöpft sind“ – meinte der Priester.

Ein anderer Priester aus London legte sofort auf, als er merkte, daß ein Journalist am anderen Ende war.

Seine Begründung:

„Die Telefonleitung der Pfarrei muß für einen Notfall frei bleiben.“
      
6 Lesermeinungen
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#6   Lilith   13:06:34 | Sonntag, 24. Juli 2005
Klar…
Erstmal @alle: Ihr streitet euch hier um Entschuldigungsfragen, was hat das jetzt mit dem Artikel zu tun?
so… zum Artikel:
Ich finde es richtige, dass hier nicht auch noch von Seiten der Kirche massiv über den Terror gesprochen wird, denn das ist ja das Ziel der Attentäter. Sie wollen im Gespräch bleiben und Angst verbreiten. Wenn aber die Gesellschaft darauf nicht reagiert, dann ist jeder Anschlag vergebens.
Zudem finde ich es auch richtig, dass die Telefonleitungen für Wichtigeres freigehalten werden.
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#5   MilesChristi   14:22:18 | Dienstag, 12. Juli 2005
@ Otterbeck: Lüge
Otterbeck,
wann, wo und wie hat Erzbischof Lefebvre einen Papst bzw. Päpste belogen, wie du in einem anderen Posting geschrieben hast ?
Entweder antwortest du, oder du entschuldigst dich öffentlich für diese Lüge.
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#4   Dr. Otterbeck   13:38:35 | Dienstag, 12. Juli 2005
Anbetung
gebührt Gott allein. Bewusst habe ich hier immer wieder auf den Konzilspapst Paul VI hingewiesen. Die Rebellion zehntausender Priester und Ordensleute 1967 ff. steht einer „Eiligsprechung“ sicher im wege. Die Wiederentdeckung seiner Wegmarken (z.B. 1975. „Gaudete in Domino“) kann eine Engführung auf Wojtyla vermeiden helfen. Es wäre sicherlich nicht konzilsgemäß, in Papstanbetungen zu verfallen. Aber einem Klerus, der das „Alleinstellungsmerkmal“ des Katholizismus –- petrinisch zu sein –- weithin verleugnet, muss man hin und wieder entgegenhalten, was der Wegweiser eines modernen Priestertums wollte. Jedenfalls kein St. Pölten. Auch bin ich mir sicher, dass die loyalen Tradi der Messe Pius V. einen legitimen Platz in einer Vielfalt kath. Liturgie verschaffen werden; aber das ist ein neues Charisma, kein „Rückfall“. Der Zukunft zugewandt war die Liturgiereform –- in ihren Grundzügen –- jedoch überfällig und ein unerwartetes Geschenk des Heiligen Geistes zugunsten des 3. Jhtds, unter den Auspizien der Weltkirche hätte die Alte Messe den globalen Sendungsauftrag der Kirche Gottes nicht mehr leisten können. Das meint: Feier der Geheimnisse Christi zum Heil der Welt.
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#3   Athanasius   14:56:03 | Montag, 11. Juli 2005
Herr Dr. Otterbeck
hat, mit allem Respekt für ihn trotz des Ausbleiben irgenwelchen Respekts seinerseits für Traditionalistische Mitgläubigen, eine kultische Anbeteropinion zu Papst Paul VI.
Teilweise stimmen Otterbecks Aussagen. Teilweise nicht (etwa zu Msgr. Lefebvre).
Zum Beispiel 1963 Ecclesiam Suamals Rettung der Einheit begrüssen, zeigt implizit schon, dass es Drohung zum Schisma gab von progressistischer Seite. Und die naive Aussage in Ecclesiam Suam in der es heisst, Gott würde nie erlauben, dass seine hl. Kirche von irgendeiner Ketzerei heimgesucht werden würde in Rom, deutet hin auf billige Widerlegung der Zweifel des damaligen heiligen Vaters.
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#2   MilesChristi   14:32:59 | Samstag, 9. Juli 2005
@ Wann gelogen ? Otterbeck
Otterbeck,
wann, wo, wie hat deiner Meinung nach Erzbischof Lefebvre den Papst bzw. die Päpste belogen ?
Es ist doch sehr einfach, Unwahrheiten auf der Welt zu setzen bzw. Verleumdungen, und sie nicht zu beweisen, oder ? Die wiederholten Fragen einfach zu ignorieren.
Was nun ? Entweder sagst du klar, was du meinst, oder du ziehst diese Behauptung zurück. Und zwar öffentlich.
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#1   Dr. Otterbeck   12:15:25 | Samstag, 9. Juli 2005
Io scrivo a voi
So beginnt der Brief Papst Paul VI an die Roten Brigaden vom 21. April 1978; in diesen Tag muss man daran denken; neben den fünf großen Enzykliken, mit denen Montini den Frieden rettete (Ecclesiam Suam), die Sittlichkeit (Populorum Progressio), die Familie (Humanae Vitae), das Priestertum (Sacerdotalis Caelibatu) und den Sonntag (Mysterium Fidei), blieben zwei kurze Enzykliken fast unbeachtet: Sie ordnen beide der Marienverehrung im Mai (Mensis Maio) und Oktober (Christi Matri, 1966) das Gebet für den Frieden der Welt zu. Da Paul VI im übrigen nur noch Apostolische Schreiben erlassen hat, wohl um den Rang der vorherigen Enzykliken zu betonen, sollten wir in diesen Tagen den –- seither auch von Wojtyla unentwegt wiederholten –- Appell beherzigen und den Roisenkranz beten für den Frieden der Welt.
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