Eucharistie
Späte Erklärung
Während des Requiems für Johannes Paul II. empfing der protestantische Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé die heilige Kommunion. Sofort begann das große Rätselraten: War das eine Interkommunion oder war es keine? Gestern versuchte der Pressesprecher des Heiligen Stuhles zu erklären.
(kreuz.net, Vatikan) Der vatikanische Kommunionempfang von Frère Roger Schütz sei ein „Sonderfall“ gewesen, verkündete der Pressesprecher des Vatikan, Dr. Joaquin Navarro-Valls, am Samstag in einer schriftlichen Stellungnahme.

Beim Requiem für Johannes Paul II. am 8. April wurde Frère Roger Schütz (90) im Rollstuhl zum Kommunionempfang herangefahren. Er empfing die Hostie aus der Hand von Kardinal Ratzinger.

Über die Fernsehkameras wurde das Ereignis in die fünf Kontinente übertragen.

Frère Roger Schütz ist ein Schweizer reformierter Pfarrer, der 1940 in Taizé eine Gemeinschaft von protestantischen Brüdern gegründet hat. Schon früh traten auch Katholiken der Gemeinschaft bei. Heute leben in Taizé ungefähr 100 Brüder.

Taizé liegt in der Region Burgund ungefähr 180 km westlich von Genf.

Seit dem Ende der 50er Jahre begannen Jugendliche nach Taizé zu pilgern. Inzwischen gibt es große Taizé-Treffen in verschiedenen Teilen der Welt.

Der Kommunionempfang von Roger Schütz hatte in katholischen Kreisen ein weltweites Rätselraten ausgelöst.

Der Paragraph 1400 im ‘Katechismus der katholischen Kirche’ läßt keinen Zweifel, daß eine eucharistische Interkommunion mit Protestanten ausgeschlossen ist.

Dagegen kursierten im Vatikan seit Jahren Gerüchte, wonach Roger Schütz im Stillen zum katholischen Glauben übergetreten sei. Für Taizé wäre das kein Einzelfall.

Der verstorbene Max Thurian, ein Weggefährte von Schütz, der ebenfalls ein Schweizer protestantischer Pfarrer war, konvertierte zum Katholizismus und wurde später Priester der Erzdiözese Neapel.

Doch eine eindeutige Antwort gab es zur Frage der Konversion von Schütz auch im Vatikan nicht.

Im ‘Rat für die Einheit der Christen’ erklärte man auf Anfrage, daß zur Konfessionszugehörigkeit von Roger Schütz beide Theorien existierten: daß er nach wie vor Protestant, beziehungsweise, daß er katholisch geworden sei.

Jetzt scheint der Pressesprecher des Vatikan das Rätsel gelöst zu haben.

Roger Schütz teile das katholische Eucharistie-Verständnis.

Dennoch werde in der von Schütz gegründeten und geleiteten ökumenischen Gemeinschaft „grundsätzlich“ keine Interkommunion praktiziert: „Prior Schütz ist entschieden dagegen.“

Die Reichung des Leibes Christi an Schütz impliziere keine Anerkennung der Interkommunion.

Vielmehr sei die Zulassung des – offensichtlich doch protestantischen – Pastors zum Kommunionempfang anläßlich des Requiems am 8. April auf dem Petersplatz nicht beabsichtigt gewesen.

Die Umstände seien Schuld – so Navarro-Valls.

Irgendwie habe sich Schütz in der Personengruppe befunden, welche die heilige Kommunion vom zelebrierenden Kardinal Ratzinger empfangen sollte.

„Es erschien in der gegebenen Situation unmöglich, Prior Schütz das Allerheiligste Altarsakrament zu verweigern.“ Schütz stimme dem Glauben der Katholischen Kirche an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie voll zu, erklärte der Vatikansprecher.

Es habe sich um einen besonderen Fall gehandelt, der nicht verallgemeinert werden könne.

Die Erklärungen des vatikanischen Pressesprechers sind unglaubwürdig.

Die Gläubigen, die bei einer Papstmesse oder einer ähnlichen Eucharistiefeier auf dem Petersplatz die Kommunion vom Hauptzelebranten empfangen, werden sorgfältig ausgewählt und gelangen nicht „irgendwie“ in die Reihe.

Der Kommunionempfang durch Frère Roger im vergangenen April war auch kein Präzedenzfall. Schütz hat bereits in den frühen 90er Jahren im Petersdom die heilige Kommunion aus der Hand von Papst Johannes Paul II. empfangen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Römischen Kurie gab sich illusionslos. Der Vatikan benehme sich wie die italienische Straßenpolizei:

„Diese verfolgt Übertretungen im Automobilverkehr zwar oft drakonisch, kümmert sich aber selber keinen Deut um die Verkehrsregeln.“

Die in weiten Teilen der Kirche verbreitete Praxis der Interkommunion habe durch diesen Fall und die zweideutige Erklärung von Navarro-Valls eine weitere Förderung und Legitimierung erfahren.
      
25 Lesermeinungen
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#25   Detlef Rose   18:37:57 | Donnerstag, 4. August 2005
Peinlich das Ganze
und zwar ganz gleich, von welcher Seite aus man es betrachtet. Roger Schutz hätte wissen müssen, dass man mit einem derart öffentlichen Akt Ratzinger in Verlegenehit bringt. Ratzinger hätte mutig zu seiner Entscheidung stehen sollen – und sei es, als seelsorgerlich begründete Ausnahmensituation. So aber wird der ohnehin geschundene Leib Christi einmal mehr vor aller Augen von uns Christen selbst zerrissen. Und so stimmt auch die Diskussion hier mehr als traurig. Vom Anliegen des Herrn „ut unum sint“ ist wenig geblieben. Auch wenn man „eucharistische Gastfreundschaft“ aus theologischen Gründen meint ablehnen zu müssen, so sollte man zumindest die Tonart des geschwisterlichen Zankes vermeiden und das Thema in angemessenem Respekt vor Gott und den Menschen behandeln.
www.d.a.rose.ms www.d.a.rose.ms/
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#24   Laurentius2   10:43:08 | Mittwoch, 13. Juli 2005
ich denke …
… wir haben alle selbst genug damit zu tun, stets würdig zur Kommunion(bank) zu gehen und brauchen uns um die Kommunionspraxis unseren Papst wirklich keine Gedanken zu machen. Spätestens seit seiner ersten Papst-Messe ist allen aufmerksamen Katholiken klar, wohin dieser Papst gehen wird: zu mehr Klarheit auch in dern Sakramenten.
Interessant ist vielmehr das Dauerproblem der offensichtlich b ö s w i l l i g e n F a l s c h ü b e r s e t z u n g e n :
Während die Durchsage auf Italienisch ungefähr so lautete: „Eingeladen zur Kommunion sind nur die gläubigen Katholiken und unter den bekannten und strikt einzuhaltenden Bedingungen!“ übersetzte der professionelle Italienisch-Könner der ARD des unseligen Pleitgen(Duzfreund von Modernisten-Bischof Lettmann in Münster): „ Eingeladen sind alle Gläubigen in der bekannten würdigen Weise.“
Als dasselbe aber dann auch noch auf Deutsch angesagt wurde, fiel ein allzukurzes peinliches Schlaglicht auf diesen bösen Geist der Falschübersetzungen, der bis in unsere Meßbücher und Rundschreiben hineinwirkt und einen wesentlichen Beitrag zum deutschen Dauerkonflikt mit Rom liefert. Wie sagt der Mainzer Bischof: „Ich habe ein wenig gelernt mit Texten umzugehen.“
Pfui bah, ich muß mich übergeben …
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#23   methusalix †   23:28:30 | Dienstag, 12. Juli 2005
Wenn der Papst wollte…
…dürfte er dann jetzt so ein Gesetz erlassen, das dem Pontifex Maximus und NUR IHM, in Sonderfällen erlaubt Menschen wie Frere Roger Schutz in der gegebenen Situation die Kommunion zu spenden? Das C.I.C. stünde dem ja nicht entgegen, da es vom Papst geändert werden kann.
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#22   Athanasius   23:25:56 | Dienstag, 12. Juli 2005
Und trotzdem…
bleibt die Interkommunion wie von J-P II. praktiziert falsch und eine objektive Sünde. Der Papst darf ja auch nicht einem vehementen Antichristlichen verharrten Mann „symbolisch“ taufen oder firmen.
Er steht nicht über Sakrament und ist nicht ohne Sünde oder ohne Gesetz.
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#21   Didimus   18:22:47 | Dienstag, 12. Juli 2005
Beim Kommunionempfang Schutz’ gab es keinen Papst
Der jetzige Papst war damals noch Kardinaldekan. Und als solcher hatte er, wie auch das Kardinalskollegium als Ganzes keine oberste Gewalt. Während der Sedisvakanz darf das Kardinalskollegium nur die notwendigen Alltagsgeschäfte regeln und nichts erlassen, was einen zukünftigen Papst binden könnte, ebensowenig, wie es kirchliche Gesetze aufheben darf – die göttlichen Gesetze darf noch nicht einmal der Papst aufheben.
Es ist möglich, daß der damalige Kardinal Ratzinger innerhalb von Sekunden entscheiden mußte, was er tun sollte. Vielleicht hat er sich in diesem Moment einfach an der Praxis des verstorbenen Papstes orientiert, der Roger Schutz die Kommunion bekantlich mehrmals gereicht hat.
Wie ich schon unten geäußert habe, deutet die Erklärung Navarro-Valls darauf hin, daß der jetzige Papst Benedikt XVI. seine damalige Entscheidung für falsch hält.
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#20   methusalix †   18:04:48 | Dienstag, 12. Juli 2005
noch eine Frage an apex zum C.I.C.
Soweit ich das verstanden habe, hat der Papst den Jurisdiktionsprimat und ist gleichzeitig oberster Richter. Das heisst, er kann Gesetze erlassen, und Recht sprechen. Ausserdem ist er der Oberste der ausführenden Gewalt (Exekutive). Theoretisch müsste er für so einen Fall (Interkommunion durch den Pontifex Maximus) ein Gesetz erlassen können, das ihm dies erlaubt (vielleicht auch nur in solchen Ausnahmefällen) und dieses Gesetz sofort vollziehen. Dann hätte er KEINEN FEHLER begangen und alles wäre OK???
Der Codex wird immer interessanter. Ich werde neben meinem vergleichenden Bibelstudium auch mal das Kirchengesetz genauer betrachten. Herzlichen Dank im Voraus!
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#19   Athanasius   15:28:22 | Dienstag, 12. Juli 2005
@apex
Der Papst steht aber nicht über dem Glauben oder über dem Gesetz. Er hat einen Fehler gemacht. Ob es aber aus Schwachheit oder bewusst geschah? Der Hauptfehler war von Fr. Roger Schutz, der nicht so ehrlich ist die hl. Kommunion nicht zu empfangen. Typisch für Ökumeniker.
Ah, das werde ich wohl nicht sagen dürfen, dass ich Taizé Brutstätte von Indifferentismus etwa wie von Pius IX., Leo XIII., Pius X. und Pius XI. verurteilt, finde.
Brot für Protestanten, eine im Novus Ordo Gottesdienst konsekrierte hl. Hostie für Katholiken, und Kommunion unter zweierlei Gestalt für Orthodoxen. Als ob es ein und das gleiche wäre. Richtig falsch.
JP II. hat sich auch mehrfach besündigt an der Interkommunion. Es betrifft hier kein Ablass oder positive Dispensation, in denen der Papst ohne Schwierigkeiten dispensieren kann, sondern Verbrechen am kirchlichen Gesetz und die göttliche Lehre. Und es wurde nicht dispensiert darin und ‘lex mala, lex nulla’. Ein schlechtes Gesetz (etwa Dispensation für Interkommunion) ist ungültig.
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#18   apex   12:31:23 | Dienstag, 12. Juli 2005
@ methusalix
Ebenso Dank an alle, die den Papst bei dieser Handlung entschuldigen, indem sie ihm zugestehen, dass er unter öffentlichem Druck stand und eine Peinlichkeit vermeiden wollte.
methusalix, da hast du etwas falsch verstanden. Keiner entschuldigt den Papst, weil keiner ihn entschuldigen kann. So wie er,“… kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann.„verfügt, so kann ihn auch keiner entschuldigen, wenn sein Handeln den Konsequenzen, die aus der Lehre der Kirche resultieren, widerspricht. Der einzige, der ihm trost spenden kann, ist sein Beichtvater, falls er ihm die Absolution für seine Pflichtverletzung erteilt.Wir müssen also nur genügend Druck auf den Papst, die Kardinäle und alle anderen in der Hierarchie ausüben, dann bekommen wir die Einheit der Christen viel viel schneller als die Traditionalisten es auch nur angstvoll erahnen können; und dann gibts mit Interkommunion auch keinerlei Probleme mehr.
wir können auch Druck ausüben, indem wir sofortige Exkommunikation der militanten Homosexuellen, „ordinierten“ Frauen, oder solcher Gruppierungen wie „Wir sind Kirche“ und „Kirche von Unten“ verlangen – und dann kommt zu deiner „Einheit der Christen“ nie, bzw. nicht so schnell und zur Interkommunion überhaupt nicht.
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#17   Athanasius   10:54:56 | Dienstag, 12. Juli 2005
@methusalix
Hahah.
Der Papst kann auch eine Sünde betreiben und gegen das kanonische Recht verstossen. Es betrifft nämlich bei der hl. Kommunion eine göttliche Anordnung aus der hl. Schrift (I Kor.) und keine nur juridische Angelegenheit.
Aber das wird dir wohl zu schwierig sein.
Noch viel Spass bei deinem Lehrgang im Ius Ecclesiasticum der „Teenie“-Zeitschrift.
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#16   methusalix †   19:31:37 | Montag, 11. Juli 2005
Dank an apex und andere!
Spezieller Dank an apex für die genaue Erklärung der Sachlage aus dem Codex Iuris Can.!
Ebenso Dank an alle, die den Papst bei dieser Handlung entschuldigen, indem sie ihm zugestehen, dass er unter öffentlichem Druck stand und eine Peinlichkeit vermeiden wollte.
Wir müssen also nur genügend Druck auf den Papst, die Kardinäle und alle anderen in der Hierarchie ausüben, dann bekommen wir die Einheit der Christen viel viel schneller als die Traditionalisten es auch nur angstvoll erahnen können; und dann gibts mit Interkommunion auch keinerlei Probleme mehr.
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#15   hcr   15:18:27 | Montag, 11. Juli 2005
@
Denn sie wussten nicht was sie taten, weder der damalige Nochkardinal als er einem Protestanten die Kommunion reichte, noch der Protestant, dass er „etwas“ entgegennahm, woran er ohne die volle Einheit mit der wahren Kirche keinen Anteil haben darf.
Es ging wohl eher darum Peinlichkeiten und Schlagzeilen zu vermeiden, da es seitens des Kommunionspenders auch ein „schlichter“ Segen getan hätte, der auch Kindern vor der Erstkommunion zuteil wird, die jedoch getauft sind und der römisch katholischen Kirche angehören.
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#14   Athanasius   14:59:52 | Montag, 11. Juli 2005
Danke an Didimus
Die Erklärung von Dr. Navarro-Valls klärt viel.
Ich halte es auch für eine schädliche aber ungeplante Impulshandlung. Wahrscheinlich wurde der Kardinal überrascht und – er kannte ja die Quasi Katholizismus-Konversionsgeschichte von Fr. Roger Schutz – wagte es nicht vor drehenden Kameras die Kommunion zu verweigern. Ich kann es verstehen. Es bleibt aber trotzdem falsch.
Der Papst hat aber jetzt mehr Gnaden als Papst und ist deutlich. Warten wir ab.
Und in der Tat:
Oremus pro Papa nostro Benedicto!
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#13   Laurentius2   10:14:50 | Montag, 11. Juli 2005
Drunter und Drüber
… geht es doch im Vatikan, seit JPII nicht mehr für Ordnung sorgen konnte …
Oremus pro papa nostro !
Wie er schon eindringlich erbat, daß er „nicht vor den Wölfen fliehe“. Und Wölfe gibt es nicht nur in römischen Sagen und Legenden.
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#12   Didimus   09:43:59 | Montag, 11. Juli 2005
Eines ist interessant…
…, daß nämlich der vatikanische Pressesprecher im Gegensatz zu manchen Papalisten nicht versucht, den Kommunionempfang von Roger Schutz schönzureden:
Vielmehr sei die Zulassung des – offensichtlich doch protestantischen – Pastors zum Kommunionempfang anläßlich des Requiems am 8. April auf dem Petersplatz nicht beabsichtigt gewesen.
Die Umstände seien Schuld – so Navarro-Valls.
Irgendwie habe sich Schutz in der Personengruppe befunden, welche die heilige Kommunion vom zelebrierenden Kardinal Ratzinger empfangen sollte.
Aus den etwas gestelzten Worten Navarro-Valls kann man, denke ich, erkennen, daß der damaligen Kardinaldekan und heutigen Papst die Reichung des Leibes Christi an Schutz bedauert. Denn wenn der Kommunionempfang des Protestanten richtig und gut gewesen wäre, wieso war er dann nicht geplant? Es ist durchaus möglich, daß einige Verantwortliche im Vatikan, diese Situation gezielt herbeiführen und den Kardinaldekan überrumpeln wollten.
„Es erschien in der gegebenen Situation unmöglich, Prior Schutz das Allerheiligste Altarsakrament zu verweigern.“
Das kann man auch so lesen: Ratzinger hätte ihm die Kommunion gerne verweigert, glaubte aber, in der damaligen Situation, es nicht zu können.
.
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#11   GerdEric   23:09:17 | Sonntag, 10. Juli 2005
Nur GOTT
ist!
Und ER hat gesagt,
was gut ist!
Die Kirche und die gesamte Institution ist Menschenwerk…
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#10   Athanasius   21:31:07 | Sonntag, 10. Juli 2005
@apex
Da war Kardinal Ratzinger noch nicht Benedikt XVI. Noch kein Papst.
JP II. hat auch Interkommunion betrieben u.a. mit dem Anglikaner Tony Blair, einer anglikanischen Pfarrerin, Orthodoxen, und weitere Besucher. Daneben den Freimaurern wie Chirac die hl. Kommunion gegeben, aber dass war teilweise erlaubt da in foro interno.
Schutz ist ein Sonderfall. Modernisten und Neukirchler wie Methusalix machen daraus eine Rechtfertigung für Interkommunion, aber Schutz teilt das katholische Eucharistie-Dogma und wollte konvertieren. Zudem war der publike Druck auf Ratzinger sehr hoch.
Der Papst hat kein Recht die kirchliche Lehre und göttliche Disziplin der Offenbarung zu ändern oder sich nicht an diesen Gebote zu halten. Er sündigt dann genauso stark wie jeder anderer Priester oder Bischof bei diesem Missbrauch. Und ja…der Papst kann sündigen. Schwerstens sogar.
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#9   kreuzi   18:18:15 | Sonntag, 10. Juli 2005
.
Also wenn jemand meint, die katholische Kommunion schhändeln zu müssen, dass kann man solchen Menschen ehr nicht aufhalten. Es kann sich ja auch jemand die Kommunion in die Tasche stecken und öffentlich draufpinkeln. Es gibt halt solche Menschen. Wichtig ist nur, dass die Kirche, sich für ihre Gläubige einsetzt und solche Menschen, die die Lehre der Kirche schändeln ausschließt.
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#8   Evelin   18:12:38 | Sonntag, 10. Juli 2005
Auch ein Kardinal oder ein Papst
ist nicht berechtigt, sich über die Lehre Christi und die Ordnung der Kirche zu stellen.
Ganz einfach.
Übrigens: Prior Roger Schütz wollte vor dem II. Vat. Konzil konvertieren, man hatte es ihm aber von katholischer Seite mit dem Argument verwehrt, dass er und seine Gemeinschaft nach dem Konzil die „Brücke zu den Protestanten“ sein werde.
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#7   apex   14:10:07 | Sonntag, 10. Juli 2005
@ methusalix
Es ist doch ganz einfach: Die katholische Kirche ist eine Hierarchie. Fast alle dürfen nichts, nur der Boss darf fast alles.
so is es und so bleibt es!
Früher: Quod licet Jovi non licet bovi.
Heute: Was Ratzinger erlaubt ist, darf Hasenhüttl noch lange nicht! Oder irre ich mich da?
Du irrst dich nicht. Das Kirchenrecht sagt eindeutig:
Canon 331 – Der Bischof der Kirche von Rom, in dem das vom Herrn einzig dem Petrus, dem Ersten der Apostel, übertragene und seinen Nachfolgern zu vermittelnde Amt fortdauert, ist Haupt des Bischofskollegiums, Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden; deshalb verfügt er kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann.
Canon 332 § 1 – Volle und höchste Gewalt in der Kirche erhält der Papst durch die Annahme der rechtmäßig erfolgten Wahl zusammen mit der Bischofsweihe. Deshalb besitzt ein zum Papst Gewählter, der schon die Bischofsweihe empfangen hat, diese Gewalt vom Augenblick der Wahlannahme an. Wenn der Gewählte noch nicht Bischof ist, ist er sofort zum Bischof zu weihen.
Canon 333 § 3 – Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde.
Canon 1442 – Der Papst ist der oberste Richter für den gesamten katholischen Erdkreis. Er spricht Recht entweder persönlich oder durch die ordentlichen Gerichte des Apostolischen Stuhles oder durch von ihm delegierte Richter.
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#6   methusalix †   11:43:50 | Sonntag, 10. Juli 2005
Quod licet…
Es ist doch ganz einfach: Die katholische Kirche ist eine Hierarchie. Fast alle dürfen nichts, nur der Boss darf fast alles.
Früher: Quod licet Jovi non licet bovi.
Heute: Was Ratzinger erlaubt ist, darf Hasenhüttl noch lange nicht!
Oder irre ich mich da? Darf Ratzinger das etwa auch nicht???
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#5   Romulus   11:25:39 | Sonntag, 10. Juli 2005
Taktik des Opus Dei
Zitat: „Vielleicht ist es im Opus Dei möglich, derartige Widersprüche aufzumachen und zugleich den Zielen der Organisation unterzuordnen. „
Das Opus Dei schießt immer über das Ziel hinaus:
a) Gehorsam gegenüber dem Papst wird zu Papalatrie.
b) Die jüdische Wurzel des Christentums wird überbetont, so dass mittlerweile Opus Dei Mitglieder besser geschult sind als mancher Rabbiner.
c) Leidens- und Kreuzesnachfolge wird auf die Realtität Arbeit engeführt und damit verkürzt.
Was will diese komische Organisation eigentlich? Geld ohne Ende? Macht ohne Ende? Und: Warum lügen die?
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#4   apex   10:23:00 | Sonntag, 10. Juli 2005
Prior Schütz und die Kommunion
Irgendwie habe sich Schütz in der Personengruppe befunden, welche die heilige Kommunion vom zelebrierenden Kardinal Ratzinger empfangen sollte.
mit anderen Worten: er ist einfach zum Kommunionempfang vorgefahren, weil er glaubt im eucharistischen Brot den Leib Christi zu empfangen.
„Es erschien in der gegebenen Situation unmöglich, Prior Schütz das Allerheiligste Altarsakrament zu verweigern.“
Wenn Prior Schütz ein so einsichtiger Christ ist, dann konnte er in seinem Rollstuhl weiterfahren, ohne die Kommunion zu empfangen.
Schütz stimme dem Glauben der Katholischen Kirche an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie voll zu, erklärte der Vatikansprecher.
Alle Nichtkatholiken, die danach verlangen den Leib Christi zu empfangen, sind bereit allem zuzustimmen. Konvertieren jedoch wollen sie nicht. Irgendwie erinnert das an die Pharisäer, die sich taufen lassen wollten Mt 3:7-9
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#3   Niclaas   10:22:16 | Sonntag, 10. Juli 2005
Ein bißchen schwanger
Es gehört zu den Aufgaben eines Pressesprechers, derartige Patzer irgendwie geschmeidig zu erklären. Also: Roger Schütz teile das katholische Eucharistie-Verständnis.
Folglich ist es Schütz unmöglich, mit seinen protestantischen Mitbrüdern gemeinsam ihr Abendmahlsritual zu begehen. Gleichzeitig ist er entschieden dagegen, eine Vermischung mit genuin Katholischem zu praktizieren (was man gerne glauben würde, angesichts der Gefahren des Ökumenismus – vor allem in Taizé!).
Vielleicht ist es im Opus Dei möglich, derartige Widersprüche aufzumachen und zugleich den Zielen der Organisation unterzuordnen. In seiner jetzigen Funktion hätte Navarro-Valls ruhig Klartext reden können, und Fehlinterpretationen wären aus der Welt gewesen.
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#2   Justus   09:41:25 | Sonntag, 10. Juli 2005
Glaubwürdigkeit
Sehr richtig, lieber Jolie! Was der Kirche in unserer Zeit mehr denn je not tut, ist Glaubwürdigkeit. Und die kommt allein dadurch zustande, dass Lehre und Disziplin auf der einen und die Praxis auf der anderen Seite übereinstimmen. Die Kommunionspendung an Fr. Roger ist ein verheerendes Signal an die überwiegende Mehrheit der Bischöfe, die sich zwar nicht ausdrücklich gegen Lehre und Disziplin der Kirche wenden, aber jeden Abusus in ihren Diözesen dulden oder sogar stillschweigend fördern.
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#1   jolie   08:59:15 | Sonntag, 10. Juli 2005
Papalatrie
Die unsäglichen Verrenkungen des vatikanischen Pressesprechers werden nur noch überboten durch die Äußerungen halbkonservativer Priester und Gläubiger, wie sie zurzeit z.B. in den Leserbriefspalten der „Tagespost“ zu vernehmen sind. In einem Anfall von „Papalismus“ wird die Kommunionspendung des Pontifex an einen Proetstanten einfachhin gut geheißen, obwohl die Schreiber eigentlich gegen die Interkommunion sind. Das Argument: Schließlich werde der Papst wissen, was er tue.
Dass einer unkritischen Verherrlichung jeder päpstlichen Handlung (Korankuss, Sakramentsgemeinschaft mit Schismatikern, interreligöse Gebete) eine falsche Auffassung vom Gehorsam zugrunde liegt, ist diesen Leuten nicht bewusst.
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