Schulgebet: Die Politiker wollen – wollen auch die Bischöfe?
Die bayrische CSU will das Schulgebet fördern. Kritik kommt ausgerechnet aus klerikalem Munde.
(kreuz.net, Bayern) Nach Presseberichten ist in Bayern das Schulgebet Ursache eines Streites zwischen
der CSU und der katholischen Kirche.
Am letzten Wochenende hat der Generalsekretär der bayrischen CSU,
Markus Söder, eine Lanze für das Christentum gebrochen. An bayerische Schulen gehörten Kruzifixe, keine
Kopftücher. In diesem Zusammenhang erinnerte der CSU-Generalsekretär auch an die Bedeutung des Schulgebetes.
Tägliche Morgenandachten gäben Halt und Orientierung. Deutschland brauche die christlich-abendländische
Kultur als Leitbild
Wenig erfreut über diesen Vorstoß zeigte sich der Priester und Leiter des Katholischen
Schulkommissionsrates in Bayern, Prälat Erich Pfanzelt. Vorsorglich warnte er davor, das Kreuz und das
Gebet als Instrument eines politisch motivierten Kampfes gegen Andersdenkende und Andersglaubende zu mißbrauchen.
CSU-Landtagsfraktionschef Joachim Hermann zeigte sich über die Stellungnahme des Gottesmannes irritiert.
Er sei über den Prälaten verwundert. Er, der CSU-Landtagsfraktionschef, fände es wichtig, daran zu
erinnern, daß die Lehrer an allen bayerischen Schulen gehalten seien, zu Beginn des morgentlichen Schulunterrichtes
zum gemeinsamen Gebet anzuregen oder zumindest Gelegenheit dazu zu geben.
Niemand in der CSU verstehe
das Schulgebet als „Ausgrenzung Andersdenkender“, betonte der Landtagsfraktionschef. Selbstverständlich
werde auch niemand zum Gebet gezwungen.
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1 Lesermeinung
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#1 Elisabeth 15:54:27 | Donnerstag, 18. November 2004
Schulgebet in Bayern oder individuelles Gedenken ,Innehalten je nach Relgionszugehörigkeit? Erstaunlich ,
was von der CSU, bzw. von ihrem Generalsekretär so an Ideen , Vorschlägen, Meinungen eingebracht wurde.
Wer der Lehrkräfte in Bayern ist überhaupt noch an eine Religion gebunden, ist praktizierender Katholik
oder Protestant? Wie schaut es mit dem friedlichem Umgang der SchülerInnen an allen bayr.Schulen schon
jetzt aus? Das das einigermaßen beizubehalten, für viele Lehrkörper jeden Tag aufs Neue eine Schwerstarbeit
ersten Ranges ist ,kann sich wohl ein jeder vorstellen. Grundsätzlich ist an ein ruhiges, gemeinschaftliches
jedoch ebenso individuelles religiöses, bzw.meditatives kurzes Innehalten tgl.vor dem Unterrichtsbeginn
nichts auszusetzen. Nur kann man wohl kaum von einem Moselm oder Juden erwarten, daß er katholisch des
morgens vor dem Unterricht betet. Und inwieweit das Lehrer überhaupt (noch )wollen, können müssen,
ist eine völlig andere Frage. Das nun vor dem Hintergrund der Ereignisse in den Niederlanden ,solche
Themen auf so eine Art bearbeitet werden, ist schon sehr schlimm. Auch die Beobachtungen die seitens der
CSU (und bestimmt auch seitens der CDU ,FDP, der Grünen und der SPD )bei den Amis während des Wahlkampfes,
der Parteitage und der Wahl vorgenommen wurden, haben bestimmt so manches an Tips, Hinweisen, finden lassen,
daß auch in dt.Wahlkämpfen sich in abgeschwächter, veränderter Form dann wiederfindet. Und das net
nur die CSU auf einmal Gott ,Glauben usw. wiederentdeckt hat, sondern in allen Parteien sehr heftig darüber
nachgedacht wird, dessen bin ich mir sicher. Das das bei den Grünen , beispielsweise , etwas anders ausschaut
,jedoch bestimmt sehr gut umsetzbar ist, mit praktizierenden Muslimen, Juden,Protestanten, Buddhisten
und Katholiken aufzutreten, sehr friedfertig, miteinander umzugehen ,halte ich für das Gebot der Stunde.
Vielleicht wird das bald erlebbar sein. Wäre ein Riesenmeilenstein für das religiöse Zusammenleben
der Menschen in Deutschland, wenn das die Grünen auf die Reihe kriegten. Wer, wenn nicht die Grünen
bekäme so etwas hin, gläubiger Muslim, Protestant, Jude , Katholik und alle in einer Partei. So schnell
kommen weder CSU ,noch CDU auf diese Spur, eben wegen der jeweiligen Parteistruktur. Einen anderen Weg
kann es, wie weiter oben vorgeschlagen ,wenn wir net solche Zustände wie in den Niederlanden erleben
wollen, gar net geben . Einen schönen Tag ! Gruß, Elisabeth