Die Kirche in Lateinamerika hat in den letzten zehn Jahren gewaltige Einbrüche erlebt. Dennoch ist sie dort wegen ihres politischen Einsatzes hoch angesehen. Um die Religion kümmern sich die Evangelikalen.
(kreuz.net, Lima) Die Zahl der Katholiken in der wichtigsten katholischen Region der Welt bricht massiv
ein. Das scheint aber dem Ansehen der Kirche bei Menschen aller Bekenntnisse nicht zu schaden.
Eine demographische
Untersuchung kam zum Schluß, daß sich gegenwärtig 71% der Südamerikaner als katholisch bezeichnen.
Im Jahre 1995 waren es noch 80%. Das bedeutet einen zehnprozentigen Rückgang in einem einzigen Jahrzehnt.
In der gleichen Zeitspanne wuchs der evangelikale oder protestantische Bevölkerungsanteil von 3% auf
13%.
Die Zahlen stammen vom Nachrichtendienst CNS, welcher der US-amerikanischen Bischofskonferenz gehört.
Demgegenüber besitzen 73% der Südamerikaner unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit ein positives
Bild von der katholischen Kirche.
Deshalb werden Bischöfe oft gebeten, bei politischen oder sozialen
Konflikten zu vermitteln.
Jüngst spielte die bolivianische Bischofskonferenz während der Unruhen im
Land eine wichtige Rolle, als sie Regierung und Demonstranten an den Verhandlungstisch brachte.
Wenn
die Länder „bis zum Hals in politischen, sozialen und ökonomischen Problemen stecken, wenden sich die
Menschen an die Kirche. Wir übernehmen die schwierige Rolle von Vermittlern. Dazu sind wir da“ – erklärte
der Erzbischof von Merida, Mons. Baltazar Porras Cardozo. Merida befindet sich im Westen von Venezuela.
Doch in ihrem Kerngeschäft – der Verkündigung des Glaubens – zeigt die katholische Kirche Lateinamerikas
einen desolaten Zustand.
Zwar geben sich noch drei Viertel der Bevölkerung als Katholiken aus. Den Glauben
praktizieren aber nur 40%.
Im Zentrum Lateinamerikas sind die Werte am höchsten. Sie liegen dort bei
48%. In südlicheren Ländern wie Argentinien, Chile, Uruguay und Paraguay praktizieren noch 37% der Bevölkerung.
Die Tendenz ist fallend.
Einen geradezu unglaublichen Einbruch erlebte Mexiko. Das Land der Muttergottes
von Guadeloupe galt bisher als der katholischste Staat in Lateinamerika.
Jetzt zeigt die mexikanische
Kirche erschütternde Zeichen des Zerfalls. Inzwischen bezeichnen sich dort noch 31% der Bevölkerung
als praktizierende Katholiken. Vor nur zehn Jahren waren es noch über 60%.
Das Problem liegt weder bei
der Säkularisation noch beim Konsumismus, sondern an internen Problemen der katholischen Kirche. Die
Hauptschwierigkeit ist der Glaubenszerfall bei Bischöfen und Priestern.
Das bestätigen die Zahlen der
blühenden nichtkatholischen christlichen Gemeinschaften in Lateinamerika. Dort bezeichnen sich 70% als
praktizierende Mitglieder.
Langsam erwachen auch die Bischöfe. Die Begegnung mit Christus dürfe keine
individuelle Angelegenheit bleiben, erklärte der Diözesanbischof von Texcoco/Mexiko, Mons. Carlos Aguiar
Retes. Mons. Aguiar ist der erster Vizepräsident der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz.
Christus
habe nicht einen einzigen Jünger berufen, sondern eine Jüngergemeinschaft. Diese Gemeinschaft müsse
man auch sehen.
In Südamerika sieht man sie immer weniger.
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2 Lesermeinungen
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#2 Belisar 22:04:03 | Mittwoch, 28. September 2005
Athanasius Jaja da bist sogar froh das Leute zu diesen Schismatikern und Kirchenspaltern überlaufen.
Diese Seite würde ich nicht als „katholische Nachrichten“ bezeichnen, klar die Priester und Bischöfe
sind schuld. Habe bekannten Priester Missionar in Equador er meint die Sekten sind auf dem Vormarsch bieten
vielen Leuten erst einmal Cash an, die katholische Kirche hat z.B. in Equador zuwenig Priester (früher
hat Holland sehr viele Missionar in diese Gebiete geschickt, nachdem sie ihre Seminare dicht gemacht haben,
haben sie selber Probleme). Er bringt den Kindern den Katechismus bei zur Erstkommunion (wäre doch wirklich
in Deutschland sinnvoll!). Also nein das hat nichts mit den angeblichen Traditionalismusverfall zutun
den diese Piusbruderschaft propagiert. Man könnte denken du gehörst zu denen, du lobst sie in hohen
Tönen.
Campos? Doch schön zu wissen, dass Massen von traditionalistischen Kirchen auf dem Lateinkontinent blühen
und vor kurzem in Bogotá die FSSPX noch eine neue grosse Kirche einweihte. Aber die Bischofskonferenzen
werden wohl zu beschäftigt sein einerseits Befreiungstheologen an der Arbeit zu halten mit einem bisschen
Schweigen über Sozialismus, und anderseits Sozialisten ins Sattel zu helfen wie beim Lola in Brasilien.
Doch schön, dass Unsere Liebe Frau andere Politik betreibt. Sieh den Terroranschlag 1992 auf den autoritären
Präsidenten Pinochet in dessen Windscheide durch Kugeln eine Figur Unserer Lieben Frau geschossen wurden.
Zufall? Für Südamerika kommt natürlich das letztendliche Heil auch nicht von autoritären katholischen
Präsidenten alleine, sondern muss von der Christkönigsherrschaft kommen. 1991 hat Pinochet aus Angst
nach dem Besuch des FSSPX-Priors von Santiago de Chile verweigert sein Land dem allerheiligste Herze Jesu
zu weihen. Danach war denn auch seine Regierung zu Ende.