Aus der kirchlichen Hülle und Fülle
Beim Blick auf die zahlreichen, gegen das Christentum vorgebrachten Argumenten stelle ich fest, daß keines davon wahr ist. Von Gilbert K. Chesterton.
(kreuz.net) Ich entdecke vielmehr, daß alle angeführten ‘Fakten’ genau das Gegenteil beweisen. Nehmen wir ein paar Beispiele.

Mancher Moderne hat sich vom Christentum abgewandt, weil drei konvergierende Argumente ihn dazu drängten:

Erstens, daß die Menschen nach ihrer Gestalt, ihrem inneren Aufbau und ihrem Geschlechtsleben den Tieren ganz ähnlich sind und folglich eine der vielen Arten des Tierreich darstellen.

Zweitens, daß die Religion in grauen Vorzeiten aus Angst und Unwissen entstand.

Drittens, daß die Priester der menschlichen Gesellschaft mit ihrem schädlichen Einfluß nur Verbitterung und Trübsinn gebracht haben.

Gilberth Keith Chesterton
Chesterton als 24jähriger, 1898.

Als Jugendlicher interessierte er sich für Okkultismus und experimentierte mit Hexenbrettern.Chesterton schrieb rund 80 Bücher, einige hundert Gedichte, 200 Kurzgeschichten, 4.000 Essays und mehrere Theaterstücke.

Er wird von allen zitiert: Heiden und Christen, Liberalen, Konservativen und Katholiken.Chesterton war über 1.90 Meter groß und wog mehr als 130 Kilogramm:

Einmal sagte er zu einem Freund: "Wenn man Dich so ansieht, würde jeder glauben, daß es in England eine Hungersnot gäbe."

"Wenn man Dich ansieht" - konterte der Freund - "würde jeder glauben, daß Du sie verursacht hast."

Diese drei von den Gegnern des Christentums angeführten Argumente sind sehr unterschiedlich. Aber sie sind stimmig und plausibel. Alle laufen außerdem auf dasselbe hinaus.

Der einzige Einwand gegen sie lautet: daß sie allesamt unwahr sind.

Wer aufhört, sich Bücher über Tiere und Menschen anzuschauen, und statt dessen echte Tiere und wirkliche Menschen betrachtet, wird feststellen, daß das Verblüffende nicht darin besteht, wie sehr der Mensch dem Tier ähnlich ist, sondern darin, wie sehr er sich von ihm unterscheidet.

Erklärt werden muß, warum der Mensch so total anders ist. Daß Menschen und Tiere sich ähnlich sind, ist eine Binsenwahrheit. Daß aber derart ähnliche Lebewesen einander so ganz und gar unähnlich sind, schockiert und gibt Rätsel auf.

Daß ein Affe zum Beispiel Hände hat, ist für einen Philosophen weit weniger interessant, als daß derselbe Affe mit seinen Händen so gut wie nichts anzufangen weiß: weder Karten noch Violine spielt, weder Marmor noch Hammelfleisch behaut.

Elefanten errichten keine Elfenbeintempel im Rokoko-Stil. Kamele malen nicht – nicht einmal schlechte Bilder, obwohl sie an sich das Material für viele Kamelhaarpinsel tragen.

Zweifellos besitzen sie eine Art von Zivilisation. Aber so sehr das zutrifft, erinnert es zugleich daran, daß diese Zivilisation minderwertig ist.

Wer hat je einen Ameisenhügel gesehen, der mit den Standbildern berühmter Ameisen geschmückt war?

Wer hat je einen Bienenstock gesehen, in den die Bildnisse einstiger großer Bienenköniginnen eingemeißelt waren?

Die Kluft zwischen dem Menschen und den anderen Geschöpfen mag auf natürliche Weise erklärbar sein. Aber sie ist und bleibt eine Kluft. Wir sprechen von wilden Tieren. Aber das einzige wilde Tier ist der Mensch.

Er ist nämlich ausgebrochen.

Alle übrigen Tiere sind folgsam. Sie gehorchen dem strengen Verhaltenskodex ihres Stammes oder ihrer Art. Sie sind gebändigt.

Nur der Mensch ist unbändig, ob als Liederling oder als Mönch.

Das erste, der angeführten drei Argumente für den Materialismus, ist also genauso ein Beweis gegen ihn. Die Religion beginnt dort, wo die Biologie aufhört.

Das gleiche Bild zeigt sich, wenn ich mir das zweite der drei zufällig herausgegriffenen rationalistischen Argumente ansehe: daß alles, was wir Göttlich nennen, angeblich in einer Zeit der Finsternis und des Schreckens entstanden ist.

Als ich ernsthaft prüfte, worauf diese Vorstellung gründet, stellte ich fest, daß sich dafür keine historischen Fundamente finden lassen.

Über den vorgeschichtlichen Menschen weiß die Wissenschaft nichts. Warum? Weil er prähistorisch ist.

Ein paar Professoren behaupten zwar, daß Dinge wie das Menschenopfer ursprünglich erlaubt, sogar weit verbreitet gewesen und erst allmählich verschwunden seien. Aber einen direkten Beweis dafür gibt es nicht.

Die wenigen indirekten Indizien zeigen in die Gegenrichtung.

In den frühesten Erzählungen – etwa denen von Abraham und Isaak oder von Iphigenie auf Tauris – taucht das Menschenopfer nicht als etwas Uraltes, sondern als etwas ganz Neues auf. Es ist eine befremdliche, grauenhafte Ausnahme, welche die Götter aus unerklärlichen Gründen einfordern.

Die Geschichtsschreibung besitzt also keine Anhaltspunkte. Auch die Mythen nicht. Glaubt man ihnen, dann muß es in der Frühzeit freundschaftlicher zu und her gegangen sein.

Der Fortschritt läßt sich historisch nicht nachweisen. Dagegen belegt die ganze Menschheitsgeschichte den Sündenfall.

Seltsamerweise wird ausgerechnet die weite Verbreitung der Vorstellung des Sündenfalls als Argument gegen seine Glaubwürdigkeit verwendet.

Gebildete Männer erklären, daß diese vorgeschichtliche Katastrophe darum nicht wahr sein kann, weil die ganze Menschheit sie im Gedächtnis aufbewahrt hat.

Solch paradoxen Argumenten kann ich nicht folgen.

Auch beim dritten Argument – daß die Priester angeblich nur Dunkel und Verbitterung über die Welt bringen – sieht es nicht besser aus.

Ich blicke in die Welt und stelle fest, daß das auch nicht stimmt.

Gerade in jenen europäischen Ländern, wo die Priester Einfluß besitzen, gibt es heute noch Gesang, Tanz, bunte Kleider und Kunstwerke unter freiem Himmel.

Die katholische Lehre und Disziplin mögen eine Mauer sein. Aber das ist eine Mauer um einen Spielplatz.

Das Christentum ist der einzige Rahmen, in dem sich die Freuden des Heidentums erhalten haben.

Als der englisch Konvertit und Autor Gilbert K. Chesterton am 14. Juni 1936 starb, bekam er von Papst Pius XI. den Titel „Fidei Defensor“. Vor ihm wurde nur der englische König Heinrich VIII († 1547) als „Fidei Defensor“ bezeichnet. Er erhielt den Titel und fiel anschließend vom katholischen Glauben ab.
      
19 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#20   stat crux   12:40:55 | Freitag, 12. Mai 2006
Das Heidentum sieht die Welt
bis zur „Planckschen Mauer“. Das Christentum hat Kunde gebracht vom Darüberhinaus. Tertium non datur.
Redaktion benachrichtigen
#19   Hrodgar   10:38:35 | Mittwoch, 15. März 2006
hoppla
Zitat:Das Christentum ist der einzige Rahmen, in dem sich die Freuden des Heidentums erhalten haben.
ergo: Im Heidentum ist diese Freude grundgelegt, derer sich das Christentum bedient.
Das wissen wir schon lange, aber hier hören wir es von einem „Fidei Defensor“.
Danke…
Aber ich darf sie alle beruhigen:
Im Heidentum selbst ist diese Freude noch sehr viel stärker und ursprünglicher erhalten.
Unsere Götter sind immer noch da und offen für die Menschen. Trotz aller Schandtaten…
Redaktion benachrichtigen
#18   Jan Maroske   16:08:07 | Donnerstag, 4. August 2005
Existenz?
Er selbst könnte es beweisen. Du ja auch nicht. Nur er tut es nicht.
Die Widersprüche die ich meine, sind zum Beispiel goldene Altare, prunkvolle Bauten, Kirchensteuern… Damit, ein guter Christ zu sein, hat eine erzwungene Zahlung an die Kirche ja wohl nichts zu tun!
Ich erkenne den Nutzen eines Gottes an, ziellosen Menschen einen Grund zu geben. Doch meine Wahrheit ist, daß es keinen Grund gibt. Nur mit dieser Tatsache umzugehen fällt nicht jedem leicht. Jesus Christus hat viele sinnvolle, moralisch durchdachte Dinge überlegt, die ich schätze und zu großen Teilen lebe.
Ich finde es traurig, daß der ritualisierte Götzendienst den totalen Glauben so extrem verfolgt. Können wir nicht einfach Ideale haben? Warum muß es Gott sein?
Redaktion benachrichtigen
#17   Benedikt   15:44:26 | Donnerstag, 4. August 2005
@ jan maroske
Ach sei doch so nett und erkläre wo die Kirche im Widerspruch zu ihren eigenen Wurzeln steht. Und auf die Behauptung „es gibt kein Gott“ kann ich herzlich antworten: „Es gibt einen“. DU kannst das Gegenteil wohl kaum beweisen, vermute ich.
Redaktion benachrichtigen
#16   Jan Maroske   15:30:24 | Donnerstag, 4. August 2005
Tierische Intelligenz
Leider stehen mir jeweils nur 1500 Zeichen zur Verfügung. Daher versuche ich mit auf einzelne Aspekte zu beschränken.
Aus dem Tierreich ist uns durchaus bekannt, daß Tiere Werkzeuge benutzen. Daß der Mensch das evolutionär am meisten entwickelte Tier ist, steht außer Frage, dennoch steht es ihm deshalb nicht an, sich in arroganter Weise über sie zu stellen und zu behaupten, er sei womöglich „überlegenes“ Leben! Wie primitiv ist diese Ansicht?
Abgesehen davon sehe ich Die Ähnlichkeit von Mensch und Tier in keiner Weise als Grund, aus der Kirche auszutreten. Dafür spricht vielmehr, daß die Kirche im Widerspruch zu ihren eigenen christlichen Lehren steht und zudem kein Gott existiert. Möge er mich auf der Stelle erschlagen, sollte es ihn doch geben. Huch… ich lebe noch.
Redaktion benachrichtigen
#15   Irenäus   19:35:14 | Mittwoch, 3. August 2005
Veraltet?
Inwiefern sind seine Ansichten denn veraltet?
Redaktion benachrichtigen
#14   Jan Maroske   19:29:08 | Mittwoch, 3. August 2005
Gallileo
Ein interessanter und amüsant zu lesender Text… leider sind seine Ansichten offenbar so veraltet, wie der Tod des Autors zurückliegt. Wie jeder Mensch sträubt er sich gegen Veränderung und versucht fadenscheinige Ausreden zu finden, die die Theorien (die in diesem Fall allerdings auch icht vollständig sind) derer, die sein Weltbild in Frage stellen, widerlegen.
Wie damals, als gesagt wurde, die Erde sei eine Kugel. Schade.
Redaktion benachrichtigen
#13   Dr. Otterbeck   05:09:44 | Mittwoch, 20. Juli 2005
Fidei defensor,
eben: fidei defensor; nicht Klimbim defensor!
Redaktion benachrichtigen
#12   MilesChristi   20:21:41 | Freitag, 15. Juli 2005
@ Athanasius
Ich denke, daß du dies als Anspielung auf „unseren Freund“ geschrieben hast. Ich kenne diese Sache… und sie machdt mich ziemlich wütend, es ist tragisch, daß in Deutschland JEGLICHE Kritik an die jüdische Religion ODER an den Staat Israel sofort unterbunden wird, das ist auch sehr kontraproduktiv. Ich habe mich lange für das Judentum sehr interessiert und mich sehr intensiv damit beschäftigt. Ich bin kein Antisemit und halte Nazis nicht nur für unchristlich, sondern auch für Proleten die über Deutschland die größte Katastrophe der Geschichte gebracht haben; daß deutsche Gebiete verloren gingen ist ihre Schuld, daß soviele junge Männer als Soldaten sterben mußten auch.
Redaktion benachrichtigen
#11   Athanasius   18:09:46 | Freitag, 15. Juli 2005
Du Nazi…
www.talmudunmasked.com/
Und Miles, damit du es weisst, werde ich einen Experten dazu zitieren: „jeder Nazi hatte 1945 auch einen jüdischen Freund, es war wahrscheinlich der vor 1933 Doktor!“ „Also Miles Du Nazi!“
Ich weiss es: ich bin eingeweiht im wahren Christentum und ich bin Jude!
;-)
Redaktion benachrichtigen
#9   MilesChristi   09:50:32 | Donnerstag, 14. Juli 2005
@ GerdEric und das Judentum
@GerdERic, der möchte-gerne(?)-Jude, scheint von dieser von ihm favorisierten Religion wenig Ahnung zu haben. Für ihn besteht eine Kontinuität zwischen dem Judentum aus den Zeiten unseres Herrn Jesus Christus und demjenigen aus talmudischen Zeiten. Nein, das Judentum schließt niemanden aus, wandelt aber das Gebot der Nächstenliebe in das Gebot der Liebe zu den anderen Juden (ausschließlich); GerdEric weiß es ja nicht, er hat wahrscheinlich nur die verwässerten Darstellungen der jüdischen Religion gelesen. Er weiß es auch nicht, daß der jüdische Glauben die Juden als Angehörige einer anderen „Gattung“ (neben und über den sonstigen Menschen) definiert. Aber was soll’s. Das interessiert er nicht; er darf hier seine antichristliche Propaganda weiter unbehelligt betreiben. Wenn ich im einem jüdischen Forum Christus predigen würde, wäre ich schon längst ausgeschlossen gewesen.
Ach so: GerdEric, mein bester Freund IST tatsächlich ein Jude; der zweitbeste Freund ist Sohn eines konvertierten jüdischen Vaters, meine Tochter trägt mit Absicht einen mit Absicht gewählten „typisch jüdischen“ Namen, und ich denke, ich weiß viel mehr über das Judentum, als du mit deinem Pseudowissen.
Redaktion benachrichtigen
#8   GerdEric   00:04:30 | Donnerstag, 14. Juli 2005
Lieber Sulpicius
„Das Judentum steht in weit größerem Gegensatz zum Christentum als das Heidentum.“ (J.W.von Goethe)
Auch wenn das von Göthe ist,
dem kann ich nur zustimmen.
denn es hat sich gar viel Heidnisches ins Christentum eingeschlichen.
Umgekehrt heisst der Satz doch:
Das Judentum unterscheidet sich vom Heidentum weit mehr (und das ist auch gut so!),
als sich das Christentum vom Heidentum unterscheidet…
Und das ist auch gut so. Denn das Christentum schließt im Gegensatz zum Judentum keinen Menschen aus!
Wie kommst Du darauf?
Das Judentum schliesst niemanden von GOTTes Gnade aus.
Allerdings lese ich hier im Forum diesbezüglich eindeutig,
dass alle verworfen sind, die nicht den „einen“ Weg nehmen…
das tut das Judentum nicht!
Denn das Christentum wähnen einzig sich von GOTT erlöst, und sprechen jedem anderen die Gnade GOTTes ab.
Redaktion benachrichtigen
#7   Sulpicius   23:53:48 | Mittwoch, 13. Juli 2005
@GerdEric
„Das Judentum steht in weit größerem Gegensatz zum Christentum als das Heidentum.“ (J.W.von Goethe)
Und das ist auch gut so. Denn das Christentum schließt im Gegensatz zum Judentum keinen Menschen aus!
Redaktion benachrichtigen
#6   GerdEric   23:45:57 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Die wenigen indirekten Indizien zeigen in die Gegenrichtung.
In den frühesten Erzählungen – etwa denen von Abraham und Isaak … taucht das Menschenopfer nicht als etwas Uraltes, sondern als etwas ganz Neues auf. Es ist eine befremdliche, grauenhafte Ausnahme, welche die Götter aus unerklärlichen Gründen einfordern.
GOTT forderte dies als Prüfung Abrahams, um ihm zu sagen, dass ER Menschenopfer ablehnt.
Die Bibel beschreibt , dass in anderen Kulten Menschenopfer gemacht wurden (sowas soll auch im christlichen Europa geschehen sein).
Auch beim dritten Argument – daß die Priester angeblich nur Dunkel und Verbitterung über die Welt bringen – sieht es nicht besser aus.

Die katholische Lehre und Disziplin mögen eine Mauer sein. Aber das ist eine Mauer um einen Spielplatz.
Das Christentum ist der einzige Rahmen, in dem sich die Freuden des Heidentumserhalten haben.
Tja, das bemängle ich auch am Katholizismus (siehe Mel Gibsons letzten Film).
Redaktion benachrichtigen
#5   apex   23:37:13 | Mittwoch, 13. Juli 2005
@ GerdEric
Wer aufhört, sich Bücher über Tiere und Affen anzuschauen, und statt dessen echte Tiere und wirkliche Affen betrachtet, wird feststellen, daß das Verblüffende nicht darin besteht, wie sehr der Affe dem Tier ähnlich ist, sondern darin, wie sehr er sich von ihm unterscheidet.
Erklärt werden muß, warum der Affe so total anders ist. Daß Affe und Tiere sich ähnlich sind, ist eine Binsenwahrheit. Daß aber derart ähnliche Lebewesen einander so ganz und gar unähnlich sind, schockiert und gibt Rätsel auf.
Du bist ein wahrer Experte! Wow!
… man möchte sagen, du gehörst zu Familie.
Redaktion benachrichtigen
#4   GerdEric   23:22:55 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Der einzige Einwand gegen sie lautet: daß sie allesamt unwahr sind.
Wer aufhört, sich Bücher über Tiere und Affen anzuschauen, und statt dessen echte Tiere und wirkliche Affen betrachtet, wird feststellen, daß das Verblüffende nicht darin besteht, wie sehr der Affe dem Tier ähnlich ist, sondern darin, wie sehr er sich von ihm unterscheidet.
Erklärt werden muß, warum der Affe so total anders ist. Daß Affe und Tiere sich ähnlich sind, ist eine Binsenwahrheit. Daß aber derart ähnliche Lebewesen einander so ganz und gar unähnlich sind, schockiert und gibt Rätsel auf.
Elefanten errichten keine Elfenbeintempel im Rokoko-Stil.
Nein, auf die Idee, dafür Menschen zu erschiessen und ihm die Zähne rauss zu reissen…
Kamele malen nicht – nicht einmal schlechte Bilder, obwohl sie an sich das Material für viele Kamelhaarpinsel tragen.
Warum sollten Kamele malen, das Affenhaar eignet sich nicht dafür (ausserdem sind genügend Affen Kamele)…
Wer hat je einen Ameisenhügel gesehen, der mit den Standbildern berühmter Ameisen geschmückt war?
Nun, dann halten wenigstens die Ameisen sich an GOTTes Verbot, sich Standbilder (Götzen) zu machen…
Die Kluft zwischen dem Affen und den anderen Geschöpfen mag auf natürliche Weise erklärbar sein. Aber sie ist und bleibt eine Kluft. Wir sprechen von wilden Tieren. Aber das einzige wilde Tier ist der Affe.
Redaktion benachrichtigen
#3   Yersinia   23:01:53 | Mittwoch, 13. Juli 2005
@Irenäus: „Naturbeobachtung“ gab es schon bei den Ionischen Naturphilosophen
und auch der arabische Kulturraum hat in der Beobachtung und Erforschung der Natur sowie deren mathematischer Beschreibung einen hervorragenden Platz; selbstverständlich entwickelte sich viel wissenschaftliches Denken auch im europäischen Mittelalter, wobei festzuhalten ist, dass Naturbeobachtung und Glaube nicht voneinander geschieden waren; Naturwissenschaftler wie Galilei waren zugleich studierte Theologen und zogen aus ihren Beobachtungen selbstverständlich auch theologische Schlüße – während das moderne naturwissenschaftliche Denken von Rene Descartes und seiner „Frage nach der Wahrheit“ begründet wurde. Bei dem Thema Theologie und Naturwissenschaft können sich Kirche und Theologie keine Inkompetenzen und Schnitzer leisten!
Redaktion benachrichtigen
#2   Irenäus   21:28:10 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Ergänzung
Ich möchte dem Text noch hinzufügen, daß es kein Zufall ist, daß sich die Naturwissenschaften im christlichen Abendland entstanden sind. Unsere ältesten Universitäten wurden im „finsteren“ Mittelalter gegründet, nicht in der Antike und nicht zur Zeit der „Aufklärung“. Es ist historisch bewiesen, daß das theistische Weltbild damals Vorraussetzung für die Entstehung der Wissenschaft war. Hingegen bergen materialistische Ideologien die Gefahr, die Wissenschaft zu verdrehen und in eine Pseudowissenschaft zu verdrehen; Beispiele sind:
1)Marxismus
2)Freud
3)Darwinismus
Redaktion benachrichtigen
#1   Marcel   20:20:01 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Das England der Chestertons und Tolkiens
Danke an die Redaktion für diese herrliche Kostprobe aus Chestertons umfassendem Repertoire.
Da bekommt man einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie segensreich es sein wird, wenn England eines Tages wieder voll katholisch ist. (Wozu es auch unser aller Gebet benötigt.)
Wer mehr von Chesterton lesen möchte, dem sei sein beeindruckends Büchlein „Ketzer“ empfohlen uam.
Natürlich auch seine gut geschriebenen Kriminalromane um den katholischen Priester Father Brown, der in praktisch jedem Dialog eine kräftige Lanze für das universale Königstum Christi bricht. (Die Rühmann-Filme sind nett, aber mehr nicht, da sie sich nicht einmal ansatzweise bemühen, die grundkatholische Wesensart des Detektiv-Paters auf die Leinwand zu bringen.)
Redaktion benachrichtigen
Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
Aus der kirchlichen Hülle und FülleDie Leibärzte der Päpste Aus der kirchlichen Hülle und Fülle„Wasser marsch!“ – Die Feuerwehr des Papstes Aus der kirchlichen Hülle und FülleNur Mut, mein Freund! Aus der kirchlichen Hülle und FülleVon der endlosen Langweiligkeit der Häresie Aus der kirchlichen Hülle und FülleHeute schon gelacht? Aus der kirchlichen Hülle und Fülle„Die wundersame Heilung“ des schwächlichen Franziskaner Aus der kirchlichen Hülle und FülleDer Papst hat Humor Aus der kirchlichen Hülle und FülleKüchengeschichte Aus der kirchlichen Hülle und FülleDer Tod des heiligen Stephanus Aus der kirchlichen Hülle und FülleTraum und Wirklichkeit: Der König von Patagonien Aus der kirchlichen Hülle und FülleChesterton im Widerstreit mit sich selber Aus der kirchlichen Hülle und FülleDie wertvollste Visitenkarte der Welt Aus der kirchlichen Hülle und FülleSteinreich in den Tod Aus der kirchlichen Hülle und FülleLeo XIII. in einer äußerst pikanten Situation Aus der kirchlichen Hülle und FülleEine Begebenheit Kardinal Ottavianis auf dem Vatikanum
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net