Deutschland
Konflikt um den Vorsitzenden des Diözesanrates
Der Generalvikar von Regensburg kritisierte heute den Vorsitzenden seines Diözesanrates. Dessen Stellungnahmen würden der Kirchenverfassung widersprechen. Außerdem vertrete der Vorsitzende ein Kirchenverständnis, das nicht das katholische sei.
(kreuz.net, Regensburg) Der Generalvikar von Regensburg, Mons. Wilhelm Gegenfurtner, hat den Vorsitzenden des Diözesanrates, Fritz Wallner, heute in einer Pressemeldung in die Schranken gewiesen.

Der ‘Diözesanrat’ ist ein Zusammenschluß von Vertretern der Dekanatsräte und der katholischen Verbände. Ihm gehören außerdem weitere Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Institutionen des Laienapostolats an. Der Rat ist vom Bischof anerkannt.

Grund für den Konflikt ist, daß der Vorsitzende Wallner entgegen den Anordnungen des Ordinariats eine Zusammenkunft des Rates anberaumt und abgehalten hat.

„Während unser Diözesanbischof mit den Angehörigen der Opfer des tragischen Unfalls in Mallersdorf einen Trauergottesdienst feiert, hat Herr Wallner nichts anderes zu tun, als einen innerkirchlichen Konflikt vom Zaun zu brechen“ – kommentiert der Generalvikar die Handlung des Vorsitzenden.

Bei Mallersdorf kamen letzte Woche sieben Schüler der dortigen Schule der Franziskanerinnen ums Leben. Mallersdorf liegt 30 km südlich von Regensburg.

„Es ist bestürzend, daß ein Mitglied der Kirche so wenig Ahnung von seinen Aufgaben hat.“

Das Vorgehen von Wallner in der jüngsten Vergangenheit zeige, daß er kein Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit habe:

„Anstatt sich ausschließlich um die inhaltliche Arbeit zu kümmern, versucht Wallner ständig interne Konflikte anzuzetteln und zu schüren. Allerdings stellen wir fest, daß dieses Vorgehen von immer mehr Gläubigen durchschaut wird und sich Fritz Wallner mehr und mehr isoliert“, so der Generalvikar.

„Die Kirche von Regensburg kann auf seine irreführenden Belehrungen, die weder im Einklang mit dem Kirchenrecht noch der Wahrhaftigkeit stehen, bestens verzichten. Hier überschreitet der Diözesanratsvorsitzende in anmaßender Weise klar seine Zuständigkeiten und Kompetenzen. Bezeichnend ist auch die einseitige Information der Medien durch Herrn Wallner.“

Wallner ist dem Bischof von Regensburg schon in der Vergangenheit in den Rücken gefallen. Im April 2003 äußerte er als Vizevorsitzender des Diözesanrates seine „Enttäuschung“ über den Bischof.

Dieser hatte im März 2003 den Wirtschaftsprofessor Johannes Grabmeier wegen kirchenfeindlicher Äußerungen aus seinen diözesanen Ämtern entlassen. Später revidierte der Bischof seine Entscheidung.

Als Wallner Ende Dezember 2003 zum Vorsitzenden des Diözesanrates gewählt wurde, stellte sich der Bischof gegen seine Kandidatur.
      
14 Lesermeinungen
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#14   Gotthard   15:55:17 | Donnerstag, 14. Juli 2005
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#13   Benedikt   12:53:00 | Donnerstag, 14. Juli 2005
@ virOblationis: Das ist natürlich schade,…
…wenn du so etwas erleben musstest. Ich könnte mir hier so etwas nicht vorstellen.
Bezüglich des Seelsorgeteams: Wir sind ein so genannter Pastoraler Raum und haben zZ das Glück vier Priester zu haben (einen Pfarrer, einen Kaplan, einen Ruhestandspriester und einen ehem. Missionspriester, der hier wieder „lernt“ wie man eine Pfarrei führt und einen Ständigen Diakon. Natürlich gibt es auch einen Gemeindereferenten, allerdings nicht mehr lange: Demnächst ist seine Diakonatsweihe :-). Bis dahin sind die Aufgaben immer strikt getrennt: Ich habe ihn noch nie in der Nähe des Altars stehen sehen. Den Bürokram unserer Pfarrvikarie und die Kontrolle des Programms in der Katechese kann er aber als diplomierter Theologe doch wohl übernehmen, oder?
Wie schlimm die Zustände bisweilen sind, mussten wir allerdings auch feststellen: Der Regens rief unseren Pfarrer an und fragte, ob der Weihekandidat denn auch immer seine Sonntagspflicht erfülle. Unser Pfarrer kapierte erst die Frage gar nicht, musste sich dann aber erzählen lassen, dass wohl eine Menge Diakone nur in die Kirche gehen, wenn sie Dienst haben :-(.
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#12   virOblationis   07:50:57 | Donnerstag, 14. Juli 2005
ad Benedikt
Werter Benedikt!
Auf die gesamte Tagesordnung einzugehen, erscheint mir aus Platzgründen nicht ratsam; aber es ist vielleicht auch gar nicht nötig. Ich will nur ein Stichwort aufgreifen: „Seelsorgeteam“. So etwas kann es bei uns nicht geben: Wir haben nur einen einzigen Seelsorger, nämlich den, der die Beichte abnimmt. – Ich hoffe, der Unterschied zweier Konzeptionen wird auch ohne wortreiche Ausführungen deutlich.
Bevor ich mich zur Priesterbruderschaft absetzte, lernte ich stets Gemeinden mit sehr niedrigem geistlichem Niveau kennen. Ich will ja gern zugestehen, das die Ihrige viel frommer ist. Um Ihnen aber anzudeuten, was ich durchweg erlebt habe: Stellen Sie sich einen PGR-Vorsitzenden vor, der während des Hochamtes schnell ‘mal vor die Tür geht, um noch eine zu rauchen.
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#11   Benedikt   16:42:44 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Wie gesagt…
Es geht eigentlich nie um Dinge, die einen jungen Priester beeinflussen könnten.
Z.B. unsere letzte PGR Sitzung:
1. Bettenfrage Weltjugendtag (der FSSPX – Priester hätte seinen Spaß – 12.000 Katholiken in der Pfarrei, da hätte er aber alles andere -wichtigere- vernachlässigt)
2. Erstkommunion-Katechetenfrage (Ablehnung des bisherigen Elternmodells. Ausarbeitung eines neuen Konzeptes wurde an Pfarrer verwiesen)
3. Vorstellungsmappe Pfarrei (Seelsorgeteam, Organe, Adressen usw)
4. Gestaltung Martinzug
5. Öffentlichkeitsarbeit
6. Geistliche Schulung der PGR-Mitglieder

Ich weiß nicht, was daran so verwerflich sein soll. Die gefassten Beschlüsse haben mit dem Aufgabenbereich des Pfarrers gar nichts zu tun, sondern betreffen irgendwelche Kleinigkeiten, die aber nichts desto trotz übernommen werden müssen.
Wenn bei uns auf Priester eingewirkt wurde, dann immer nur von Privatpersonen (außerordentlichen Kommunionspendern und irgendwelchen Protestlern wegen angeblich zulanger Messen).
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#10   Laurentius2   15:46:03 | Mittwoch, 13. Juli 2005
@vir Oblationis
Sie haben das Problem der Sowjets (Räte) auf den Punkt gebracht. Ein römischer Katholik (hier ein junger Priester), der in der Minderheit ist- das ist in Deutschland die Regel – wird sich meist anpassen oder Kompromisse eingehen, die „der Sache“ letztlich den Schwung nehmen.
Hätten sich die Heiligen alle vorher in Gremien Mehrheiten angepaßt, wären sie wohl niemals heilig geworden…
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#9   virOblationis   14:22:13 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Auch ich gehörte einmal einem PGR an
Auch ich war einmal Mitglied eines PGR. Was dort verhandelt wurde, hätte man ebenso mit weit geringerem Aufwand, d.h. vor allem ohne Debatten, erledigen können. – Mein Gegenbeispiel: Unser Pater von der Priesterbruderschaft St. Pius X. geht einfach auf einzelne Gemeindeglieder zu und bittet sie, bestimmte Aufgaben zu übernehmen; in der Regel folgen sie dem. „Fertig ist die Laube.“
Ich hatte mich hauptsächlich deshalb in den PGR wählen lassen, um meinen Teil dazu beizutragen, die Autorität des jungen Pfarrers gegenüber anmaßend auftretenden Laien zu stärken. Leider versuchte er nur allzu sehr, mit jedem gut auszukommen (kritiklos, auch bei verheerenden Aussagen zum katholischen Glauben). Viel vermochte ich also nicht auszurichten, aber die Rahmenbedingungen waren wohl auch sehr ungünstig.
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#8   Benedikt   14:15:13 | Mittwoch, 13. Juli 2005
@ bonifatius: Sehr richtig…
Auch vor der Errichtung des PGR-Systems muss es diese hilfsbereiten Gemeindemitarbeiter gegeben haben. Nun werden diese Mitarbeiter eben gewählt, das verhindert die Bildung irgendwelcher alteingesessener Kamarillas, die schon damals lediglich den Pfarrer belagert haben und hübsch entschieden haben, wessen Anliegen beim geweihten Amtsträger vorgetragen wurde und welches eben nicht.
Leider ist es in der Tat häufiger vorgekommen, dass von Pfarrgemeinderäten (aber eher Diözesanräten) seltsames und fragwürdiges wie das Kirchenvolksbegehren initiiert wurde. Ich wehre mich aber gegen eine pauschale Aburteilung dieser wichtigen Einrichtung. Ich bin selber PGR-Vorstandsmitglied und habe noch niemals festgestellt, dass in unserem PGR jemand in priesterliche Befugnisse usw. eingreifen wollte. Desweiteren verfasst unser PGR keine programmatischen Aufforderungen an die Gemeinde. Selbst wenn als dort Liberale zu finden sind, so haben sie also keine Mittel, um auf andere Gemeindemitglieder einzuwirken. Wir erledigen unsere Arbeit, entlasten den Priester und lassen dem Priester, was des Priesters ist.
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#7   bonifatius   00:04:53 | Mittwoch, 13. Juli 2005
Benedikt: PGR’s eine wertvolle Stütze?
Vor dem V II gab es meiner Vermutung nach keine PGR’s. Aber es gab noch mithelfende Gläubige für opferbereite Priester.
Sind deshalb unsere guten Hirten ausgestorben ( haben sie sich totgearbeitet ), weil sie sich zu viel um Leonhardiritte, Pfarrfeste, Begrüßung neu Hinzugezogener etc. gekümmert haben?
Woher kam die Initiative zum Kirchenvolksbegehren, das in jeder Hinsicht kontraproduktiv war?
Gesellschaftliche Betriebsamkeit ist ja noch kein Glaubensakt.
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#6   Benedikt   21:52:28 | Dienstag, 12. Juli 2005
@bonifatius
PGR’s = Überflüssig wie ein Kropf?
Na, die Priester werden sich bedanken, wenn sie die ganze Verwaltung selbst machen müssten und sich an St. Martin auch noch um ein Pferd für den Zug kümmern müssten oder am Pfarrfest für die Verpflegung, oder einen Krankenbesuchsdienst organisieren müssten, oder die Begrüssung Neuzugezogener übernehmen usw. usf… Leider herrscht landauf landaub das Vorurteil, dass PGR’s vornehmlich damit beschäftigt sind, dem Priester in seinen Aufgabenbereich hereinzupfuschen. Meist ist aber das Gegenteil der Fall, es sei denn, man kommt aus Röschenz. Die PGR-Arbeit, die ich kenne, beschäftigt sich vornehmlich mit Kleinigkeiten in Verwaltung, Organisation und Gemeindeleben. Ohne dies Entlastung hätte sich unser Pfarrer längst totgearbeitet.
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#5   Ampere   14:11:54 | Dienstag, 12. Juli 2005
Diözesanrat
Wen wundert es? Die unklare Haltung vieler Bischöfe oder sogar unverhohlene Sympathie für die „Kirche von unten“ macht alles möglich, auch die Äußerungen eines Diözesanratsvorsitzenden in Regensburg. Wie wär’s: Fragen wir doch den Herrn Wallner mal nach Grundwahrheiten der katholischen Lehre. Doch wenn er noch nicht einmal die Aufgaben des Diözesanratsvorsitzenden kennt, wie soll er dann auf Fragen der kirchlichen Lehre antworten Können? Wird es nicht Zeit, Leute auf solchen Posten nach anderen Kriterien auszusuchen, als nach irgendwelchen äußeren wie gesellschaftliche Postiion u.a.m. Gleiches gilt ebenso für die Mitglieder des ZdK!
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#4   Umkehrbefreit   23:17:41 | Montag, 11. Juli 2005
Darum betet Brüder und Schwestern…
…Betet, Betet, Betet!
In einigen Diözesen haben sich fromme Katholiken zu Gebetkreisen zusammengefunden.
Jeden Donnerstag eine „Eucharistische Andacht“ für fromme und heilige Priester oder jeden Priesterdonnerstag für einen heiligen Klerus zu beten.
Ich kenne eine Diözese die dadurch einen sehr frommen Bischof bekommen hat. Leider weht auch ihm der liberale Zeitgeist auf den Fluren des Ordinariats entgegen. Ein Auswechseln wichtiger Personen kann aber nur ein Anfang sein. Wir benötigen mehr Bischöfe wie Bischof Müller es in Regensburg vormacht.
Leider wird der bequeme Lehmann wieder Vorsitzender der Bischofskonferenz und die Kirche in Deutschland schwimmt weiter in der eigenen Soße!!!
Am Sonntag im ZDF Fernsehgottesdienst hat sogar der Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, den Psychater
C.G. Jung zitiert. Wenn die Psychologie schon soweit in den Klerus gedrungen ist, dann kann es nicht mehr lange dauern!
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#3   bonifatius   21:59:08 | Montag, 11. Juli 2005
Überflüssig wie ein Kropf
Leider haben die sog. Pfarrgemeinde- und Dekanatsräte mehrheitlich die Medien hinter sich , vor allem auch deshalb, weil sie meist sehr liberal, dafür aber wenig katholisch eingestellt sind.
Vor einigen Jahren waren jene Kreise, die dem Kirchenvolksbegehren sehr nahe standen, ziemlich stark.
Hoffentlich gelingt es dem jetzigen Diözesanbischof jene Ungeister aus dem Einflußbereich der Seelsorge zu entfernen.
Was haben Pfarrgemeinde – und vor allem Dekanatsräte zur Glaubenssicherung u Verbreitung je beigetragen? Als „kirchlich organisierte Personalvertretung“ – oft sind sie in einer kirchlichen Einrichtung Arbeitnehmer – mögen sie funktionieren. Ansonsten sind sie überflüssig wie ein Kropf!
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#2   Didimus   20:04:58 | Montag, 11. Juli 2005
Wohl dem Bischof, der eine gute Verwaltung hat
Richtig Konrad, das ist wirklich ein Glücksfall. Viele Bischöfe haben sich leider mit einem liberalen Ordniariat herumzuschlagen. Wer schon mal beruflich „bürokratischen Widerstand“ erlebt hat, weiß, daß dies eine regelrechte Hölle sein kann. Und das gibt es in der deutschen Kirche leider oft. Deswegen sieht es in vielen Bistümern so schlimm aus, selbst wenn der Bischof mutig und papsttreu ist. Ein guter Mann an der Spitze kann wenig ausrichten, wenn die Untergebenen sich querlegen.
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#1   Konrad   19:50:23 | Montag, 11. Juli 2005
Glücksfall Regensburg
In Regensburg beginnt die fällige Gegenreformation durch den Glücksfall des Zusammentreffens eines katholischen Generalvikariates mit einem mutig-konsequenten Bischof. Leider war das in Fulda nach dem plötzlichen Tod von Erzbischof Dyba gescheitert. Man holte den liberalen Rotarier Algermissen und komplimentierte Weihbischof Schick als Erzbischof ins liberale Bamberg, wo er gegenüber dem Ordinariat machtlos ist und als einzige „Waffe“ über sein frohes Lachen verfügt. Aber früher oder später werden überall die Fronten sich klären und es wird zur Entscheidung kommen. Tausend Dank an Bischof Müller, der sich seit Amtsbeginn mit den aufbegehrenden Laien und Klerikern herumschlägt, ihnen die Grenzen aufzeigt und dabei vom treuen Kirchenvolk ebenso unterstützt wird wie von seinem Generalvikar!
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