Der Erzbischof von Paris soll einen Koadjutorbischof erhalten
Kardinal Lustiger ist seit 23 Jahren im Amt und kämpft mit gesundheitlichen Problemen.
(kreuz.net, Paris) Dem Erzbischof von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger (78), soll in einigen Wochen
ein Koadjutorbischof zur Seite gestellt werden. Laut der französischen Tageszeitung „Le Monde“ möchte
Johannes Paul II. einen Koadjutor für Paris nominieren, um einen reibungslosen Amtswechsel in der Erzdiözese
der 10 Millionen Stadt zu gewährleisten. Offizielle kirchliche Stellen haben diese Nachricht bisher weder
bestätigt noch dementiert.Kardinal Lustiger ist seit 31. Januar 1981 Erzbischof von Paris. Vor zwei Jahren wurde er wegen Polypen an den Stimmbändern operiert, seitdem hat er mit häufigen Stimmausfällen zu kämpfen. Während der Konzelebration anläßlich des diesjährigen Papstbesuches in Lourdes konnte er sich kaum verständlich machen.
Die französische Presse spekuliert bereits über mögliche Kandidaten für das Amt. Der Erzbischof von Tours, André Vingt-Trois (61), und der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jacques Perrier (67), werden als Favoriten genannt.
Erzbischof Vingt-Trois steht dem Kardinal besonders nahe. Vingt-Trois war Lustigers Kaplan, als dieser Pfarrer der Pfarrei Hl. Jeanne de Chantal in Paris (16. Bezirk) war. Später wurde er der erste Sekretär des neuernannten Erzbischofs von Paris und anschließend sein Weihbischof.
Der Koadjutor ist ein Weihbischof mit besonderen Befugnissen und Rechten. Der Diözesanbischof muß ihn z.B. zum Generalvikar der Diözese ernennen. Außerdem hat der Koadjutor ein Recht auf Nachfolge, wenn der Diözesanbischof aus seinem Amt ausscheidet.
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