09:42:30 | Freitag, 15. Juli 2005
Selige Mamma BoscoItalien. Der Generalobere der Salesianer Don Boscos, Pater Pascual Chávez, hat den
Papst Benedikt XVI. am letzten Montag in seinem Ferienhaus in den italienischen Alpen besucht. Das Haus
gehört den Salesianern. Der Generalobere besprach mit dem Papst die Seligsprechung von Margherita Occhiena
(† 1856). Margherita Occhiena ist die Mutter des heiligen Giovanni Bosco, des großen Jugendapostels von
Turin. Pater Chávez überreichte Benedikt XVI. verschiedene Dokumente und einen gemeinsamen Brief aller
Salesianer-Bischöfe. Die Bischöfe bitten darin um die offizielle Feststellung des heroischen Tugendgrads
von „Mutter Margherita“. Im Gespräch mit dem Generaloberen der Salesianer erklärte der Heilige Vater,
daß die Heiligkeit von Margherita Occhiena offensichtlich sei. Man müsse nicht mit einem langen Verfahren
rechnen. Benedikt XVI. soll von einem Zeitraum von zwei Jahren gesprochen haben.
Katholischer Verrat
Mexiko. „Es verletzt die Kirche zutiefst, daß sich Regierende katholisch nennen, aber gegen ihren Glauben
handeln“ – erklärte ein Sprecher der Bischöfe Mexikos gegenüber der Tageszeitung „Reforma“ am Mittwoch.
Der mexikanische Staatspräsident Vicente Fox, der sich gerne als Katholik bezeichnet, verfügte diese
Woche, daß die ‘Tötungspille danach’ in allen öffentlichen Gesundheitsstellen Mexikos erhältlich sein
muß. „Die Regierung ist taub für den Einspruch der Kirche.“ Staatspräsident Fox sei ein „Verräter“,
erklärte der Sprecher weiter.
PantheistischDeutschland. Der Erzbischof von Freiburg, Mons. Robert
Zollitsch, hat sich am Donnerstag gegen die Einrichtung von sogenannten „Friedwäldern“ ausgesprochen.
In einem Friedwald wird die Asche Verstorbener an die Baumwurzeln gestreut. Man behauptet, der Verstorbene
würde im betreffenden Baum weiterleben. In Deutschland gibt es bereits neun Friedwälder. Erzbischof
Zollitsch lehnte Urnenbeisetzungen im Wald klar und unmißverständlich ab: „Art und Ort dieser Bestattung
lassen auf eine privatreligiöse oder pantheistische Einstellung schließen, die der christlichen Glaubenslehre
widerspricht.“ Allerdings gelte es, zwischen der Friedwaldidee und den Beweggründen der Menschen für
eine Baumbestattung zu unterscheiden. Hintergrund der bischöflichen Klarstellung ist die jüngst bekannt
gewordene Absicht der Gemeinde Oberried bei Freiburg, einen Friedwald einzurichten.
Wider den religiös
motivierten HaßGroßbritannien. Das britische Parlament hat ein Gesetz gegen die Verbreitung von religiösem
Haß verabschiedet. Am Montag stimmte das Unterhaus für einen Vorschlag der Regierung, die Diskreditierung
anderer Religionen in der Öffentlichkeit mit bis zu sieben Jahren Gefängnis zu bestrafen. Der Entwurf
liegt nun beim Oberhaus. Es gibt dagegen auch Kritik. Ein christliches Mitteilungsblatt befürchtet, daß
der Gesetzesentwurf selbst sachliche Kritik – etwa an Satanisten – unter Strafe stellt. Sogar der Hinweis
auf Unterschiede zwischen den Religionen könnte plötzlich illegal werden.
Kardinalswürde für die
Katz’Vatikan. Darf man der zum Softwarenkonzern Microsoft gehörenden Nachrichtenseite ‘MSNBC’ Glauben
schenken, ist Papst Benedikt XVI. nicht der erste
päpstliche Tierliebhaber. Papst Leo XII. († 1829) etwa
soll der stolze Besitzer eines Hundes und einer Katze gewesen sein. Papst Pius XII. († 1958) habe im päpstlichen
Palast Kanarienvögel und einen Goldfisch namens Gretchen beheimatet. Von Papst Paul VI. († 1978) sagt
man gar, er habe seine Katze mit einer artgerechten Miniatur von Kardinalsgewändern bekleidet. Der gegenwärtige
Heilige Vater ist für seine Liebe zu Katzen bekannt. Obwohl er selber nur Porzelanmodelle besitzt, hat
dies römische Ladenbesitzer auf den Plan gerufen. Für rund 12 Euro kann man in der Nähe des Vatikan
seit neuestem Kardinalshüte für Schnurli und Mitzi erstehen.
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