Nachdem ich vom wahrscheinlichen Wechsel von Bischof Walter Mixa nach Augsburg erfuhr, habe ich mir am Donnerstag in Wien die Mittwochsausgabe der „Augsburger Allgemeinen“ besorgt, da Augsburg meine Heimatdiözese ist. Von Johann Ulrich, Wien.
(kreuz.net) Auf der dritten Seite der Ausgabe wurde ich fündig: „Als Bischof kehrt er nach Augsburg zurück“.
Die Unterüberschrift lautete: „Der Eichstätter Oberhirte Walter Mixa soll künftig die Diözese leiten –
Volksnah, aber kompromißlos in Sachen Disziplin und Dogmatik“.
Interessant war für mich der nachfolgende
Teil:
„Am 27. Juni 1970 hatte ihn Bischof Josef Stimpfle in Dillingen zum Priester geweiht. Bis zu seiner
Ernennung zum Bischof von Eichstätt am 23. Februar 1996 war Walter Mixa Stadtpfarrer von Schrobenhausen.
Dort im Altbayerischen erwarb er sich einen legendären Ruf als eifriger, volksnaher Seelsorger. Er weiß,
was die Leute bewegt. Bei Festen setzt er sich gerne an die Tische, kommt sofort mit den Menschen ins
Gespräch.
In seinen Predigten pflegt Mixa eine bildhafte Sprache, trifft einen volksnahen Ton, auch
bei religiös anspruchsvollen Themen.
Insbesondere die Jugend weiß Mons. Mixa fürs Geistliche zu begeistern.
Das Pfarrhaus von Schrobenhausen war geradezu ein Priesterseminar im Kleinen.
Noch dieses Jahr wurde
in Augsburg ein junger Mann zum Priester geweiht, der seine berufliche Orientierung dem Einfluß von Mons.
Mixa verdankt.
Sein Rezept war einfach:
Er ließ die jungen Leute an seinem Alltag teilhaben, lud sie
zum Essen ein, hatte ein Ohr für ihre Fragen und erzählte, was ihm als Priester wichtig ist.
Als Bischof
von Eichstätt bat er die Studenten des Priesterseminars regelmäßig an seinen Tisch. Daß er 39 Seminaristen
hat und heuer zehn neue Diakone weihen konnte, darf als große Ausnahme im katholischen Deutschland gelten.
Wie verträgt sich die Leutseligkeit aber mit der anderen Seite von Walter Mixa?
In Fragen der Kirchendisziplin
und der Dogmatik duldet der Eichstätter Bischof keinen Kompromiß.
Pfarrer Bernhard Kroll hatte es zu
spüren bekommen, nachdem er beim ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin unerlaubter Weise an
einer evangelischen Abendmahlfeier mitwirkte.
Der 41jährige Geistliche von Großhabersdorf wurde von
Mons. Mixa zuerst zu einer Besinnungszeit verdonnert, ehe er sich zurückzog, sein Priesteramt ruhen ließ
und sich beruflich neu orientierte.
Auch mit der Leitung des Eichstätter Priesterseminars hatte Mixa
kein Glück.
Derzeit ist der fünfte Regens im Amt. Es heißt, die Leiter seien bei der Auswahl der Kandidaten
zu streng vorgegangen und hätten manchen abgewiesen.
»Kein Fall ist mit dem anderen vergleichbar«,
beteuert Pressesprecher Swientek.“
Soweit dieser Ausschnitt aus dem Artikel von Alois Knoller.
Interessant
ist für mich auch der Hinweis auf der dritten Seite der „Augsburger Allgemeinen“, wo es heißt: „Erzabt
Notker Wolf galt lange Zeit als aussichtsreicher Kandidat für den Augsburger Bischofsstuhl“. Erzabt Wolf
ist der gegenwärtige Generalabt der Benediktiner in Rom.
Daß nun der „rockende“ Erzabt aus dem Rennen
ist, werden wohl manche als positiv empfinden.
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13 Lesermeinungen
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Ein Einzelkind hat keine Schwester! Mileschristi, lassen Sie bitte nicht von liberalistischen Schwätzern
einlullen, weder beim Thema Islam noch bei kirchlichen. Die orthodoxen Christen stellen keine Schwesterkirche
der einzigen Kirche Christi dar; das sagten Sie ursprünglich sehr richtig. Dies ist die überlieferte
katholische Lehre, wie sie – nicht nur – von der FSSPX auch heute noch hochgehalten wird. Prof. May widmet
den schismatischen orthodoxen Gemeinschaften (und dem beschönigenden Gerede darüber in vielen V.II-Texten)
einige Kapitel in seinem exzellenten Weg „Die Ökumenismusfalle“, das in jeder gut verwalteten FSSPX-Kapelle
ausliegt.
#12 MilesChristi 09:57:11 | Samstag, 16. Juli 2005
@ Gotthard Hm ich bin mir nicht sicher, ob die Orthodoxen „Schwesterkirchen“ bilden. Klar, sie haben die
Sakramente bewahrt und die Sukzession; aber es gibt die bekannten Punkte, in welchem sie sich von der
Überlieferung entfernt haben (Primat Petri, Scheidung, Purgatorium, etc etc)
@MilesChristi klar sind die Orthodoxen Schwesterkirchen. Sie entstammen der gleichen apostolischen Wurzel
und Überlieferung wie die römische Kirche., Politik, Größenwahn, Überheblichkeit, Unkenntnis, Fremdsein
haben zur Auflösung der Einheit spätestens 1054 geführt. Jegliche römische Überheblichkeit ist völlig
fehl am Platze… bestimmt aber katholische „Kraftausdrücke“… 1870 kann kein Argument gegen die Überwindung
von 1054 sein!
#10 MilesChristi 23:11:50 | Freitag, 15. Juli 2005
–@ Orthodoxen Danke für die Info, die ich schon erstaunlich finde. Erstens sind die Orthodoxen keine
„Schwesterkirchen“; zweitens finde ich ziemlich heftig, daß ein orthodoxer Priester das macht. Es sind
wahrscheinlich Priester aus liberalen Kreisen innerhalb der Orthodoxie (Patriarchat von Konstantinopel);
ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand aus Russland oder Griechenland das machen würde. Aber interessant
trotzdem, und skandalös.
Sagens wirs hier noch deutlicher: eine barocke Primadonna ohne wirklichen Tiefgang. Rotarier eben auch,
deshalb kein wirklicher Hirte, außer „leutselig“ in Bierzelten an Ehrentischen mit Abgeordneten.
Nur die halbe Wahrheit! Dass Bischof Mixa leutselig ist und eine gut katholische Meinung hat, stimmt.
Der obige Artikel beschreibt aber nur die halbe Wahrheit, was die anderen Dinge angeht. Dass das Eichstätter
Priesterseminar so gut gefüllt ist, liegt unter anderem auch daran, dass dort Kandidaten aufgenommen
wurden, die in anderen Seminaren abgelehnt oder entlassen wurden. Der Anteil der Kandidaten, die nicht
aus der Diözese Eichstätt stammen, ist beachtlich hoch (Deutschland und Ausland). Es stimmt auch nicht,
dass Bischof Mixa absolut kompromisslos ist. Hin und wieder misst er mit zweierlei Maß. Zwar hat er Pfarrer
Kroll wegen Interkommunion vom Dienst suspendiert, praktiziert dies aber selber. In regelmäßigen Abständen
konzelebriert er im Eichstätter Dom mit orthodoxen (!) Priestern aus dem Collegium Orientale in Eichstätt.
Er persönlich reicht ihnen sogar wissentlich die heilige Kommunion. Er toleriert tägliche Interzelebration
zwischen katholischen und orthodoxen Priestern im von ihm gegründeten Orientale. Vom westlichen (CIC)
wie vom östlichen (CCEO) Kirchenrecht ist dies ausdrücklich verboten. Bischof Mixa weiß um die Missstände
dort, hat sich bisher aber gescheut, zu handeln.
Bischöfe und die Kirchendisziplin In Fragen der Kirchendisziplin und der Dogmatik duldet der Eichstätter
Bischof keinen Kompromiß. …aber leider duldet seine Exzellenz, wie jeder deutsche Bischof, Kompromisse
und Pflichtversäumnisse in der Liturgie.