Nachdem ich heute in Wien unterwegs war, konnte ich es mir nicht verkneifen, mir auf dem Weg im Westbahnhof die „Augsburger Allgemeine“ vom Donnerstag zu besorgen. Von Johannes Ulrich, Wien.
(kreuz.net) Es war durchaus aufschlußreich. Auf der Titelseite ist zu lesen: „Domkapitel erfährt Berufung
des Bischofs“, „Eine Aufwertung des Bistums“. Im Text gehts so weiter:
Das Augsburger Domkapitel ist
am Mittwochabend von der bevorstehenden Versetzung des Eichstätter Bischofs Walter Mixa (64) informiert
worden.
Die offizielle Bekanntgabe der Ernennung wird für Freitag erwartet.
Bei der Berufung eines
regierenden Bischofs fährt üblicherweise eine Delegation des vakanten Bistums am Tage der Ernennung
zu ihm.
Als eine „deutliche Aufwertung“ des Bistums Augsburg wertete Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp
von Maria Vesperbild die Berufung von Bischof Mixa.
Seit 1836 werde erstmals wieder ein regierender Bischof
nach Augsburg geholt. Dies passiere sonst nur bedeutenden Bischofssitzen wie München. Mons. Mixa kenne
das Bistum von innen und außen, der Klerus schätze ihn.
Auf der vorletzten Seite findet sich unter
der Rubrik „Augsburg“ein weiterer Artikel, der sich dem Thema „Bischof Mixa“ widmet.
Er trägt die Überschrift
„Freude über den neuen Bischof Walter Mixa“.
Unterüberschrift: „Reaktionen auf den Nachfolger von Viktor
Josef Dammertz – Oberbürgermeister Wengert wünscht ein baldiges Treffen“.
Im Unterschied zur Titelseite
wird hier kein einziger Kleriker zitiert, dafür aber manche Leute im kirchlichen Dienst.
Der letzte
Absatz des Artikels beinhaltet folgendes:
Als „sehr offenen Menschen, der andere begeistern kann“ hat
Diözesansekretär Johann Michael Geisenfelder vom ‘Kolpingwerk Diözesanverband Augsburg’ in der Vergangenheit
Bischof Mixa kennengelernt.
„Wir trafen uns vor Jahren einmal zufällig, als ich Rom besuchte“, erzählt
er: „Prompt hat er uns in den Bus eingeladen und zur Papstaudienz mitgenommen.“
Auch auf der letzten
Seite der Donnerstagsausgabe wird das Thema nochmals angeschnitten. Überschrift: „Bischofpalais für
Einzug bereit“.
Unterüberschrift: „Alles wartet und bereitet sich auf Walter Mixa vor – Steinerner Stuhl
im Dom war ein Jahr verwaist“.
Dieser Artikel endet folgendermaßen: „Wenige Häuser weiter bei den Domsingknaben
wird der Bischof schon freudig erwartet.“
„Man muß ihm ein paar Wochen Zeit geben“, sagt Präfekt Herbert
Bruggner: „Dann erst sollte man sich ein Urteil bilden.“
Was mich persönlich betrifft, kann ich sagen,
daß die Stimmungslage bei mir zur Zeit wesentlich weihnachtlicher ist als seinerzeit am 24. Dez. 1992,
als publik wurde daß der ehemalige Erzabt von St. Ottilien Bischof würde.
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1 Lesermeinung
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Kopfschüttel Es scheint modern zu werden, über die Medien Einfluss auf Bischofsernennungen nehmen zu
wollen. Oder Kaffeesatzleserei im Blick auf ungelegte Eier zu betreiben…