Ein Berliner Theologieprofessor darf ab Herbst nicht mehr unterrichten. Dem entlaufenen Priester wurde die Lehrerlaubnis bereits vor zwei Jahren entzogen. Durchgesetzt wird die Maßnahme erst jetzt.
(kreuz.net, Berlin) Der schon seit längerem suspendierte Priester Michael Bongardt (45) darf auf Drängen
des Erzbistums Berlin nicht länger am Seminar für Katholische Theologie an der Freien Universität Berlin
unterrichten.
Dies berichtete die ‘Berliner Zeitung’ gestern Freitag.
Michael Bongardt ist seit Dezember
2000 Professor für Dogmatik an der Freien Universität Berlin. Seit einigen Monaten ist er auch Dekan
des dortigen Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaft.
Bongard absolvierte sein Theologiestudium
in Bonn, München und Münster. Vor 20 Jahren wurde er für die Erzdiözese Köln zum Priester geweiht.
Im Februar 2003 legte er – wie er es nannte – sein Priesteramt nieder.
Sein Erzbischof, Joachim Kardinal
Meisner, sah sich daraufhin gezwungen, den Theologieprofessor zu suspendieren.
Im Sommer des gleichen
Jahres entzog ihm der Erzbischof von Berlin, Gerorg Kardinal Sterzinsky, die kirchliche Lehrerlaubnis.
Im vergangenen Jahr ließ sich der entlaufene Priester zivilrechtlich trauen.
Angesichts der relativ
zaghaften Bemühungen des Erzbistums Berlin beim Entzug der Lehrerlaubnis verzichtete die Freie Universität,
die Professur neu auszuschreiben. Somit unterrichtete Professor Bongardt bis einschließlich dem letzten
Sommersemester ohne kirchliche Lehrerlaubnis.
Für die Studenten erzeugte das eine ungewisse Situation.
Die Prüfungen bei Prof. Bongard sind seit dem – theoretischen – Entzug der Lehrerlaubnis kirchlich nicht
mehr anerkannt. Ab diesem Zeitpunkt ist folglich ein Abschluß am ‘Seminar für Katholische Theologie
der Freien Universität Berlin’ unvollständig. Einem Absolventen müßte entsprechend eine Anstellung
als Religionslehrer verweigert werden.
Jetzt – zwei Jahre nach dem Lehrentzug – haben sich das Erzbistum,
die Senatswissenschaftsverwaltung und die Freie Universität darauf geeinigt, daß Bongardt ab kommenden
Herbst keine Theologie mehr unterrichten wird.
Das bedeutet aber nicht, daß Professor Bongardt arbeitslos
wird. Er bleibt als Staatsangestellter weiterhin an der Universität beschäftigt und wird einen neuen
Bereich bekommen. Es ist noch nicht entschieden welchen.
Die Professur für die Theologie wird neu ausgeschrieben.
Gegen diesen Schritt protestierten am Donnerstag 800 Studenten und Kollegen der Universität mit einem
offenen Brief. Studentenvertreterin Britta Schmitz verurteilte die verspätete Absetzung als „extreme
innerkirchliche Strafmaßnahme“.
Stefan Förner, der Sprecher des Erzbistums Berlin, wies den Vorwurf
einer „Strafmaßnahme“ zurück.
Allen Beteiligten sei von vornherein klar gewesen, was die Bedingungen
für die Übernahme eines Lehrstuhls am Katholischen Seminar sind. Ein Professor dürfe weder in der Lehre
noch in der Lebensführung von den Vorstellungen der Kirche abzuweichen: „Die jetzige Entscheidung ist
nur die Konsequenz aus dem Verstoß.“
Ein Professor für katholische Theologie müsse nicht unbedingt
Priester sein. Auch ein entsprechend ausgebildeter verheirateter Laie könne das Fach unterrichten: „Der
hat dann jemand anderem, nämlich seiner Frau, ein Versprechen gegeben.“
Bongardt aber habe sein Versprechen,
das des Zölibats, gegenüber der Kirche gebrochen.
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2 Lesermeinungen
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Politisches „Schwergewicht“ mit Hirtenschwäche Als Gegner des Irak – Krieges tönte ein Bischof aus Berlin
lauthals: „Kauft keine amerikanischen Waren mehr!“ ( Welch ein Schwachsinn ! ) Als „Finanzfachmann“ ruinierte
er finanziell sein Bistum. Als Hirte für irrende Schafe zeigt obiger Bericht seine völlige Inkompetenz.
Deutschlands Bischöfe – quo vadunt ????
Zaudern – zögern – Schwächeanfall Wen wundert’s, wenn dann die Theologen keine richtige – katholische –
Dogmatik mehr kennen und dann so zum Priester geweiht werden. Die Ungaren haben hierzu ein gutes Sprichwort.
zu Deutsch: Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.