Gentechnik
Himmelfahrtskommando ins Reich der Affenmenschen
Im Namen des Fortschritts haben offensichtliche Experten sechs Bedingungen erarbeitet, unter denen ein Affenhirn teilweise oder vollständig durch menschliche Hirn-Stammzellen ersetzt werden kann. Wissenschaftler oder Tierquäler?
(kreuz.net, Baltimore) Eine internationale Gruppe von 22 Biotechnologen, Medizinern, Primatologen, Philosophen und Rechtsanwälten hat ein Jahr lang über die biotechnologische Produktion von Affen mit Menschenhirnen verhandelt.

Die Gruppe wurde von Dr. Ruth Faden von der John Hopkins Universität in Baltimore geleitet. Baltimore ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Maryland. Die Stadt befindet sich an der Ostküste der Vereinigten Staaten.

Die Ergebnisse wurden in der Freitagsausgabe des US-Magazins ‘Science’ veröffentlicht.

Die Autoren betrachten ihr Papier als Ergänzung zu den kürzlich von der Wissenschaftsakademie der USA vorgestellten Leitlinien zur embryonalen Stammzellenforschung.

Die jüngste Publikation geschieht nicht grundlos.

Biotechnologen hoffen immer noch auf den Einsatz von Hirn-Stammzellen zur Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder anderen komplexen Hirnerkrankungen.

Es wird aber oft übersehen, daß auf diesem Gebiet bislang keine nennenswerten Erfolge erzielt worden sind.

Sollten Erfolge dennoch möglich sein, müßten sie in den USA zuerst an Tieren nachgewiesen werden. Das verlangt die dortige Arzneimittelbehörde.

Normalerweise werden solche Nachweise an kleinen Nagern – Ratten oder Mäusen – durchgeführt.

Eine Gruppe von US-Biotechnologen versucht zum Beispiel, eine Maus mit einem Gehirn zu züchten, das vollständig aus menschlichen Hirn-Stammzellen besteht.

Versuche mit Nagetieren genügen allerdings nicht, um Therapien zu erproben, welche höhere Hirnleistungen betreffen.

Dazu braucht es größere Tiere, vorzugsweise Affen.

Schon im September 2001 wurden in den USA erstmals menschliche Hirn-Stammzellen in das Gehirn von Affen implantiert.

Jetzt stellen sich die Biotechnologen im genannten Artikel von ‘Science’ die Frage, ob man bei einem Affen das ganze Gehirn durch menschliche Hirn-Stammzellen ersetzen könnte.

Die Frage sei – natürlich – theoretisch.

Derzeit wolle das niemand, beschwichtigen die Autoren. Man denke lediglich darüber nach, welche Regionen in den Affen-Gehirnen vermenschlicht werden könnten.

Das ist eine im Wissenschaftsbetrieb üblicherweise verwendete Taktik.

Bevor ein neuer Damm gebrochen wird, zettelt man eine öffentliche Diskussion darüber an. Die produzierte Diskussion dient dazu, den gewünschten Dammbruch vorzubereiten.

Die Biotechnologen können sich vorstellen, daß eine Transplantation menschlicher Hirn-Stammzellen dazu führen könnte, „daß die daraus hervorgehende Kreatur menschenähnliche kognitive Fähigkeiten entwickelt, die für ihren moralischen Status relevant sind.“

Unter „moralischem Status“ versteht die Gruppe Fähigkeiten wie das Fühlen von Freude, Trauer, Sprache, Rationalität und Beziehungsfähigkeit.

Um die Grenze zwischen Mensch und Tier aufrechtzuerhalten, definierte man darum sechs Grenzen, die bei der Produktion von Affen-Menschen eingehalten werden sollen.

Erstens sei die Zahl der transplantierten menschlichen Hirn-Stammzellen abzuwägen. Der menschliche Anteil in einem Affenhirn sei zu dosieren.

Zweitens müsse das Alter der Tiere, denen Hirn-Stammzellen eingepflanzt werden, beachtet werden. Gehirnveränderung bei Tieren im Fetalstadium sind viel folgenreicher als bei erwachsenen Tieren.

Drittens sei die verwendete Affenart genau auszuwählen. Nach dem Urteil der Biologen kommen Schimpansen dem Menschen am nähesten.

Viertens sei die Größe der Tierhirne zu beachten.

Fünftens die Hirnregion, in welche die menschlichen Stammzellen injiziert werden, von Bedeutung.

Sechstens sei zu beachten, ob die Versuche an kranken oder gesunden Tieren durchgeführt würden.

Was die Affenmenschen über diese Tierquälereien denken, wird man – wenn es soweit ist – von ihnen selber erfahren können.
      
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#1   Josef Gadient   15:15:04 | Samstag, 24. Dezember 2005
es gibt immer mehr Studierte…
und weniger Gescheite! Die „22“ Weisen würde besser darüber nachdenken, was wohl zu tun ist, um nach dem Leben auf dieser Erde (sicher) in den Himmel zu kommen. Sind Experiment dieser Art nicht Eingriffe in die Schöpfung Gottes?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
GentechnikWer keinen Gott kennt, muß selber wursteln GentechnikWofür die Kinder in Deutschland noch gut sind Gentechnik„Ich will keine Therapie auf Kosten meiner Mitmenschen“ Gentechnik„Zwillinge, Zwillinge“? GentechnikIn Korea kann man sich verdoppeln lassen GentechnikDas Kind wird getötet und einem Tier eingespritzt GentechnikBritische Halbrumänen GentechnikIn Deutschland läuft die Forschung mit Kinderzellen an
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net