Das für seine unsachliche kirchliche Berichterstattung bekannte Deutschschweizer Fernsehen hat wieder zugeschlagen. Dieses Mal verfälschte es ein Interview mit dem Präsidenten der Schweizerischen Bischofskonferenz.
(kreuz.net, Chur) Am 11. Juli gab der Bischof von Chur, Mons. Amédée Grab OSB, der Tagesschau des Deutschschweizer
Fernsehens ein Interview.
Bischof Grab (75) ist auch der Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz
und Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen. Im Februar lehnte Papst Johannes Paul
II. seinen Rücktritt ab, der er gemäß den Vorgaben des Kirchenrechtes aus Altersgründen eingereicht
hatte.
Im Interview mit dem Deutschschweizer Fernsehen, dessen Berichterstattung über die Katholische
Kirche seit Jahren umstritten ist, ging es um die Legitimität der Beihilfe zum Selbstmord.
Der Mini-Sender,
der ein Gebiet von ungefähr 3 Millionen Einwohner bedient, blieb seinem Ruf der manipulativen Berichterstattung
treu.
Das am letzten Montag ausgestrahlte Interview mit dem Bischof wurde so zusammengeschnitten, daß
der Zuschauer den Eindruck bekam, daß sich Mons. Grab zugunsten der Beihilfe zum Selbstmord ausspreche.
Am Donnerstag protestierte die Bischöfliche Kanzlei von Chur mit einer Klarstellung gegen diese unsachliche
Präsentation durch das Deutschschweizer Fernsehen.
Aufgrund der nur teilweisen Wiedergabe eines Interviews
mit Bischof Amédée Grab in der Tagesschau vom 11. Juli 2005 habe der Eindruck entstehen können, daß
sich der Bischof im Grunde für die Erlaubtheit des assistierten Selbstmordes ausgesprochen habe, heißt
es in der amtlichen Stellungnahme des Bistums.
Im nicht gesendeten Teil des Interviews habe Bischof Grab
aber klar betont, daß der Selbstmord mit dem christlichen Glauben „absolut unvereinbar“ sei.
Im weiteren
Verlauf sei dem Bischof die Frage gestellt worden, ob er sich mit dem Vorschlag der ‘Nationalen Ethikkommission’
einverstanden erkläre, die Suizid-Beihilfe-Organisationen staatlicherseits zu kontrollieren.
Darauf
habe Bischof Amédée Grab geantwortet, daß dies das Allermindeste sei, um zu verhindern, daß aus dieser
Tätigkeit wenigstens kein Gewinn erzielt werden könne.
In der Darstellung des Deutschschweizer Fernsehens
wurde dieser Zusammenhang völlig entstellt.
Im übrigen decke sich die Haltung des Bischof mit dem ‘Zitat
der Woche’, das bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Stellungnahme der ‘Nationalen Ethikkommission’
auf der Homepage des Bistums Chur publiziert wurde:
„Der Selbstmord widerspricht der natürlichen Neigung
des Menschen, sein Leben zu bewahren und zu erhalten. Er ist eine schwere Verfehlung gegen die rechte
Eigenliebe. Selbstmord verstößt auch gegen die Nächstenliebe, denn er zerreißt zu Unrecht die Bande
der Solidarität mit der Familie, der Nation und der Menschheit, denen wir immer verpflichtet sind. Der
Selbstmord widerspricht zudem der Liebe zum lebendigen Gott“
Das Zitat stammt aus dem Katechismus der
Katholischen Kirche Nr. 2281.
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