Deutschland
Gedrückte Stimmung
Des einen Freud, des anderen Leid, gilt auch bei der Ernennung von Bischöfen. In Augsburg sind einige mit dem neuen Oberhirten nicht zufrieden. Sie könnten ihm noch gehörig Schwierigkeiten machen.
(kreuz.net, Augsburg) Nach Bekanntgabe der Ernennung des neuen Bischofs reisten die acht Augsburger Domkapitulare am Samstag ins 70 km entfernte Eichstätt, um ihrem zukünftigen Bischof am frühen Nachmittag die Aufwartung zu machen.

Das Domkapitel ist eine Gruppe von Priestern, die vom Bischof berufen werden und diesen in seiner Leitungsaufgabe unterstützen. Ursprünglich besaßen die Domkapitulare eine wichtige Funktion in der Liturgie der Bischofskirche.

Es scheint, daß die geistlichen Herren am Samstag einem Bischof begegneten, den sie eigentlich nicht wollten aber jetzt nach dem Willen des Papstes haben.

Nach Berichten der Tageszeitung ‘Augsburger Allgemeine’ soll unter den gratulierenden Domkapitularen eine eher „gedrückte Stimmung“ und „große Anspannung“ geherrscht haben.

„Fröhlichkeit“ sei keine aufgekommen: „Kein Lächeln hellte ihre Miene auf“, schreibt die ‘Augsburger Allgemeine’.

Trotzdem erklärte Mons. Josef Grünwald – Augsburger Weihbischof und bisheriger Administrator der vakanten Diözese –, daß die finstere Schar nach Eichstätt gekommen sei, „um die brüderliche Verbundenheit mit einem alten Bekannten auszudrücken“.

Das Augsburger Domkapitel gab sich schon im Vorfeld der Ernennung betont zugeknöpft. Wie es scheint, haben die Kanoniker mit aller Macht versucht, den Umzug von Bischof Mixa von Eichstätt nach Augsburg zu verhindern.

Schon im Jahre 1992 war Mons. Mixa als Nachfolger des damaligen Bischofs Josef Stimpfle im Gespräch. Üble Verleumdungen konnten das verhindern.

Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger soll die Intrigen hautnah mitbekommen haben. Als Papst wußte er jetzt Bescheid und ließ sich von üblen Nachreden nicht aus dem Konzept bringen.

Auch Mons. Mixa kennt – wie Insiderkreise berichten – seine Augsburger Pappenheimer. Diese würden nicht ohne Angst auf ihn blicken. Von schönem Wetter könne somit keine Rede sein.

Darum ist nicht ausgeschlossen, daß es in Augsburg noch einige Turbulenzen geben wird.

Das Aufbegehren der mittleren Führungsschichten gegen Diözesanbischöfe wird auch durch die Tatsache ermutigt, daß der Vatikan schon verschiedentlich bewiesen hat, daß er bereit ist, einen solchen konsequenten Widerstand zu belohnen.

Doch vorerst ist in Augsburg die Amtseinführung geplant. Sie soll am 1. Oktober stattfinden.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Bischof Mixa, daß er seiner neuen Diözese einen „inhaltlich gefüllten Dialog“ bieten und auf die üblichen bischöflichen Leerformeln verzichten wolle. Familie, Jugend und geistliche Berufe sind ihm wichtig.

Wenn er dem Volk aufs Maul schauen will, dann geht er auch mal selber zum Bäcker oder führt seine Dackeldame, die sich Iffi nennt, im Wald spazieren.
      
20 Lesermeinungen
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#20   virOblationis   22:17:09 | Dienstag, 19. Juli 2005
ad Romulum II
Die „Sekretärin“ war natürlich eine Fehlleistung von mir.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ralf Oppermann
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#19   Dr. Otterbeck   22:08:33 | Dienstag, 19. Juli 2005
Tatsachen oder Meinungen?
Im Unterschied zu manchen andern habe ich mich hier weitestgehend auf Einschätzungen beschränkt; der geringfe Platz lässt gar keine langen Faktenberichte zu. Ich bin mir sicher, keinerlei falsche Tatsachen behauptet zu haben. Sollte mir das fahrlässig unterlaufen sein, zögere ich nicht mit einer Entschuldigung. Denn Dialog setzt Lernbereitschaft voraus. Aber „Lügen“ lasse ich mir nicht von „durchschnittlich“ ehrlichen Kombattanten in den Mund legen äh. in den Text manövrieren.
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#18   virOblationis   12:49:35 | Dienstag, 19. Juli 2005
ad Romulum
Vielen Dank für die Ratschläge!
Ich hätte dennoch gern die Gegenargumente der „Sekretärin“ gehört, die aber – wie gesagt – nicht bei mir ankamen.
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#17   Romulus   12:29:08 | Dienstag, 19. Juli 2005
Briefe an deutsche Bischöfe
Briefe an deutsche Bischöfe bringen rein gar nichts. Die werden von irgendwelchen Sekretären beantwortet. Spart euch das Porto und gebt es dem Hl. Antonius für seine Armen.
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#16   virOblationis   09:26:19 | Dienstag, 19. Juli 2005
„reine Lehre“ der Bischöfe?
Als ich meinen Erzbischof brieflich auf das, was in meinen Augen Widersprüche zwischen seinem Reden bzw. Tun und der katholischen Tradition sind, aufmerksam gemacht habe, hat er mir mit dem Hinweis auf die „Lebendigkeit“ der Tradition geantwortet. Daraufhin entgegnete ich wiederum, daß sie doch nie so lebendig sein kann, daß sie sich ins Gegenteil verkehrt, da was immer, was überall und von allen geglaubt worden ist doch eigentlich katholisch ist. – Es erfolgte keine Antwort.
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#15   hcr   23:40:29 | Montag, 18. Juli 2005
@Gotthard
Und das ZdK ist absoluter Teil unserer deutschen Kirche … diese Vereine sind Möchte-Gern-Gebilde.
Deiner deutschen Kirche auf deren absoluten Teil ich verzichten kann und auch nicht für heilsnotwendig erachte, – von der Kompetenz in geistlichen Fragen ganz zu schweigen.
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#14   Gotthard   23:22:50 | Montag, 18. Juli 2005
Reine Lehre
Die reine Lehre wird nun nicht von irgendwelchen Vereinen verteidigt, sondern von den Bischöfen dargelegt.
Und das ZdK ist absoluter Teil unserer deutschen Kirche … diese Vereine sind Möchte-Gern-Gebilde.
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#13   Umkehrbefreit   22:06:09 | Montag, 18. Juli 2005
Jetzt auf einmal?
@Gotthart
Jetzt soll also ein Bischof auf einmal für die reine Lehre eintreten?
In einem anderen Thread hast du noch das ZDk verteidigt und die „Initiativkreise katholischer Laien und Priester“, die dies zusammen mit den frommen Bischöfen tun, diskreditiert.
Bist du noch glaubwürdig?
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#12   MilesChristi   20:57:56 | Montag, 18. Juli 2005
@ Otterbeck
Wie wäre es mit einer öffentlichen Entschuldigung für die öffentliche Verbreitung einer Lüge ?
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#11   Gotthard   20:18:18 | Montag, 18. Juli 2005
Hirte des Bistums
Den Bischöfen kommt die Aufgabe zu, in ihren Diözesen über die Reinheit der Lehre und des katholischen Lebens zu wachen, ob gelegen oder ungelegen.
Wenn nun der emeritierte Augsburger Bischof Viktor Dammertz einem Verlag untersagen lässt, sich „katholisch“ zu nennen, wird das seine guten Gründe gehabt haben.
Wenn Jugendverbände mit fraglicher Pädagogik und anfechtbaren religiösen Praktiken und eine eher „vage“ Ordensgemeinschaft in der Diözese nicht erlaubt werden, so wird das gute nachvollziehbare Gründe gehabt haben.
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#10   Anonymus   19:53:25 | Montag, 18. Juli 2005
@ Gotthard
Ich bin mir da nicht so sicher ob
die Augsburger Bischöfe immer gute Mitarbeiter Gottes
sind. Unvergesslich bleibt mir, wie in der Diözese Augsburg,
konservative Pfarrer ausgebootet wurden, obwohl sich der
Priestermangel deutlich abzeichnete. Gewisse Bischöfe
treiben die frömmsten Katholiken in den Untergrund und
verweigern ihnen die Bezeichnung „katholisch“.
Die Diözese Augsburg ließ dem traditionalistischen Verlag
Anton A. Schmid vom Landgericht Kempten verbieten, daß er
sich weiter „Pro Fide Catholica“ nennt.
Desgleichen hat der Augsburger Bischof Josef Dammertz den
Orden von Pater Andreas Hönisch zum Verlassen seiner
Diözese aufgefordert. Begründung: Augsburg wolle nicht als
einziges unter 40 deutschsprachigen Bistümern Gemeinschaften
beherbergen, welche die jetzige Form der Liturgie ablehnten.
Die 1994 vom Vatikan anerkannte Gemeinschaft mit dem Namen
„Servi Jesu et Mariae“ hatte ebenso wie die aus Lefebvre-
Anhängern hervorgegangene Priesterbruderschaft St. Petrus
in Wigratzbad/Oberallgäu die Sondererlaubnis, die heilige
Messe im tridentinischen Ritus zu lesen.
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#9   Dr. Otterbeck   19:16:53 | Montag, 18. Juli 2005
Wettersegen
Wir sollten insgesamt nicht so deprimiert sein wie es auf diesem Forum üblich ist, Pelagius. Wahrscheinlich steht uns allen die ersehnte „Civiltà del amore“ (Insegnamenti di Paolo VI, Bd. XIII (1975), S. 1568) doch noch ins Haus; das setzt freilich jenen Geist des Opfers voraus, der im III. Hochgebet so exzellent zum Ausdruck kommt.
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#8   turk   19:03:16 | Montag, 18. Juli 2005
All zu durchsichtig
Schon sehr durchsichtig, was Innozenz hier herumargumentiert und ständig St. Pöltens ehemaligen Seminar mit „aktiven homophilen Beziehungen“ (Original Apost. Visitator) mit Eichstätt in Verbindung bringen möchte. Bischof Krenn selbst hat sein Seminar geschlossen. Dies wird Bischof Mixa sicher nicht mehr tun. Was Innozenz dem regierenden Hirten von Pölten vorwirft, fällt auf ihn selbst zurück.
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#7   bonifatius   18:08:14 | Montag, 18. Juli 2005
Ein besserer Hirte
Was ist denn in den 70, 80iger Jahren in der Kirche schief gelaufen, dass es neben den „berufskatholischen“ Laien auch gewisse Domkapitel sind, die einem Bischof immer wieder Schwierigkeiten bereiten.
Loyalität, Gehorsam, Mut zum Dienen sind ein seltenes Vokabular, noch seltener eine geübte Eigenschaft in unserer Gesellschaft, aber auch in unsrer Kirche.
Hoffentlich hat Bischof Mixa weiterhin Mut, seine Glaubensüberzeugung insbesondere jene spüren zu lassen, die noch für die Sache Jesu begeisterungsfähig sind.
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#6   Innozenz   17:18:52 | Montag, 18. Juli 2005
Quantität und Qualität
Gedrückte Stimmung sollte in Eichstätt herrschen, das einen hervorragenden Bischof verliert. Insbesondere was Berufungspastoral und Priesterausbildung anbelangt, war Eichstätt unter Bischof Mixa führend in Deutschland. So wie man auf unelegante Weise ein ähnlich hoffnungsvolles Projekt in St. Pölten brutal abgewürgt hat, könnte es jetzt auf etwas elegantere Weise in Eichstätt passieren. Bischof Mixa hat bewiesen, dass Quantität nicht das Gegenteil von Qualität ist, wie manch unerleuchtete Geister (wie etwa der neue Bischof von St. Plölten) anscheinend glauben.
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#5   Pelagius   17:17:32 | Montag, 18. Juli 2005
Klammheimliche, ja sogar offene Freude…
… empfinden wir, wenn bei einer lange schon gespannten, schwülen Wetterlage endlich ein Gewitter naht. Wir wünschen uns nicht, daß es immer weiter hinausgezögert werde. Einmal muß es doch sein. Welche erleichternde Klärung nach Blitz, Donner und Regenguß!
Möge es über Augsburg, über den deutschen Diözesen insgesamt zu einem ordentlichen Gewitter kommen. Sonst wird die Lage einfach unerträglich.
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#4   Bonaventura   17:01:14 | Montag, 18. Juli 2005
Ein Segen
Ich denke das sich Augsburg über seinen neuen Bischof freuen kann und sollte.
Mgr. Mixa wird es ganz gewiss im Sinne Gottes und der Kirche leiten. Von solchen Hirten haben wir leider gerade in Deutschland viel zu wenig!
Interessant wird es sicherlich auch wenn man darüber nachdenkt das auch das Priesterseminar St. Petrus der gleichnamigen Priesterbruderschaft in der Diözese ansässig ist, ich bin persönlich gespannt ob dieses wundervolle Seminar vom neuen Bischof die Würdigung erfährt die es verdient.
Beten wir für Mgr. Mixa, Beten wir aber auch für seine Gegner das sie alle zur gesunden und wahren Lehre der Kirche zurückfinden.
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#3   Benedikt   16:47:23 | Montag, 18. Juli 2005
Klammheimliche Freude
Ich kann die klammheimliche Freude in diesem Artikel über das „schlechte Wetter“ in Augsburg nicht nachvollziehen. Was soll daraun gut sein, wenn sich der Klerus dort streitet und am Ende noch gegen den Bischof opponiert? Hoffen wir lieber, dass Bischof Mixa seinen neuen Klerus von seinem Amtsverständnis überzeugen kann. Wie man in Eichstätt sieht, kann es ja so schlecht nicht sein!
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#2   Gotthard   16:39:34 | Montag, 18. Juli 2005
Mitarbeiter Gottes
Ich denke mal, dass die bisherigen Augsburger Bischöfe gute Mitarbeiter Gottes waren … warum dann also solche übertriebenen Lobeshymnen auf den neuen Bischof?
Hoffentlich wird das Augsburger Seminar jetzt nicht ein ähnliches Sammelbecken wie das bisherige Eichstätter. Quantität ist eine Sache … Qualität aber mindestens so wichtig!
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#1   Didimus   16:27:04 | Montag, 18. Juli 2005
Kompliment für Mixa
Nach Berichten der Tageszeitung ‘Augsburger Allgemeine’ soll unter den gratulierenden Domkapitularen eine eher „gedrückte Stimmung“ und „große Anspannung“ geherrscht haben.
„Fröhlichkeit“ sei keine aufgekommen: „Kein Lächeln hellte ihre Miene auf“, schreibt die ‘Augsburger Allgemeine’.
Das ist ein größeres Kompliment für den neuen Augsburger Bischof als eine lange Lobrede.
Beten wir für den neuen Oberhirten, daß er die Diözese dem Willen Gottes entsprechend führt und ihm gute und treue Mitarbeiter zur Seite stehen.
Beten wir auch für das Bistum Eichstätt um einen guten Bischof.
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