Ein Erzbischof der römischen Kurie richtete kürzlich Grußworte an die Teilnehmer von interreligiösen Exerzitien in Assisi. Dabei erklärte er die Grundlagen der Betrachtung und ihre Bedeutung für den interreligiösen Dialog.
(kreuz.net, Assisi) Wenn Anhänger verschiedener Religionen die Taten Gottes betrachten, würden sie begreifen,
daß alles Gute in jeder Religion das Werk des Geistes Gottes ist.
Solche und andere Worte fand Erzbischof
Michael Fitzgerald, der Präsident des päpstlichen ‘Rates für den interreligiösen Dialog’, kürzlich
bei ungewöhnlichen Exerzitien in Assisi. Dies berichtete die Nachrichtenagentur der amerikanischen Bischofskonferenz
‘CNS’.
An den geistlichen Übungen, die vom 13. bis zum 17. Juli stattfanden, nahmen Katholiken, Hindus
und Moslems teil. Titel der Veranstaltung war „Die Betrachtung Gottes im Hinduismus, im benediktinischen
Mönchstum und im Sufismus“. Der Sufismus ist die mystische Tradition des Islam.
Finanziert wurden die
interreligiösen Betrachtungen von der italienischen Sektion einer internationalen Initiative innerhalb
des Benedikinerordens. Sie nennt sich ‘Monastischer interreligiöser Dialog’.
In seiner Ansprache an
die Teilnehmer der Exerzitien erklärte Erzbischof Fitzgerald, daß das Thema „Betrachtung“ wichtig sei.
Die Kontemplation helfe nicht nur, die Reichtümer verschiedener Traditionen zu entdecken. Eine Haltung
der Betrachtung sei auch die Grundlage für den interreligiösen Dialog.
Damit erforscht die Kontemplation
nach den Worten des Erzbischofs nicht nur die Taten Gottes in den Herzen einzelner Menschen, sondern auch
in den Traditionen, Bräuchen und Riten der unterschiedlichen Religionen.
Das Gute und Edle dieser Traditionen
könne den Taten des Geistes Gottes zugeschrieben werden, meinte der Erzbischof. Die Erkenntnis dieser
Worte führe zu größerem Respekt für andere.
Der Benediktinerabt Cipriano Carini sagte gegenüber
der katholischen italienischen Tageszeitung ‘Avvenire’, daß das Treffen zwei Ziele habe. Es wolle einerseits
die praktische Kontemplation und andererseits den Stil und die Gestalt des kontemplativen Lebens in den
verschiedenen Traditionen betrachten.
Der Benediktiner ist der Präsident der italienischen Sektion des
‘Monastischen interreligiösen Dialogs’. Er war bis vor zwei Jahren Abt im Benediktinerkloster San Giovanni
Evangelista in Parma. Parma befindet sich im Norden Italiens in der Region Emilia-Romagna.
Vor zwei Jahren
wurde er aus seinem Amt entfernt. Er hatte nämlich aus Indien stammenden Schwestern des Ordens der heiligen
Brigitta Zuflucht gewährt, die wegen Streitereien mit der Oberin aus ihrem Kloster in Rom geflüchtet
waren.
Obwohl das Mönchstum oft als eine Flucht aus der Welt gesehen werde, würden die christliche,
die hinduistische und sufistische Meditation eine „aktive Hingabe“ im Gebet und im Lobpreis sein, die
der Seele erlaubten, auf die Gegenwart Gottes aufmerksam zu werden und in ihr zu handeln.
Unklar bleibt
der Zusammenhang des Treffens mit den Aussagen des heiligen Paulus, wonach die Gedanken der Heiden „Nichtigkeiten“
sind und ihre Opfer den bösen Geistern und nicht Gott dargebracht werden: „Ich will aber nicht, daß
ihr Genossen der bösen Geister werdet“ – so der Völkerapostel im Ersten Korintherbrief.
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10 Lesermeinungen
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#10 Laurentius2 11:28:34 | Samstag, 18. Februar 2006
Eines der Lecks im Kirchenschiff Et nunc … wäre es schön, wenn Rom auch die pluralistischen Weltethos-Schwärmer
hierzulande zumindest vom Lehramt in den Schulen und Universitäten fernhalten würde/könnte. Dann wäre
wenigstens eines der vielen häretischen Lecks im Kirchenschiff geflickt …
9. April Jesu Todestag Man geht zwar davon aus, daß an einem 9. April Jesus gestorben ist. Jeoch war
doch die Bekehrung schon vorher. Willst du etwa damit den Faden zum Erlösungsgedanken spannen?
„Die Pflicht und die Dringlichkeit, das Heil und die Bekehrung zum Herrn Jesus Christus zu verkünden,
wird durch die Gewissheit des universalen Heilswillens Gottes nicht gelockert, sondern verstärkt“; so
das Hl. Offizium in DOMINUS JESUS (Nr. 22) v. 8. Aug. MM. Oder mit dem einen Wort der Hl. Maria Magdalena
v. 9. Apr. XXX gesagt: Rabbuni!
Welche Mission? Wo missionieren denn Benediktiner noch groß? Die machen größtenteils Entwicklungshilfe
sonst gar nichts. Leider. Ich wüßte da ein riesiges Missionsgebiet: Die neuen Bundesländer! War zehn
Jahre dort, da hat sich kein Missionsbenediktiner blicken lassen. Ich würde gern mal richitge Benediktiner
kennenlernen, solche wie die, die vor tausend Jahren unser Land urbar gemacht und den Glauben gebracht
haben.
Missionsbenediktiner Manchmal frage ich mich, ob die Missionsbenediktiner ihren Namen falsch verstanden
haben. Sie sollten eigentlich missionieren und nicht missioniert werden. Aber in Zeiten des Zen-Meisters
Willigis Jäger scheint das ganze ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Vielleicht sollte Papst
Benedikt XVI. mal einen „Benediktinerorden von der strengen Observanz“ ins Leben rufen