Kinderverhütung
Schuld ist Papst Johannes Paul II.
Journalisten wissen es schon lange: Die apokalyptische Verbreitung von Aids in Afrika ist die Schuld von Papst Johannes Paul II. Diese Wahrheit begründen sie mit einer zweiten These, die mindestens so wahr ist. Von Michael Cook.
(kreuz.net) Die zweite These, um die Schuld von Papst Johannes Paul II. an der Aids-Misere in Afrika zu belegen, ist die Überzeugung, daß Kondome für die Verhütung von AIDS in Afrika wesentlich sind.

Für die Wissenschaftler in der ‘Schule für Hygiene und Topenmedizin’ in London ist das Kondom ein lebensrettendes Mittel:

„Es ist höchst wirksam, um die Verbreitung von HIV zu verhindern, wenn es korrekt und regelmäßig verwendet wird, und es ist die beste Methode der HIV-Verhütung für jene, die sexuell aktiv sind und zu HIV-AIDS-Risikogruppen gehören.“

Man beachte, daß dieses Dogma von zwei wesentlichen Qualifikationen eingeschränkt wird: „wenn es korrekt und regelmäßig verwendet wird“.

Wie oft können wir davon ausgehen, daß dies in Schwarzafrika geschieht?

Wenn es den Fachleuten in San Francisco und Sydney nicht gelungen ist, AIDS über die Verbreitung von Kondomen auszurotten, was bringt sie dann auf den Gedanken, daß sie damit in Afrika mehr Erfolg haben werden?

Es überrascht, daß es kaum Studien gibt, die zeigen, daß die Verbreitung von Kondomen die einzige Weise ist, um AIDS in seinen Anfängen zu stoppen, obwohl diese Lehre mit dogmatischer Überzeugung verkündigt wird.

Letztes Jahr gab das ‘Bulletin der Weltgesundheitsorganisation’ in einem Artikel zu, daß kaum Studien vorhanden sind, die den Einfluß von Kondomförderungsprogrammen auf die Verbreitung der HIV-Ansteckung beschreiben.

Es ist außerdem zu sagen, daß Kondome, auch wenn sie „wirksam“ sind – das heißt – nicht platzen oder Löcher bekommen – nach dem Gesetz von Murphy eine hohe Fehlerquote aufweisen.

Gemäß der US-amerikanischen Gruppe ‘Family Health International’, einer Organisation, die Verhütungsprogramme unterstützt und energisch Kondome verbreitet, „müssen Kondome korrekt und regelmäßig verwendet werden, um eine Wirkung zu erzielen“.

„Der korrekte Gebrauch des Kondoms ist komplizierter als es scheint, weil es viele Möglichkeiten gibt, es falsch zu machen.“ „Manche Kondombenützer haben Schwierigkeiten, Kondome erfolgreich zu verwenden und werden mehr als einmal erleben, daß sie platzen.“

Im chaotischen sozialen Umfeld vieler afrikanischer Staaten, wo die Armut eingewurzelt ist, Frauen häufig mißbraucht werden und die Vielweiberei verbreitet ist, besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, daß Männer Kondome regelmäßig benutzen.

In den Worten des Präsident von Uganda, Yoweri Museveni:

„In Ländern wie den unsrigen, wo eine Mutter oft 20 Meilen laufen muß, um eine Aspirintablette für ihr krankes Kind zu bekommen oder fünf Meilen, um Wasser zu finden, wird die Frage eines konstanten Nachschubs von Präservativen wohl nie gelöst werden können.“

Eine kürzliche Untersuchung zum Kondomgebrauch in den Entwicklungsländern in der Zeitschrift ‘Studies in Family Planning’ faßt die Situation mit diesen Worten zusammen:

„Bisher gibt es kein Beispiel eines Landes, das eine allgemeine Epidemie primär mit Hilfe der Verbreitung von Kondomen hätte eindämmen können.“

Das sieht man am deutlichsten im südlichen Afrika.

Dort gibt es hohe HIV-Übertragungsraten trotz einer verbreiteten Kondomverwendung.

In Botswana stieg der Kondomverkauf nach Professor Norman Hearst von der Universität von Kalifornien in San Frnacisco von einer Million im Jahre 1993 auf 3 Millionen im Jahre 2001 an, während die HIV-Verbreitung bei schwangeren Frauen im Stadtmilieu von 27% auf 45% anstieg.

In Kamerun stiegen die Kondomverkäufe in der gleichen Zeitspanne von 6 Millionen auf 15 Millionen, während HIV-Rate in der Bevölkerung von 3% auf 9% anstieg.

Die Geschichte von AIDS in Uganda bestärkt die Lehre der Kirche, daß Abstinenz und Treue in der Ehe die beste Art sind, um AIDS zu bekämpfen.

Im Jahre 1991 lag die Infektionsrate in Uganda bei 21%. Jetzt, nach Jahren eines einfachen und billigen Programms, das sich ABC nennt, fiel sie auf ungefähr 6%.

ABC steht für A wie Abstinenz, B wie „Bleib treu“ und C für Condom, sofern A und B nicht praktiziert werden.

Der Präsident von Uganda, Yoweri Museveni, predigt das ABC-Programm mit dem Eifer eines Evangelisten:

„Ich bin gegen Kondome in Primar- oder Sekundarschulen. Kondome sollen ein letzter Zuflucht sein“, erklärte er kürzlich während einer internationalen AIDS-Konferenz in der Hauptstadt Kampala:

„Ich habe erwachsene Kinder, und ich habe sie immer vor undiszipliniertem Sex gewarnt. Ich begann mit ihnen zu sprechen, als sie 13 waren und sagte ihnen, sie sollen sich auf die Schule konzentrieren. Die Zeit für Sex würde noch früh genug kommen.“

Frau Toynbee behauptete in ihrer Polemik im ‘Guardian’ daß „Abstinenz und Zölibat nicht den menschlichen Umständen entsprechen“.

Aber Präsident Museveni – der über die menschlichen Umstände nicht unwissend ist – glaubt, daß sie es sind:

„Wir haben es zur höchsten Priorität gemacht, unser Volk zu überzeugen, zu den traditionellen Werten der Keuschheit und Treue zurückzukehren oder – erst wenn das scheitert – Kondome zu benützen“, erklärte er US-amerikanischen Pharma-Mitarbeitern vor einigen Jahren:

„Die Alternative wäre ein Massensterben in der Bevölkerung von Uganda gewesen.“

Die Kampagne, den Namen von Papst Johannes Paul II. mit afrikanischen AIDS-Toten zu beflecken, ist so offensichtlich und himmelschreiend hirnlos, so daß diesbezüglich der endgültige Beweis vorliegt, daß die Theorie von der Schuld des Papstes an AIDS zu jenen Orwell’schen Ideen gehört, die so dumm sind, daß nur Intellektuelle daran glauben können.

Was steckt dahinter?

Dazu gibt es eine politische Antwort: Eine Schmierkampagne, um den Papst und die Lehre der Kirche zu beschmutzen, ist seit verschiedenen Jahren im Gang.

Eine Gruppe von Abtreibungsbefürworten, die sich „Katholiken für eine frei Wahl“ nennt, hat im Dezember 2001 eine internationale Werbekampagne gestartet, um die Theorie zu verbreiten, „daß gute Katholiken ein Kondom benützen“.

Werbungen in den USA, Mexiko, den Philippinen, Südafrika, Kenia, Chile und Zimbabwe hatten die Absicht, „die erste Phase einer Kampagne einzuleiten, welche zu einer Änderung der Haltung des Vatikan beitragen und dessen Widerstand gegen die Verfügbarkeit und den Zugang zu Kondomen in Gebieten der Welt, die am meisten unter Risiko stehen, in die Schranken weisen sollte“.

In der Folge begannen die Medien – wenigstens in Großbritannien – die wichtigsten Anliegen der „Katholiken für eine freie Wahl“ zu verbreiten.

Auf einer tieferen Ebene stehen die katholischen Lehren über die Sexualität mit dem in Kontrast, was Johannes Paul II. „Pathologie des Geistes“ genannt hat.

Als ein Beispiel dafür kann man Polly Toynbees Behauptung nehmen, daß „die Verhütung der wahre Retter der Frauen ist“.

Dagegen hat der Papst auf einen anderen Retter geblickt.

Er wußte, daß die verwundete menschliche Natur nicht durch Technologie geheilt werden kann. Technologie kann keine Selbstbeherrschung einflößen. Sie kann nicht zu Respekt für den anderen erziehen. Sie kann keinen Sinn für Verantwortung erzeugen.

Die einzige wirkliche Rettung kommt nicht von einer Pille oder einer Latexröhre, sondern von der Umkehr der Herzen.

Ein Plastikflicken wird die akuten Probleme Afrikas, die Ungleichheit der Geschlechter, die Armut, die schlechte Erziehung und die sozialen Unruhen ungelöst lassen.

Solange diese Probleme nicht gelöst sind, wird das AIDS-Problem mit Sicherheit schlimmer werden.

Während sich britische Journalisten über die furchtbare Gesundheitsfürsorge in Afrika entsetzen, ist die britische Regierung damit beschäftigt, die Situation noch schlimmer zu machen.

Gemäß einer jüngsten Ausgabe von ‘The Lancet’ strömen schwarzafrikanische Ärzte und Krankenpfleger in Massen nach Großbritannien und lassen die Gesundheitsfürsorge ihrer eigenen Ländern in einer desolaten Situation.

Es wird zum Beispiel geschätzt, daß 60% der Ärzte, die in den 80er Jahren in Ghana ausgebildet wurden, das Land inzwischen verlassen haben.

Initiativen gegen AIDS – wie der Plan der Weltgesundheitsorganisation, HIV-Patienten eine lebenslange Antiretroviralbehandlung zu garantieren –, sind aufgrund eines Ärztemangels bedroht.

Wenn sich Ärzte und Krankenschwestern in Großbritannien nach besseren Löhnen umsehen, statt im eigenen Land zu bleiben, werden noch viel, viel mehr HIV-infizierte Menschen sterben.

Es gibt eine Person, die diesen Skandal beenden kann: der britische Premierminister.

Wenn die Guardian-Journalistin Polly Toynbee Nadeln in eine Tony-Blair-Woodoo-Puppe stechen wird, könnte sich das ganze Problem lösen.

Töricht? Meinetwegen.

Aber das wäre sinnvoller, als ihre Nadeln am verstorbenen Papst zu verschwenden.

Zum ersten Teil des Artikels
      
5 Lesermeinungen
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#5   Laurentius2   12:12:27 | Montag, 25. Juli 2005
@Janet – Mißverständnis ?
Wieso gegen den Papst ? Der (damals Paul VI.) hat doch schon sehr früh Zeugnis vom heiligen von Christus geleiteten Lehramt gegeben (Humanae vitae).
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#4   Lilith   06:34:42 | Samstag, 23. Juli 2005
Wie?
Vorher ward ihr alle für Papst Johannes Paul II und jetzt propagiert ihr hier das Gegenteil! Tut doch nicht so, als wäret ihr damals nicht derselben Ansicht gewesen!!
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#3   methusalix †   18:29:47 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@Elendester Sünder
„Verteilung von Tötungsgiften an sogenannte AIDS-Patienten“
Was genau ist denn damit gemeint? Können sie dazu Handels- oder Freinamen nennen?
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#2   Laurentius2   18:00:00 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Eine Umkehr der Herzen
… ist auch in unserem hiesigen Missionsgebiet vonnöten. Doch unsere (Erz-)Schlafmützen träumen weiter vom längst gescheiterten pastoralen Experiment des Superkonzils, vergessen die anderen Konzilien bzw. lassen diese absichtlich in Vergessenheit geraten und halten mit einigen löblichen Ausnahmen (Meisner u.a) eisern an der Königsteiner Erklärung fest. Schade, daß sie andere „Glaubenssätze“ nicht genauso eisern verteidigen !
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#1   Elendester Sünder   16:23:23 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Mission
Katholische Gemeinden in Deutschland unterstützen in großzügiger Weise in Afrika Schulen, in denen es keinen Religionsunterricht gibt, die Verteilung von Tötungsgiften an sogenannte AIDS-Patienten, irgendwelche naiven Entwicklungshilfeprojekte usw., aber keine echte Missionsarbeit, die als einzige wichtig ist; und zwar auch für das zeitliche Wohl der Afrikaner zur Herstellung christlicher Familien in Hinsicht auf reale sexuell übertragbare Krankheiten.
Ich muß allerdings auch fragen, ob die Zustände in Afrika wirklich noch schlimmer sind als in Europa. Vielleicht sehen wir bald nigerianische Missionare in Berlin, die den Kindern von Jesus Christus erzählen.
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