21:06:59 | Donnerstag, 18. November 2004
Hochschulseelsorge: vatikanisch-kompliziert + Papst oder Kirchenrat? + Die Verhütungsindustrie hat Hochkonjunktur + ‘Bärtige Frau’ in Moschee verhaftet
Hochschulseelsorge: vatikanisch-kompliziertVatikan. In der vatikanischen Kongregation für die Katholische
Erziehung (einem staatlichen Bildungsministerum vergleichbar) macht man sich Gedanken über die Hochschulseelsorge.
Dazu hat die Kongregation ein Papier „Grundzüge der Hochschulseelsorge in Europa“ herausgegeben. Das
Dokument fordert einen „neuen Humanismus“. „Neu“ ist dieser Humanismus deswegen, weil der Mensch auch
mit seinen spirituellen und moralischen Bedürfnissen ernstgenommen werden soll, „in seiner Ganzheit,
in allen seinen Dimensionen“. Das klinge „vatikanisch-kompliziert“, sei aber eine „hochamtliche Anerkennung
dessen, was Hochschulseelsorger in Europa, auch an deutschen Unis, leisten“, meint dazu Radio Vatikan.
Papst oder Kirchenrat?Schweiz. Lieber den Papst in Rom als den Kirchenrat (Kirchengemeinderat) vor
der Nase, wird sich der evangelisch-reformierte Pfarrer der Schweizer Kirchgemeinde Zürich-Saatlen, Hans-Peter
Geiser, gesagt haben, nachdem er im Jargon des Kirchenrates „per sofort freigestellt“ (das heißt: fristlos
entlassen) wurde. Der Pfarrer hat sich bisher standhaft geweigert, die Entlassung zu akzeptieren. Gegen
den Willen des Kirchenrates hielt er letzten Sonntagmorgen den reformierten Gottesdienst in „seiner“ Pfarrei.
Der Kirchenrat beschloß, den entlassenen Pfarrer gewähren zu lassen, „um einer Konfrontation auszuweichen“.
Man wolle es nicht auf einen Kampf um die Kanzel ankommen lassen. Der offizielle Gemeindegottesdienst
mit dem „richtigen“ Pfarrer fand darum erst am Abend statt. Der fristlos entlassene Prediger soll sich
beim Gottesdienst am Sonntagmorgen zurückgehalten und Provokationen vermieden haben.
Die Verhütungsindustrie
hat HochkonjunkturAustralien. Der weltweit erste „Empfängnisverhütungs-Spray“ wird gegenwärtig an
australischen Frauen getestet. Der Verhütungs-Spray funktioniert wie eine Art Parfum. Er wird täglich
auf den Unterarm gesprüht und ersetzt die Hormone, die dem weiblichen Körper bisher durch Pillen, Implantate
oder Injektionen zugeführt wurden. Die erste Testphase wird um Weihnachten zum Abschluß kommen. Die
Marktreife soll das Hormonpräparat in vier Jahren erreichen. Alle Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung
wirken in
bestimmten Fällen frühabtreibend.
‘Bärtige Frau’ in Moschee verhaftetBahrain. Bahrain
ist ein Inselstaat im Persischen Golf. In der Hauptstadt Manama, im Norden der Insel, wurde letzten Freitag
eine ‘bärtige und bebrillte’ Frau verhaftet. Die Bahrainerin verkleidete sich als männlicher Scheich
und schickte sich an, während des Freitagsgebetes eine Predigt zu halten. Auf dem Weg zur Kanzel wurde
der „Mann“, der in der Moschee keine Predigtbefugnis hatte, vom Muezzin gestoppt. Nach einem kurzen Handgemenge
führte man „ihn“ in einen Nebenraum der Moschee. Dort fiel auf, daß seine Stimme sanfter wurde und sich
der Bart durch die Konfrontation gelöst hatte. Die Frau wurde augenblicklich von der Polizei festgenommen.
Als Motiv für ihre Tat gab sie an, daß sie durch ihren Predigtversuch einen Aufstand habe verhindern
wollen.
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