USA
Geht es jetzt der Kinderabtreibung an den Kragen?
Der US-Präsident hat gestern einen neuen Obersten Bundesrichter ernannt. Der Erwählte steht im Ruf ein solider Konservativer zu sein. Und er hat für die Kinderabtreibung nichts übrig.
(kreuz.net, Washington) George W. Bush hat entschieden. Der US-Präsident nominierte den Berufungsrichter John G. Roberts für den frei werdenden Posten am Obersten Gerichtshof der USA.

Der ‘Oberste Gerichtshof’ in Washington ist bei der Auslegung der Verfassung oder des Bundesrechtes die letzte Instanz. Es kann auch Entscheidungen des Kongresses oder der Regierung als nicht verfassungskonform bezeichnen und außer Kraft setzen.

Roberts hat bisher als Regierungsbeamter, privater Rechtsanwalt und Richter gearbeitet.

Seine Nominierung muß in der Richterkommission des Senates und im Senat selber bestätigt werden. An beiden Orten besitzen die Republikaner die Mehrheit.

Die Demokraten haben aber die Möglichkeit, Roberts’ Nominierung durch eine Hinhaltetaktik zu blockieren.

Das wiederum könnte die Republikaner veranlassen, die Regel des Senats abzuschaffen, wonach eine Minderheit den Willen der Mehrheit aufhalten kann.

Präsident Bush appellierte deshalb an die Demokraten im Senat, über die Nominierung von Roberts „mit Würde“ zu befinden.

Die nächste Sitzung des ‘Obersten Bundesgerichtes’ wird Anfang Oktober stattfinden.

Auf der Tagesordnung stehen vier Todesurteile, ein Rekurs im Kontext der Kinderabtreibung, der Fall einer Beihilfe zum Selbstmord und ein Rekurs in einer Homo-Sache.

Lebensfeindliche Gruppen sorgen sich schon um die Haltung des neuen US-Bundesrichters in der Frage der Kinderabtreibung.

Diese Kreise verweisen auf eine Erklärung, die Roberts als Rechtsberater von Präsident Bush sen. verfaßte:

„Wir glauben nach wie vor, daß die Entscheidung zur Einführung der Abtreibung falsch war und revidiert werden muß.“

Diplomatischer gab sich Roberts vor seiner Bestätigung als Berufungsrichter im Jahre 2003:

„Das gegenwärtige Abtreibungsrecht ist das anerkannte Gesetz des Landes. Es gibt in meinen persönlichen Ansichten nichts, was mich hindern würde, dieses Gesetz zur Gänze und zuverlässig anzuwenden.“

Roberts gehörte letzte Woche zum dreiköpfigen Richtergremium, das einstimmig entschied, daß die Militärgerichte, die Präsident Bush im Zusammenhang seines „Krieges gegen den Terrorismus“ errichtete, legal seien. Damit können die umstrittenen Prozesse gegen Inhaftierte im US-Konzentrationslager Guantánamo weitergehen.

Alarm gegen die Ernennung von Roberts schlägt die ‘Nationale Aktionsliga für Abtreibung und Fortpflanzungsrechte’:

„Wenn Roberts die lebenslange Ernennung erhält, dann besteht ein geringer Zweifel, daß er sich bemühen wird, das Abtreibungsgesetz umzustoßen.“

Die kinderfeindliche Bewegung ärgert sich vor allem über Roberts’ Stellungnahme zum Entscheid des ‘Obersten Gerichtes’ zugunsten der Abtreibung im Jahr 1973. Damals erklärte das Gericht, daß es ein „fundamentales Recht auf eine Kinderabtreibung“ gebe.

Diese Aussage besitze – so Roberts – im Text, in der Struktur und in der Geschichte der US-Verfassung keinen Anhaltspunkt.
      
22 Lesermeinungen
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#22   Marcel   15:22:53 | Montag, 25. Juli 2005
Michelangelo
Ich habe aber gelesen, daß sie doch keine Nonne ist. Sie hätte darüber nachgedacht, aber hätte dann doch geheiratet.
Aha.
Fakt ist, daß er zur Hlg. Messe in einer unabhängigen Kirche geht (dessen Priester nach meinen Infos zu keinem Institut bzw. keiner Bruderschaft gehört, ein häufiges Phänomen in den USA).
Er ist ein Hüpfer. Wie im Filmgeschäft auch. Zwischen zwei sehr unmoralischen Filmen bringt er einen sehr katholischen Film heraus; und alle mit dem schönen Fresken-Logo (Auge Gottes) seiner Herstellungsfirma im Vorspann…
Die „Holy Family“, für die er eine vier Millionen Dollar schwere Kirche in Südkalifornien baute und deren Messen er immer wieder besucht, hat einen klaren Drall zum Sedisvacantismus.
Aber, um meinem Motto halbwegs treu zu bleiben („… Damit möchte ich es belassen; er ist nicht mein Gegner“): das muß nicht automatisch heißen, daß Mel Gibson Sedisvacantist ist.
Mir genügt, daß er die wunderbare hl. Messe aller Zeiten besucht, das unheilvolle V.II ablehnt und einen Film in traditioneller katholischer Theologie herausbrachte (*), der zu den zehn (?) erfolgreichsten Filmen der ganzen Filmgeschichte gehört.
(*) … mit Kritikpunkten; siehe Athanasius, die aber den Kern des Films nicht verdecken können.
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#21   MilesChristi   14:36:28 | Montag, 25. Juli 2005
@ NOnne oder nicht ?
Ich habe aber gelesen, daß sie doch keine Nonne ist. Sie hätte darüber nachgedacht, aber hätte dann doch geheiratet.
Fakt ist, daß er zur Hlg. Messe in einer unabhängigen Kirche geht (dessen Priester nach meinen Infos zu keinem Institut bzw. keiner Bruderschaft gehört, ein häufiges Phänomen in den USA).
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#20   Marcel   14:11:27 | Montag, 25. Juli 2005
Ordensschwester
Zur kirchenpolitischen Einstellung Gibsons: Ist nicht eine seiner Töchter eine fromme und rechtgläubige Pius-Nonne ?
Eine Tochter von ihm ist Nonne; ich weiß aber nicht, bei welcher Kongregation.
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#19   Laurentius2   12:24:31 | Montag, 25. Juli 2005
Inkarnation des Satans ? – Film ist Kunst
Wenn man andere Filme mit und von (!) Gibson kennt, weiß man daß Figuren scheinbar real auftauchen, die vom Regisseur lediglich als Traum oder Vision intendiert waren. Beispiel: Das Vorbeischreiten der Ehefrau des schottischen Freiheitskämpfers Wallace kurz vor seiner Enthauptung. Nicht nur die szenische Parallelität läßt auch diese, eben andere Interpretation der rein geistigen Begegnung zu – und das ist eben Kunst.
Zur kirchenpolitischen Einstellung Gibsons: Ist nicht eine seiner Töchter eine fromme und rechtgläubige Pius-Nonne ?
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#18   Dr. Otterbeck   20:12:39 | Sonntag, 24. Juli 2005
Die religiösen Gefühle
der schlicht Frommen zu schützen war immer ein Anliegen der Inquisition; ein berechtigtes. Daher halte ich es doch für zu missverständlich, wenn eine –- mögliche –- Erscheinung des Satans als „paritätische“ Anti-Inkarnation aufgefasst werden kann. An diesem Punkt ist mir das Gibson’sche Werk nach wie vor suspekt; auch bedaure ich, dass er historische Erkenntnisse über die römische Kreuzigungsfolter (via crucis nur mit dem Querbalken, etwaige Nägel durch die Handwurzelknochen) „übersehen“ hat. Im übrigen hat der Film die Passion für ein breites Publikum anschaulich gemacht, war überhaupt nicht antisemitisch, an manchen Punkten etwas mokant (Jesus erfindet als Schreiner einen Tisch??), aber überhaupt nicht antisemitisch –- die Rolle des Pilatus stimmte zu 100%. Da man in Hollywood wohl dazu gezwungen ist, gegenüber einem allzu leichtfertigen Schaumakatholizismus zu kontrastieren, wären Gibson seine „Sonderwege“ möglicherweise zuzubilligen.
Aber trotzdem: Ein ganzes Konzil zu ignorieren, sehen Sie mir das bitte nach, ist doch blanker Hochmut à la Jean Calvin etc. (Luther hatte zwar absurde „Konzilsvisionen“, war aber noch eine Zeit lang für ein solches ansprechbar).
Nur zur Verdeutlichung „meiner“ angebl. modernistischen Position: Das trident. Dekret über das Hl. Messopfer hat Papst Paul VI. per Enzykl. vom 3. Sept. (!) 1965 noch einmal ausdrücklich bekräftigt! Was halten Sie denn vom Opfergedanken im III. (Montini-) Hochgebet? Ich bete es innerlich gern mit.
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#17   Marcel   17:45:28 | Sonntag, 24. Juli 2005
Doch noch einmal Mel „Mad Max“ Gibson
Vater Hutton Gibson ist definitiv Sedisvacantist. Sohn Mel Gibson hält sich bedeckter: mit Sicherheit ist er traditioneller Katholik und besucht ausschließlich die überlieferte Messe. Er baute u.a. für die „Holy Family“ eine teure Kirche und besucht u.a. deren hl. Messen. Sie lehnen u.a. das V.II ab.
Mel Gibson hat oder hatte auch Kontakte zur FSSPX: ein Kind oder mehr wollte er auf eine FSSPX-Schule schicken oder tat es, aber es gab in diesem Zusammenhang großen Ärger wegen der Forderung der FSSPX, daß er zuerst seine unmoralischen Filme offen bereuen müßte, etc.
Gibsons Assistenz-Reggiseur beim Passions-Film, Jan Michelini, wurde früher von JP2 getauft und soll die Privataudienz zwischen JP2 und Mel mit Filmvorführung arrangiert haben.
Dr., gut, daß Sie trotz modernistischer Verirrungen an die Existenz des Widersachers und unseren Loskauf durch Christus glauben. „Das ist schon mal was.“
Daß es einen personalen Anti-Christ geben wird, schnitt mein Satz der Kirchenväter an.
Auch dem Christus erschien Satan. Daher ist Gibsons Interpretation der Satanserscheinung als dubioses Wesen passabel: im Film von einer Frau mit synchronisierter Männerstimme gemimt. Wenn jemand die Erscheinung als mißlungen einstuft, ist das nebensächlich, denn es ändert nicht die klare Kernaussage Gibsons: Christus ist der Erlöser; sein Opfergang ist der Preis für unsere Erlösung; das Opfer war eine Notwendigkeit; Opfer und hl. Messe sind aufs engste verbunden.
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#16   Dr. Otterbeck   06:47:50 | Sonntag, 24. Juli 2005
Mel Gibson
also doch kein Sedisvakantist? Vor lauter Theologie ist Ihnen wieder entgangen, dass ich die Lehre der Kirche über den Widersacher, das mysterium iniquitatis, die gefallenen Engel, den Vater aller Lüge, den „bösen Wind“ (Paul VI) voll und ganz festhalte; der Mensch ist das Geschöpf, das sich durch die Fähigkeit zum Gehorsam ggü. Christus auszeichnet. Ich glaube auch an die buchstäbliche „redemptio“ (lat. „Rückkauf“) an jenem Apriltag zu Jerusalem.
Doch ästhetisch ist es problematisch, eine „Anti-Inkarnation“ zu zeigen inmitten sonstiger Personen, die biblisch-historisch (ja, das NT ist „Bericht“! Völlig glaubwürdig; sonst können wir zur Hölle fahren) greifbar sind. Die „Ikonographie“ Satans im Film ist bildlich „vertretbar“, aber es könnte eine Fehldeutung iunterlaufen als gebe es eine „Anti-Inkarnation“. Es gibt Besessene, aber Fleisch angenommen hat das ewige Wort des Vaters aus Maria der Jungfrau. Eine exakt spiegelbildliche „Gegenbewegung“ Luzifers ist völlig auszuschließen, heidnisch, satanistisch. Genau deshalb hassen die Teufelsanbeter nichts so sehr wie die Eucharistie, da sie die Getauften in den wirklichen Leib Christi integriert, den der Böse verwunden, aber nicht zerstören kann.
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#15   Marcel   11:07:59 | Freitag, 22. Juli 2005
Satan, eine Person
nur folgen meine Herren Gegner nicht meinen Gedanken
Diese tun es so weit, wie Ihr liberalistischer Hang zum modernen Dogma des Relativismus es eben erlaubt.
Klare Gedanken –> klare Sprache.
Während im übrigen nur historische Personen gezeigt wurden, Menschen, trat plötzlich eine Inkarnation des Satans in fleischlicher Person auf. Das ist in dieser Faktizität nicht biblisch verifiziert; eine Inkarnation des Antichrist zu vermuten, ist nicht mit dem Heilsplan des Allmächtigen vereinbar.
„Die konstante Ansicht der Kirchenväter, der meisten katholischen und vieler nichtkatholischen Exegeten sieht im Antichristen ein Individuum, das sich durch besonders großen Haß gegen Christus hervortun wird.“ Haag in der 1. Auflage. (In der 2. Auflage von 1968 wurde diese klare Aussage verstümmelt.)
Gibson gelang die Darstellung Satans als zwidderartige Person gut, auch die Wandlung in eine Schlange.
Gibsons Film erinnert uns deutlich daran, daß es einen Gott und Erlöser gibt, daß die Passion Christi der Preis für unsere Erlösung ist und daß dieser Preis für unsere Sünden und die Sünder gezahlt werden mußte. Die Notwendigkeit des Opfers, um für unser Sünden zu bezahlen, ist in dem Film gut ersichtlich, besonders das Band zwischen Opfer und der hl. Messe.
Dieser Film ist nicht laienhaft, sondern sehr theologisch. Sie Modernisten verstanden das gut und deshalb attackierten sie den Film so sehr.
Gibson bekam eine Audienz bei JP2, um seinen Film vorzuführen.
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#14   Dr. Otterbeck   05:59:22 | Freitag, 22. Juli 2005
Sorry, mir liegt es fern
irgendjemanden zum „Duell“ zu fordern; ich fühle mich auch überhaupt nicht „beleidigt“; nur folgen meine Herren Gegner nicht meinen Gedanken, um dann darauf zu erwidern, sondern interpretieren sie weltanschaulich um. Dankbar bin ich allerdings für den Hinweis, dass Mel Gibson ein „Sedisvakantist“ sei. (Gab es nicht trotzdem eine Audienz bei Karol Wojtyla??); finanziert er „tradition in action“? Gibt es Querverbindungen zwischen Sedivakantisten und Bonapartisten? Am rechten Rand kenne ich mich weniger gut aus als in der Mitte der Kirche.
Vom laienhaften Standpunkt aus litt der Film des Mel Gibson an einer deutlichen Schwäche: Während im übrigen nur historische Personen gezeigt wurden, Menschen, trat plötzlich eine Inkarnation des Satans in fleischlicher Person auf. Das ist in dieser Faktizität nicht biblisch verifiziert; eine Inkarnation des Antichrist zu vermuten, ist nicht mit dem Heilsplan des Allmächtigen vereinbar. Auch der in den Film implantierte „Höllenschrei“ des „fleischgewordenen“ Satan ist im Evangelium nicht auffindbar. Offenbart sich hier bei Gibson ein doch nur neu-heidnisches Verständnis des Kreuzesopfers Jesu? Jedenfalls hat der Jesuit, der Gibson beriet, hier wohl nicht genaiu genug hingeschaut.
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#13   Athanasius   22:28:05 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Ja…
Also ich will nicht über Gibson urteilen. Ich denke nur, objektiv sind Paparazzi und weiter Filme Gibson nach PC unmoralisch in einigen Sinne. Keine Sexfilme, aber auch nicht katholisch, wie etwa ein Film wie Ben Hurr.
Empfehlen kann ich auch Gibson in „The Patriot“. Ein sehr schöner Film, der tief den amerikanischen Patriottischen Geist enthält und irgendwie auch bei Historikern eine grosse Sympathie für die amerikanischen Kolonisten erwecken kann. Man versteht dann auch, dass die Vereinigten Staaten in der Volksseele nicht eine Erfindung von Freimaurern sind, wie der Staatsform, aber ein Staat der zumindest noch ruhen wíll auf Gott. Denn die Staaten die explizit keine Gott anerkannten und keine Moral waren in der jüngsten Geschichte am Tödlichsten: Rußland, Nazi-Deutschland, China usw. Keine der religiös-fanatischten Gruppen hat jemals deren Massenmordebene erreicht. Noch keine, nicht einmal der überbetonte Islamextremismus. Und das waren Revolutionen von inne. Nicht von einem fremden Feinde etwa eines Mohammed Atta.
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#12   Marcel   20:20:47 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Konsequenter Lebensrechtler Gibson
Lieber Laurentius. Danke für die Blumen. Gut, „Erben des christlichen Abendlandes“ war übertrieben. Es wäre schön, wenn möglichst – wieder – viele Länder dieses Erbe wahrhaftig verträten.
Sedisvacantismus: der dritte Blumenpunkt geht an Sie: ich nehme meine Behauptung zurück, weil ich sie nicht aus dem Kopf belegen kann und es mir auch nicht wichtig ist.
Soviel ich weiß, ist sein Vater sicher einer, aber das sagt nichts über den Nachwuchs. Mel Gibsons Aussagen zum V.II und der nachkonziliaren Kirchenführung sind grundsätzlich ablehnend, doch nicht anders ist es bei der FSSPX – deswegen ist noch niemand Sedisvacantist.
Daß Gibson gemäß der katholischen Morallehre manche inakzeptable Filme drehte, leider auch welche jüngeren Datums, ist sein wunder Punkt.
Das meinte ich mit „Geschäftsmann“: auch unkatholische Filme drehen, damit das Geschäft geht. Bei „Was die Frauen wollen“, der noch zu den harmloseren gemeinten gehört, sagte er – so ich mich recht erinnere –, daß der Film ihm hauptsächlich als Geldbeschaffungsmaßnahme für das Passions-Projekt diente.
Daß er für den Passions-Film Privatvermögen und Ruf aufs Spiel setzte, ist vorbildlich. Er bezahlte (u.a.) seine Hauptdarsteller (Caviezel) unter Gebühr, um Geld zu sparen, bot ihm aber eine Beteiligung am Ergebnis an, worauf dieser einging, weil er meinte, daß das Ganze sowieso finanziell ein großer Hereinfall werden würde und man sozusagen zur Ehre Gottes die schwere Rolle spielt.
Nun, der Herr hat sie fürstlich belohnt.
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#11   Laurentius2   15:44:45 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@Marcel „Erben des christl. Abendlandes“
Ich gebe Ihnen gerne zu, daß das Wort von den „Erben des christl. Abendlandes“ etwas zu pathetisch war. Trotzdem, wer ist es sonst im Westen ?
Die ersten beiden Punkte haben Sie differenziert und gut dargestellt. Ich gebe Ihnen hierbei gerne recht.
Der Dritte Punkt geht an mich (nicht präpotent gemeint, sondern sportlich ) : Gibson ist kein Sedisvakantist, Sie geben es zu.
Ich denke, er ist ein treuer, volksmissionarischer und kämpferischer Katholik.
Apropos knallharter Geschäftsmann. In den ersten Monaten sah alles nach einem millionenschweren Flop für Gibson persönlich aus, das hatte er von Anfang an einkalkuliert – knallharter Geschäftsmann ?
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#10   Romano   14:55:51 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Lebensschutz
Ob es nun wohl nicht nur der Kinderabtreibung, sondern auch der Todesstrafe an den Kragen geht? Oder wird unterscheiden auch die „Lebensschützer“ zwischen „schützenswertem“ und „unwertem“ Leben (nur mit umgekehrten Vorzeichen als die „Kinderfeinde“)?
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#9   MilesChristi   13:49:25 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@ Athanasius
Da bin ich einer anderen Meinung. Ich habe die „Passion“ nur einmal angeschaut, weil mich kein weiterer Film so berührt hat wie jener. Ich kann mich also an die Szene nicht erinnern. Der Film hilft mir zu verstehen – vor Augen zu haben – was unser HErr für mich elenden Sünder gelitten hat. Für mich ! Wenn ich den schmerzensreichen Rosenkranz bete denke ich, daß ich verstehe, was es damals hieß, gegeißelt zu werden, und vor allem gekreuzigt.
Ich halte Gibson für einen gläubigen Menschen; denke auch nicht daß er Sedi ist. Wie Marcel sagt – er ist auch ein Geschäftsmann.
Filmempfehlung: We were soldiers once… and young (auf deutsch: Wir waren Helden), einer der besten Filme über Vietnam den ich kenne. Natürlich für diejenigen, die NICHT meinen, daß Soldatensein mit dem Christentum unvereinbar wäre…
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#8   Marcel   12:03:28 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Doch noch einmal „Mad Max“
Lieber Athanasius, über den Film „Passion Christi“ kann ich nicht streiten. Einige FSSPX’ler kritisieren ihn, bei den meisten überwiegt Dankbarkeit. So bei mir, weil er den Kreuzesopfertod Christi weltweit ins verdiente Zentrum rückt.
Obwohl ich nicht mehr zu Gibson sagen wollte, kurz zu Ihrer These, er sei als Propagandafigur für die traditionalistischen Katholiken durchaus nützlich: Vielleicht. Man wird lange an diesen Film zurückdenken und sich evtl. fragen, warum so eine Kraftanstrengung just einem – wenigestens zu guten Teilen – traditionellen Katholiken gelang.
Gibson ist harter Geschäftsmann. Anders kann man sich in diesem schlimmen Gewerbe nicht halten. Es stellt sich die Frage, ob man es aus diesem Grund ausschließlich den Gottlosen überlassen darf? Ich glaube nicht.
Ohne die massive Unterstützung der Evangelikalen hätte Gibson den Film nicht herausbringen können – zur Schande der Kirche.
Leider ist der Christus-Darsteller Jim Caviezel, den ich schätze, wegen seiner Frau Medjugorjaner und bewog Gibson, den Rohfilm einem hohen Medj.-Pater zur Dursicht vorzulegen, wonach einige Änderungen erfolgten…
Weil ich nicht Laurentius’ Einschätzung der US-„Erben des christlichen Abendlandes“ teile, erwähnte ich, daß Gibson auch neuere unmoralische Filme drehte. Zwar spielt auch dabei auch seine wilde Vergangenheit des „Mad Max“ eine Rolle, aber das Jetzt ist das Problem. Aus solchen Gründen gab es zwischen ihm und der FSSPX USA/AU schon gehörigen Ärger.
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#7   Athanasius   11:23:13 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@Marcel
Film „Passion Christi“
Dieser Film war bei Einsetzung völlig falsch. Die Einsetzungsscène im Film war historisch inkorrekt. Jesus trug da ein Trampergewand, benutzte einen Terracotta Becher und Kebab-Brot anstatt jüdische Matzè (die unseren heutigen Hostien – im Lateinischen Ritus zumindest – völlig gleich waren). Ich habe mich sehr geärgert an dieser Szene, die ja eher den Eindruck wecken würde, Christus habe das protestantische Abendmahl eingesetzt. Von den Filmmachern ist der evangelikalische Filmmarkt aber im Auge genommen, ist den Evangelikalen auch angepasst. Von der katholischen Amtskirche bekam man fast nur Kritik oder Political Correctness. Also die historische Einsetzung des eucharistischen Opfers war es nicht. Die fand richtung Osten statt, mit den Aposteln neben oder hinter Jesus, der in einem feinen jüdischen Weissgewand (Er war arm, aber hatte nach der Erweckung des reichen Lazarus und dem Einzug in Jerusalem wohl einige guten Gebrauchssachen bekommen, etwa das Gebrauch des Zönakels für das Paschamahl, diesem anschliessend das Opfer des Neuen Bundes), mit Matzè und sicherlich mit metallem (silbernen?) Kelche (vielleicht sogar von Melchisedech?). Nicht wie im Film von Mel Gibson.
Gibson hat sich eine Insel gekauft, machte einen unmoralischen Film (R-Rated: Paparazzi) nach PChristi . Er ist nicht mein Beispiel, obwohl er als Propagandafigur für die traditionalistischen Katholiken durchaus nützlich ist. Ehrlich gesagt.
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#6   Marcel   10:42:33 | Donnerstag, 21. Juli 2005
P. Sommerville
Danke für die Anmerkungen zu P. Sommerville, dessen (und natürlich Gibons) tief von der hl. Messe aller Zeiten durchdrungener Geist den Film „Passion Christi“ kraftvoll prägte.
Mir war nicht bewußt, daß P. Sommerville zu den Revolutionsdurchführern des fürchterlichen Novus Ordo gehörte.
Um so herrlicher, daß er seinen Irrtum einsah, umkehrte und heute sehr enge Verbindungen zur Priesterbruderschaft St. Pius X. pflegt. Er hätte diese abtrennen können, dann wäre er von seinem modernen Bischof nicht suspendiert worden. Doch der Pater wählte den Weg der Wahrheit. Dank sei Gott.
Durch die sehr hohe Konzentration an völlig aus im Kreuzesopfer Christi lebenden Priestern bei der FSSPX hat Gott mich gelehrt, für jeden einzelnen vollkatholisch gläubigen Priester dankbarer zu sein denn je zuvor.
Eine wunderbare Symbiose: solche Priester heiligen die ihnen anvertrauten Gläubigen durch die würdige Spendung des hl. Meßopfers, und gleichzeitig werden sie durch just diese Sakramentspendung geheiligt.
Die Kirche kannte „Synergien“ schon zweitausend Jahre, bevor dieses moderne Schlagwort von Produktpropagandisten vermarket wurde.
Wenn doch nur die Konzilskirche sich wieder auf ihre Wurzeln besinnen würde.
P.S. Da P. Sommerville US-Amerikaner ist (?), betrachte ich meine Worte als insgesamt zum Thema gehörend… :-)
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#5   Athanasius   23:51:38 | Mittwoch, 20. Juli 2005
Mischen
Gerne stimme ich diesem Satz zu: die Bevölkerung der USA ist (deutlich) christlicher als die Mittel- und Nord-Europas.
Sprich: West- und Nord-Europas. Polen und etwa Südtirol haben ganz schöne Überreste katholischen Glaubens.
Aber es stimmt: Die USA-Bevölkerung ist viel christlicher als der europäische Westen.
Ich bin froh, dass Bush – wohl unter Druck des Christian Right – diese Ernennung getan hat.
Andererseits sind neokonservativen wie Roberts oft auch besonders zu finden für die amerikanische Eine-Welt-Ordnungspolitik.
Zu Pater Dr. Stephen Sommerville: er war in den 1960ern ein Topspezialist und der Großausführer der liturgischen Revolution in der englischsprechenden Welt mit der ICEL. Er hat seinen Fehler – das führte zu grosser Aufregung unter MOdernisten – eingesehen und nicht nur die Übersetzung sondern den ganzen Novus Ordo verworfen. Zu grosser Irritation von modernistischen Klerikern die ihn ja vorher hochschätzten.
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#4   Marcel   16:02:38 | Mittwoch, 20. Juli 2005
Die Passion unseres Herrn
Welcher Staat ist christlicher?
Das war nicht die Frage. :-) Sie nannten die USA das „Erbe des christlichen Abendlandes“. Da widersprach ich.
Gerne stimme ich diesem Satz zu: die Bevölkerung der USA ist (deutlich) christlicher als die Mittel- und Nord-Europas.
Zu den Evangelikalen
Ich kenne deren christliche Vorzüge durchaus. Persönlich. Ohne sie wäre ich heute noch Heide.
Ich kenne aber auch ihren Lutherismus. Das Erbe des christlichen, d.h. katholischen Abendlandes hat Luther entscheidend zertrümmern geholfen, und so seine Nachfolger.
Mel Gibson
Meine Anmerkungen über ihn waren auf Ihre euphorische Liste der „Erben des Abendlandes“ gemünzt. :-) Gibson besuchte – wenigstens z.T. – die hl. Messen von Sedisvacantisten. Damit möchte ich es belassen; er ist nicht mein Gegner. Seine Ablehnung der Konzilskirche kann ich bestens verstehen. Seinen Passions-Film halte ich für wunderbar und einen großen Dienst für die Kirche. Er hat ihn unter großen Opfern gegen alle Widerstände der Konzilskirche und der wahren Herrscher der USA (und Europas) erbracht.
Daß er manchmal einen „Vogel hat“, zeigen seine anderen Filme. Leider sind auch einige neueren nicht besonders gut vereinbar mit der katholische Moral- und Sittenlehre.
Der gute katholische Priester Sommerville, der Gibson – nicht nur – bei diesem Film geistlich beraten hat, liest auch in den FSSPX-Kirchen die hl. Messe aller Zeiten, weswegen ihn die Dizöese kürzlich suspendierte.
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#3   Laurentius2   14:03:22 | Mittwoch, 20. Juli 2005
Welcher Staat ist christlicher ? & Gibson kein Sedisvakantist
Werter Marcel,
vorab, die Wertschätzung liegt ganz auf meiner Seite.
Zu den Evangelikalen:
a. Wer betreibt außer dem Vatikan eine o f f e n s i v e Anti-Abreibungspolitik in der westlichen Welt ?
b. Wer sorgt dafür, daß in den Schulen massenhaft über die mörderischen Gefahren der linksprogrammatischen Frühsexualisierung aufgeklärt wird ?
c. In welchem Land spielen die 10 Gebote in der Öffentlichkeit eine dermaßen prägende Rolle ?
d. In welchem Land werden noch christliche Kinoschlager gedreht ? Abel Ferrara wäre wohl in Italien kaum möglich …
Auch weniger tiefschürfende Drehbücher (zB „Im Auftrag des Teufels“ mit Keanu Reeve und Al Pacino) haben einen sehenswert christlichen Kern …
Apropos Mel Gibson :
Wie kommen Sie darauf, daß er Sedisvakantist ist ? Sein Vater hat eine gewisse Tendenz dazu, aber Mel Gibson ist ein gläubiger und trotz aller ihm zwischen die Beine geworfener Knüppel seitens der konziliaren Kirche im Grunde loyaler Sohn der una sancta !
Daß er von den aktuellen (Pastoral)Strukturen ob ihrer fast feigen Passivität angesichts des westlichen Glaubensabfalls sehr enttäuscht ist und die kirchenrechtliche Absetzung seines geistlichen Begleiters während der Dreharbeiten, eines röm.-katholischen Priesters, ihn sehr traurig macht, dürfte Ihnen doch wohl einsichtig sein, oder ?
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#2   Marcel   12:21:49 | Mittwoch, 20. Juli 2005
Die vereinigten Freimaurerstaaten
Sind die USA überm großen Teich die einzigen realpolitischen geistigen Erben des christlichen Abendlandes (vom Bible belt bis MelGibson)
Lieber Laurentius, ich schätze Sie, deswegen trübt es mich, Ihre blauäugige Sicht der USA (ihrer Machthaber) beobachten zu müssen.
Eines Tages müssen Sie sich intensiver mit Luthers Irrlehre und alle ihren Folgen befassen (Liberalismus ist eine davon; aber das auszuführen ist komplex.)
* Der evangelikale Bibelgürtel ist kein Erbe des christlichen Abendlandes, sondern seines Zerstörers: Luthers.
* Auch Bush nicht. Wie könnte er es sein als Skull & Bones-Freimaurer, der u.a. das wahnsinnige Verhalten unterstützt, Kreuze auf den Müll zu schmeißen?
Seine guten Taten in Ehren, aber das ändert am Gesamtbild nichts.
* Auch der Sedisvacantist Gibson nicht. So sehr ich sein katholisches filmisches Meisterwerk, die Passion Christi, schätze – und den Evangelikalen für ihre Unterstützung danke! –, so muß ich doch feststellen: „Mad Max“.
Ich empfehle Ihnen zur Abschreckung sein Filmchen „The Singing Detective“, das er im gleichen Jahr drehte. Grauenhaft.
Europa ist fest in der Hand von Voltaire und Machiavelli!
Europa wurde freimaurerisch, die USA waren es schon immer. In Europa kämpfte immerhin noch die Kirche – und sie allein – tapfer und furchtlos gegen diese Summe aller Irrlehren.
Bis zum V.II.
Beten wir, daß sie es wieder tut, so wie die FSSPX.
Es bleibt die göttliche Tugend der Hoffnung.
Amen.
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#1   Laurentius2   11:47:45 | Mittwoch, 20. Juli 2005
Halleluja !
Provokante Fragen:
1. Sind die USA überm großen Teich die einzigen realpolitischen geistigen Erben des christlichen Abendlandes (vom Bible belt bis MelGibson) ?
2. Dümpelt das alte Europa dagegen nur noch in gottlosen Gewässern ?
Meine Meinung:
Mit Ausnahme des Papstes und einiger weniger Bischöfe, katholischer Bevölkerungsteile in Litauen, Irland, Portugal und Polen sowie des slowakischen und des maltesischen Staates (alle – außer dem Vatikan – so gut wie bedeutungslos) – JA !
Europa ist fest in der Hand von Voltaire und Machiavelli ! Es bleibt die göttliche Tugend der Hoffnung …
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