09:24:41 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Die Wirren im griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem sind noch nicht vorbei. Der abgesetzte Patriarch kämpft immer noch um seinen Stuhl. Doch es handelt sich mehr und mehr um ein Rückzugsgefecht.
(kreuz.net, Jerusalem) Der abgesetzte Patriarch von Jerusalem, Irenaios I., hat im
Kampf um Amt und Würde
eine weitere schwere Niederlage einstecken müssen. Das berichtete die griechische Tageszeitung ‘Kathimerini’
am Mittwoch.
Das Oberste Gericht des Staates Israels lehnte seinen Einspruch ab. Darin hatte er gefordert,
daß die Vorbereitungen zur Wahl seines Nachfolgers annulliert würden.
Dem abgesetzten Patriarchen wurden
auch die Gerichtskosten von ungefähr 2.700 Euro aufgelastet.
Die Gerichtsentscheidung ebnete den Weg
für eine besondere Versammlung des Heiligen Synods des griechisch-orthodoxen Patriarchates von Jerusalem.
Der Heilige Synod ist das Beratungsgremium um den Patriarchen. Er ist auch zuständig für die Wahl eines
neuen Patriarchen.
Bei der Versammlung, die bereits am Dienstag stattfand, wurde eine Liste von Bischöfen
zusammengestellt, die den vertriebenen Patriarchen ersetzen könnten.
Die Liste wird den staatlichen
Autoritäten von Jordanien, Israel und den Palästinensischen Autonomiebehörden zur Begutachtung zugestellt.
Die Regierungen dieser drei Länder erheben einen historischen Anspruch auf das Jerusalemer Patriarchat.
Sollte es von Seiten der Politiker zu keinen Einwänden kommen, wird die Wahl des neuen Patriarchen am
15. August stattfinden.
Einen Rückschlag erhielt Patriarch Irenaios I. auch von den Palästinensischen
Autonomiebehörden.
Diese anerkannte Cornelius, den Bischof von Petra in Jordanien, als Interimsverwalter
des Patriarchates in Jerusalem.
Cornelius war schon im Mai in diese Funktion eingesetzt worden.
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