Modernismus
Einbildungen
Im ‘Bildungswerk der Diözese Mainz’ sind alle willkommen, unabhängig von Hautfarbe, Konfession und Weltanschauung. Probleme hat man dort nur mit Katholiken.
(kreuz.net, Mainz) Das ‘Bildungswerk der Diözese Mainz’ ist das Instrument des Bistums für die Erwachsenenbildung. Es beschäftigt zehn Personen.

Das Werk selber versteht sich als wichtige pastorale Aufgabe, kulturelle Diakonie sowie Orienterungs- und Lebenshilfe.

„Wir wenden uns als Angebot der Kirche an alle Menschen“, erklärt der Direktor des Bildungswerkes, Dr. Hartmut Heidenreich.

Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht anders aus. Um das zu sehen, braucht man sich nur in den Publikationen des ‘Bildungswerks der Diözese Mainz’ umzuschauen. Ein vom Bildungswerk zwei Mal jährlich publiziertes Heft nennt sich ‘Inspirationen’.

Es will offiziell Anregungen für die Bildungsarbeit in den Pfarreien und kirchlichen Verbänden geben.

Vor einigen Tagen wurde die jüngste Ausgabe herausgebracht. Sie steht unter dem Titel „Verheutigung“. Im Heft geht es um das Zweite Vatikanische Konzil zwischen Gestern und Morgen.

Die Publikation will dazu anregen, die grundlegenden Aussagen und die Auswirkungen des Konzils sowie das Anliegen der „Verheutigung“ in der Erwachsenenbildung aufzugreifen.

Doch statt „Verheutigungen“ werden dem Leser vor allem Verteufelungen serviert.

Diese führt das Heft dem Publikum unter dem Titel „Entschleunigungsversuche“ vor. Unter den Entschleunigern – ‘Bremser’ wäre wohl das deutsche Wort – werden die „Traditionalisten“ und die „Fundamentalisten“ eingereiht.

Wer sind sie – die Bösen in den Augen des ‘Bildungswerks der Diözese Mainz’?

Auf der Liste der Gegenrevolutionäre findet sich die ‘Jugend 2000’. Es handelt sich um eine internationale Jugendbewegung. Sie entstand im Jahre 1989 nach einem Aufruf von Papst Johannes Paul II. am Weltjugendtag in Santiago de Compostella.

Die ‘Jugend 2000’ engagiert sich vor allem für die Weltjugendtage und die Neuevangelisierung.

Zu den vom ‘Bildungswerk’ identifizierten Bremsern gehört auch die charismatische ‘Gemeinschaft Emmanuel’. Sie wurde 1972 in Paris gegründet und hat sich inzwischen in 70 Ländern – Deutschland eingeschlossen – ausgebreitet.

Seit 1998 ist sie als internationale Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts anerkannt.

Im Kreis der Bösen findet sich natürlich auch das berüchtigte ‘Opus Dei’, die ‘Katholischen Pfadfinder Europas’, die Gebetsstätte Marienfried, die im Juli 1995 vom Bischof von Augsburg als Kirchenstiftung errichtet wurde, sowie die Medjugorje-Bewegung.

In diesen Gruppen haben die Fundamente und die Tradition des Glaubens nichts mehr mit der Gegenwart zu tun – wird man vom ‘Bildungswerk der Diözese Mainz’ informiert.

Ihre Fundamente seien „unbeweglich“ und „ungeschichtlich“. Die Tradition habe den Kontakt zum Leben verloren und verkomme zu einem „Leben im Archiv“.

Zu kritisieren sei auch, wie in diesen Gruppen die Texte, Fundamente, Traditionen und die Macht des Glaubens biblizistisch, fundamentalistisch, traditionalistisch oder integralistisch umgedeutet würden.

Die Wahrheit der christlichen Botschaft werde in diesen Kreisen „exklusiv verstanden“.

Das ‘Bildungswerk der Diözese Mainz’ finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Kirchensteuermitteln des Bistums.
      
24 Lesermeinungen
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#24   sedia   01:13:39 | Mittwoch, 27. Juli 2005
Psychotrip und nicht mehr…
ist das, was Yersinia hier abläßt! Mit diesen „Selbstreferentiell“-Anmerkungen kann er höchstens zu Schau stellen, daß er etwas richtig aus einem Handbuch für Sythemische Familientherapie abschreiben kann. Psychologie ist wichtig, aber wenn man den Sinn für die Realität verliert, wird es gefährlich. Der Versuch, sämtliche offenkundige Mißstände psychologisch zu erklären und rechtfertigen zu wollen läßt sehr stark darauf schließen, daß hier eine unsaubere Wirklichkeitswahrnehmung vorliegt, genau wie bei den Damen und Herren vom Bildungswerk. Wenn ein Bildungswerk zur Realitätsverdrehung neigt, sollte der Laden geschlossen werden. Nicht zuletzt liegt sie auch bei Kardinal Lehmann vor: Wer sich mit Küng und Consorten einläßt, zeigt doch, wes Geistes Kind er ist. Lehmann kann sich gut darstellen. Nachdenken, Vergleichen und Überprüfen ist absolut notwendig. Nur, wer die Aussagen von Lehmann ständig überprüft ,wird merken, daß vieles nur heiße Luft ist. Laßt euch nicht täuschen! Was das Bildungswerk sagt ist intern bestimmt schon lange die Ansicht des Chefs! Warum sonst könnte ein Diözesanbildungswerk sonst so etwas so unverfroren herausgeben?!
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#23   Umkehrbefreit   09:22:59 | Dienstag, 26. Juli 2005
@yersinia
Die Dialektik des Yersinia verrät, daß er zum einem der psychologischen Exegese eines C.G. Jung nacheifert wie es auch „Anselm Grün“ in seinen Büchern tut, oder er ist schlichtweg protestantisch und hat keine Ahnung.
Aber es gibt auch Orden in unserem Lande die sich dieser Richtung verschrieben haben u.a. die
Dominikaner (siehe Fastenpredigt des Cappabianca aus Worms – www.cappabianca.net)
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#22   Laurentius2   12:09:20 | Montag, 25. Juli 2005
@yersinia – diabolische Schwafelei
Ist Yersine wirklich davon überzeugt, daß das Heil der kath.Kirche in einer weiteren Zersplitterung liegt ? Das steht im Gegensatz zum katholischen Glauben. Und da sind wir sieder bei einer der Hauptfragen:
Darf sich nach der Abschaffung des Heiligen Offiziums grundsätzlich alles taufschein-katholische „römisch-katholisch“ nennen oder nicht ? Hier geht es nicht um Fundamentalismus oder „Selbstreferentialität“ (ähä), hier geht es um Begriffsklärung, ohne die jede weitere Diskussion zu diabolischer (wörtl. =„durcheinandergewürfelter“) Schwafelei verkommt.
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#21   Rogade   01:00:10 | Sonntag, 24. Juli 2005
Nicht das Problem aus den Augen verlieren
Ich gebe Benegut recht. Aber das bringt uns nicht weiter! Das eigentliche Problem ist und bleibt doch: Wieso können solche Artikel als Bildungsangebot herumgehen. Dass über das Vaticanum II geredet werden soll ist ja ok, aber es riecht schon sehr sehr stark nach Ideologie, wenn das Aggiornamento (Verheutigung) dafür missbraucht wird, gerade die Gruppen zu bekämpfen, die genau im Sinne Johannes XXIII handeln. Das Problem ist nicht, die Fenster der Kirche weit aufzumachen. Jugend 2000 und andere tun dies doch. Wo ist denn die Kirche jugendlicher als bei diesen? Wer hält denn Anbetung und Lobpreis und zieht Zweifler in den Bann. Verheutigung ist bestimmt nicht oberflächlicher Abklatsch von „Welt“, sondern die Reflexion der Welt im Lichte des Glaubens. Das Mainzer Bildungswerk reflektiert sich selbst im Lichte seiner Ideologie und erzeugt bei offenen Fenstern zusätzlich einen Durchzug, der jede Substanz wegweht! Verheutigung geht immer auch zum Ziel der Eucharistie. Sie ist letztlich „der Punkt, von dem alles Strahlenförmig hinführt und auf den alles zustrebt.“ (Verlautbarungen des Ap. Stuhls 157 „Der Priester, Hierte und Leiter der Pfarrgemeinde“, Instruktion. Wann endlich hört man einmal eine öffentliche Stellungnahme des zuständigen Kardinals oder des Bildungswerkschefs? Keine Sorge: Selbst dann wird alles wieder schwammig geredet und rhetorisch geschickt abgetan. Meine Herren in Mainz: DAS MASS IST VOLL!!!
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#20   benegut   23:58:08 | Samstag, 23. Juli 2005
Wer nichts mehr zu verteilen hat ist glaubwürdig!!!
Yersinia, du begibst dich selbst in die Falle: Wir reden von der Kirche und nicht von einem Konzern! Dass jemand von der Kirche existentiell abhängig sein soll, nur weil er von ihr bezahlt ist, ist doch ein Trugschluss! Ich selbst fühle mich existentiell von ihr „abhängig“, weil sie mir existentiell etwas zu sagen hat. Die Bewegungen sind nicht aus finanziellen Gründen entstanden, sondern weil sie sich mit der Kirche verbunden fühlen. Die Macht der Kirche ist nicht das Geld sondern überzeugte Christen! Nach dir würde gelten, dass die Kirche nur zusammenhält, weil Theologen bezahlt werden! Wie erklärt es sich dann, dass trotz Bezahlung theolog. Fachkräfte völlig frei sagen können, was sie wollen? Ist das im Fall von Mainz etwas nicht so? Weil die Verschmähten eben ganz ohne Bezahlung die Einheit der Kirche froh und unverkrampft leben, sind sie überzeugend. Das macht den Kritikern Angst. Sie haben Angst vor der Einheit, weil sie ihnen in die Beliebigkeitsideologie nicht passt. Scheinbar sollen sich die verschiedenen Gruppen bekämpfen. Warum sonst offenbarst du dich mit der Aussage, das sei eine „spannende Geschichte“. Die geistlichen Bewegungen werden in Zukunft so überzeugend junge Leute begeistern, dass man in Mainz und anderswo noch agressiver dagegen angeht: Schwach! Die Überzeugung der Gruppen ist stark: Wir lieben Jesus, wir lieben seine Kirche, wir lieben die Menschen und wir wissen, dass Gott das Schiff nicht sinken lässt. Auch wenn in der Besatzung Piraten sitzen!
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#19   Umkehrbefreit   19:29:03 | Samstag, 23. Juli 2005
Schisma dank der Würzburger Synode
@yersinia
Dem kann ich nicht beipflichten. Wenn die Katholiken die SOnntag für Sonntag ihre Sonntagspflicht erfüllen und aus den Sakramenten leben etwas zu sagen hätten, dann wäre dieser ganze Mist der das ganze Papier nur verschwendet obsolet!!!
Ut unum sint! Auf das sie alle eins seien. Das Bistum Mainz und auch andere Bistümer und Organisationen treiben aber ein immer grösser werdendes Schisma in die heilige Kirche. Angefangen hat es mit der „Würzburger Synode“ auf die sich viele berufen aber nichts verstanden haben.
Man sollte auch das andere Auge öffnen um das Ganze zu sehen!
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#18   Yersinia   17:19:48 | Samstag, 23. Juli 2005
nun, ich stelle mir ein weiteres Szenario vor:
wer nichts mehr zu verteilen hat, hat auch keine Macht mehr – es wäre eine „machtlose Kirche“ im besten Sinn; wer von einer Kirche existentiell nicht abhängig ist, aber theologisches Fachwissen hat, kann dies dann völlig unabhängig und frei in den dann sicher noch verstärkt losbrechenden theologischen Diskurs einbringen – es gäbe völlig unterschiedliche, bunt wachsende Gruppierungen (keine Sorge, die Traditionalisten wären eine davon), die alle für sich ihr Heil suchen und den Glauben auslegen, wie es ihnen eben in den Sinn kommt – also im Grunde eine sehr spannende Geschichte. Selbstverständlich müßten diese Gruppierungen dann verstärkt in den rechtfertigenden Diskurs mit „spirituellen“ Gruppierungen der Esoterikszene, anderen Religionen und sonstigen Bewegungen treten, um „hörbar“ zu bleiben; nicht zuletzt bekommt man gegen schlechte Bezahlung zwar eher gutwillige Dilletanten als kompetente Fachleute, aber damit müßen die katholischen Gruppierungen dann halt leben.
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#17   benegut   15:48:04 | Samstag, 23. Juli 2005
benegut@Yersinia
Natürlich zahlen alle Kirchensteuer. Ich sage ja auch nicht, daß das grundsätzlich schlecht ist. Es werden ja auch viele wertvolle und gute Projekte damit gefördert. Nicht zuletzt auch unsere Hirten, die ja auch von etwas leben müssen. Du wolltest mich wohl absichtlich falsch verstehen: Es geht hier nicht um demokratische Strukturen! Wer aus vollem Herzen in der Kirche mitarbeitet, sei er Laie oder Priester, wäre sicher auch bereit, für weniger oder ehrenamtlich seinen Dienst zu tun. Denn dann würden nur die wirklich interessierten Gläubigen mitmachen und nicht solche, die im Schutz der sicheren Einkommen aus den MItteln der Kirche, dikriminierende Äußerungen loslassen, die keinem etwas bringen und uns keinen Schritt glaubwürdiger machen. Dann wäre ein konzentrierteres Arbeiten gefragt, weil mit Hilfe von fleißigen und glaubenstreuen Laien viel auf die Beine gestellt werden könnte! In Italien und Frankreich ist die Kirche auch nicht anders aufgebaut als bei uns. Eines ist aber festzustellen: Der Wohlstand treibt dort nicht solch absonderliche Blüten wie in unseren Breiten. Wenn ich mein Geld selber an die Kirche vergeben könnte, würde ich konkret sinnvolle Projekte unterstützen. Ein Bildungswerk mit einer solchen Besetzung und solchen Pamphleten als Publikationsorganen würde dann so nicht existieren. Die Publikationsorgane einer intakten Kirche sind überzeugte und treue Christen. Laien und Priester!
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#16   Yersinia   13:21:31 | Samstag, 23. Juli 2005
@benegut: du wirst doch wohl nicht demokratische Strukturen
in das kirchliche Geschehen hineinreklamieren wollen? – aber eine kleine Anmerkung in Fortführung deiner Argumentation sei gestatte: auch andere zahlen Kirchensteuer!
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#15   Rogade   10:40:44 | Samstag, 23. Juli 2005
Erstaunliche Resonanz
Erstaunlich, was für ein Echo das Mainzer Bildungswerk hervorruft. Beim Durchlesen der Beiträge muss ich schon sagen, dasses mich zuversichtlich stimmt, nicht alleine mit meiner Meinung zu stehen. Das sog. ZDK kann sich jetzt wohl auch nicht mehr in der Sicherheit wähnen, offizielles Sprachrohr der deutschen Katholiken zu sein. Die glaubenstreuen Katholiken haben dessen Methoden längst durchschaut! Endlich kommen die wirklichen Kirchenprobleme aufs Papier, die uns zu zersetzen drohen. Und die sind hausgemacht. Zersetung von innen! Loberale Ideologien von einigen selbsternannten Glaubensverbesserern wird eben zunehmend mehr als lauer, modriger Mief der 68er enttarnt. Was Benegut über den Kirchensteuermissbrauch schreibt, kann ich absolut unterstreichen. Überall wird doch angeblich gespart. In verschiedenen Bistümern, darunter auch im Bistum Mainz war doch für Millionen Mc Kinsey zu Gast. Einige Bischöfe, darunter besonders Lehmann, hätten besser getan, unsere Steuergelder nicht mit Beraterverträgen zu vergeuden, die die kirchlichen Strukturen gefährden (s. Fulda…), sondern endlich etwas zur wirklichen Neuevangelisierung der Gläubigen und nicht mehr Glaubenden zu tun! Arm sieht es da im Bistum Mainz und anderswo allerdings shcon aus, wenn man nicht mehr aus dem Reichtum des katholischen Glaubens schöpfen will und stattdessen olle Kamellen von vorgestern -als „Bildungsoffensive“ getarnt- unter die Leute bringen möchte!
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#14   benegut   09:38:01 | Samstag, 23. Juli 2005
Kirchensteuerverschwendung gegen die Kirche!!!
Es macht mich eherlich wütend, wenn ich so etwas lesen muss. Als braver Steuerzahler und bekennender Katholik habe ich nicht nur ein Recht darauf, dass die katholische Lehre unverfälscht dargelegt und vertreten wird, sondern auch, dass die heilige Liturgie ohne Zutaten von irgend welchen Altar-Showmastern gefeiert wird. Ich habe aber auch ein Recht darauf, dass mein teuer verdientes Geld nicht in den Rachen von geltungsbedürftigen Intelligenzbestien wie beispielsweise solchen in Bistum Mainz geworfen wird! Leider weiss ich auch, dass das wohl nicht anders zu machen geht. Würde man solchen Einrichtungen das Geld abdrehen, würden sie ihre flotte „Wohlstandstheologie“ ganz schnell bleiben lassen. Ist es eigentlich nur noch in bstimmten Bistümern möglich, einfach nur normal katholisch zu sein? Im Bistum Mainz scheint das wohl nicht zu gehen, wenn schon das Bildungswerk, dessen oberer Leiter ja der Bischof von Mainz (Lehmann) ist durch seine feine Öffentlichkeitsarbeit das Katholischsein angreift!
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#13   gretipleti   22:50:08 | Freitag, 22. Juli 2005
Was denn noch alles?!
Immer wieder kommen Informationen über Mißstände an die Öffentlichkeit. Daß jetzt auch das Bistum Mainz darunter ist, läßt ja tief blicken. Vorzeigebistum – adé! Wie weit muß es denn noch bergab gehen. Es gibt ja gottlob viele gute Bischöfe, denen unser voller Respekt gilt. Weiß Kardinal Karl Lehmann eigentlich nicht, was da in seinem Bildungswerk los ist, oder will er es nicht wissen? Ich fürchte wohl Letzteres. Was wird nicht alles schöngeredet und geduldet. „Entzauberung“ s.U. ist wohl das richtige Wort. Die Masse läuft ja nicht den glaubenstreuen Bischöfen nach. Hier sind eher die Stillen zu finden, die Leiden unter Ihresgleichen, die versuchen, die Kirche von innen auszuhöhlen und auf ihre Bedürfnisse zu lenken. Es gibt mehr Bewegungen hierfür, als man glauben sollte. „Kirche von unten“ ist da nur eine. Sie haben aber ein Problem: Wer kein Profil hat und es sich nur durch Madig machen der anderen glaubt zu erringen, dem gehen doch nur noch die Alt-Betroffenen auf den Leim. Es wäre jetzt an der Zeit, daß Kardinal Lehmann bei sich klare Strukturen und eine richtungsweisende gut katholische Bildungsarbeit einführt, und bekennt, daß er das Purpur zur Verteidigung des reinen Glaubens zu recht trägt. Nur als Randbemerkung: In einem Betrieb übernimmt der Chef die Verantwortung. Wenn er es zuläßt, daß Betriebsregeln unterlaufen werden, kann er seinen Hut nehmen. Das sollte sich gerade der Vorsitzende einer Bischofskonferent einmal gründlich hinter die Ohren schreiben.
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#12   Logokath   20:25:31 | Freitag, 22. Juli 2005
Wahrheitskritik als Beliebigkeit
In Mainz wird wohl vergessen, daß gerade in diesen geistlichen Gruppen ein Verständnis christl. Wahrheit aus einer tiefen kirchlichen Glaubensüberzeugung erwächst. Wer so glaubt, liebt die Kirche und möchte nicht ständig eine experimentell-kritische Theologie unter die Nase gehalten bekommen, die ja selbst höchst exclusivistisch Kirche und ihre Tradition angreifen und aushebeln will! Wenn die spirituelle Energie und der missionarische Erfolg der geistlichen Bewegungen schon nicht geleugnet werden kann, dann werden sie halt mit diesen ewig gestrigen Ideologieparolen einiger rückschrittlicher Progressisten zu bekämpfen versucht! Sie können es nicht ertragen, daß segensreiche Gruppen mit der Kirche denken und ein wahrhaft geistliches Profil haben, das überzeugt. In diese Bildungswerksseminare kommen vermutlich doch nur wieder ein paar altbekannte „Leiden- an-der-Kirche“-Gäste, deren Betroffenheit über ihre Situation keine Offenheit mehr zuläßt für das Wirken des Geistes, der Freude am Glauben, Zuversicht und Begeisterung erwirkt. Eigentlich sind sie ja zu bedauern, denn sie wissen offenbar selbst, daß ihre Zeit abgelaufen ist, und daß sie mit ihrer Übelkampagne keinen Hund mehr hinter dem Ofen vorlocken können. So suchen sie halt Gleichgesinnte, um mit diesen ein eigenes Bild einer eigenen „Kirche“ zu pflegen, das nie existiert hat und nie existieren wird. Außer eben in den Köpfen der gelehrten Bildungsleute des katholischen Bistums Mainz. Lehmann sei’s gedankt!
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#11   Yersinia   17:24:34 | Freitag, 22. Juli 2005
als „selbstreferentiell“ wird in der Systemtheorie
die Eigenschaft eines Systems bezeichnet, sich immer auf die eigenen „Größenbestimmungen“ zu beziehen und sich auch nur darauf beziehen zu können – übertragen auf das Posting (und abweichend von systemtheoretischer Begrifflichkeit ) bedeutet dies, dass Christen selbstverständlich Christus „haben“ und sich auf Christus und die christliche Heilshoffnung beziehen – dies läßt sich aber nur im innerchristlichen Kontext als Bestimmungsgröße festmachen; Andersgläubige oder Nichtglaubende haben ihre eigenen „Bestimmungsgrößen“.
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#10   Rogade   08:40:03 | Freitag, 22. Juli 2005
So ist das also!
Es wundert einen ja gar nichts mehr. Nicht nur im Bistum Mainz werden mit aller Gewalt Neu(?)-Evangelisierungsversuche gestartet, bei denen zu fragen ist, wer da denn wen wie vom Evangelium begeistern will! Wenn das Bistum Mainz – vertreten durch seine Speerspitze, das Bildungswerk – das Projekt damit beginnt, mit Schmutz auf die wirklich glaubenstreuen Gemeinschaften und Kreise zu werfen, dann kann ich den anderen Meinungen hier nur zustimmen: Ideologie pur! Ist das auch die Meinung des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz? Er versteht sich ja vortrefflich darauf, auf direkte Anfagen lange, kluge ausweichende Sätze zu antworten, von denen alle begeistert sind und nicht erkennen, dass eigentlich gar nichts gesagt wurde! Frucht bringt so etwas bestimmt nicht. Vielleicht brauchen ja einige Damen und Herren in Mainz für ihre eigene Unzufriedenheit mit unserem neuen Papst und mit der Kirche, die sie sich anders wünschen, eine Plattform, um sich austoben zu können. Sind das vielleicht Alt- bzw. Neu-68 er. Würde sich das Bildungswerk bei den verteufelten Organisationen Ratschläge holen und sihc einmal informieren, dann käme solch ein unerfreulicher Beitrag wohl nicht zustande. Aber was nutzt es: Wo die Ideologie eingezogen ist, hat das Argument keinen Platz. Die Entzauberung von Lehmann und Mainz sollte jetzt spätestens begonnen haben!
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#9   sedia   07:57:37 | Freitag, 22. Juli 2005
Erkenntnis wäre notwendig…
denn Lehmann hat mit diesem Vorfall in seinem Bistum nun nicht mehr länger verbergen können, was alle glaubenstreuen Katholiken ahnen: Es gibt offenbar eine ideologische Richtung im Bistum Mainz, die auf kirchlicher Indifferenz und Strukturen aufgebaut ist, welche mindestens mit Duldung nicht nur das Bistum sondern auch ganz Deutschland durchdringen sollen. Die eigentliche Macht geht also nicht vom Glauben aus sondern von der liberalen Kirchenpolitik des Kardinals. Daher sind für das Bildungswerk alle Richtungen und Gemeinschaften, die sich am Glaubensfundament orientieren gefählich, weil sie das wackelige Scheinfundament der Meinungsmacher in Mainz und anderswo mit Leichtigkeit zum Einsturz bringen können. Diese Politik wird aber scheitern: Wer seine Existenzberechtigung nur auf Stimmungsmache und Ideologie gründet, hat seinen Lohn bereits erhalten. Das ist im Falle des Bildungswerkes von Mainz wohl der einmalige Auftritt, von dem sich einige Fortschrittliche begeistert zeigen werden und dem dann aber hoffentlich keine mehr folgen werden. Die Denkrichtung ist mehr als deutlich und wie gesagt: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!
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#8   MilesChristi   23:52:20 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@ Mainz
Die Zustände in Mainz und vor allem die Figur Lehmanns waren Papst Johannes Paul II sehr bekannt; trotzdem hat er ihn zum Kardinal kreiert.
Das war einer meiner „Augenöffner“ für die wahre Lage der Kirche.
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#7   katakombus   23:33:11 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Wer hat hier die Aufsicht?
Offenbar bestätigt es sich wieder, dass unter der Regie von Kardinal Lehmann einiges Absonderliche geduldet wird, um in der Öffentlichkeit mitreden zu können und gut dazustehen. Hier scheint wohl wieder einmal die Spitze des Eisbergs der Politik Lehmann aufgetaucht zu sein. Wo bleibt denn da die Aufsicht über das Bildungswerk? Wer ist denn bitte letztverantwortlich für so etwas? Wer auf solche Weise Glaubensbewegungen an den Pranger stellt, die vom Papst befürwortet werden, hat sich doch selber disqualifiziert. Hat Kardinal Lehmann vielleicht gar kein Interesse, einzuschreiten? Es ist immer eine Frage der Besetzung von Stellen, wenn so etwas geschrieben wird! Vielleicht versteckt sich Lehmann hinter dem „Bildungswerk“ um damit einen taktischen Widerstand gegen Rom vorzubereiten? Nicht umsonst hat er ja öffentlich geäußert einen „kritischen Dialog“ mit Rom führen zu wollen. „Hansemann geh du voran“ scheint hier die Parole zu sein! Es wird höchste Zeit, nach solchen Äußerungen das Bistum des Vorsitzenden der Bischofskonferenz grundsätzlich genauer unter die Lupe zu nehmen. Reden und Tun ist ja bekanntlich ein Unterschied, und was im Fernsehen öffentlichkeitswirksam ist, muß im Alltag längst nicht stimmen! Seid also wachsam!
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#6   Umkehrbefreit   23:29:23 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Bistum Mainz ist eine Blamage
Zuerst wollte der Kardinal einen ökumenischen Akzent beim Weltjugendtag und nun lässt er gegen jene Gruppierungen hetzen die doch gerade von den Weltjugendtagen ausgegangen sind.
JUGEND2000 sitzt in Regensburg im Bischöflichen Jugendamt und in Eichtstätt wurde sie dem BdKJ gleichgestellt.
Die Neuevangelisierung wird von diesen „Entschleunigern“ getragen. Die Gemeinschaft Emmanuel erreicht mit ihren Festivals ebenso kirchenferne Menschen die auf der Suche sind.
Wen erreicht das Bistum Mainz?
Trotz des protestantischen und mal wieder katholischen Schlingerkurses ist in Mainz ein überaus grosser Priestermangel zu verzeichnen. Ebenso sind die Messfeiern schlechter besucht als anderswo (Ausnahmen sind gute Priester mit eindeutigem römischen Akzent!)
Im Bistum Mainz soll es nun Seelsorgeräte geben, also Laien aus den PGR-Versammlungen die das Tempo vorgeben.
Wann wird Papst Benedikt dieses Übel beseitigen?
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#5   Willi   22:31:21 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@Laurentius2
Selbstreferentialität hat, glaube ich, mit Referenz zu tun aber sicher bin ich auch nicht. Allerdings glaube ich, daß eine „Selbst-Referenz“ nicht gerade aussagekräftig ist. Von daher schlage ich dir vor bei deinen Trostmittel zubleiben, auch wenn diese „nur“ profan ist. Ach ja, zur Zeit beschäftige ich mit den „Entschleunigern“, Konzilsgeschichte vor dem II. V.
In Christo
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#4   Laurentius2   18:12:19 | Donnerstag, 21. Juli 2005
@Yersine
Was bitte bedeutet Selbstreferentialität ? Pardon, leider bin ich gerade nicht in einem Kurs des kath. Bildungswerkes …, sonder lese gerade nur profane Kirchengeschichte als Trostmittel …
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#3   Yersinia   17:45:28 | Donnerstag, 21. Juli 2005
genau lesen und sich mit den Inhalten argumentativ auseinandersetzen
wäre wohl der richtige Weg – abgesehen davon, dass Kritik niemals von vornhereiun unberechtigt, aber immer auch eine fruchtbare Reflexion sein kann – und nicht zuletzt ist „Entschleunigung“ in der heutigen Zeit ein eher positiv besetzter Begriff; anzumerken bleibt schon auch eine gewisse „lebensweltliche Gebrochenheit“ vieler lehramtlicher Texte und eine gewisse „Selbstreferentialität“ gerade von traditionalistischen Vertretern in ihrer Argumentation.
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#2   Benedikt   15:58:36 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Wobei aber zu bemerken bleibt,…
…dass einige der genannten Organisationen tatsächlich obskur sind. Nur werden leider alle über einen Kamm geschoren.
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#1   Laurentius2   15:13:58 | Donnerstag, 21. Juli 2005
Selbstgeißelung & Danke …
… für diesen präzisen Bericht – die Recherche, die genaue Lektüre mainzerisch-„katholischer“ Traktate muß einer Selbstgeißelung gleichkommen.
Es handelt sich aber nicht um einen Einzelfall, immerhin ist es die Diözese des deutschen „Bischofsführers“, des auch von Halb-Konservativen gelobten Diplomaten, der zum Chefhäretiker Küng I. auf dem letzten Kirchentag wortwörtlich via DLF sagte: „Lieber Hans, wir haben mehr gemeinsam als uns trennt.“
Nun, dann haben rechtgläubige Katholiken wohl nicht mehr allzu viel gemein mit dieser Person, die sich offenbar den organisierten Abfall vom überlieferten Glauben zum Ziel gesetzt hat. Lehmann, geh, Mann !
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