Afrika
Der Verdacht erhärtet sich
Tausende nahmen an der Beerdigung des in Kenia ermordeten italienischen Missionsbischofs Mons. Luigi Locati teil. In der Zwischenzeit verhaftete die Polizei auch zwei Priester.
(kreuz.net, Isiolo) Am vergangenen Mittwoch fand die Beerdigung des in Kenia ermordeten italienischen Missionsbischofs, Mons. Luigi Locati, statt. Bischof Locati (76) war Apostolischer Vikar von Isiolo. Isiolo befindet sich im Zentrum des Landes.

Das Requiem wurde vom Apostolischen Nuntius, Erzbischof Alain Paul Lebeaupin, in Anwesenheit des Staatspräsidenten zelebriert.

Während der Beerdigung kamen alle Geschäfsaktivitäten der Stadt zum Stillstand. Der Bischof wurde in einem schwarzen Sarg in der Krypta der St. Eusebius Kathedrale zur Ruhe gelegt.

Mons. Locati wäre in wenigen Tagen 77 Jahre alt geworden. Er war in den 60er Jahren für einen befristeten Aufenthalt nach Kenia gekommen und blieb 42 Jahre.

Seit 1996 war er der Apostolischer Vikar von Isiolo.

Am Tage vor der Beerdigung regnete es in Isiolo seit vielen Jahren wieder: „Wir Westler lachen über diesen Zufall“, erklärte dazu ein italienischer Missionspriester: „Doch hier haben das viele als eine positive Geste des verstorbenen Bischofs für seine Leute interpretiert.“

Nach Angaben der Tageszeitung ‘The Nation’ rief der kenianische Staatspräsident die Bevölkerung bei der Beerdigung auf, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, um die Mörder des Bischofs zu finden.

Der Vizegesundheitsminister, Mohamed Kuti, sagte: „Ich wurde von Bischof Locati aufgezogen. Was ich heute bin, verdanke ich ihm.“

In der Zwischenzeit macht die Fahndung nach den Mördern Fortschritte: „Bis zu diesem Augenblick scheinen zehn Personen verhaftet worden zu sein“, erklärte der Generalvikar von Isiolo, Don Giuseppe Susa, der katholischen Nachrichtenagentur ‘Misna’.

Die Polizei in Isiolo hat nach Angaben der kenianischen Tageszeitung ‘The Standard’ auch zwei katholische Priester festgenommen.

Der erste Priester wurde bereits am Dienstag inhaftiert. Er arbeitete bis Mitte letzten Jahres in einer Pfarrei und mußte dann zurücktreten, weil ihm die Veruntreuung von Pfarreigeldern vorgeworfen wurde.

Der zweite Priester wurde am Mittwoch verhaftet. Er war in einer Pfarrei beschäftigt, deren Schulen vor drei Wochen wegen interner Konflikte geschlossen wurden. Lehrer hatten den Priester angeklagt, sich in die Leitung der Schule einzumischen und Schüler und Eltern aufzuwiegeln.

Die Polizei untersucht auch die Mitarbeiter eines inzwischen nicht mehr funktionierenden kirchlichen Entwicklungsbüros.

Bischof Locati hatte das Büro letztes Jahr geschlossen, die Mitarbeiter entlassen und die Konten eingefroren. Die Mitarbeiter waren der Veruntreuung von Spendengeldern beschuldigt worden.
      
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