Am Montag gewann ein afrikanischer Erzbischof einen Gerichtsentscheid gegen einen rebellischen Priester. Damit sollte der Geistliche jetzt endgültig unschädlich gemacht sein.
(kreuz.net, ) Am Montag verlor Pfarrer Gert Petrus am Obersten Gericht von Namibia gegen seinen Erzbischof.
Das berichtete die Tageszeitung ‘The Namibian’.
Namibia befindet sich im südwestlichen Afrika am Atlantik.
Windhoek ist die Hauptstadt Namibias und liegt im Zentrum des Landes.
In Namibia bilden die Lutheraner
die größte kirchliche Gemeinschaft. Die Katholische Kirche folgt an zweiter Stelle. Die dritte christliche
Gemeinschaft des Landes sind die Anglikaner.
Der Gerichtsentscheid macht eine frühere Verfügung endgültig.
Diese hatte dem aufmüpfigen Pfarrer Ende Mai verboten, in seiner Pfarrkirche ‘Maria, Hilfe der Christen’
die Messe zu lesen.
Außerdem wurde der Priester polizeilich angewiesen, das Pfarrhaus zu räumen.
Die
Rechtsanwälte des Priesters hatten ihr Amt letzte Woche niedergelegt, weil sie nicht in der Lage waren,
Pfarrer Petrus zu kontaktieren.
Der Priester hätte wichtige Dokumente unterschreiben müssen, die dem
Gericht vorgelegt werden sollten.
In ungebrochenem Kämpfergeist will der Priester die Sache auch nach
dem Gerichtsentscheid nicht ruhen lassen.
Der Gerichtsentscheid kam ein Jahr nachdem der Erzbischof von
Windhoek, Mons. Liborius Naschenda (46), das erste Mal versucht hatte, Pfarrer Petrus aus seinem Amt zu
entfernen.
Pfarreiangehörige hatten sich über ihn beklagt. Der Priester sei der Trunksucht verfallen
und praktiziere die Hexerei.
Pfarrer Petrus bekräftigte seine Unschuld und weigerte sich, dem Befehl
seines Erzbischofs zu folgen und seine Pfarrei zu verlassen.
Daraufhin ließ der Erzbischof die Kirche
im Oktober verriegeln. Der Pfarrer blieb aber weiterhin im Pfarrhaus und verlagerte die Gottesdienste
in den Pfarreisaal.
Der Erzbischof wartete weitere vier Monate.
Ende Februar exkommunizierte er den
Priester, der weiterhin im Pfarrhaus ausharrte. Das war die erste Exkommunikation in Namibia, seitdem
die ersten Missionare das Land im Jahre 1896 betraten.
Die im Oktober verriegelte Kirche wurde erst Mitte
Juni wieder eröffnet, nachdem Pfarrer Petrus die Gemeinde verlassen hatte.
Der Geistliche hinterließ
eine gespaltene Pfarrei. Einige seiner Anhänger waren sogar in Straßenschlachten verwickelt.
Vor zwei
Wochen versuchte der Bischof, die beiden Parteien zu treffen. Doch die Gruppe, die sich für eine Entlassung
des Pfarrers stark gemacht hatte, erschien nicht.
Obwohl die Kirche wieder geöffnet wurde, hielten die
Anhänger des alten Pfarrers bis vor zwei Wochen ihre eigenen Gottesdienste im Pfarreisaal.
Anschließend
kehrten sie für zwei Sonntage in die Pfarrkirche zurück. Doch letzten Sonntag haben sie sich erneut
in den Pfarreisaal verlagert, weil sie über den Verlauf der Verhandlungen mit dem Bischof verärgert
sind.
Das Verhältnis zwischen dem Erzbischof und Pfarrer Petrus scheint schon länger gespannt gewesen
zu sein.
Im Jahr 2003 bemühte sich der Priester um einen Studienaufenthalt an der Päpstlichen Universität
Urbaniana in Rom. Er wollte dort im Kirchenrecht promovieren.
Die Studienpläne sollen damals am Erzbischof
gescheitert sein.
Der Fall hat die Katholische Kirche, die in Namibia ein geringes Profil aufweist, fast
über Nacht in die Schlagzeilen gebracht.
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Extrem ICh finde es ein wenig extrem jemanden mit dem Kirchenbann zu belegen, weil es Gerüchte über
ihn gibt, er wäre Alkoholiker und hätte mit Hexerei zu tun. Da hätte ich wirklich mehr feingefühl
erwartet, besonders, wenn diese Gerüchte sich als Tatsachen herausgestellt hätten… Die Reaktion dieses
Priesters, der sich ja zum Gehorsam verpflichtet hat ist aber auch sehr extrem. Vielleicht wäre die Situation
mit gegenseitigem Verständnis und etwas Feingefühl einfacher zu lösen gewesen.