10:18:13 | Dienstag, 26. Juli 2005
Warum wurde der kanadische Premierminister, Paul Martin, angesichts der von ihm durchgedrückten staatlichen Anerkennung des Homo-Konkubinats nicht exkommuniziert? Hier ist der Grund. Von Ted Byfield, Kommentator der Onlinezeitung ‘WorldNetDaily’.
(kreuz.net) Charlie Angus ist ein sozialistischer Parlamentarier aus Ontario. Ontario ist eine Provinz
von Kanada. Sie liegt im Süden des Landes bei den großen Seen.
Die Medien beschreiben den Sozialisten
Angus häufig als „streng gläubigen Katholiken“.
Allerdings scheint er ein noch gläubigerer Sozialist
zu sein.
Trotz mehrfacher Warnungen, daß die kirchliche Lehre und das mittlerweile
staatlich anerkannte
Homo-Konkubinat unvereinbar sind, stimmte der sozialistische Katholik oder katholische Sozialist für
das Homo-Gesetz.
Angus Pfarrer verweigerte dem Parlamentarier daraufhin die Heilige Kommunion.
Angus
protestierte beim Bischof. Doch dieser bestätigte die Entscheidung seines Priesters.
Ebenfalls in der
Provinz Ontario mußte Joe Comartin – ein anderer sozialistischer Abgeordneter – die kirchlichen Konsequenzen
für seine Unterstützung des Homo-Konkubinates tragen.
Der örtliche Bischof verbot dem Sozialisten
öffentlich, weiterhin an einem kirchlichen Ehevorbereitungskurs mitzuarbeiten.
Somit wurden zwei Abgeordnete
wegen ihrer Unterstützung der staatlichen Gleichsetzung eines Homo-Konkubinats mit der Ehe von der Kirche
bestraft.
Preisfrage: Was wird jetzt mit dem – angeblich katholischen – Ministerpräsidenten geschehen,
der die eigentliche Verantwortung für das ungerechte Gesetz trägt, es gefördert hat und seinem Kabinett
sogar befahl, auch gegen die eigene Überzeugung dafür zu stimmen?
Charlie Angus wurde als öffentlicher
Sünder aus der Kirchegemeinschaft ausgeschlossen. Warum ist das gleiche nicht mit Premierminister Paul
Martin geschehen?
Gibt es in der Kirche für Ministerpräsidenten besondere Dispensen?
Das klingt zwar
unwahrscheinlich, scheint aber so zu sein.
Dafür gibt es einen Präzedenzfall. Im Herbst 2000 starb
der frühere kanadische Premierminister Pierre Elliott Trudeau. Auch Trudeau wurde gerne als bekennender
und tiefgläubiger Katholik hingestellt.
Doch Trudeau war verantwortlich für die Legalisierung der Kinderabtreibung
in Kanada.
Er wurde mit allen denkbaren kirchlichen Ehrungen begraben.
Angenommen, die Kirche hätte
Trudeau ein katholisches Begräbnis verweigert. Und angenommen, die Kirche würde den kanadischen Premierminister
und alle Abgeordneten, die sich katholisch nennen aber zugleich für das Homo-Konkubinat stimmen, wie
Charlie Angus behandeln.
Dann würde ein Schrei der Empörung und Betroffenheit durch die kanadischen
Medien gehen. Die ganze Welt würde davon reden: „Die Katholische Kirche exkommuniziert den kanadischen
Premierminister wegen der Homosexuellen.“
Doch welche Folgen würden sich daraus ergeben, so daß sich
die Kirche deswegen beunruhigen müßte? Welchen Einfluß hätte ein solches kirchliches Handeln auf die
Gläubigen? Würden sie dadurch ermutigt, die Lehre der Kirche ernstzunehmen und ihr Leben danach auszurichten?
Die Antwort lautet: Ja.
Eine solche Vorgangsweise würde zeigen, daß die Kirche glaubt was sie verkündet
und auch danach handelt.
Aber, was ist mit den weltlich Gesinnten? Würden sie nicht abgeschreckt?
Natürlich.
Aber die meisten von ihnen haben die Kirche bereits vor Jahren verlassen.
Und die Jugendlichen?
Sind
die Jugendlichen eher für oder gegen eine staatliche Anerkennung des Homo-Konkubinates? Ich weiß es
nicht.
Eines jedoch unterstützt die Jugend mit Sicherheit nicht: nämlich das, was sie als die „Heuchelei
der Religion“ wahrnimmt.
Wenn Jugendliche sehen, daß die Kirche Charlie Angus mit einem Maß und den
Ministerpräsidenten mit einem anderen Maß mißt, dann fühlen sie sich mit Sicherheit abgestoßen.
Was könnte eine Exkommunikation bei Ministerpräsident Paul Martin bewirken?
Ich vermute, sie wäre
für ihn ein Anlaß, über seinen Glauben nachzudenken, wie er es vielleicht niemals zuvor getan hat.
Ähnlich müssen Charlie Angus und Joe Comartin über ihren Glauben nachdenken. Sie werden sich fragen:
Was zählt mehr – die Partei oder der Glaube, diese Welt oder die nächste?
Das ist eine gute Frage –
für jeden von uns.
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