Afrika
Der Verdacht wird zur Gewißheit
Nach der Ermordung des italienischen Missionsbischofs, Mons. Luigi Locati, in Kenia richtet sich der Verdacht der Kriminalpolizei immer stärker gegen einen der zwei verhafteten Priester.
(kreuz.net, Isiolo) Mons. Locati (77) wurde am 14. Juli nach dem Abendessen auf dem Weg in seine Wohnung erschossen. Er war der Apostolische Vikar von Isiolo in Zentralkenia. Im Gefolge der Tat wurden zehn Personen verhaftet, darunter zwei Priester.

Die katholische Nachrichtenagentur ‘Misna’ berichtete heute, daß die Kriminalpolizei inzwischen genügend Anhaltspunkte gesammelt hat, um einen der Priester als Mandaten des Verbrechens festzunageln.

Isiolo befindet sich 250 km nördlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Mons. Locati hatte die letzten vierzig Jahre seines Lebens in Kenia gewirkt. Seit 1996 war er Apostolischer Vikar von Isiolo.

Die Sicherheitskräfte gaben die Personalien des Hauptverdächtigen bisher nicht bekannt. Sie teilten aber mit, daß der zweite verhaftete Priester gestern freigelassen wurde.

Die kenianische Tageszeitung ‘East African Standard’ berichtete heute, daß sich zwei weitere Personen in der Hand der Polizei befinden, welche die Bluttat ausgeführt haben. Sie sollen vom hauptverdächtigen Priester dazu engagiert worden sein.

Die Ermordung des Bischofs steht vermutlich mit einer massiven Veruntreuung von diözesanen Geldern durch den tatverdächtigen Priester im Zusammenhang. Der Schwindel wurde Mitte letzten Jahres von Mons. Locati aufgedeckt.

Der Chef der Untersuchungsdepartements der Kriminalpolizei hat bekanntgegeben, daß drei weitere Männer, die zur Gruppe des vermuteten Mörders gehören, bereits identifiziert wurden:

„Wir kennen ihre Personalien und besitzen ihre Photos. Früher oder später werden wir sie verhaften.“

Der Tatverdächtige war der erste der zwei Geistlichen, die von der Polizei nach dem Verbrechen in Untersuchungshaft genommen wurden.

Er wurde bereits am letzten Dienstag verhaftet.

Bis Mitte letzten Jahres war er Pfarrer. Dann wurde er von seinem Bischof – Mons. Luigi Locati – zum Rücktritt gezwungen, weil ihm die Veruntreuung von kirchlichen Geldern vorgeworfen wurde.
      
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