Katastrophe
Ein unnötiges und schreckliches Unglück?
Hat Christus am Kreuz sein Leben hingegeben oder wurde es ihm geraubt? Die Londoner Terroranschläge brachten nicht nur den Verkehr, sondern auch das bischöfliche Verständnis der katholischen Lehre zum Erlahmen.
(kreuz.net, London) Am letzten Samstag wurde Anthony Fatayi-Williams (26) in London mit den heiligen Riten der Kirche begraben. Anthony starb am 7. Juli bei den Londoner Terroranschlägen. Er war der Sohn einer katholischen Mutter und eines moslemischen Vaters.

Das Requiem hielt der katholische Weihbischof von Westminster, Mons. Alan Hopes (61).

Beeindruckend war das Zeugnis der Mutter des Verstorbenen: „Ich bin nicht zornig“, erklärte sie nach dem Begräbnis ihres Sohnes: „Natürlich bin ich traurig. Ich habe meinen einzigen Sohn verloren. Ich bin zutiefst betrübt, aber ich bin nicht zornig.“

„Der Zorn zeugt Haß und dieser wiederum zeugt noch mehr Gewalt. Also: Laßt uns vergeben“, erklärte Frau Fatayi-Williams vor dem ‘Britischen Rundfunk’.

Für das Anliegen der Vergebung hat Anthonys Mutter eine eigene Stiftung gegründet.

Mehr Schwierigkeiten hatte der Weihbischof während seiner Predigt, die richtigen Worte zu finden. So erklärte Mons. Hopes, daß Anthony keines gewöhnlichen Todes gestorben sei.

„Das Requiem für Anthony, der vor seiner Zeit gestorben ist, erinnert uns sehr stark an den Tod Jesu Christi – ein unschuldiges Opfer, dessen Leben ihm von jenen geraubt wurde, die glaubten, im Namen Gottes zu handeln.“

Bischof Hopes zitierte abschließend einige Worte der Mutter von Anthony:

„Sein Tod war ein unnötiges und schreckliches Unglück – wie jener des Herrn – doch aus dem Unglück erschafft Gott Vater Auferstehung, Hoffnung und die ewige Seligkeit des Himmels.“

Es ist eine ausgewachsene Blasphemie, den Tod bei einem Terroranschlag mit dem Tod des Heilandes am Kreuz zu vergleichen, kommentierte ein englischsprachiger Weblogger:

„Damit wird ein wesentlicher Punkt der Aussage der Evangelien mit Füßen getreten: ‘Christus hat sein Leben nicht verloren, sondern er hat es aus freien Stücken hingegeben: Es wurde ihm nicht geraubt, wie der Weihbischof im Überschwang der Worte erklärte.’“

Christus selber hat auf diese Unterscheidung nach den Worten des Johannesevangeliums in der ‘Rede des Guten Hirten’ selber hingewiesen:

„Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand nimmt es mir, sondern ich gebe es freiwillig hin. Ich habe die Vollmacht, es hinzugeben, und ich habe die Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“
      
11 Lesermeinungen
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#11   MilesChristi   12:33:19 | Mittwoch, 27. Juli 2005
@ Marcel
Highlander habe ich mir nicht angeschaut, aber wohl Braveheart und zwar ein paar Mal :-)
Cormac Kardinal Murphy-O’Connor ist ja der Erzbischof von Westminster in London und ich habe in der Vergangenheit einige Texte und Aussagen von ihm gelesen die eben nicht katholisch sind (ähnlich wie bei Kasper und Lehmann).
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#10   Marcel   10:51:16 | Mittwoch, 27. Juli 2005
Hope(s)less II.
Ja, es ging um Mgr. Hopes, im Kreuznet-Artikel, auf ihrer englischen WWW-Seite, und in meinem darauf bezugnehmenden Beitrag.
Wie kamen Sie auf O’Connor? Haben Sie Highlander angekuckt? ;-)
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#9   MilesChristi   10:41:52 | Mittwoch, 27. Juli 2005
Korrektur!
Der Text stammt nicht von Kardinal Murphy-O’Connor, sondern von einem seiner Weihbischöfe (Hopes) ! Ich bitte um Entschuldigung für diesen Fehler.
Von Murphy-O’Connor gibt es aber zahlreiche Beispiele von häretischem Gedankengut vor allem in Bezug auf die Protestanten.
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#8   Marcel   09:30:01 | Mittwoch, 27. Juli 2005
Hope(s)less
Danke Miles für die Klarstellung per englischem Originaltext.
Die direkte – und von Kreuz.net vollkommen korrekt zitierte – Häresie kommt zwei Absätze weiter im Text: „His death has been a needless and terrible tragedy – as was the Lord’s – but from tragedy God the Father brings resurrection, hope and eternal bliss of heaven.“
(Fettdruck durch mich.)
Wäre der Satz in einem Forum gefallen, wo man in der Regel losschreibt, was man gerade denkt, könnte man zugutehalten, daß der Mann sich vielleicht extrem unglücklich ausgedrückt hat.
Da der Text aber auf der offiziellen Diözesanseite Mgr. Hopes auftaucht und man davon ausgehen darf, daß der Text durch mehrere klerikale Hände (und Augen) wanderte, bevor er in „Druck“ ging, liegt die Sache etwas anders.
Wenn er es willentlich so meinte, wie es dasteht, glaubt er nicht mehr an die dogmatische Lehre der Kirche.
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#7   MilesChristi   23:57:44 | Dienstag, 26. Juli 2005
@ Sirilo
Hier ist es was der sehr liberale, teilweise häretische Erzbischof von Westminster, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, in der Messe sagte, im englischen Original:
„„This funeral Mass for Anthony, who died before his time, reminds us so much of the death of Jesus – an innocent victim, whose life was violently robbed from him by those who believed they were acting in the name of God.“
Quelle: www.rcdow.org.uk/cardinal/default.asp?content_ref=45…
Reicht dir das ? Warum diffamierst du kreuz.net so grundlos ?
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#6   Sarto   20:55:47 | Dienstag, 26. Juli 2005
Opfer
Christus hat am Kreuz sein Leben dem himmlischen Vater als Sühnopfer für unsere Sünden hingegeben.
Darum ist Christus in die Welt gekommen.
Das ganze Leben Jesu von Nazareth war auf dieses Opfer ausgerichtet, das er seinen Predigten angekündigt, im Abendmahlssaal sakramental vorweggenommen und auf Kalvaria Gott-Vater dargebracht hat.
„Ipse autem vulneratus est propter iniquitates nostras adtritus est propter scelera nostra disciplina pacis nostrae super eum et livore eius sanati sumus“(Isaias 53,5)
Mel Gibson hat das in seinem Film über die Passion genau erfasst.
Wer sagt, der Kreuzestod Christi sei als tragisches Scheitern zu verstehen, macht aus dem Siegeszeichen des Kreuzes wieder ein Schandmal.
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#5   Sirilo   20:54:13 | Dienstag, 26. Juli 2005
Urteile ohne authentische Grundlage
Haben wir den autorisierten Originaltext der Worte des Kardinals von Westminster vorliegen?
NEIN!
Haben wir eine autorisierte Übersetzung seiner Worte ins Deutsche vorliegen?
NEIN!
Aber schon sondern selbstgerechte (selbsternannte Gerechte) „Fromme“ hämische Worte über diesen Mann ab und plustern sich scheinheilig auf. Sucht nur die Splitter in den Augen anderen, aber gebt bloß die Balken im eigenen Auge nicht her!
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#4   Gotthard   19:43:30 | Dienstag, 26. Juli 2005
Zeugnis der Hoffnung
„Sein Tod war ein unnötiges und schreckliches Unglück – wie jener des Herrn – doch aus dem Unglück erschafft Gott Vater Auferstehung, Hoffnung und die ewige Seligkeit des Himmels.“
ein wundervolles Glaubenszeugnis!
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#3   flectamus genua   18:53:33 | Dienstag, 26. Juli 2005
@Rocki Präzisierung
Konsistorium am 21. Februar 2001
(aus der Ankündigung des Heiligen Vaters Johannes Paul II. vor dem Angelusgebet am 21. Januar 2001)
-MURPHY-O’CONNOR Cormac 24.08.1932 Großbritannien (Europa) wahlberechtigt
gruss
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#2   Rocky   17:38:57 | Dienstag, 26. Juli 2005
Präzisierung
Vielleicht gehöre ich zu jenen Naivlingen, die es nicht wissen – na gut. War der Bischof katholisch oder anglikanisch? Leider ist das im Artikel nicht vermerkt. Sollte er röm.-kath. sein, dann stünde ihm ein neues Studium der Dogmatik gut an! Es gibt die Küng+Co’s, die sich in unserer Kirche scheinbar die These vom „gemarterten Mann am Kreuz“ leisten dürfen. Aus dieser Ecke ist mann Glaubensirrtümer schon fast gewöhnt… – aber ein katholischer Bischof???
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#1   Marcel   15:36:52 | Dienstag, 26. Juli 2005
So ist es
Danke an Kreuz.net für die – dringend nötige – Klarstellung.
Im Angesicht der Katastrophen vergessen die meisten Konzilsbischöfe offenbar ganz und gar, in wessen Namen sie aufzutreten hätten und wer sie trösten kann. (Vgl. unhaltbare Aussagen Lehmanns nach dem Tsunami. Sein evangelischer „Amts“kollege ging sogar soweit, ganz an der Existenz Gottes zu zweifeln…)
Sie ahnen wohl noch nicht, daß die eigentliche Hauptprüfung noch vor uns steht. Die schlimmste mögliche Katastrophe: der massenhafte Glaubensabfall in und der Kirche, in den wir seit dem Konzil mit Vollgas hineinschlittern. (Der neue Papst sagte es kürzer: „The ship sinks“.)
Gottesfürchtige und durch das hl. Meßopfer in Christus gestärkte Kapitäne (Hirten) sind gefragt!
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