In Süditalien soll sich eine Marienstatue in einer Pfarrkirche merkwürdig verhalten. Die Phänome wurden offenbar von zahlreichen Gläubigen gesehen. Der Ortsbischof bleibt skeptisch. Die Kirche wurde geschlossen.
(kreuz.net, Acerra) Eine Muttergottesstatue in einer Pfarrkirche bei Neapel versetzt Italien in Aufregung.
Dutzende Gläubige wollen gesehen haben, daß sich die Statue bewegt und die Gesichtsfarbe ändert.
Neapel
liegt rund 200 Kilometer südlich von Rom.
Die 160 cm hohe Statue befindet sich in der modernen Kirche
von San Pietro in Acerra bei Neapel. Tausende Italiener sind bereits nach Acerra gepilgert, um vor der
Madonna zu beten.
Die Zeugen behaupten, die Statue habe ihre Beine und Arme bewegt. Andere meinen, ihr
Gesicht nehme immer deutlicher die Farbe der menschlichen Haut an.
„Am Montag hat sie sich zweimal bewegt:
um 12.00 Uhr und um 20.00 Uhr“, berichtete ein Gläubiger. Ein anderer Augenzeuge meinte:
„Sie hat ihre
Beine bewegt, als wollte sie auf uns zugehen.“
Die ersten Wunderberichte sind bereits zwei Wochen alt.
Eine Gruppe älterer Frauen erzählte von Erscheinungen während des Rosenkranzgebetes.
Eine Pilgergruppe
behauptet, die Bewegungen der Marienstatue auf Video aufgenommen zu haben. Zusätzlich sind mit Hilfe
von Mobiltelefonen Photographien geschossen worden, die das Wunder belegen sollen.
Der zuständige Pfarrer
reagierte verhalten:
„Ich war bei dem, was erzählt wird, nicht zugegen.“ Er könne deshalb kein Urteil
abgeben.
Gestern Dienstag wurde das Gotteshaus geschlossen, um dem Klerus und der Polizei Gelegenheit
zu geben, die angebliche Wunderstatue in Ruhe zu begutachten.
Der zuständige Polizeichef erklärte,
daß er im Auftrag der Diözese jeden Film und jedes Bild untersuchen lasse. Die Ergebnisse würden direkt
dem zuständigen Bischof von Acerra, Mons. Salvatore Giovanni Rinaldi (68), vorgelegt. Dieser werde danach
entscheiden, ob der Fall an den Vatikan weitergereicht werden soll.
Mons. Rinaldi hat sich die wundersame
Muttergottes bereits angesehen:
„Ich habe von verschiedenen Seiten auf die Statue geblickt“, erklärte
er vor der Nachrichtenagentur ‘Ansa’: „Ich bemerkte, daß sie abhängig von Licht und Schatten die Farbe
wechselt.“ Die Statue scheine rosa, ja beinahe fleischfarben.
Er sei instinktiv eher skeptisch, wolle
sich aber Klarheit verschaffen: „Das wahre Wunder ist, wenn die Jungfrau Maria Menschen zu Gott bekehrt.“
Der emeritierte Bischof von Acerra, Mons. Antonio Riboldi (82), äußerte sich zu den angeblichen Erscheinungen
mit ähnlichen Worten:
„Man kann die Muttergottes nicht aufhalten, das zu tun, was sie tun will.“ Es
sei allerdings reichlich früh, von einem Wunder zu sprechen.
„Wenn es sich um ein echtes Wunder handelt,
wird es die Muttergottes selber sein, die dies zeigt.“ Aber man müsse vorsichtig sein.
Niemand solle
der Versuchung einer billigen Volksfrömmigkeit erliegen.
Email-Adressen der Empfänger
2 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Lächerlich Ein verirrtes Volk sucht Zeichen. Wie die weinenden Madonnen, viele neueren Erscheinungen
ist auch dieser Fall wahrscheinlich große Phantasie. Und wieder können die Medien mal lachen über diese
infantile Mariendevotion, die die wahre Ehre Mariä lächerlich macht und daneben noch die Kirche und
die Gläubigen zu naiven Wundersuchern reduziert in den Augen von Aussenseitern.