St. Pölten
Damnatio memoriae?
Eine ‘damnatio memoriae’ – eine Verbannung jeder Erinnerung – wird derzeit in der Diözese St. Pölten mit dem Erbe von Bischof Kurt Krenn betrieben.
(kreuz.net, St. Pölten) Jüngstes Beispiel ist das erst am 5. Juli 2004 in Kraft getretene ‘Statut der Philosophisch- Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten’.

Schon bald nach seinem Amtsantritt im Jahr 1991 hatte Bischof Krenn die Absicht bekundet, das aus dem Jahr 1975 stammende und im Geist der 60er Jahre verfaßte Statut zu ersetzen.

Er wies den damaligen Dekan der Hochschule an, ihm baldmöglichst einen Entwurf für ein neues Statut vorzulegen.

Rund zehn Jahre geschah jedoch nichts.

Im Herbst 2002 beauftragte Bischof Krenn schließlich seinen an der Päpstlichen Hochschule des Opus Dei in Rom ausgebildeten Rechtsreferenten mit der Ausarbeitung eines an den einschlägigen römischen Vorgaben orientierten Statutenentwurfs.

Dieser lag im Frühjahr 2003 vor.

Um nicht im Alleingang zu handeln, setzte Bischof Krenn daraufhin eine aus sieben Professoren und Hochschulmitarbeitern zusammengesetzte Kommission ein. Sie sollten den Entwurf in zahlreichen Sitzungen überprüfen und in einzelnen Punkten verbessern.

Des weiteren erhielt jedes Mitglied des Lehrkörpers Einsicht in die vorliegenden Entwürfe sowie die Möglichkeit zu einer Stellungnahme.

Der von der bischöflichen Kommission mit Mehrheitsbeschluß angenommene Entwurf wurde im Herbst 2003 dem Bischof zur abschließenden Begutachtung vorgelegt.

Nach einigen weiteren, von Bischof Krenn persönlich vorgenommenen Ergänzungen wurde das Statut am 30. Mai 2004 approbiert.

Mit Datum vom darauffolgenden 5. Juli wurde es im diözesanen Amtsblatt veröffentlicht und trat zum selben Zeitpunkt in Kraft.

Nach dem Amtsantritt von Bischof Klaus Küng setzte sich mit einem Mal eine Gruppe älterer Professoren in Szene, die das gerade erst in Kraft getretene Statut plötzlich in Frage stellten.

Insbesondere wurde der Vorwurf laut, Bischof Krenn habe das neue Statut angeblich im Alleingang „durchgepeitscht“.

Bischof Küng ließ sich von der Kritik beeindrucken und richtete seinerseits eine Kommission ein, um das Statut ein weiteres Mal zu überprüfen.

Wie aus Insiderkrisen verlautet, hat die Küng’sche Kommission ihre Arbeit kürzlich beendet.

Der von ihr erarbeitete Entwurf liegt nun beim Bischof.

Man darf gespannt sein, was von Bischof Krenns richtungsweisend römischem Statut übrig bleiben wird.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Rudolfus   16:14:46 | Mittwoch, 20. Juni 2007
@No comment / Bischof Kurt Krenns Gesundheit
Selbst in der offiziellen westlichen Medizin ist es mittlerweile anerkannt, daß alle Krankheiten aus einer seelischen und leiblichen Wechselwirkung bestehen.
Ein derartiger Intrigenstadel wie in der Amtskirche gegen einzelne papst- und glaubenstreue Amtsträger, das manifestiert sich nicht nur auf der Ebene seelischer Gesundheit, sondern auch auf der Ebene körperlicher Gesundheit.
Bischof Dr. Krenn ist sicher nicht der einzige papst- und glaubenstreue Kirchenamtsträger in Österreich, bei dem sich diese Belastungen negativ auf die leibliche Gesundheit niedergeschlagen haben:
Auch Primas Erzbischof Dr. Georg Eder v. Salzburg hat seinen Rücktritt bereits vor der kirchlich vorgeschriebenen Pensionsgrenze eingereicht, weil ihm sein Gesundheitszustand nicht mehr erlaubte.
Vor seinem erzwungenen Rücktrittsgesuch war Bischof Kurt Krenn jedenfalls ausreichend gesund, im Gegensatz zur Zeit danach!
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#16   No Comment   16:05:17 | Mittwoch, 20. Juni 2007
@Rudolfus
Verleumdung? Das ist als Krankheitsursache ungefähr so anerkannt wie „Zugluft“…
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#15   Rudolfus   16:01:22 | Mittwoch, 20. Juni 2007
@Bischof Kurt Krenns Regierungszeit
Bischof Dr. Kurt Krenns Erbe der Vergessenheit anheimzustellen, das ist völlig unmöglich.
Sobald er wieder öffentlich auftreten würde, wäre er wieder voll präsent in Österreich.
Was Bischof Dr. Krenns Krankheit betrifft, so könnte ihn vielleicht nur mehr der Heilige Vater wieder auf die Beine helfen, nämlich durch eine kirchliche Rehabilitierung – schließlich sind die kirchlichen Verleumdungen gegen den Bischof auch der Grund seiner Krankheit.
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#14   Laurentius2   10:31:33 | Donnerstag, 4. August 2005
Tradition ist nicht alles …
… aber hat das jemals ein Heiliger in der Kirchengeschichte getan (Eitelkeit ?) ?
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#13   stimme der vernunft †   16:33:58 | Montag, 1. August 2005
ob das jeder kann…
… ist fraglich, aber in den 1940ern war für persönliche Freunde des Generalissimus Franco schon einiges möglich, was normalerweise nicht so einfach geht.
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#12   Laurentius2   16:25:10 | Montag, 1. August 2005
Balaguer
Kann man das einfach so in Spanien ? Ist ja toll !
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#11   stimme der vernunft †   16:21:25 | Montag, 1. August 2005
kein Adel
Er hatte keinen Adelstitel.
Er hat einfach seinen Namen José María Escriba geändert in Josemaría Escrivá de Balaguer.
Ich könnte mich ja auch umnennen in „Stimme der Vernunft von und zu Kreuznet“, aber adelig würde ich dadurch noch lange nicht
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#10   Laurentius2   11:05:24 | Montag, 1. August 2005
Frage über Opus-Heiligsprechung
Weiß jemand, warum der Opus-„Heilige“ Escrivar eigentlich einen Adelstitel hatte ? Hatte er ihn von Geburt an ? Welcher Heilige vor ihm hat jemals einen weltlichen Adelstitel angenommen ?
Diese Fragen sind nicht rhetorisch gemeint …ich finde sie nirgendwo beantwortet.
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#9   Rocky   17:30:57 | Sonntag, 31. Juli 2005
Opus Dei
Auch wenn es eine überaus ehrbare Gesellschft ist, das Opus Dei, – ich habe so meine eigenen Erfahrungen damit gemacht und würde niemand abhalten, aber auch niemandem raten, bei zu treten!
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#8   einspruch   13:15:40 | Sonntag, 31. Juli 2005
@Justus
Ich würde mich an deiner Stelle ein klein wenig informieren, bevor ich linke Propaganda nachplappere.
Innerhald der Kirche gibt es nur Kritik am Opus Dei, wenn sie angebracht ist, aber keine POLEMIK im Stile von „News“ oder „profil.“
Jemand, der sich selbst als katholisch bezeichnet, sollte derartige Statements lieber den Linken überlassen.
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#7   Justus   09:37:11 | Sonntag, 31. Juli 2005
Opus Dei – genug davon!
Von Opus-Dei-Leuten sollten traditionstreue Katholiken eigentlich ich die Nase voll haben. Die würden für einen Karrieresprung wahrscheinlich sogar ihre Mutter verkaufen – eben so, wie Bischof Küng seinen St. Pöltener Bruder im Bischofsamt verkauft hat.
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#6   turk   02:56:38 | Sonntag, 31. Juli 2005
Wieder ein sinnloser Vorartikel des „13.“
Nuja, mittlerweile sind es ja die Leser von kreuz.net gewohnt, vom kleinen Grüppchen Uneinsichtiger im längst geklärten Fall St. Pölten sinnlose und durchsichtige Artikeleinsendungen zu lesen, die dann im hetzerisch wirkenden Gesamtstil des „13.“ auch noch gedruckt erscheinen werden. Es ist völliger Schwachsinn, daß das von Bischof Krenn institutionalisierte Gute durch Bischof Küng abgebrochen werden soll. Nur die vom Päpstlichen Visitator veröffentlichten Defizite müssen mit Klarheit bereinigt werden, Gott sei Dank!
Wie unterhalb richtig festgestellt wurde: kein Bischof würde 10 Jahre auf Statuten warten. Neuerlich stellt sich die Frage nach der (fehlenden) Dienstaufsicht. Und die hernach im Artikel geschilderte Vorgangsweise erscheint unglaubwürdig und sämtlicher Beweise bedürftig. Zudem sind die bisherigen neuartigen Statuten eigentümlich: wenn z. B. das Fach Philosophie nicht durch einen katholischen Laien besetzt, sondern nur durch einen Kleriker besetzt werden könnte, dann fragt man sich nach der Sinnhaftigkeit eines solchen „Klerikalismus“. Ein guter Opus-Dei-Laie könnte Philosophie genauso gut unterrichten.
Und wenn hier im Artikel so lieb und nett von einer Opus-Dei-Ausbildung die Rede ist, so wären die dort ausgebildeten Herren herzlich einzuladen, mit dem vom Opus Dei herkommenden Bischof DDr. Klaus Küng vertrauensvoll mitzuarbeiten und im (unter Bischof Krenn offenbar so leicht fallenden) Gehorsam alle Maßnahmen anzunehmen, die das Wohl der Betroffenen und die Gl…
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#5   Sirilo   23:02:25 | Samstag, 30. Juli 2005
Laissez faire – durch Bischof Krenn?
Er wies den damaligen Dekan der Hochschule an, ihm baldmöglichst einen Entwurf für ein neues Statut vorzulegen.
Rund zehn Jahre geschah jedoch nichts.
Wenn ein Bischof eine Anweisung gibt, etwas solle „baldmöglichst“ geschehen, und dann duldet, daß „rund zehn Jahre nichts geschieht“, dann wirft das doch ein recht fragwürdiges Licht auf ihn als Leiter seiner Diözese. In keinem Betrieb der freien Wirtschaft würde ein Chef dulden, daß man zehn Jahre lang sich nicht um eine dringliche Anordnung seinerseits kümmert.
Es gibt für den gesunden Menschenverstand nur eine Deutung von Bischof Krenns Verhalten: Entweder war ihm das Hochschulstatut selbst schnurz und piepe, oder sein Führungsstil in solchen Dingen war generell „laissez faire“ – laß doch die Leute machen oder nicht machen, was sie wollen.
PS: Ich bin nicht aus Österreich und habe zu dem Komplex St. Pölten mangels Wissen keine dezidierte Meinung. Aber obige Anmerkung mußte ich loswerden, da sich dieser Schluß mir aufdrängte.
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#4   Catholicus   22:29:18 | Samstag, 30. Juli 2005
Halbinformationen und Verdächtigungen
Mit diesem kreuz.net – Bericht wird in einen ganz gewöhnlichen Vorgang etwas hinein“geheimst“, was nicht zutrifft. Es handelt sich meines Wissens um minimale Adaptionen des Statuts, die als echte Verbesserungen bzw. sinnvolle Kompromisse dem jetzigen Diözesanbischof Küng vorgeschlagen werden. Die wichtige Initiative von Bischof Krenn im Hinblick auf das Statut wird dadurch in keiner Weise in Frage gestellt. – Mit den Studiengebühren verhält es sich übrigens so, dass deren Einführung keineswegs schon beschlossen ist. Ich bin der Überzeugung, dass Bischof Küng das katholische Profil der Hochschule stärken und nicht schwächen will und stehe auch namentlich dafür ein! – Dr.theol. habil. Josef Spindelböck, Dozent für Ethik an der Phil.-theol. Hochschule St. Pölten.
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#3   muntu   21:58:43 | Samstag, 30. Juli 2005
@ rocky
… du sagst es…
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#2   Rocky   21:52:22 | Samstag, 30. Juli 2005
Du solslt nicht töten!
Und das kann man durch Verleumdung auch – nicht nur durch den gezielten Dolchstoss. Mir war der „Fall Krenn“ von Anfang an suspekt… Ich enthalte mich der Argumentation. Aber dass gerade der Visitatot den Bischofsstuhl des Visitierten einnimmt…? Herr Küng hätte das Angebot, dort Bischof zu werden, nicht unbedingt annehmen müssen (oder hat er es direkt gewollt?) Wer hatte ein Interesse daran, dass Dr. Küng näher zu Wien kommt? Dass jetzt in grosser Eile alles ins Gegenteil gedreht wird, was Bischof Krenn aufgebaut hat, zerstört nicht nur das Seminar!
Wer war denn immer im Fernsehen, wenn Papst und Kirche verteidigt werden musste? War es nicht S.E. Bischof Krenn? Wer setzt sich jetzt öffentlich dafür ein…? Ich habe leider zum ganzen Vorgang mehr Fragen als Antworten!
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#1   muntu   20:52:47 | Samstag, 30. Juli 2005
damnatio memoriae
Altbischof Krenn war immer sehr stolz, dass seine Hochschule die einzige in Österreich war ohne Studiengebühren. Kaum ein jahr im Amt setzte Dr. Küng dieses Privileg in Frage. St. Pölten genießt als kleine Hochschule viele Studenten älteren Semesters, die gerne in St. Pölten studieren.
Vor kruzem traf in einen solchen Studenten. Er teilte mir seine Bedenken, dass er sich diese Studiengebühren nicht leisten werden kann. Etliche katholische Christen sind davon betroffen.
Bischof Krenn wussten, dass er vielen die Möglichkeit gab sich in die Theologie einwenig zu widmen. Die St. Pöltner Hochschule gibts seit fast 200 OHNE Studiengebühren!!
Aber dieser glaubwürdiger Neubeginn in St. Pöltner hat ja das Ziel Krenns Erbe zu vernichten. Dr. Küng tut ja fleißig mit, das kennen wir ja seit der Visitation.
Dr. Küng hat ja einiges vor mit der Hochschule. Nach eigenen Angaben will er sie von neuem Glanz erstrahlen lassen. Bin gespannt was manche alte Herren noch alles einfällt…
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