Krieg
Ende des Religionskrieges?
Die irische Untergrundorganisation IRA will die Waffen endgültig niederlegen. Der katholische Erzbischof freut sich über die Friedensgeste. Protestantische Pastoren reagieren verhalten.
(kreuz.net, Belfast) Die vor allem in Nordirland tätige Untergrundorganisation ‘Irisch Republikanische Armee’ – kurz: IRA – hat einen Gewaltverzicht bekanntgegeben. Ihr Waffenarsenal soll unter Aufsicht zerstört werden.

Die IRA ist eine paramilitärische Gruppe, welche die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und seine Vereinigung mit der Republik Irland zum Ziel hat.

Die IRA finanzierte sich in der Vergangenheit nicht zuletzt über Spenden von reichen irischstämmigen Amerikanern.

Sie ist in Nordirland traditionell mit der politischen Partei ‘Sinn Féin’ verbunden. ‘Sinn Féin’ ist eine katholisch und pro-irische Partei. Sie möchte, daß sich der kleine Nordteil der Insel vom Vereinigten Königreich löst und sich mit der Republik Irland vereinigt.

Das nordirische Problem wurde in Irland durch die englische Krone erzeugt. Diese siedelte im 16. Jahrhundert gezielt schottische Protestanten im katholischen Irland an und legte dadurch die Grundlagen für den Konflikt.

Über Jahrhunderte sind die irischen Katholiken von der protestantischen englischen Besatzungsmacht blutig unterdrückt worden.

In einer am Donnerstag in der nordirischen Hauptstadt Belfast veröffentlichten Erklärung forderte die IRA-Führung ihre Mitglieder auf, die Waffen niederzulegen.

„Die Führung der IRA hat offiziell die Beendigung des bewaffneten Kampfes angeordnet“, hieß es in der Erklärung. Die Anweisung gilt ab Donnerstag 16.00 Uhr – 17.00 Uhr Mitteleuropäische Zeit.

Eine von den pro-britischen Protestanten geforderte Auflösung der Organisation sei nicht geplant.

Das Ziel einer Wiedervereinigung mit der Republik Irland und das Ende der britischen Herrschaft über Nordirland sollte in Zukunft allein mit politischen Mitteln erreicht werden. Gleichzeitig erklärte die Organisation, daß der bewaffnete Kampf gegen die britische Herrschaft in der Vergangenheit vollkommen legitim gewesen sei.

Großbritannien und die pro-britische Mehrheit in Nordirland wurden aufgefordert, diesen Schritt als ausreichend zu betrachten, um die Verhandlungen über eine Allparteienregierung in Belfast wiederaufzunehmen.

Der britische Premierminister Tony Blair würdigte die Erklärung als Schritt von bislang beispielloser Größe.

Protestantische Politiker, darunter auch der Chef der Demokratischen Unionisten (DUP) – ein protestantischer Pastor – zeigten sich skeptisch. Man wolle erst abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

Der katholische Erzbischof von Armagh, Mons. Seán Brady (65) – der Primas von Irland – äußerte seine Freude über den Schritt der IRA:

„Jedes Wort und jede Tat, die hilft, den Frieden zu fördern ist zu begrüßen.“

Er hoffe, daß die IRA den bewaffneten Widerstand nicht nur mit dieser historischen Erklärung, sondern mit konkreten Taten beende. Diese würden Vertrauen aufbauen und eine positive Reaktion bewirken.

„Ich hoffe auch, daß der Augenblick nahe ist, da sich alle paramilitärischen Gruppierungen entscheiden, die Gewalt für immer zu verbannen“ – sagte der Erzbischof mit Blick auf die protestantischen Untergrundorganisationen.
      
2 Lesermeinungen
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#2   Benedikt   11:57:35 | Freitag, 29. Juli 2005
@ Athanasius
Ich schließe mich an: Deo gratias!
Im übrigen stand heute in der „Süddeutschen“, dass die Katholiken Nordirlands eifrig Kinder bekommen und deshalb in 10 – 20 Jahren die Mehrheit sein werden. Hoffentlich gehen sie damit dann verantwortungsvoll um.
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#1   Athanasius   11:21:06 | Freitag, 29. Juli 2005
Deo gratias für diesen Frieden
Die IRA hat nichts mit dem katholischen Glauben zu tun, ebenso wenig Ian Paisley and die Unionisten-Terroristen etwa mit dem Protestantismus zu tun haben.
Die IRA und die „protest.“ Paramilizen beschäftigten sich mit Drogenhandel, Fraudulenz usw.
Ich bin sehr dankbar für diese Entscheidung.
Echten Katholizismus würden die IRA-Mitglieder auszeichnen, wenn sie zu den tridentinischen hl. Messen die es trotz der Gewalt zahlreiche gibt in Nordirland, gehen würden. Im Gebet liegt unser echte Kampf, gewaltlich gesehen soll es nur Verteidigung im Weltbereich geben für einen Christen.
Natürlich bleibt die Besetzung Nordirlands seit 4 Jh völkerrechtswidrig, aber unser Herr sagte über den römischen Besatzer auch: „Date Caesari, quid est Caesaris!“ Im normalen Gesetz müssen wir auch heidnische oder ketzerische Regierungen gehorchen, soweit es geht natürlich. Denn göttliches Gebot geht vor Staatsbefehle.
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