08:17:08 | Sonntag, 31. Juli 2005
Unangemessen und absurdVatikan. Der emeritierte Erzbischof von Ravenna, Ersilio Kardinal Tonini (91),
hat die
jüngsten israelischen Angriffe gegen den Vatikan als unangemessen und absurd bezeichnet. Er sei
„sprachlos“, erklärte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung ‘Corriere della Sera’:
Für ihn sei es unglaublich, wie die „Riesenschritte“ der vergangenen 40 Jahre in den vatikanisch-jüdischen
Beziehungen in wenigen Tagen nahezu zerstört worden seien. Der Kardinal hob die gewachsenen Beziehungen
zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl hervor. Diese hätten sich besonders unter dem Pontifikat Papst
Johannes Paul II. entwickelt: Angefangen vom Synagogenbesuch des Papstes mit der Bezeichnung „ältere
Brüder“ bis hin zum Besuch der Klagemauer.
GeständnisseKenia. Am vergangenen Freitag gestanden fünf
Kenianer ihre Beteiligung an der
Ermordung des italienischen Bischofs Mons. Luigi Locati. Sie seien zur
Tat angestiftet worden. Insgesamt wurden von der Polizei bisher elf Verdächtige festgenommen. Ein kenianischer
Priester, der verdächtigt wird, der Hintermann der Mordtat zu sein, war nicht unter den Geständigen.
Er befindet sich immer noch in Haft.
EntschuldigungIrland. Der emeritierte Erzbischof von Armagh, Cahal
Kardinal Daly, fordert von der IRA eine Entschuldigung für das Leid, welches die paramilitärische Organisation
„über unzählige Menschen gebracht hat“. Gegenüber ‘Radio Vatikan’ unterstrich der Kardinal, daß die
Bewegung wegen ihrer Gewaltbereitschaft nie eine große Unterstützung in der irischen Bevölkerung gehabt
habe. Nach dem am vergangenen
Donnerstag abend angekündigten Gewaltverzicht hofft Kardinal Daly auf ähnliche
Schritte von loyalistischen, protestantischen Organisationen.
Besuch des BrudersItalien. Vorgestern
abend landete der Bruder des Papstes, Mons. Georg Ratzinger, am römischen Flughafen Fiumicino. Mitarbeiter
des Vatikan holten ihn von dort ab. Dies berichtete die italienische Nachrichtenagentur ‘ansa’ am Samstag.
Mons. Ratzinger wird einige Ferientage mit seinem Bruder in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo
verbringen. Castel Gandolfo befindet sich rund 20 km südlich von Rom bei den Albanerseen.
Kondome für
den Weltjugendtag?Deutschland. Dieter Schulz ist Herbergsvater für rund 120 Weljugendtagspilger in
einer Kölner Hauptschule. Kürzlich erhielt er von einer einschlägigen Firma 200 Präservative zugeschickt.
„Ich zwinge ja keinen, die Kondome auch zu benutzen“, erklärte Schulz dazu dem ‘Kölner Stadt-Anzeiger’.
Aber er wolle für den Fall der Fälle vorbereitet sein. Nachdem der Fall an die Öffentlichkeit drang,
wies das Weltjugendtagsbüro Schulz in die Schranken. Schulz zeigte sich konziliant. Er wolle keinen Kleinkrieg
mit der Kirche. Deshalb wird er wahrscheinlich aus dem Betreuerteam ausscheiden und die Gummigebilde zurückschicken.
Schulz ist in seiner Pfarrei als Kinder- und Jugendleiter tätig.
Aus der Sicht seiner Feinde„Pacelli
[Anm.: Eugenio Pacelli war der bürgerliche Name des damaligen Staatssekretärs und späteren Papst Pius
XII.] hat zu wenig Abstand von der innerpolitischen Entwicklung Deutschlands nehmen können, und als ihm
sein hohes Amt große Reisen nach Nord- und Südamerika und nach Frankreich ermöglichte, war er schon
festgefahren und stellte auch diese Reisen noch in den Dienst eines unversöhnlichen Kampfes gegen den
Nationalsozialismus. Diesem Kampf wird auf katholischer Seite alles geopfert, und alle erreichbaren Kräfte
werden gegen das Dritte Reich mobilisiert. Ja, sogar das persönliche Ansehen, das Pacelli sich bei den
Bischöfen Argentiniens und der Vereinigten Staaten geschaffen hat, muß herhalten, damit auch von dorther
gegen Deutschland gehetzt wird. Pacelli hat sich mit diesem Kampf auf einen Weg begeben, der eines Tages
die katholische Hierarchie des Auslandes, die Kardinäle und den Papst vor die Frage stellen wird: Ist
der Vatikan für den Kampf Pacellis gegen das Dritte Reich da oder hat Pacelli dem Vatikan zu dienen?
Pacelli ist schließlich verantwortlich für die schroffe Haltung des Vatikans gegen die Achse Rom – Berlin.“
Aus: Männer um den Papst. Wer macht die Politik des Vatikans? 1938, Zentralverlag der NSDAP, zitiert
nach einem Artikel von Weihbischof Andreas Laun in der Monatszeitschrift ‘Kirche heute, 5/2000.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#9
gregor 14:52:52 | Dienstag, 2. August 2005
#6
Laurentius2 11:13:58 | Montag, 1. August 2005
#5
Sulpicius 01:12:34 | Montag, 1. August 2005
#4
Rosa von Lima 21:35:50 | Sonntag, 31. Juli 2005
#3
methusalix † 18:36:47 | Sonntag, 31. Juli 2005
#2
Benedikt 11:37:17 | Sonntag, 31. Juli 2005
#1
Beobachterin 09:57:51 | Sonntag, 31. Juli 2005