Requiem
Das Leben einer Klosterfrau
Am Ende eines langen Leidensweges hat Gott am 21. Juli Sr. Alena Rosa Thöny in Schruns zur ewigen Vollendung geführt. Sr. Alena war 93 Jahre alt und hat über 70 Jahre als Klosterfrau gelebt. Von der Alltäglichkeit der Nachfolge Christ.
(kreuz.net, Hall in Tirol) Geboren wurde Rosa Thöny im Jahre 1912 in Schruns. Dort starb sie 69 Jahre später im Bezirkskrankenhaus.

Sr. Alena trat 1932 in die Kongregation der in der Schweiz gegründeten Kreuzschwestern ein. Zuerst absolvierte sie die Handelsakademie in Innsbruck.

Sr. Alena war vielseitig begabt und aufgeschlossen. Sie hoffte nach der Reifeprüfung im Jahre 1938 ein Hochschulstudium beginnen zu können. Doch dieser große Wunsch erfüllt sich nicht.

Statt dessen kam der Krieg. Sr. Alena arbeitete in den Kriegsjahren als Sekretärin im Sanatorium Mehrerau am Bodensee und im Lazarett in Hall.

1944 erkrankte sie mit 32 Jahren so schwer, daß sie für Jahre ans Bett gefesselt war. Voll Hoffnung und mit starkem Willen unterstützte sie alle pflegerischen Maßnahmen. Die Therapie schlug an. Sr. Alena gewann ihre Selbstständigkeit zurück.

Sogleich begann sie an Weiterbildung und neue Aufgaben zu denken.

Ab 1956 unterrichtete sie an der Haushaltungsschule in Hall. Von 1972 bis 1999 führte sie die Schule als Direktorin.

Von 1972 bis 1974 erteilte sie außerdem Religionsunterricht an einer Volksschule.

1999 trat Sr. Alena in den Ruhestand. Weiterhin betreute sie die Chronik der Schwesternprovinz.

2001 erlitt sie einen Schlaganfall. Wieder mußte sie Pflege in Anspruch nehmen und körperliche Einschränkungen ertragen.

Bei aller Enttäuschung und allem Schmerz kämpfte sie gegen die Verbitterung und bemühte sich ihre Situation als die von Gott ihr zugemutete Mission zu leben und zu erleiden.

Der Glaube an seine Nähe erfüllte sie mit Trost und Kraft. Möge ihr jetzt das Ewige Licht leuchten.
      
6 Lesermeinungen
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#6   methusalix †   01:16:56 | Montag, 1. August 2005
Doch Doritta…
… ich bin überzeugt, für diese Frau, so wie ihr Lebensweg hier beschrieben wurde, war das Selbstverwirklichung.
Leider hatten wir in der Familie meiner Frau einen Fall, in dem das Kloster NICHT die richtige Selbstverwirklichung für eine Verwandte war.
Sie wurde von Ihren Eltern überredet, bzw. mit sanfter Gewalt ins Kloster gezwungen und zeitlebens todunglücklich. Ich hoffe sehr, dass die Orden so eine „Aufnahme“ heute nicht mehr praktizieren. Damals ging es auch um viel Geld aus einer Mitgift, das die Grosstante ins Kloster mitbrachte.
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#5   Athanasius   23:36:45 | Sonntag, 31. Juli 2005
Deo gratias.
auch für andere Frauen konnte das Kloster dezidiert ein Ort sien, um vor männlicher Gewalt zu fliehen
Jedenfalls hat die Kirche Gewalt gegen Frauen immer verurteilt und ihnen eine Zufluchtstätte verliehen. Es war übrigens im „germanischen“ Westen nicht so üblich Frauen zu verprügeln, da bereits im Altertum die germanischen Frauen dafür bekannt waren mitzuregieren. Darüber wunderte sogar Tacitus in seine Schriften über Germania.
___________
Danken wir Gott für dieses schöne Klosterleben dieser mutigen Frau!
Ich kann nicht wie der unterne Beitrag sagen ob sie schon jetzt bei Gott ist, deshalb müssen wir als Mitglieder des Mystischen Leibes beten für die eventuelle Befreiung aus dem Fegfeuer. Requiem aeternam dona ei, Domine.
Deo gratias für ihr Beispiel.
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#4   Doritta   21:39:27 | Sonntag, 31. Juli 2005
Berufung
Nicht Selbstverwirklichung sondern Berufung war der
Lebenszweck dieser bemerkenswerten und tapferen Frau. Sie ist jetzt bei Gott, wo sie gut aufgehoben ist.
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#3   Yersinia   20:08:52 | Sonntag, 31. Juli 2005
im Mittelalter gab es zB die Beginen
aber auch für andere Frauen konnte das Kloster dezidiert ein Ort sien, um vor männlicher Gewalt zu fliehen – allerdings: der Feminismus im eigentlichen Sinn entstand aus dem Kampf um das Wahlrecht für Frauen – genauer: das Wahlrecht für alle Frauen, unabhängig von Stand und Besitz;
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#2   methusalix †   18:47:58 | Sonntag, 31. Juli 2005
Stimme zu!
Das ist EINE Art feministischer Selbstverwirklichung! Eine andere ist einfach Kinder zu haben und wieder eine andere wäre z. B. die, seine Talente und Kraft anders in den Dienst der Menschn zu stellen. Sei es als Ärtzin, Schornsteinfegerin oder Pastorin.
Ganz bestimmt ist es eine Todsünde, die Talente, die einem von Gott auf den Lebensweg mitgegeben worden sind, sinnlos zu verschwenden.
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#1   Rocky   17:37:59 | Sonntag, 31. Juli 2005
Feministische Selbstverwirklichung
Mein Titel sagt alles aus. Man müsste nichts mehr hinzufügen. Wer an Gott glaubt, erreicht in der Tat eine unerhörte Selbstverwirklichung – natürlich ein Leben lang ohne grosse Schlagzeilen! Aber sind denn die Schalgzeilen das Ziel unseres Lebens? Ohne ewiges Leben keine Selbstverwirklichung! Der Feminismus wäre etwas wunderbares, würde er auf diese Säulen begründet sein! Starke Frauen, die es zeigen, wie es geht. Die hl. Mutter Tereza muss erst gar nicht als Beispiel herangezogen werden!
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