10:01:20 | Montag, 1. August 2005
Nach dem Angriff auf den regierenden Papst und die Beschmutzung des Andenkens von Johannes Paul II. befindet sich die israelische Diplomatie in einem schweren Erklärungsnotstand.
(kreuz.net) Ein israelischer Beamter scheint nach Washington gereist zu sein, um die Krise zwischen Israel
und dem Heiligen Stuhl beizulegen.
Das berichtete Arie Cohen am Samstag in der katholischen Nachrichtenagentur
‘AsiaNews’.
Die Nachrichtenagentur hat von Quellen der israelischen Regierung erfahren, daß sich der
Beamte des Außenministeriums „in Eile“ in die US-Hauptstadt Washington begeben hat.
Er habe die Aufgabe,
den Schaden, der in der letzten Woche am öffentlichen Ansehen Israels und an den Beziehungen des Staates
mit der Katholischen Kirche angerichtet worden ist, wiedergutzumachen.
Dieser Schaden entstand, nachdem
sich das israelische Außenministerium kürzlich erneut von den vertraglich vereinbarten Gesprächen mit
dem Heiligen Stuhl zurückgezogen und außerdem wütende Verbalangriffe gegen Papst Benedikt XVI. und
das Andenken an Papst Johannes Paul II lanciert hatte.
Die gegenwärtige Maßnahme der israelischen Regierung
gibt allerdings auch zu Befürchtungen Anlaß. Denn beim nach Washington entsandten Diplomaten handelt
es sich ausgerechnet um einen gewissen Nimrod Barkan.
Dieser wurde vor einigen Tagen öffentlich als
jene Person identifiziert, die direkt hinter den Attacken gegen den Papst und die Kirche steht.
Barkan
hatte dazu auch ein umstrittenes und für Katholiken empörendes Interview
mit der Tageszeitung ‘Jerusalem
Post’ gegeben.
Der gegenwärtige Schritt der israelischen Regierung bestätigt, daß die US-Regierung
in Washington als eigentliches Publikum für die von Barkan heraufbeschworene Krise bestimmt war.
Noch
im April 2004 hatte Ministerpräsident Ariel Scharon der US-amerikanischen Regierung versprochen, die
Gespräche mit dem Vatikan wie vertraglich vereinbart durchzuführen.
Angesichts der erneuten Nichteinhaltung
dieses Versprechens herrscht jetzt im israelischen Außenministerium ein Erklärungsnotstand.
Pater David-Maria
A. Jaeger OFM – Kirchenrechtler und führender vatikanischer Experte in Fragen des Verhältnisses zwischen
Kirche und Staat in Israel – hatte in einem
Interview mit dem Nachrichtendienst ‘AsiaNews’ von Premierminister
Ariel Scharon eine „vollständige, ausdrückliche und uneingeschränkte Entschuldigung“ für die gravierenden
diplomatischen Vorfälle verlangt.
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