Deutschland
Evangelische Armut
Ein pensionierter Pfarrer aus der Diözese Regensburg muß pro Monat ab sofort mit 600 Euro weniger auskommen. Die Rentenkürzung ist eine Strafmaßnahme. Grund: wiederholte Attacken und Verstöße gegen die Kirche.
(kreuz.net, Regensburg) Das Bistum Regensburg zahlt dem aufmüpfigen Pfarresignaten Siegfried Felber in Zukunft weniger Pension.

Der 68jährige hat einem konfessionsverschiedenen Brautpaar bei dessen Trauungsmesse die Heilige Kommunion gereicht.

Aufgrund dieses eucharistischen Mißbrauchs hat das Bistum dem Pfarrer nun die Pension um 600 Euro gekürzt. Zusätzlich darf der 68jährige nur noch mit Genehmigung des Ordinariates Taufen oder Trauungen vornehmen.

Die interkonfessionelle Trauungsmesse war nicht das erste Vergehen des Priesters gegen die Ordnung und Disziplin der Kirche.

Vor zwei Jahren wollte Bischof Müller den inzwischen pensionierten Geistlichen als Pfarrer seiner damaligen Pfarrei Bad Abbach absetzen. Nach heftigen Protesten aus der Pfarrei und Gesprächen zwischen Pfarrer und Bischof, wurde er schließlich doch im Amt belassen.

Der bayerische Kurort Bad Abbach befindet sich 10 km südlich von Regensburg.

Im Gegenzug unterschrieb Pfarrer Felber eine schriftliche Erklärung. Darin versprach er, die Regeln der katholischen Kirche für die Liturgie künftig zu beachten.

Außerdem gab er sein Ehrenwort, kirchenfeindlichen Gruppen keine pfarrlichen Räume mehr zur Verfügung zu stellen.

Neben liturgischen Mißbräuchen des Priesters, gibt es einen weiteren Grund für die disziplinären Schritte des Bistums.

Pfarrer Felber ist Mitglied des umstrittenen ‘Aktionskreises Regensburg’ (AKR). Es handelt sich um einen Zusammenschluß von Geistlichen und Laien, die sich selber als „kirchenkritisch“ bezeichnen.

Die Mitgliedschaft beim ‘Aktionskreis Regensburg’ ist nach Auskunft eines Bistumssprechers mit dem Priesteramt nicht vereinbar.

In der vom ‘Aktionskreis’ herausgegebenen Zeitschrift ‘Pipeline’ hat Pfarrer Felber seinen Bischof – ohne ihn namentlich zu nennen – vor einiger Zeit mit einem Räuber verglichen, der barmherzige Samariter überfalle.

Die Beschimpfung war eine Reaktion auf die Absetzung des nunmehr suspendierten Priesters Hans Trimpl als Pfarrer und Dr. August Jilek als Professor an der Universität Regensburg.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Umkehrbefreit   20:55:56 | Mittwoch, 3. August 2005
Gefangene ihrer selbst
Die Kirche ist doch gefangene ihrer selbst.
Jahrelang hat sie den Opfercharakter verdrängt und nun weil sie merkt, daß ihr die Felle wegschwimmen möchte sie schnell zurückrudern.
Zu spät Bischof Müller!
Ganze Priestergenerationen sind fehlgeleitet. Die werden es nicht mehr verstehen, da die Kirche seit Jahren nun noch die Gemeinschaft in der Eucharistie deutet. Ich kann jene Priester verstehen die dann konsequent sein wollen.
Was mit der Piusbruderschaft geschah, wäre vielleicht heute doch nicht mehr so leicht denkbar. Man wird eines Tages froh sein, dass es diese noch gibt.
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#10   Benedikt   13:53:59 | Mittwoch, 3. August 2005
@ sirilo
Die Rente des Priesters wird gezahlt aus der Kirchensteuer, die der Staat freundlicherweise einsammelt.
Ja, und dieses freundliche Einsammeln lässt er sich ganz gut bezahlen!
@ Stimme der Vernunft: Knecht Ruprecht meint vermutlich, dass noch heute viele Zahlungen vom Staat an die Kirche gehen, die aus den Folgen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 resultieren. Da der Staat damals das Kircheneigentum enteignet hat, bezahlte er stattdessen Ausgleichgelder an die Kirche.
Heuten kommt den Staat diese Politik teuer zu stehen: Die Restaurierungen enteigneter Kirchen, vor allem von Klosterkirchen, kosten den Fiskus Millionen von Euro. Tja… man hat 1803 halt nicht langfristig gedacht und wer das nicht tut ist ein schlechter Politiker.
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#9   stimme der vernunft †   09:55:59 | Mittwoch, 3. August 2005
Knecht
Knecht R.: „Der deutsche Staat, exsistiert nur deshalb, weil die sich Kirche auf Reperationszahlungen mit diesem geeinigt hat. Ansonsten gebe es diesen Staat gar nicht.“
Selten so einen Unsinn gelesen!
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#8   kreuzi   09:51:33 | Mittwoch, 3. August 2005
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Der deutsche Staat, exsistiert nur deshalb, weil die sich Kirche auf Reperationszahlungen mit diesem geeinigt hat. Ansonsten gebe es diesen Staat gar nicht. Und das Volk Gottes, welches in der Kirche Jesu zur Gemeinschaft wurde, wird vom innersten Kreis Jesu geleitet, sprich an erster Stelle steht Petri, danach kommt der nächste Kreis, mit Jakobus und Johannes und so geht es weiter in der Messiashierarchy. Das Satanisten von unten meinen, Gottes Gesetz umstürzen zu müssen, wird beim jüngsten Gericht gegen sie verwendet (-:
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#7   Sirilo   00:15:22 | Mittwoch, 3. August 2005
Woher hat der Herr Bischof sein Geld?
In der Diözese Regensburg kürzt der Bischof einem aufmüpfigen Priester die Rente. Interessant.
Um wessen Gelder handelt es sich eigentlich dabei? Kommt die Rente aus dem Vermögen des Bischofs? Nein. Kommt sie aus Geldern, die der Bischof durch Geschäftstätigkeit eingenommen hat? Nein. Die Rente des Priesters wird gezahlt aus der Kirchensteuer, die der Staat freundlicherweise einsammelt. Dabei wird Kirchensteuer auch von denen eingehoben, die nicht in die Kirche gehen oder anderer Meinung sind als der Bischof.
Wenn also der Bischof einem Priester die aus diesen Geldern fließende Rente kürzt, müßte er dann nicht 1. die Kirchensteuerzahler um ihre Zustimmung zur Kürzung fragen (nach dem Prinzip: No taxation without representation, d.h. wer Steuern zahlt, soll mitentscheiden, was mit den Steuerngeldern geschieht) und 2. die Kirchensteuerzahlungen aufmüpfiger Katholiken zurückweisen. Aber wenn es um Geld geht, ist der Klerus nie zimperlich. Er legt sogar großen Wert darauf, auch von den Prostituierten, deren Tätigkeit er schärfstens verwirft, Kirchensteuer einzufordern, also indirekt von der Sünde zu profitieren.
Der Bischof selbst bekommt sein Gehalt (etwa in der Höhe der Bezüge eines Ministers) übrigens nicht aus den Kirchensteuern, sondern direkt vom Staat, d.h. aus allgemeinen Steuermitteln. Das bedeutet: auch Staatsbürger, die nicht der Kirche angehören, alimentieren mit ihren Steuern die Kirchenführer, von denen sie als Ungläubige oder „Relativisten“ geschmäht werden.
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#6   Romulus   20:43:16 | Dienstag, 2. August 2005
Irgendwie witzig
finde ich die Karikatur, die kreuz.net zum Artikel bringt, schon. :-)
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#5   adlimina   20:32:53 | Dienstag, 2. August 2005
Verschiedene Maße – verschiedene Gewichte
Bei uns im Bistum Fulda zöge man Sanktionen – allermindestens Sympathie-Entzug und Erklärung zur Persona non grata, vielleicht nicht gleich Gehaltskürzungen – auf sich, hätte sich ein Pfarrer geweigert, das zu tun, was der weitherzige Ökumeniker Felber unter Beifall getan hat. Der Bischof hätte in dem Sinne gesprochen: Warum verhalten Sie sich aber auch so ungeschickt, daß es zur kontroversen Diskussion in der Öffentlichkeit kommt?! Der von ihm favorisierte Fuldaer Kreis für eine offene Kirche darf diese Praxis locker fahren … Immerhin: Bischof Müller ist der Ökumene-Minister der Deutschen Bischofskonferenz!
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#4   Rocky   19:09:08 | Dienstag, 2. August 2005
Gebüsst
Nun ist er bestraft worden… Jenseits von richtig oder unrichtig – darüber sollte man nicht einmal reden müssen, denn zur hl. Kommunion gehört die Beichte dazu!- muss auch eine Rückfrage erlaubt sein: Seit vielen Jahren haben unsere Bischöfe dies nicht nur geduldet… Ein Pfarrer ist mir bekannt, der deshalb bestraft wurde, weil er das nicht tat. Die Begründung der bischöflichen Kurie an ihn: Sie hätten halt nicht so radikal sein sollen! (Der Pfarrer wurde nämlich beim Bischof angezeigt). Deo gratias erhalten wir langsam eine Bischofsgeneration, die (sorry:) selber katholisch ist!
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#3   bonifatius   18:48:52 | Dienstag, 2. August 2005
Bei schwerem Ungehorsam Kündigung
Sogar in unsere übersozialen Marktwirtschaft erfolgt bei vergleichsweise solchen Delikten ohne juristische Einspruchsmöglichkeiten der „Rauswurf“.
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#2   kreuzi   18:21:58 | Dienstag, 2. August 2005
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Man muss sich ja mal ehrlich fragen wo man ist. Ein Priester bekämpft die Kirche in dem er ihre Gesetz bricht und muss als auch noch ein Vertrag unterschreiben, in diesem er verspricht dass er nicht mehr gegen die Kirche kämpfen wird. Jetzt kommt die befreihende Frage. Was hindert diesen Priester daran, aus der Kirche auszutreten um friedlich sein Heidentum auszuleben, anstatt auf seine letzten Tage gegen die Kirche Krieg zu führen? Oder andersrum gefragt, was macht die Kirche mit einem Mann, der in dieser Kirche Priester ist und kraft seines Amtes gegen die Kirche kämpft?
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#1   Sulpicius   17:52:29 | Dienstag, 2. August 2005
Der ökonomische Zwang…
… ist neben vielen anderen sicher ein gutes Hilfsmittel, die Disziplin durchzusetzen!
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