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Dienstag, 2. August 2005 17:36
Evangelische Armut
Ein pensionierter Pfarrer aus der Diözese Regensburg muß pro Monat ab sofort mit 600 Euro weniger auskommen. Die Rentenkürzung ist eine Strafmaßnahme. Grund: wiederholte Attacken und Verstöße gegen die Kirche.
Karikatur auf dem Deckblatt der jüngsten Ausgabe der kirchenfeindlichen Zeitung 'Pipeline' des 'Aktionskreis Regensburg'
Karikatur auf dem Deckblatt der jüngsten Ausgabe der kirchenfeindlichen Zeitung ‘Pipeline’ des ‘Aktionskreis Regensburg’
(kreuz.net, Regensburg) Das Bistum Regensburg zahlt dem aufmüpfigen Pfarresignaten Siegfried Felber in Zukunft weniger Pension.

Der 68jährige hat einem konfessionsverschiedenen Brautpaar bei dessen Trauungsmesse die Heilige Kommunion gereicht.

Aufgrund dieses eucharistischen Mißbrauchs hat das Bistum dem Pfarrer nun die Pension um 600 Euro gekürzt. Zusätzlich darf der 68jährige nur noch mit Genehmigung des Ordinariates Taufen oder Trauungen vornehmen.

Die interkonfessionelle Trauungsmesse war nicht das erste Vergehen des Priesters gegen die Ordnung und Disziplin der Kirche.

Vor zwei Jahren wollte Bischof Müller den inzwischen pensionierten Geistlichen als Pfarrer seiner damaligen Pfarrei Bad Abbach absetzen. Nach heftigen Protesten aus der Pfarrei und Gesprächen zwischen Pfarrer und Bischof, wurde er schließlich doch im Amt belassen.

Der bayerische Kurort Bad Abbach befindet sich 10 km südlich von Regensburg.

Im Gegenzug unterschrieb Pfarrer Felber eine schriftliche Erklärung. Darin versprach er, die Regeln der katholischen Kirche für die Liturgie künftig zu beachten.

Außerdem gab er sein Ehrenwort, kirchenfeindlichen Gruppen keine pfarrlichen Räume mehr zur Verfügung zu stellen.

Neben liturgischen Mißbräuchen des Priesters, gibt es einen weiteren Grund für die disziplinären Schritte des Bistums.

Pfarrer Felber ist Mitglied des umstrittenen ‘Aktionskreises Regensburg’ (AKR). Es handelt sich um einen Zusammenschluß von Geistlichen und Laien, die sich selber als „kirchenkritisch“ bezeichnen.

Die Mitgliedschaft beim ‘Aktionskreis Regensburg’ ist nach Auskunft eines Bistumssprechers mit dem Priesteramt nicht vereinbar.

In der vom ‘Aktionskreis’ herausgegebenen Zeitschrift ‘Pipeline’ hat Pfarrer Felber seinen Bischof – ohne ihn namentlich zu nennen – vor einiger Zeit mit einem Räuber verglichen, der barmherzige Samariter überfalle.

Die Beschimpfung war eine Reaktion auf die Absetzung des nunmehr suspendierten Priesters Hans Trimpl als Pfarrer und Dr. August Jilek als Professor an der Universität Regensburg.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 11 Lesermeinungen:
Mittwoch, 3. August 2005 20:55
Umkehrbefreit: Gefangene ihrer selbst
Die Kirche ist doch gefangene ihrer selbst.
Jahrelang hat sie den Opfercharakter verdrängt und nun weil sie merkt, daß ihr die Felle wegschwimmen möchte sie schnell zurückrudern.
Zu spät Bischof Müller!

Ganze Priestergenerationen sind fehlgeleitet. Die werden es nicht mehr verstehen, da die Kirche seit Jahren nun noch die Gemeinschaft in der Eucharistie deutet. Ich kann jene Priester verstehen die dann konsequent sein wollen.

Was mit der Piusbruderschaft geschah, wäre vielleicht heute doch nicht mehr so leicht denkbar. Man wird eines Tages froh sein, dass es diese noch gibt.
Mittwoch, 3. August 2005 13:53
Benedikt: @ sirilo
Die Rente des Priesters wird gezahlt aus der Kirchensteuer, die der Staat freundlicherweise einsammelt.

Ja, und dieses freundliche Einsammeln lässt er sich ganz gut bezahlen!

@ Stimme der Vernunft: Knecht Ruprecht meint vermutlich, dass noch heute viele Zahlungen vom Staat an die Kirche gehen, die aus den Folgen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 resultieren. Da der Staat damals das Kircheneigentum enteignet hat, bezahlte er stattdessen Ausgleichgelder an die Kirche.

Heuten kommt den Staat diese Politik teuer zu stehen: Die Restaurierungen enteigneter Kirchen, vor allem von Klosterkirchen, kosten den Fiskus Millionen von Euro. Tja… man hat 1803 halt nicht langfristig gedacht und wer das nicht tut ist ein schlechter Politiker.
Mittwoch, 3. August 2005 09:55
Knecht R.: „Der deutsche Staat, exsistiert nur deshalb, weil die sich Kirche auf Reperationszahlungen mit diesem geeinigt hat. Ansonsten gebe es diesen Staat gar nicht.“

Selten so einen Unsinn gelesen!
Mittwoch, 3. August 2005 09:51
Der deutsche Staat, exsistiert nur deshalb, weil die sich Kirche auf Reperationszahlungen mit diesem geeinigt hat. Ansonsten gebe es diesen Staat gar nicht. Und das Volk Gottes, welches in der Kirche Jesu zur Gemeinschaft wurde, wird vom innersten Kreis Jesu geleitet, sprich an erster Stelle steht Petri, danach kommt der nächste Kreis, mit Jakobus und Johannes und so geht es weiter in der Messiashierarchy. Das Satanisten von unten meinen, Gottes Gesetz umstürzen zu müssen, wird beim jüngsten Gericht gegen sie verwendet (-:
Mittwoch, 3. August 2005 00:15
Sirilo: Woher hat der Herr Bischof sein Geld?
In der Diözese Regensburg kürzt der Bischof einem aufmüpfigen Priester die Rente. Interessant.

Um wessen Gelder handelt es sich eigentlich dabei? Kommt die Rente aus dem Vermögen des Bischofs? Nein. Kommt sie aus Geldern, die der Bischof durch Geschäftstätigkeit eingenommen hat? Nein. Die Rente des Priesters wird gezahlt aus der Kirchensteuer, die der Staat freundlicherweise einsammelt. Dabei wird Kirchensteuer auch von denen eingehoben, die nicht in die Kirche gehen oder anderer Meinung sind als der Bischof.

Wenn also der Bischof einem Priester die aus diesen Geldern fließende Rente kürzt, müßte er dann nicht 1. die Kirchensteuerzahler um ihre Zustimmung zur Kürzung fragen (nach dem Prinzip: No taxation without representation, d.h. wer Steuern zahlt, soll mitentscheiden, was mit den Steuerngeldern geschieht) und 2. die Kirchensteuerzahlungen aufmüpfiger Katholiken zurückweisen. Aber wenn es um Geld geht, ist der Klerus nie zimperlich. Er legt sogar großen Wert darauf, auch von den Prostituierten, deren Tätigkeit er schärfstens verwirft, Kirchensteuer einzufordern, also indirekt von der Sünde zu profitieren.

Der Bischof selbst bekommt sein Gehalt (etwa in der Höhe der Bezüge eines Ministers) übrigens nicht aus den Kirchensteuern, sondern direkt vom Staat, d.h. aus allgemeinen Steuermitteln. Das bedeutet: auch Staatsbürger, die nicht der Kirche angehören, alimentieren mit ihren Steuern die Kirchenführer, von denen sie als Ungläubige oder „Relativisten“ geschmäht werden.
Dienstag, 2. August 2005 20:43
Romulus: Irgendwie witzig
finde ich die Karikatur, die kreuz.net zum Artikel bringt, schon.
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