Das israelische Außenministerium will den heraufbeschworenen Konflikt mit dem Vatikan und der Katholischen Kirche angeblich entschärfen. Zugleich nimmt der Generaldirektor des Außenministeriums den Papstverleumder in Schutz.
(kreuz.net) Nach der Haßpropaganda der vergangenen Tage scheinen aus dem israelischen Außenministerium
wieder versöhnlichere Töne zu kommen.
Dergestalt deuten katholische Nachrichtenagenturen ein Interview
des Generaldirektors des israelischen Außenministeriums, Ron Prosor, mit der in Berlin erscheinenden
Wochenzeitung ‘Jüdische Allgemeine’.
Das Gespräch ist in der heute erscheinenden Ausgabe des Blattes
veröffentlicht.
Die „Meinungsverschiedenheiten“ – wie sich Prosor beschwichtigend ausdrückt – seien
keine ernsthafte Krise.
Mit dieser Formulierung verharmlost der Vertreter des israelischen Außenministeriums
im Interview die grobschlächtigen persönlichen Attacken aus seinem Ministerium gegen Papst Benedikt
XVI. und die Beschmutzung des Andenkens von Johannes Paul II.
Das israelische Außenministerium unterstellte
den beiden Päpsten vor etwas mehr als einer Woche, angeblich israelische Terroropfer ignoriert zu haben.
Der Pressesprecher des Vatikan wies diese üblen Verleumdungen mehrfach und mit ungewohnter Schärfe
zurück.
Dagegen behauptet Prosor jetzt, daß Israel eine „gute diplomatische Beziehung“ zum Vatikan
unterhalte:
„Unter Freunden kommt es schon mal zu Meinungsverschiedenheiten. Sie werden benannt und dann
gelöst.“
Papst Benedikt XVI. habe stets betont, daß die Beziehungen zwischen der Katholischen Kirche
und dem jüdischen Volk wichtig seien:
„Er hat seit Jahren daran gearbeitet, die Kluft zwischen Christen
und Juden zu überbrücken“, erklärte der Vertreter jenes Außenministeriums, das sich in letzter Zeit
sehr darum bemüht hat, das Gegenteil zu bewirken.
Gerade deswegen hätte die israelische Regierung erwartet –
erneuert der israelische Beamte sogleich die Angriffe –, daß der Papst den Selbstmordanschlag von Netanya
in seiner Erklärung gegen die Terroranschläge der vergangenen Wochen ausdrücklich erwähnt.
Doch eine
grundsätzliche Störung des katholisch-jüdischen Dialogs befürchtet Prosor nicht:
„Der Besuch von
Papst Benedikt XVI. in der Synagoge in Köln wird ein weiterer historischer Schritt. Er hat außerdem
bereits eine Einladung der israelischen Regierung nach Israel angenommen.“
Die Wahrheit rund um den von
Israel geschleuderten und jetzt erneut aufgekochten Schlamm ist eine andere.
Darauf hat Pater David Jaeger –
der führende Experte im Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Israel – bereits vor einer knappen Woche
hingewiesen. Das israelische Außenministerium habe die Toten des Terrors nur als einen Vorwand mißbraucht.
Das Ziel der gegenwärtigen antikatholischen Propagandaaktion sei, die Verschleppung der seit Jahren
anstehenden und vertraglich vereinbarten Verhandlungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl zu vertuschen.
Es sei kein Zufall, daß der israelische Angriff gegen den Heiligen Stuhl genau mit dem Augenblick zusammenfiel,
da Israel die Wiederaufnahme der Gespräche erneut platzen ließ.
Pater Jaeger unterstrich, daß sich
Israel nach diesem diplomatischen Skandal klar und ausdrücklich entschuldigen müsse.
Solange der schwere
Fehler von Seiten Israels totgeschwiegen oder gar verniedlicht wird, scheint die Rede von einer Entspannung
der Situation jedenfalls verfrüht.
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