14:30:32 | Donnerstag, 4. August 2005
Vor drei Monaten fiel eine schwangere US-Amerikanerin ins Wachkoma. Diese Woche hat sie ihr Kind geboren. Der Kindsvater scheute keine Kosten und Mühen, um seine ungeborene Tochter zu retten. Die Mutter starb am gestrigen Mittwoch.
(kreuz.net, Arlington) Nach einem drei Monate langen, dramatischen Wettlauf gegen die Zeit gebar eine
krebskranke, gehirntote Amerikanerin am Dienstag ihr zweites Kind.
Die Mutter eines zweijährigen Jungen
lebte mit ihrem Ehemann in Arlington bei Washington im US-Bundesstaat Virginia an der Ostküste der Vereinigten
Staaten.
Am 7. Mai diesen Jahres brach die schwangere Immunbiologin Susan Torres (26) bewußtlos zusammen.
Ihr ungeborenes Kind war gerade vier Monate alt.
Die Diagnose war niederschmetternd. Bereits als 17jährige
war Frau Torres an Hautkrebs erkrankt. Jetzt hatten sich in ihrem Gehirn Metastasen gebildet.
Ihr Ehemann
Jason erklärte im Mai:
„Die Ärzte sagten mir: Wir können Ihrer Frau nicht mehr helfen. Aber wir können
versuchen, das Kind zu retten.“
Die Überlebenschancen für das Baby seien klein, wurde dem Ehemann erklärt.
Außerdem bestehe ein relativ hohes Risiko, daß sein Kind behindert sein werde.
Ein drittes Problem
drohte unüberwindlich zu werden: das Geld. Die Krankenversicherung von Herrn Torres bezahlte lediglich
einen Teil der immensen Kosten für die medizinische Betreuung seiner Frau.
Herr Torres ist Angestellter
einer Druckerei und verfügt über keine finanziellen Reserven.
Doch der gläubige Katholik kämpfte
um das Leben seines Kindes. „Susan hätte nichts anderes gewollt. Sie wäre durch die Hölle gegangen,
um dem Kind eine Chance zu geben.“
Ehemann Torres ließ sich beurlauben und übersiedelte ins Krankenzimmer
seiner Frau. Für den zweijährigen Sohn des Ehepaars sorgten die Großeltern.
Im Spital ließ Torres
nicht davon ab, mit seiner geistesabwesenden Frau und dem gemeinsamen Kind zu sprechen. Er hielt die Hand
seiner Gattin und verzierte das Krankenzimmer mit Bildern. Mittels Sonogramm verfolgte er die Entwicklung
seines kleinen Kindes.
Am Dienstag konnten die Ärzte nicht mehr länger warten:
Der Krebs hatte inzwischen
die Lymphknoten, die Lunge, die Leber und andere Organe erfaßt. Die Gefahr eines Übergreifens auf die
Gebärmutter wuchs. Ebenso befürchteten die Ärzte Infektionen.
So wurde die kleine Susan Anne Catherine
Torres mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Sie war am Anfang des siebten Schwangerschaftsmonates.
Die Kleine wog bei der Geburt rund 820 Gramm und war gut 34 Zentimeter groß. Susan scheint kerngesund
zu sein.
Die Familie Torres hatte
im Internet um Spenden für die hohen Arztrechnungen gebeten. Insgesamt
wurden auf diese Weise bereits umgerechnet 320.000 Euro gesammelt.
Die angefallenen Kosten für das Leben
von Susan Anne Catherine betragen rund 800.000 Euro.
Die inzwischen ganz vom Krebs befallene Mutter erhielt
die Letzte Ölung und starb gestern Mittwoch, nachdem man das Beatmungsgerät abstellte, das ihren bereits
nicht mehr lebensfähigen Körper künstlich am Leben erhielt.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#1
ulrich 13:33:31 | Freitag, 5. August 2005