Kinderabtreibung
Das Kind überlebte – die Mutter starb
Vor drei Monaten fiel eine schwangere US-Amerikanerin ins Wachkoma. Diese Woche hat sie ihr Kind geboren. Der Kindsvater scheute keine Kosten und Mühen, um seine ungeborene Tochter zu retten. Die Mutter starb am gestrigen Mittwoch.
(kreuz.net, Arlington) Nach einem drei Monate langen, dramatischen Wettlauf gegen die Zeit gebar eine krebskranke, gehirntote Amerikanerin am Dienstag ihr zweites Kind.

Die Mutter eines zweijährigen Jungen lebte mit ihrem Ehemann in Arlington bei Washington im US-Bundesstaat Virginia an der Ostküste der Vereinigten Staaten.

Am 7. Mai diesen Jahres brach die schwangere Immunbiologin Susan Torres (26) bewußtlos zusammen. Ihr ungeborenes Kind war gerade vier Monate alt.

Die Diagnose war niederschmetternd. Bereits als 17jährige war Frau Torres an Hautkrebs erkrankt. Jetzt hatten sich in ihrem Gehirn Metastasen gebildet.

Ihr Ehemann Jason erklärte im Mai:

„Die Ärzte sagten mir: Wir können Ihrer Frau nicht mehr helfen. Aber wir können versuchen, das Kind zu retten.“

Die Überlebenschancen für das Baby seien klein, wurde dem Ehemann erklärt. Außerdem bestehe ein relativ hohes Risiko, daß sein Kind behindert sein werde.

Ein drittes Problem drohte unüberwindlich zu werden: das Geld. Die Krankenversicherung von Herrn Torres bezahlte lediglich einen Teil der immensen Kosten für die medizinische Betreuung seiner Frau.

Herr Torres ist Angestellter einer Druckerei und verfügt über keine finanziellen Reserven.

Doch der gläubige Katholik kämpfte um das Leben seines Kindes. „Susan hätte nichts anderes gewollt. Sie wäre durch die Hölle gegangen, um dem Kind eine Chance zu geben.“

Ehemann Torres ließ sich beurlauben und übersiedelte ins Krankenzimmer seiner Frau. Für den zweijährigen Sohn des Ehepaars sorgten die Großeltern.

Im Spital ließ Torres nicht davon ab, mit seiner geistesabwesenden Frau und dem gemeinsamen Kind zu sprechen. Er hielt die Hand seiner Gattin und verzierte das Krankenzimmer mit Bildern. Mittels Sonogramm verfolgte er die Entwicklung seines kleinen Kindes.

Am Dienstag konnten die Ärzte nicht mehr länger warten:

Der Krebs hatte inzwischen die Lymphknoten, die Lunge, die Leber und andere Organe erfaßt. Die Gefahr eines Übergreifens auf die Gebärmutter wuchs. Ebenso befürchteten die Ärzte Infektionen.

So wurde die kleine Susan Anne Catherine Torres mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Sie war am Anfang des siebten Schwangerschaftsmonates.

Die Kleine wog bei der Geburt rund 820 Gramm und war gut 34 Zentimeter groß. Susan scheint kerngesund zu sein.

Die Familie Torres hatte im Internet um Spenden für die hohen Arztrechnungen gebeten. Insgesamt wurden auf diese Weise bereits umgerechnet 320.000 Euro gesammelt.

Die angefallenen Kosten für das Leben von Susan Anne Catherine betragen rund 800.000 Euro.

Die inzwischen ganz vom Krebs befallene Mutter erhielt die Letzte Ölung und starb gestern Mittwoch, nachdem man das Beatmungsgerät abstellte, das ihren bereits nicht mehr lebensfähigen Körper künstlich am Leben erhielt.
      
1 Lesermeinung
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#1   ulrich   13:33:31 | Freitag, 5. August 2005
Hochachtung
Dies ist beeindruckend! Jeder Mensch ist des Lebens würdig, auch wenn es (scheinbar) unüberwindbare Probleme gibt! Hochachtung vor dieser Familie und insbesondere dem Vater.
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