Ein US-amerikanischer Jesuitenpater und Leiter der Vatikanischen Sternwarte hat gestern den Juli-Artikel des Wiener Erzbischofs und Dominikaners Christoph Kardinal Schönborn über die Evolution in die Pfanne gehauen.
(kreuz.net, London) Anfang Juli veröffentlichte Kardinal Schönborn in der Tageszeitung ‘New York Times’
einen Artikel. Darin erklärte er, daß eine Zufallsevolution mit dem Schöpferglauben nicht vereinbar
sei.
Der Kardinal schrieb unter anderem:
„Die Evolution im Sinne eines gemeinsamen Stammbaumes ist vielleicht
wahr. Aber die Evolution in einem neo-darwinistischen Sinn – das heißt, als ungeleiteter, ungeplanter
Prozeß von Zufallsmutationen und natürlicher Auslese ist es nicht.“
Gestern publizierte die linkskatholische
britische Wochenzeitung ‘The Tablet’ eine scharfe Entgegnung eines bekannten Jesuitenpaters gegen diese
Stellungnahmen.
Sie stammt von Pater George Coyne (72).
Pater Coyne ist seit 1978 Leiter der vatikanischen
Sternwarte. Zugleich lehrt er jeweils ein Semester pro Jahr als Professor für Astronomie an der Universität
von Arizona. Dort ist er auch aktiv an Forschungsprojekten beteiligt.
Der US-Bundesstaat Arizona befindet
sich im Südwesten der USA.
In seinem Artikel beklagt sich der Pater, daß der jüngste Beitrag von Kardinal
Schönborn das Verhältnis zwischen Kirche und Wissenschaft getrübt habe.
Der Jesuit widerspricht dem
Kardinal ins Gesicht und erklärt, daß eine Welt, in der das Leben durch einen Prozeß zufälliger genetischer
Mutationen und natürlicher Auslese entstanden sei, durchaus mit der Herrschaft Gottes vereinbart werden
könne.
In seinem Artikel in der ‘New York Times’ spiele Kardinal Schönborn auch eine Aussage von Papst
Johannes Paul II. vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaft herunter.
Im Jahre 1996 hatte der damalige
Papst erklärt, daß die Evolution „keine bloße Hypothese mehr sei“.
Kardinal Schönborn bezeichnet
diese Aussage in seinem Artikel als „vage und unwichtig“. Er stellt sie einer viel früheren Ansprache
während einer Mittwochsaudienz gegenüber, in welcher Johannes Paul II. im Jahre 1985 über die Schöpfung
gesprochen hatte.
Dagegen erklärt Pater Coyne, daß die Aussage des Papstes im Jahre 1996 „epochal“
gewesen sei:
„Warum scheint es in der Kirche ein anhaltendes Zurückweichen vor Versuchen zu geben, mit
der Gemeinschaft der Wissenschaftler einen Dialog aufzubauen?“
Daß ein vatikanischer Mitarbeiter die
Ansichten eines Kardinals in aller Öffentlichkeit angreift, wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen.
Die englische Tageszeitung „The Independent“ berichtet, daß der Jesuit bereits kurz nach der Veröffentlichung
des Juli-Artikels Protestbriefe an Kardinal Schönborn und den Papst geschrieben hat.
Die Zeitung geht
auch davon aus, daß die Jesuitenoberen hinter der jetzt erfolgten Veröffentlichung der Ansichten von
Pater Coyne stehen.
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27 Lesermeinungen
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#27 methusalix † 19:22:19 | Montag, 8. August 2005
Gott würfelt… …nicht oder doch? Später, im Lichte weiterer Erkenntnisse, soll Einstein gesagt haben:
„Gott würfelt doch, aber er verwendet gezinkte Würfel!“ Eine nett erfundene Anekdote, die nur zeigt,
was Naturwissenschaftler spätestens seit „Ockhams razor“ wissen. Wenn sie die Spitze eines Wissensberges
erklommen haben (i. e. eine neue Hypothese erhärtet einen Beweis für eine Theorie entdeckt haben), sehen
sie mindestens zehn neue Gipfel, die es zu erforschen gilt, so verwirrend zeigen sich Gottes Naturgesetze
dem Menschen.
der Zufall … Hat schon mal jemand daran gedacht, dass Gott vielleicht von sich aus den Zufall als Prinzip
der Entwicklung vorgesehen hat? Und zwar absichtlich? Vielleicht allein deswegen, weil Gott weiss, dass
es eine doch recht vernünftige Lösung ist? Schliesslich findet sich der Zufall in derart mannigfaltiger
Gestalt in den verschiedensten Wissenschaften wieder, dass sich dieser Gedanke aufdrängt. Einstein meinte
zwar „Gott würfelt nicht“ aber er hat zu guter letzt auch erkannt, dass er damit falsch lag (zumindest
bei der Beurteilung des Auslösers für dieses Einstein-Zitat). w_ds
Zufall – von wem? Natürlich kann ich im Sinne einer ratio fide illuminata auch hinter allem „Zufall“
die Herrschaft Gottes erkennen. Die Frage ist immer: Von wem fällt uns alles Dasein – wie auch immer
es entsteht – zu? GOTT ist dabei nicht das „missing link“, sondern „Am Anfang schuf Gott… – war das
Wort“! www.d.arose.ms www.d.a.rose.ms/
Pro und Contra Man könnte diese Diskussion jetzt endlos fortsetzen, aber eine zufriedenstellene Lösund
wird es nie geben! Immer wieder werden in den Beitrag von Kardinal Schönborn Dinge hineininterpretiert,
die er vielleicht so nicht gemeint hat. Es gibt zwei Pole in der Diskussion, einen eher in Richtung Glauben
–--> Schöpfung und den anderen in Richtung Zufall –---> Auslese. Und es ist Jedem überlassen, beide
Ansätze in sein eigenes (Glaubens-) Leben zu integrieren oder auch nicht.
@vir: naturwissenschaftliche Erkenntnisse können einer religiösen Lehre niemals widersprechen – oder
sollte die Schwerkraft verdammt werden? bezüglich Mutation und Selektion gibt es eben naturwissenschaftliche
Erkenntnisse – was du meinst, sind wohl eher die Schlüsse, die daruas gezogen werden – wobei: wenn ich
von vornherein mit der Möglichkeit der Existenz Gottes an naturwissenschaftliche Forschungen herangehe,
werde ich diese Möglichkeit überall als „bewiesen“ sehen; bloß: die Annahme einer Existenz Gottes ist
im naturwissenscahftlichen Forschungsansatz ganz einfach nicht möglich, wie wohl viele NaturwissenschatlerInnen
auch gläubige Menschen sind;
#21 virOblationis 20:18:15 | Sonntag, 7. August 2005
ad Methusalix Ich meine: Einerseits ist der menschliche Verstand eigenständig und braucht deshalb in
den Dingen, die er selbst zu erfassen vermag, keinerlei Wegweisung kirchlicherseits. Andererseits darf
keine wissenschaftliche Erkenntnis der überlieferten Lehre grundsätzlich widersprechen, sonst würde
die Wirklichkeit in zwei Sphären zerfallen, in Wissen und Glauben, Schöpfung und Erlösung. Da wir aber
nicht an zwei Gottheiten glauben wie die Gnostiker, sondern nur an den einen Schöpfer und Erlöser, kann
es auch nur eine Wahrheit geben. Wie also im gesellschaftlichen Bereich nichts der Königsherrschaft Christi
widersprechen soll, so auch in der Wissenschaft nichts dem Glauben. Kann es zu einem Widerspruch zwischen
dem „Einerseits“ und dem „Andererseits“ kommen? Gewiß, aber dies kann letztlich kein immerwährender
Zustand sein, sondern nur ein vorübergehender, der auf Grund der Schwäche des menschlichen Verstandes
entsteht.
#19 methusalix † 17:10:07 | Sonntag, 7. August 2005
@vir oblationis Dank für Ihre Erwiederung! Wenn ich Ihren Text über Occkham und den Stagiriten richtig
verstehe, stimmen Sie mit Schönborn überein, dass die katholische Kirche die Oberhoheit auch über naturwissenschaftliche
Wahrheiten haben muss, weil man Theologie und Naturwissenschaft nicht trennen darf, sondern in einer Gesamtschau
sehen muss. In extremis würde das doch bedeuten, dass der Papst entscheidet, ob die Erklärung des photoelektrischen
Effektes richtig war. Wollen Sie das wirklich?
#17 virOblationis 15:29:19 | Sonntag, 7. August 2005
1) ad Yersiniam 2) ad Methusalix 1) Wenn ich mich verständlich gemacht habe, dann kann ich ja noch einmal
die Konsequenzen des von mir Vorgebrachten aufzeigen: Angenommen, es gäbe ein Geschehen, das der Naturwissenschaft
als Prozeß von Mutation und Selektion e r s c h e i n t, dann bedeutet dies noch nicht, daß Mutation
und Selektion zugleich der ausschließliche Grund für eben dieses Geschehen sind. Sollte ein intelligent
design, also etwas Geistiges, hinter dem stehen, was als Mutatiuon und Selektion erscheint, dann vermag
die Naturwissenschaft dies nicht festzustellen, weil sie auf den Spekt des Materiellen beschränkt ist.
2) Wenn man, wie es seit Wilhelm von Occam üblich geworden ist, die Wirklichkeit in die Bereiche von
Theologie-Glauben und Philosophie-Naturwissenschaft aufspaltet, droht stets die doppelte Wahrheit des
Siger von Brabant, d.h. die Behauptung, etwas sei in einem Bereiche wahr und im anderen zugleich falsch.
Der hl. Thomas von Aquin hat den Bereich der natürlichen Dinge von der Theologie nicht abgetrennt, sondern
ihn mit Hilfe der aristotelischen Philosophie integriert. – Wenn man die Unabhängigkeit der Wissenschaft
wahren will, dann geschieht dies in anti-kirchlicher Weise, wenn man einen Gegensatz zwischen „Glauben
und Wissen“ zu Grunde legt; vielmehr ist der Grund für die Unabhängigkeit der Wissenschaft m.E. darin
zu sehen, daß die menschliche Vernunft als Licht der Natur Eigenständigkeit besitzt, die allerdings
nicht gegen die Übernatur ausgespielt werden sollte.
@vir: ich hab dich schon verstanden @athanasius: dich allerdings nicht! – zum Thema: [link]www.thur.de/…xpansion/11.htm[link] –
oder einfach „urknall“ und „friedmann“ in google eingeben;
#14 methusalix † 23:06:01 | Samstag, 6. August 2005
Schönborn vs. Evolution? Mein Gott, was soll diese ganze Hysterie? Das kann doch nicht wahr sein! Schönborn
glaubt, die Naturwissenschaftler stehlen ihm die Butter vom Brot, die Naturwissenschaftler glauben, der
Schönborn will ihnen in die Suppe spucken. Haben wir nichts besseres zu tun als jahrhundertealte Machtspielchen
nochmals durchzuhecheln? Ich dachte, nach der Rehabilitation von Galilei wäre die Geschichte gegessen
(na ja, die Rehabilitation vom verheizten Gioradano Bruno steht ja noch aus) und dann kommt Schönborn
als Wadenbeisser daher. Wenn ich was zur Theologie wissen will, werde ich beim Doctor Angelicus, oder
eben bei Schönborn nachlesen; wenn ich was zur Evolution wissen will, werde ich bei Ernst Mayr oder Stphen
Jay Gould nachlesen. Suum cuique.
. Urknall Diese wissenschaftliche Theorie wurde ebenfalls von einem katholischen Bischof, Monseigeur Lemaire,
verfasst, der an der Kath. Uni in Leuven (Löwen) in Belgien lehrte. Ist ja ein leichtes Beispiel und
Liebhaberei der Hedonist-Atheisten, somit gutes Contra-Argument wenn man wieder mal sagt: „Die katholische
Kirche hindert die wissenschaftliche Fortschritte.“
#12 virOblationis 21:37:48 | Samstag, 6. August 2005
ad Yersiniam Ich glaube, daß ich nicht verständlich machen konnte, was ich (im Anschluß an Erwin Schrödinger)
zu sagen versuchte: Ich meine, daß die Naturwissenschaft (auf Grund ihrer Methoden) nur Aussagen über
einen Aspekt der Wirklichkeit treffen kann: den Materiellen. Wenn es Geistiges geben sollte, dann vermag
die Naturwissenschaft dieses mit ihrem „Messen und Wägen“ und trotz aller Mathematik nicht festzustellen. –
Mit Philosophie meinte ich insbesondere die Beschäftigung mit demjenigen, was jenseits des Materiellen
ist, also die Metaphysik. (Fragt man nun allerdings weiter, wie die Philosophie über die Naturwissenschaft
hinausgelangen soll, gerät man m.E. rasch in die Problematik neuzeitlicher Erkenntnistheorie, vgl. Arbogast
Schmitt, Die Moderne und Platon. Dies hier auszuführen, ist natürlich nicht möglich. Doch will ich
darauf hinweisen, daß ich die Zukunft der Philosophie darin erblicke, daß sie wieder an mittelalterliche
Traditionen anknüpft.)
@vir:Glaube ist nicht philosophisch ableitbar wiewohl Theologie und Philosophie eine ähnliche Beziehung
haben wie auch Naturwissenschaften und Philosophie – „Selbstorganisation“ ist übrigens mathematisch beschreibbar
(2. Hauptsatz der Thermodynamik, Zunahme der Entropie); allerdings: sosehr die Wissenschaft bisher auch
forschte, es läßt sich kein“Bauplan“, kein naturwissenschaftlich fassbarer „Sinn“ hinter der Entstehung
des Weltalls und der Lebewesen finden; wäre dem so bzw würde derartiges eines Tages entdeckt, die Wissenschaft
könnte nicht daran vorbeigehen – lexikon.freenet.de/Thermodynamik – …ww.zukunfts-werkstatt.org/komplexe.htm –
science.orf.at/science/news/65207 –
Physik und Metaphysik Wenn behauptet wird, daß chaotische Systeme sich selbst organisieren, dann beruht
diese Behauptung auf Beobachtung. Beobachtet wird aber nur physisches Geschehen. Metaphysisches entzieht
sich der Beobachtung. Dies bedeutet aber keineswegs, daß nicht Metaphysisches, also eine geistige Kraft
(Engel o.Ä.), am Werk sein könnten. Um festzustellen, ob dies der Fall ist, müßten Überlegungen anderer
Art, nämlich philosophische, angestellt werden.
@evelin: womit mißt man Gott? wie wird er berechnet? in Theorien formuliert? – bitte nicht falsch verstehen,
aber unser Vertrauen auf die Erschaffung der Schöpfung durch Gott ist ein völlig anderer Ansatz als
es Naturwissenschaften angehen; und „Darwinismus“ ist kein „Glaube“ (als Ismus vielleicht schon), sondern
Darwin begründete einen wesentlichen naturwissenschaftlichen Forschungszweig; die „Evolutionstheorie“
gibt es im übrigen auch nicht; was es gibt, sind eine Menge an Theorien und Forschungsergebnissen – wobei
wissenschaftliches Treiben durch die Vorläufigkeit seiner Ergebnisse gekennzeichnet ist – sprich: es
kann immer wieder etwas neues dazukommen; eines weiß man allerdings aus der Quantenmechanik: es gibt
den puren, schlichten Zufall; aus systemtheoretischen Untersuchungen weiß man wiederum, dass sich „chaotische“
Systeme tatsächlich selbst organisieren –
zweiter Teil zum kath-net artikel Wörtlich schreibt das Erzbistum: „Es handelt sich bei der Priesterbruderschaft
St. Pius X. also nicht um eine Gemeinschaft oder Gruppe innerhalb der römisch-katholischen Kirche, sondern
außerhalb.“ Katholiken, die sich dieser Gemeinschaft verbinden und deren Gottesdienste mitfeiern, so
Generalvikar Albrecht, schließen sich dadurch aus der Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche
selbst aus. Die Bistumsleitung bedauert die Einweihung einer Kapelle durch die Priesterbruderschaft St.
Pius X. in Bamberg, so Albrecht. Neben Zirndorf ist Bamberg die zweite Niederlassung dieser Gemeinschaft
im Gebiet der Erzdiözese Bamberg. Die traditionalistisch und rückwärts gewandte Haltung der Priesterbruderschaft
St. Pius X. steht dem Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils entgegen, das die katholische Kirche der
Gegenwart geöffnet und für die Zukunft „gerüstet“ hat. Generalvikar Albrecht bittet die Gläubigen,
die Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht zu unterstützen und an deren Gottesdiensten nicht teilzunehmen.
Nur so bleiben sie innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft und tragen nicht zu einer weiteren Spaltung
der Kirche bei. Denn die Tradition bezeugt einhellig, dass die Einheit der Kirche nur in der Einheit mit
dem Papst und mit den Bischöfen gegeben ist. Dies sei in Bamberg in seiner bald 1000-jährigen Geschichte
stets durchgehalten worden.
@ Benedikt: Jein Die Hardcore-Darwinisten, die nur den Zufall als Ursache gelten lassen, sehen im Urknall
den Quasischöpfungsakt, wodurch sich aus dem Nichts etwas entwickelt hätte. Dies auf der Idee basierend,
wenn Gott nicht die Arten geschafften hat, dann auch nicht die ganze Welt. Unter Evolution wird in aller
Regel – mindestens umgangssprachlich – die Entwicklung sämtlicher Arten verstanden, nicht bloß von Gattungen
innerhalb der Arten. Dass das Hausrind und die Hunderassen gezüchtet und nicht geschaffen wurden, ist
klar. Naturwissenschaftlich wäre der Darwinismus nur, wenn man mittels Experiment beweisen könnte, dass
man aus einem Fisch einen Vogel züchten kann, oder aus einem Camäleon einen Eisbären. Was ist denn
da mit der Zählbarkeit, Meßbarkeit, Wägbarkeit, der experimentellen Beweisbarkeit? Die Katholiken vergessen
oft, dass die Schöpfung vorrangig eine Glaubensfrage ist, nicht für pseudowissenschaftliche Theoretiker.
Wer Gott beiseite läßt, arbeitet in Wirklichkeit nicht wissenschaftlich, weil er eine wesentliche Ursache
(die mehr als bloß denkmöglich ist) von vornherein ausklammert.
Der Urknall… …hat mit Darwinismus ziemlich wenig zu tun. Im übrigen ist der Urknall mit dem Katholizismus
ohne weiters vereinbar. Denn auch für diesen muss jemand eine Ursache gesetzt haben. Auch die Evolution
ist in bestimmten Grenzen mit dem Glauben vereinbar, nämlich solange sie nicht als Zufall (und das war
glaub ich der Kernpunkt der Kritik) angesehen wird.
Der Darwinismus-Glaube ist ab ovo dummdreist, tarnt sich aber als wissenschaftliche Theorie. Tatsächlich
handelt es sich um wilde pseudowissenschaftlich Spekulation. Das beginnt schon einmal am Anfang: Am Anfang
war nichts, kein Himmelskörper, kein Atom, keine Kraft/Energie, einfach nichts. Keinerlei Ansatzpunkt
für irgendeine naturwissenschaftliche Theorie, wie die Schwelle vom Nichts zum Etwas übersprungen werden
kann. Das kann nur der Schöpfer und ist es sichere theologische, ja sogar domatisierte Lehre, dass die
Welt und alles in und auf ihr aus dem Nichts geschaffen wurde, also eben nicht aus göttlicher Substanz.
Die ungläubigen Darwinisten erfinden statt der Schöpfung den Urknall, da muß man wahrlich einen Knall
haben, das zu glauben. Dann die „gemeinsamen Vorfahren mit den Affen“. Weil die irgendwelche alte Knochen
nach ihrer Ideologie rekonstruieren, werden daraus irgenwelche gemeinsamen Vorfahren mit den Menschen,
so als ob zwischen der menschlichen Seele, die zum ewigen Leben gerufen ist (und jeweils von Gott bei
jedem Menschen aus dem Nichts geschaffen wurde) und der tierischen Seele, die lediglich die niederen Bereiche,
also insbesondere kein Gewissen aufweist, und nicht zum ewigen Leben gerufen ist, kein Unterschied bestünde.
Katholiken sind übrigens verpflichtet, zu glauben, dass sich die Menschheit auf Adam und Eva zurückführt
und von diesen die Erbsünde auf uns gekommen ist. Der Gatte
@Vir SJ Ja, den Eindruck hatte ich auch schon. Und mir schein, je höher, desto verkehrter. Der einfache
Beichtvater-Jesuit ist eher zu geniesen als die ganzen Profs bei SJ. Was sgaten früher die Leute: So
gelehrt und so verkehrt.
Gesellschaft Jesu In persönlichen Begegnungen gewann ich den Eindruck, daß besonders Jesuiten bemüht
sind, mit allem Nicht-Katholischen – so wie in diesem Falle mit (heidnischer) Wissenschaft – ein gutes
Einvernehmen herzustellen. Ist die Gesellschaft Jesu noch stärker von der Auflösung des traditioenll
Katholischen als andere Gemeinschaften betroffen, oder ist meine Wahrnehmung rein subjektiv gewesen?
J’accuse. Der Jesuit widerspricht dem Kardinal ins Gesicht und erklärt, daß das Leben durch einen Prozeß
zufälliger genetischer Mutationen und natürlicher Auslese entstanden sei Zufall bei dem in die Existenz
kommen der ersten Zelle ist ausgeschlossen nicht von der Kirche, sondern von der mathematischen Statistik.
Es ist unmöglich, statistisch denn. Übrigens spüre ich hier wieder Teilhardinismus, auch so ein apostater
Jesuit. Darf ich dem Jesuiten auf „Humani Generis“ hinweisen. In seinem Artikel in der ‘New York Times’
spiele Kardinal Schönborn auch eine Aussage von Papst Johannes Paul II. vor der Päpstlichen Akademie
der Wissenschaft herunter. Im Jahre 1996 hatte der damalige Papst erklärt, daß die Evolution „keine
bloße Hypothese mehr sei“. Na und? Ist es auch nicht. Es ist bereits eine Theorie. Keine Hypothese mehr.
Das stimmt. Aber einer Theorie muss man auch noch nicht unbedingt zustimmen. Jesuitenoberen Die haben
ja auch die Befreiungstheologen gutgehiessen. Und Teilhard de Chardin, mit seiner auch für Wissenschaftler
lächerliche Idee. Wenn man immer mit Atheisten in einem Schiffchen drin ist, kann man das ja in der Wissenschaft
doch auch tun. In den Niederlanden schreibt die ehemals katholische, liberal-sozialistische Zeitung „De
Volkskrant“ auch voran gegen die Ministerin die lauter eine Debatte zum Intelligent Design vs. Evolutionismus-Problem.