Am Freitag wurden die vier Opfer eines Terroranschlages in Galiläa zu Grabe getragen. Ein israelischer Soldat hatte in einem Autobus um sich geschossen. Zwei der Toten waren Christen.
(kreuz.net, Haifa) Tausende von Menschen haben am Freitag an der Beerdigung von vier arabischen Israelis
teilgenommen. Das berichtete die römische Nachrichtenagentur ‘Misna’.
Die Toten waren vor zwei Tagen
von einem rechtsextremen israelischen Soldaten bei einem Terroranschlag umgebracht wurden.
Der 19jährige
Soldat hatte in einem öffentlichen Autobus im galiläisch-arabischen Ort Schefaram mit seiner Dienstwaffe
um sich geschossen. Der Soldat war vor einigen Monaten desertiert.
Schefaram befindet sich auf israelischem
Staatsgebiet. Die arabischen Bewohner des Ortes besitzen israelische Pässe.
Als der junge Soldat sein
Magazin leergeschossen hatte, wurde er von der herbeigeeilten Menge überwältig und gelyncht.
Die Opfer
des Anschlages waren der christliche Busfahrer Michel Bahus (56) und Nader Hayak, ein 55jähriger christlicher
Passagier. Außerdem kamen das muselmanische Schwesternpaar Hazar (23) und Diana (21) Turki, die sich
ebenfalls im Autobus befanden, ums Leben.
Zuerst fand die Beerdigung der beiden Männer auf einem christlichen
Friedhof statt. Anschließend bewegte sich der Trauerzug zu einer moslemischen Beerdigungsstätte. Dort
wurden die beiden Schwestern begraben.
Israelische Medien berichteten, daß am Freitag auch drei minderjährige
Freunde des 19jährigen Attentäters verhaftet wurden.
Die drei werden beschuldigt, von den Attentatsplänen
des jungen Soldaten gewußt zu haben.
Sie wurden in der jüdischen Siedlung Tapuach verhaftet. Diese
befindet sich in einem besetzten Teil von Cisjordanien.
In der Siedlung leben nach Angaben der Tel Aviver
Tageszeitung ‘Haaretz’ zahlreiche Anhänger des rassistischen US-Rabbiners Meir Kahane, der im Jahr 1990
in New York ermordet wurde.
Kahane gründete die inzwischen verbotene rechtsradikale Bewegung Kach.
Er setzte sich für eine Vertreibung der Araber vom israelischen Staatsgebiet und den besetzten Territorien
ein.
Um diese Idee in die Tat umzusetzen, eröffnete er in Israel auch sogenannte ‘Auswanderungsbüros’.
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