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Sonntag, 21. November 2004 13:52
Hand und Fuß: Der Löwe von Münster brüllt von der Kanzel
„In den bevorzugten staatlichen Lehranstalten, den Hitlerschulen und den neuen Lehranstalten für künftige Lehrer und Lehrerinnen, wird jeder christliche Einfluß, ja jede wirklich religiöse Betätigung grundsätzlich ausgeschlossen.“ Eine Sonntagspredigt, gehalten am 20. Juli 1941 durch den Hochmutigsten Herrn Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen.
(kreuz.net, Münster) Im kommenden Jahr wird der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., den ehemaligen Bischof von Münster (Deutschland), Clemens August Graf Kardinal von Galen, seligsprechen. Die offizielle Bekanntgabe durch den Vatikan wird vor Weihnachten erwartet.

Graf von Galen wurde 1878 in Dinklage (Münster) geboren. 1933 wurde er zum Bischof von Münster geweiht. Ein Monat vor seinem Tod, wurde er im Februar 1946 zum Kardinal ernannt. Als Bischof hat er gegen das gottlose nationalsozialistische Regime tatkräftig Widerstand geleistet. Das trug ihm den Beinamen „Löwe von Münster“ ein. Sein Leitspruch war: „Nec laudibus nec timore“ (Weder für Lob noch aus Furcht).

Berühmt geworden sind Bischof von Galens Kriegspredigten vom Juli und August 1941. Die Mehrheit der Deutschen war zu dieser Zeit noch von der Zukunft der siegreichen Hitlerherrschaft überzeugt. Bischof von Galen jedoch bestieg die Kanzel, um seine Schafe auf die Weiden Christi zu führen.

Nicht für Schmeicheleien, noch aus Furcht, einzig der Wahrheit zuliebe. Auszug aus einer Sonntagspredigt von Bischof von Galen, gehalten am 20. Juli 1941:

Liebe Gläubige!

Wir sehen und erfahren jetzt deutlich, was hinter den neuen Lehren steht, die man uns seit einigen Jahren aufdrängt, denen zuliebe man die Religion aus den Schulen verbannt hat, unsere Vereine unterdrückt hat, jetzt katholische Kindergärten zerstören will: abgrundtiefer Haß gegen das Christentum, das man ausrotten möchte.

Hart werden! Fest bleiben! Wir sind in diesem Augenblick nicht Hammer, sondern Amboß. Andere, meist Fremde und Abtrünnige, hämmern auf uns, wollen mit Gewaltanwendung unser Volk, uns selbst, unsere Jugend neu formen, aus der geraden Haltung zu Gott verbiegen. Wir sind Amboß und nicht Hammer! Aber seht einmal zu in der Schmiede! Fragt den Schmiedemeister und laßt es euch von ihm sagen: Was auf dem Amboß geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur vom Hammer, sondern auch vom Amboß.

Was in dieser Zeit geschmiedet wird zwischen Hammer und Amboß, ist unsere Jugend: die heranwachsende, die noch unfertige, die noch bildungsfähig weiche Jugend! Wir können sie den Hammerschlägen des Unglaubens, der Christentumsfeindlichkeit, der falschen Lehren und Sitten nicht entziehen.

Was hören sie in den Schulen, in die heute alle Kinder ohne Rücksicht auf den Willen der Eltern hineingezwungen werden?

Wie steht es mit dem Religionsunterricht für sie und mit der Übung der Religion?

Was lesen sie in den neuen Schulbüchern?

Laßt euch doch, christliche Eltern, die Bücher zeigen, besonders die Geschichtsbücher der höheren Schulen! Ihr werdet entsetzt sein, mit welcher Unbekümmertheit um die geschichtliche Wahrheit dort versucht wird, die unerfahrenen Kinder mit Mißtrauen gegen Christentum und Kirche, ja mit Haß gegen den christlichen Glauben zu erfüllen!

In den bevorzugten staatlichen Lehranstalten, den Hitlerschulen und den neuen Lehranstalten für künftige Lehrer und Lehrerinnen, wird jeder christliche Einfluß, ja jede wirklich religiöse Betätigung grundsätzlich ausgeschlossen.

Christliche Eltern, um all das müßt ihr euch kümmern, sonst versäumt ihr eure heiligsten Pflichten, sonst könnt ihr nicht bestehen vor eurem Gewissen und vor jenem, der euch die Kinder anvertraut, damit ihr sie auf den Weg zum Himmel führt!

[Die ganze lesenswerte Predigt im Volltext]
6 Lesermeinungen:
Donnerstag, 27. Januar 2005 11:41
Zarathustra: Erklärung
Lieber Gerd Eric,
ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben dienen zu können.

Gotteslästerung Einen festen terminus technicus für Gotteslästerung kennt weder die hebräische noch die griechische Bibel, in der LXX existieren allein fünf verschiedene Begriffe. Erst die Kirchenväter sprechen von „blasphemía“. Als Gotteslästerung galt im Alten Bund vorsetzlich begangene Sünde (Nm 15,30), Verhöhnung oder Bedrückung des Gottesvolkes (Is 52,5; 1 Makk 2,6) oder auch Drohworte gegen den Tempel (1 Makk 7,38 41f). Die nachchristliche Halacha hat dem Begriff der richterlich zu ahndenden Gotteslästerung eine äußerst enge Fassung gegeben; vor allem mußte der Gottesname (JHWH) deutlich ausgesprochen werden. Zur Zeit Jesu ist dieser Begriff jedoch erheblich ausgeweitet worden. Auch das neutestamentliche Christentum kennt den Begriff der Gotteslästerung im Sinn einer Antastung der Macht und Majestät Gottes. Paulus sieht in seiner frühen Verfolgung der Kirche die Gotteslästerung (1 Tim 1,13). Das deutsche Strafrecht sieht die Gotteslästerung, die zum Ärgernis gereicht, als Religionsdelikt (StGB § 166ff), was mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden kann.

Scheiterhaufen <m.7> 1 Holzstoß zum Verbrennen von Toten, Hexen, Ketzern oder verbotenen Büchern 2 <landsch., ugs> Semmelauflauf
Donnerstag, 27. Januar 2005 10:41
GerdEric: Lieber Zaratustra
wie gingen eigentlich die Christen mit Gotteslästerern um?
Was sind Scheiterhaufen?
Donnerstag, 27. Januar 2005 09:42
Zarathustra: Steinigt ihn!
Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr geworden seid, ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt.
Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen. Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und stinigten ihn. (Apg 7,51-58)
Donnerstag, 20. Januar 2005 00:45
GerdEric: Tja, wenn ich
mir da den Kardinal Meisner ansehe, der dem „bedrängten“ Martin Hohmann zur Seite springt…
Donnerstag, 2. Dezember 2004 21:33
Dolfus: Graf von Galens Kritik
Graf von Galen mußte auch geschickt vorgehen. Die Kritik an den „Hitlerschulen“ hätte ihm selbst mit einem angehängten „Gebet für den Führer“ den Tod bringen können.

Es ist eine herrliche Gnade für unser Volk, welches von der Siegerpropaganda ungerechten Beschuldigungen ausgesetzt wird, daß wir einen strammen Bekennerbischof als Seligen geschenkt bekommen!
Sonntag, 21. November 2004 15:35
Catholicus: Gebet für den Führer?
Der letzte Satz („Gebet für den Führer“) wirkt anstößig. Allerdings wird man hier sagen müssen, dass Kardinal von Galen auch in diesem machtbesessenen Christenverfolger, der als „Führer“ den Staat leitete, noch den von Gott bestellten Inhaber der Staatsgewalt sah. Die Frage wäre, ob es für Kardinal von Galen irgendeine Schmerzgrenze gab, ab der er gleichsam von einem Legitimitätsverlust für den „Führer“ ausging und einen (notfalls bewaffneten) Widerstand rechtfertigte.
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