08:48:24 | Montag, 8. August 2005
Veraltet? + Erzbischöflicher Widerwille + Lateinische Hinweistafeln + Forschung oder Leben? + Frommer Hund
Veraltet?Italien. Beim gestrigen Angelusgebet in Castel Gandolfo erwähnte Papst Benedikt XVI. den bevorstehenden
Weltjugendtag. Die gesamte Kirche sei geistlich mobilisiert, um dieses außergewöhnliche Ereignis zu
erleben. Dabei seien die drei Könige – deren Reliquien in Köln aufbewahrt werden – einzigartige Vorbilder
für die Suche nach Christus. Die drei Könige hätten Christus angebetet: „Doch was bedeutet anbeten?“ –
fragte der Heilige Vater: „Handelt es sich vielleicht um eine Haltung aus anderen Zeiten, die für den
heutigen Menschen sinnlos ist? Nein! Der Gläubige erneuert in der Anbetung seine Verehrung, das heißt,
seine Anerkennung der Gegenwart Gottes des Schöpfers und Herrn des Universums.“
Erzbischöflicher Widerwille
Deutschland. „Selbst wenn ich einstimmig gewählt würde, würde ich die Wahl nicht annehmen.“ Das erklärte
der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, mit Blick auf die im September stattfindende Wahl
des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Kardinal Meisner äußerte sich in einem am Sonntag
vorab veröffentlichten Interview des Bonner ‘General-Anzeigers’. Er sei fast 72 Jahre alt, habe die größte
Diözese Deutschlands, sitze in fünf Gremien im Vatikan und habe viele weltkirchliche Verpflichtungen.
Nach einer
Mitteilung aus Rom Anfang Mai kann sich der gegenwärtige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,
Karl Kardinal Lehmann, kein viertes Mal für das Amt bewerben.
Lateinische HinweistafelnDeutschland.
Der Chef der Kölner Verkehrsleitzentrale sieht sich beim bevorstehenden Weltjugendtag vor die größte
Herausforderung seines Berufslebens gestellt. Der 59jährige ist dafür verantwortlich, daß sich hunderttausende
Pilger in und um Köln sicher zu und von den Veranstaltungsorten bewegen können. Deshalb werden die Hinweistafeln
in der Innnenstadt nicht nur auf Deutsch, sondern in vielen anderen Sprachen verfaßt sein: auch auf Lateinisch.
Das wird zumindest Papst Benedikt XVI. verstehen, kommentierte die ‘Aachener Zeitung’.
Forschung oder
Leben?Deutschland. Die katholische Kirche ist nach einer Aussage des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart,
Mons. Gebhard Fürst, nicht forschungsfeindlich, sondern lebensfreundlich. Sie verteidige mit ihrer Forderung
nach einem unbedingten Lebensschutz für „embryonale Menschen“ nicht einen nostalgischen Lebensbegriff,
sondern ein moralisches Grundprinzip. Mons. Fürst ist der Vorsitzende der ‘Unterkommission Bioethik’
in der Deutschen Bischofskonferenz. Er äußerte sich nach einem Bericht von ‘Radio Vatikan’ in Salzburg.
Frommer HundÖsterreich. Der Ehemann der österreichischen Innenministerin, Herr Gunnar Prokop, wurde
rückfällig und brachte seinen Hund erneut zur Sonntagsmesse. Dies berichtete das österreichische Boulevardmagazin
‘Format’ in seiner jüngsten Ausgabe. Die Familie Prokop verbringt ihre Wochenenden gewöhnlich in der
niederösterreichischen Gemeinde Annaberg. Annaberg befindet sich im Süden von Niederösterreich unweit
des steirischen Wallfahrtsortes Mariazell. Der Pfarrer von Annaberg liegt mit Herrn Prokop wegen des Hundes
schon seit Jahren im Streit. Der Geistliche hat deswegen an seiner Kirche bereits ein entsprechendes Verbotsschild
angebracht. Nachdem der Hinweis vom Ministerehepaar mehrere Monate lang ignoriert worden war, unterbrach
der Priester jüngst die Sonntagsmesse: „Die Kirche hat nichts gegen die Schöpfung. Aber die heilige
Messe ist für die Menschen da.“
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