Kinderabtreibung
Ein brillanter Bundesrichter?
Kürzlich hat US-Präsident George Bush einen neuen Richter für das Oberste Gericht des Landes nominiert. „Ein konservativer Katholik!“ jubelten die einen – „Ein bahnbrechender Homo-Anwalt!“ die anderen.
(kreuz.net, Washington) Ende Juli ernannte US-Präsident George W. Bush den Juristen und praktizierenden Katholiken John G. Roberts für den frei gewordenen Posten am Obersten Gerichtshof der USA.

Der ‘Oberste Gerichtshof’ befindet sich in Washington und ist die letzte Instanz in Fragen der Auslegung der US-Verfassung oder des Bundesrechtes. Er kann auch Entscheidungen des Kongresses oder der Regierung als verfassungswidrig erklären und außer Kraft setzen.

Konservative Kreise setzten nach der Ernennung große Hoffnungen in die Wahl von Roberts. Kühne Stimmen sprachen sogar von einer bevorstehenden Außerkraftsetzung der US-Abtreibungsgesetze.

In der konservativen Bush-Anhängerschaft wurde die Nominierung von Roberts sogleich als „brillant“ eingestuft.

Der Präsident wurde gelobt, weil er sich einen Kandidaten gewählt hat, der eine Strategie des Sich-Bedeckt-Haltens verfolgt. Damit würden die Demokraten – obwohl Roberts ein Mann der konservativen Linie sei – keinen Makel finden.

Es werde darum dem Senat Ende August leichter fallen, die benötigte Zustimmung zu geben.

Im Senat dominiert die Republikanische Partei.

Etwas anders sieht der Präsident der US-amerikanischen Lebensrechtsvereinigung ‘American Life League’ die Lage. Er hat laut einem jüngsten Bericht des kanadischen Lebensschutzdienstes ‘LifeSiteNews’ Nachforschungen über den nominierten Richter angestellt.

Sein Fazit:

„Ich bin mir nicht im Klaren, auf welcher Seite Roberts letztlich steht. Ich habe keinen blassen Schimmer.“

Darum sind viele US-Lebensschützer knapp drei Wochen nach der Ernennung der Auffassung, daß der Jubel über die Nominierung von Roberts ein Gackern über ungelegte Eier gewesen ist.

Was sagt der Nominierte?

Roberts hat sich bisher in seinem Leben und besonders seit seiner Nominierung mit einer „Vermeide-alle-Fragen – gib-keine-Antworten“ Taktik profiliert, lautete zum Beispiel die Kritik des ehemaligen Kongreßabgeordneten und Präsidenten der christlich-konservativen Vereinigung ‘American Values’:

Die „Strategie des Sich-Bedeckt-Haltens“ der Bush-Regierung sei der falsche Weg: „Das Weiße Haus versucht den – vorgeschobenen? – Konservativismus von Roberts zu verstecken.“

Die republikanische US-Journalistin Anne Coulter schlägt in dieselbe Kerbe:

„Denken wir einmal daüber nach, daß Roberts seit 50 Jahren auf diesem Planeten unterwegs ist, ohne jemals etwas Streitbares gesagt zu haben: Das ist ungewöhnlich.“

Dabei bestehe kein Zweifel an der hohen Intelligenz von Roberts:

„Wenn der Senat in der Hand der Demokraten wäre, dann wäre Roberts perfekt. Aber warum in aller Welt verschwendet Bush diese Nominierung eines Obersten Richters an einer Person, die ein unbeschriebenes Blatt ist, obwohl die Republikaner im Senat die Mehrheit haben?“

Sich-bedeckt-haltende Kandidaten, die in der Vergangenheit von Republikanern ernannt wurden, hätten sich – so Frau Coulter – im nachhinein immer als liberal und lebensfeindlich entpuppt:

„Ein sich-bedeckt-haltender Kandidat hat sich noch nie als positive Überraschung erwiesen. Niemals. Nicht einmal.“

Die Befürchtungen von Frau Coulter werden durch eine Nachricht bestätigt, die in den letzten Tagen ans Licht kam. Im Jahr 1996 unterstützte Roberts militante Homo-Aktivisten in einem Prozeß durch kostenlose Rechtsberatung.

Der Prozeß wurde von den Homo-Aktivisten gewonnen.

Deren Vertreter bezeichneten diesen Sieg später als die „einzige, wirklich wichtige und positive Gerichtsentscheidung in der Geschichte der Homo-Rechte“ in den USA.

Aufgrund dieses Urteils gelang es radikalen Homos in mehreren US-Bundesstaaten, die Gesetzeslage zu ihren Gunsten zu beeinflußen.

„John Roberts war ungemein behilflich, indem er sich mit mir traf und sich für die Sache Zeit nahm“, erklärte die für den Fall zuständige Homo-Anwältin vor der ‘Los Angeles Times’.

Roberts habe mit ihr die Argumentation durchgesprochen und zwei entscheidende Hinweise gegeben.

Während die US-Medien gegenwärtig die Homo-Beratungen von Roberts ausbreiten, schweigt dieser über die Angelegenheit.

Die Dankbarkeit der Homo-Lobby besitzt er immer noch. Man bewundere ihn für seine Arbeit, ist auf einer einschlägigen Homepage zu lesen:

„Roberts hat brillante Arbeit geleistet.“
      
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