Weltjugendtag
Und hier ist der Kaiser von China
In einem jüngsten Interview verriet der Erzbischof von Köln, wie er den Papst unterzubringen gedenkt. Er sprach auch über die Anrede des Heiligen Vaters und den Tag, als der Erzbischof vom Papst einen Anruf bekam.
(kreuz.net, Köln) Kardinal Joachim Meisner ist für den Papstbesuch während des Weltjugendtages in Köln vorbereitet. Er hat sich für diese Gelegenheit extra einen italienischen Kaffeeautomaten angemietet:

„Meine Ordensschwestern können – so glaube ich – keinen klassischen Espresso machen. Doch wenn der Papst einen Espresso oder Cappuccino möchte, dann kann er ihn haben“, sagte der Kirchenfürst im Gespräch mit der Kölner Tageszeitung ‘Express’.

Ob der Papst besondere Wünsche geäußert habe?

Kardinal Meisner verneint:

„Er ist so bescheiden, daß man den Eindruck hat, ihm ist noch nicht ganz bewußt geworden, daß er nun der Papst ist.“

Der Heilige Vater wohne und esse bei ihm, erklärte der Kardinal weiter:

„Wir bekommen unser Essen aus dem Priesterseminar. Der Papst meinte, er sei mit dem Prälatenzimmer in meinem Haus zufrieden. Doch ich sagte ihm:

‘Heiliger Vater, du ja, aber nicht wir. Er bekommt jetzt meine ganze Wohnung’.“

Angesichts des dichten Programmes werde es nicht viel Zeit für persönliche Gespräche geben:

„Wir werden aber die Mahlzeiten zusammen genießen und zweimal die heilige Messe in meiner Hauskapelle feiern.“

Das Verhältnis von Kardinal Meisner zu Papst Benedikt XVI.?

Er möge und bewundere den neuen Papst, antwortet der Kardinal. Benedikt XVI. spreche fast druckreif und sei „der Mozart unter den Theologen“.

Was der Heilige Vater sage, sei glasklar, großartig und wunderschön:

„Uns verbindet die gleiche theologische Wellenlänge. Das einzige, was uns gelegentlich trennt, ist, daß ihm nicht alles schmeckt, was mir schmeckt – zum Beispiel trinkt er nicht so gerne wie ich ein Glas Bier.“

Bei der ersten Privataudienz nach seiner Wahl habe ihm der Papst das ‘Du’ angeboten:

„Gut, sagte ich, aber wenn ich dich begrüße, dann mach ich den Kniefall und küsse den Fischerring.

Da antwortete der Papst: ‘Das kannst du auch sein lassen.’ Nein, sagte ich: Du bist der Papst und ich der Erzbischof von Köln, und das muß auch sichtbar bleiben.“

Einmal habe ihn Benedikt XVI. angerufen – am 26. Juli am Fest der Heiligen Joachim und Anna:

„An meinem Namenstag klingelte das Telefon: ‘Hier Aostatal, hier ist der Papst.’ – Wenn ich seine Stimme nicht kennen würde, hätte ich gesagt:

‘Und hier ist der Kaiser von China.’“
      
5 Lesermeinungen
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#5   lorant   11:50:05 | Freitag, 12. August 2005
Jahresheiliger
Das ist ja interessant. Habe gar nicht daran gedacht, das Kardinal Meisner an diesem Fest von Joachim und Anna Namenstag hat. Die Eltern Marias sind meine Jahresheiligen für dieses Jahr (Tradition aus Medjugorje). Das spornt mich an noch mehr für die Heilung von Familienbeziehungen zu beten und aktiv daran zu helfen.
Allerdings finde ich es ungewöhnlich das Meisner sich wundert über den Anruf des Papstes. Nicht wg. Namenstag sondern generell.
Wollen wir hoffen, dass die Priester untereinander sich mehr unterstützen und helfen.
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#4   Benedikt   23:40:24 | Donnerstag, 11. August 2005
@ Mimi
Eben, er ist der Papst. Überlassen wir es ihm, ob er einem Kardinal eine Dispens erteilt!
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#3   Mimi   22:38:20 | Donnerstag, 11. August 2005
Ein wenig bedenklich…
… finde ich die Aussage seiner Heiligkeit, das mit dem Kniefall und dem Kuss könne Kardinal Meisner auch sein lassen…
Denn letztlich gilt dies ja nicht dem Menschen, der ehedem Kardinal Ratzinger war, sondern unserem Herrn Jesus Christus, den er als Papst repräsentiert… und möchte er Ihm etwa die Ihm geschuldete Verehrung nicht zukommen lassen?!?!
Aber es ist schön, dass der Heilige Vater an seinen Namenstag gedacht hat. Frage mich, wievielen er wohl dazu gratuliert…
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#2   Romulus   21:05:50 | Donnerstag, 11. August 2005
@ Rosa von Lima – Hä? Wie bitte?
Feiner Humor? Doch wohl eher Platitüden.
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#1   Rosa von Lima   20:29:22 | Donnerstag, 11. August 2005
Erzbischof Joachim Meisner
Mit einem Schmunzeln habe ich die Aussagen von Erzbischof Joachim Meisner gelesen. Der Mann hat einen feinen Humor! Bravo, so soll es auch sein!
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