In Österreich soll im Schutz der Sommerferien die Selektion von Kindern im Reagenzglas eingeführt werden. Eine Gesetzesänderung spricht von „Einzelfällen“. In Wahrheit geht es um die Jagd auf Behinderte.
(kreuz.net, Wien) Das Gesundheitsministerium der Republik Österreich hat kürzlich eine Änderung des
Gesetzes über die Gentechnik in die Vernehmlassung geschickt.
Die Begutachtungsfrist läuft bis 20.
August. Das Ministerium scheint im Schutze der sommerlichen Ferienzeit agieren zu wollen.
Die Änderung
des Gesetzes beabsichtigt eine Legalisierung der sogenannten Präimplantationsdiagnostik.
Der Begriff
‘Präimplantationsdiagnostik’ bezeichnet die Untersuchung von Embryos, die im Reagenzglas erzeugt wurden.
Dadurch können kranke oder behinderte Kinder gleich nach ihrer Herstellung eliminiert werden.
Die Gesetzesänderung
will die Aussonderung von Behinderten jedoch nur in „Ausnahmefällen“ einführen.
Die Erfahrung zeigt,
daß solche Gesetzesänderungen der erste legislatorische Schritt im Hinblick auf eine umfassendere Behindertenbekämpfung
sind.
Die vorgeschlagene Gesetzesänderung erklärt, daß – vorerst – nur eine Überprüfung der Lebensfähigkeit
des Kleinstkindes zulässig sei.
Diese Überprüfung sei außerdem – und vorerst – nur statthaft, wenn
in einem konkreten Fall bereits drei oder mehr Versuche der künstlichen Befruchtung fehlgeschlagen seien.
Eine weitere „Ausnahme“ sieht der Text beim Vorhandensein des „Risikos“ einer schweren Erkrankung des
Kindes. Dieses Risiko kann aus dem genetischen Befund der Eltern oder aus vorangegangenen Schwangerschaften
abgeleitet werden.
Es muß sich dabei um eine Erkrankung handeln, die voraussichtlich noch während der
Schwangerschaft, bei der Geburt oder bald nach der Geburt zum Tod führt.
In den Erläuterungen zum Entwurf
wird die sogenannte „spinale Muskelatrophie“ als Beispiel genannt.
Sie verhindert die Weitergabe von
Impulsen vom Gehirn an die Muskeln. Muskelschwund, Lähmungen und verminderte Muskelspannung sind die
Folge. Diese Krankheit bedeutet aber nicht, daß ein betroffenes Kind „bald nach der Geburt“ sterben muß.
Bereits seit letzten Freitag protestierten verschiedene Organisation gegen die Gesetzesänderung.
Selbst
die ‘Aktion Leben Österreich’ fand deutliche Worte.
Die ‘Aktion Leben Österreich’ ist eine von der
Österreichischen Bischofskonferenz mitfinanzierte und wegen ihrer positiven Haltung zur künstlichen
Verhütung und zu Frühabtreibungspräparaten stark umstrittene Organisation. Die ‘Aktion Leben Österreich’
spricht sich auch für eine sogenannte „ergebnisoffene“ Schwangerschaftsberatung aus.
„Ohne eine breitere
öffentliche Diskussion beabsichtigt das Gesundheitsministerium plötzlich die Präimplantationsdiagnostik
zuzulassen“ – erklärt die ‘Aktion Leben Österreich’.
Bei allen Tests zur Erfassung von Gendefekten
würden auch lebensfähige kranke Kinder miterfaßt und ausgemerzt.
Die ‘Aktion Leben Österreich’ nennt
als Beispiel mongoloide Kinder.
Gesellschaftspolitisch bewirke die Aussonderung von Kleinstkindern eine
schleichende Veränderung der Gesellschaft:
„Kinder werden als mach- und planbare Produkte angesehen.“
In Österreich wird in diesem Zusammenhang auch auf die Erfahrung in anderen Ländern hingewiesen. Dort
könne man sehen, wohin die Selektierung im Reagenzglas führt.
In Israel und Indien wird die Retortenselektion
beispielsweise zur Geschlechtswahl eingesetzt. In Großbritannien eliminiert man auch krankheitsanfällige
Kinder.
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3 Lesermeinungen
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Meldung … … ist inzwischen an der bestimmten anderen Stelle auch erschienen. Es scheinen sich ja noch
Reste idealistischer Motivationen erhalten zu haben. Themenwechsel: Weiß jemand, was oder wer „Lebenswert“
ist?
#2 wolfgang e. 12:38:52 | Freitag, 12. August 2005
Behindertenbekämpfung Die Erfahrung zeigt, daß solche Gesetzesänderungen der erste legislatorische
Schritt im Hinblick auf eine umfassendere Behindertenbekämpfung sind. Die ersten Schritte zur Behindertenbekämpfung
wurden in Österreich schon vor 30 Jahren gesetzt. Seit damals ist in Österreich die Abtreibung vermutlich
behinderter Kinder bis zur Geburt straffrei. Alle weiteren Schritte sind nur eine logische Vortsetzung
des Weges in die Kultur des Todes. Wenn Abtreibung und künstliche Befruchtung in einem Land möglich
sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Schritte folgen. Die einzige Chance die wir haben ist
Umkehr und Rückkehr zur Kultur des Lebens.
Danke! Ein sehr wichtiger und guter Artikel. Warum findet sich solches nicht auf einem gewissen anderen,
finanziell wohlbestallten, Webprojekt? Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig kreuz.net für eine ehrliche
katholische Gegenkultur ist.