Orden
Heizöl statt Klosterauflösung
Schon seit Jahren kämpft ein Karmelitinnenkloster in Deutschland ums Überleben. Der Diözesanbischof wollte es schon im Dezember zumachen. Doch gestern bestellten die Schwester 20.000 Liter Heizöl.
(kreuz.net, Aachen) Das Karmelitinnenkloster Maria Königin in Zweifall steht schon seit Jahren am Rande des Abgrunds.

Die Ortschaft Zweifall befindet sich rund 10 Kilometer südöstlich von Aachen im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Was ist das Problem?

Im Karmelitinnenkloster harzt es mit dem Nachwuchs. Als die Aufhebungsurkunde ausgestellt wurde, lebten in Zweifall nur noch drei Schwestern. Eine von ihnen spricht kaum deutsch.

Deshalb sah der Bischof von Aachen, dem das Kloster juridisch untersteht, den Zeitpunkt für die Auflösung gekommen.

Doch der Oberhirte stieß bei den drei Zweifaller Schwestern auf eine Mauer des Widerstandes. Die Oberin – Schwester Maria Regina – wehrte sich mit Händen und Füßen.

Es bildete sich auch ein Freundeskreis, der um das Überleben des Klosters kämpfte.

Der Bischof von Aachen lenkte ein und gewährte im Dezember des letzten Jahres einen Aufschub.

Damit wurde das Aufhebungsdekret allerdings nicht aus der Welt geschafft. Es sollte nur Zeit für die Möglichkeit gegeben werden, neue Formen der Weiterführung des Hauses zu finden.

Die Freunde des Klosters machten sich ans Werk und sammelten 1922 Unterschriften für dessen Erhalt.

Doch Ende April kam ein Rückschlag.

Die römische Ordensleitung forderte die Karmeliterklöster in aller Welt auf, keine Schwestern mehr nach Zweifall umziehen zu lassen, „weil das Kloster aufgelöst wird“.

„Wir bleiben standhaft“, versichert Schwester Maria Regina nach einem heutigen Bericht der ‘Aachener Zeitung’. Die Zukunft des Klosters in Zweifall ist aber dennoch weiterhin völlig offen.

Der von der Ordensleitung in Rom angekündigte Visitator hat sich bislang noch nicht gemeldet.

Die vom Bischof gesetzte Frist ist am 30. Juni abgelaufen.

Immerhin hat sich der Mitgliederbestand des Klosters in der Zwischenzeit um über dreißig Prozent erhöht. Waren es im Dezember noch drei Schwestern, so sind es jetzt deren vier.

Diese sind äußerst positiv gestimmt und erhoffen sich vom bevorstehenden Weltjugendtag und dem Besuch des Papstes in Köln auch für ihr Kloster einen Impuls.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Athanasius   19:01:10 | Samstag, 13. August 2005

Das zweite Vatikanische Konzil ablehnen, würde bedeuten sich von der römisch-katholischen Kirche zu verabschieden.
Ja, eben… Nicht also. Nicht umsonst wurde es etwa dem Bistum Campos in den 1980er zugestanden offizielle ‘dubia’ gegen das II. Vatikanum einzutragen (Pastoralkonzil). Was Sie hier sagen ist, obwohl es auch der Durchschnittshaltung der modernen Clerus entspricht, also völliger Unsinn. Sie betreiben hier also – Lüge. Die FSSPX die in modernistischen Augen „wesentliche“ Stellen des II. Vat. abweist (subsistit, prot. Gem. „Gem. des Heiles“, Recht auf moralische Religionsfreiheit), ist nicht häretisch erklären schon 40 Jahre die Kuria-Institutionen.
Es wäre hier wirklich die Frage ob es nicht besser wäre, das Kloster einer neueren aufstrebenden Gemeinschaft zu überlassen.
Ha joah! Nehmen wir also eine Gruppe rosarotgekleidete Frauen von etwa 55 Jahren die mit den Handen zum Himmel wehen (etwa wie im Musikantenstadl…?!!! ;-) ) und das „beten nennen“. Die modernen Gemeinschaften sind keine Lösung und zudem nicht jung. Und wenn sie jung sind oft wegen unerlaubter Isolierungstaktiken (Opus Dei etwa).
Bereits 2000 Jahre Kirche gibt’s und ebenso lange gibt es schon traditionelle Karmelitinnen die Mission betreiben und hart fasten und beten. Und ihre Leiden mit dem Sacrificium Missae in Einigkeit mit dem geweihten Sacerdos aufopfern. Volle Klöster. Immer. Keine Rage sondern Gründliches Christleben.
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#3   Inderwld   12:38:50 | Samstag, 13. August 2005
@Athanasius
Die einführung der überlieferten Liturgie würde nicht in so kurzer Zeit großen Nachwuchs bringen, wie benötigt würde. Das zweite Vatikanische Konzil ablehnen, würde bedeuten sich von der römisch-katholischen Kirche zu verabschieden. Es wäre hier wirklich die Frage ob es nicht besser wäre, das Kloster einer neueren aufstrebenden Gemeinschaft zu überlassen.
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#2   Petrus Radii   20:46:16 | Freitag, 12. August 2005
Die katholische Tradition
Athanasius stimme ich herzlich zu! Überall, wo es traditionalistischen Gemeinschaften gibt, fehlt es nie an Nachwuchs. Es ist aber leider richtig, daß die Ordensobrigkeit total Überlieferungsfeindlich gestimmt ist.
Nur e i n Haus des Karmeliterordens kenne ich, das mit Erlaubnis des Ortsordinarius, bzw. Roms, noch fest an der liturgischen und karmelitanerischen Tradition festhält. Das ist das Frauenkloster von Jesus, Maria, und Joseph, in Valparaiso, Nebraska, in den Vereinigten Staaten. Dort haben die ehrwürdigen Schwestern überhaupt kein Nachwuchsproblem. Wenn die lieben Schwestern in Zweifall fest an Gott und der katholischen Überlieferung festhalten, wird der Allmächtige sicherlich gute Postulantinnen dorthin schicken. Deus providebit.
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#1   Athanasius   18:18:31 | Freitag, 12. August 2005
Hallo?
Hochwürde Schwestern!
Würden Sie sich von heute auf morgen dazu entscheiden den nachkonziliaren liturgischen únd theologischen Chaos zu verlassen, das heisst sich einzig für die Wiederherstellung der wahren Römischen (=tridentinischen) hl. Messe zu entscheiden, wäre innerhalb von einigen Jahren ihre Berufungennot vorbei.
Aber das wird das Generalat in Rom wohl nicht gutfinden. Aber Glaube ist nicht dummer Gehorsam, sondern Gehorsam an der von Gott erhaltenen Glaubensoffenbarung!
Kein Ökumenismus, kein Liberalismus, keine Neue Liturgie!
Wenn man weitergehen wird mit Ökumenismus, Liberalismus und die neue Liturgie (sei’s auch noch so „konservativ“), werden Sie den Verfall und die Schliessung nicht verhindern können.
Dogma datur Christianis!
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