kreuzmeldungen
Eine erhebliche Krise + Neuwahlen + Klares Bekenntnis + Rock-Wirren + Instrument der Anti-Religion
Eine erhebliche Krise

Deutschland. „In unserem Dialog ist manches schwieriger geworden“, erklärte Walter Kardinal Kasper in Bezug auf den Ökumenismus mit den protestantischen Gemeinschaften. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen äußerte sich in der jüngsten Ausgabe des deutschen Boulevardmagazins ‘Focus’. Der größte Streitpunkt sei die apostolische Sukzession. Ein weiteres Problem bestehe auch darin, daß viele protestantische Gemeinschaften „in manchen ethischen Fragen neuerdings andere Positionen einnehmen, als die, die wir bisher gemeinsamen einnahmen“. Dies betreffe die Moralethik und die Sexualethik und spitze sich in der Frage der Homosexualität zu: „Da gehen Wege auseinander, und zwar auch innerhalb der evangelischen Kirche, die just in dieser Frage in eine erhebliche Krise geraten ist.“

Neuwahlen

Heiliges Land. Am Mittwoch traf sich der ‘Heilige Synod’ der griechisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem. Er bestimmte den 22. August als Datum, an dem der neue griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem gewählt werden soll. Dieser soll den im Mai vertriebenen Patriarchen Irenaios I. ersetzen. Die Synode entließ auch zwei Bischöfe und einen Archimandriten, weil diese den ‘Heiligen Synod’ nicht unterstützt hatten, als er beschloß, den Patriarchen loszuwerden. Der ‘Heilige Synod’ ist in der orthodoxen Kirche ein Leitungsgremium um den Patriarchen, das unter bestimmten Umständen auch die Möglichkeit besitzt, diesen zu entlassen.

Klares Bekenntnis

Deutschland. Zum 75. Jubiläum seines Erzbistums am 13. August erinnerte der Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, an Bistumsmitglieder, die in der Zeit des Nationalsozialismus unter Verfolgung, Haft und Verschleppung im Konzentrationslager gelitten haben. Andererseits habe es auch Mitläufer gegeben, „die irregeleitet waren und die den Mut zum klaren Bekenntnis nicht aufbrachten“. Das berichtete die Tageszeitung ‘Berliner Morgenpost’ am Donnerstag. Gleichzeitig rechtfertigte der Kardinal die Haltung der katholischen Kirche in der DDR, sich politisch nicht einzumischen. Das sei, so sagte er weiter, in der Absicht geschehen, „die Möglichkeit der Seelsorge zu wahren und die Vereinnahmung durch die sozialistische Ideologie zu vermeiden“.

Rock-Wirren

Deutschland. Noch am Mittwoch erklärte das Weltjugendtagsbüro, daß die für das Abschlußkonzert vorgesehene protestantische Rockband ‘Rescate’ aus Argentinien beim Weltjugendtag nicht auftreten dürfe. Die Musiker hatten in einem Interview Papst und Kirche angegriffen. Es folgte eine Protestwelle vor allem aus der spanischsprachigen katholischen Welt. Doch jetzt darf die Gruppe angeblich dennoch auf die Bühne. Die Meldung von der Ausladung der Band sei durch ein „internes Mißverständnis“ entstanden, hörte man am Donnerstag im Weltjugendtagsbüro. Die Hintergründe über die Entstehung der Interviewauszüge seien geklärt. Die Aussagen der Mitglieder der Band seien verfälscht worden. Die Gruppe werde am Abschlußkonzert rocken.

Instrument der Anti-Religion

Am achten ‘Internationalen Kirchenmusikkongreß’ in Rom im Jahre 1986 qualifizierte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, die Rockmusik als ein „Instrument der Anti-Religion“. Der Kardinal erklärte, daß diese Musikrichtung eine weltliche Variante der alten exstatischen Religionen sei, in denen der Mensch „die Schranken der Individualität und Personalität herunterläßt“ um sich selber von der Last des Bewußtseins zu befreien. Darum sei die Rockmusik die „radikale Antithese“ zum christlichen Glauben.
      
10 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#10   Romulus   17:10:38 | Sonntag, 14. August 2005
Weltfremd
Außerdem handelt es sich meist um Teilnehmer, die in ihrem Glauben nicht lose hängen (sonst würden sie wohl kaum das aulles auf sich nehmen), und daher gegen mutmaßliche Einflüsterungen „gefeit“ sind.
1.) Also ich kenne einige, die daran teilnehmen und ich kann sagen, es waren die, von denen ich es am wenigsten erwartet hätte.
2.) Waren Sie nie mal mit einer Klasse auf Klassenausflug? Auch dort gilt aus gutem Grund: Getrennt-geschlechtliche Unterbringung!
Redaktion benachrichtigen
#9   Benedikt   17:05:18 | Sonntag, 14. August 2005
@ MilesChristi & Romulus
Ich denke mal, es hängt damit zusammen, dass beim WJT eine gewisse Kontrolle möglich ist, was den Jugendlichen an Musik dort geboten wird. Außerdem handelt es sich meist um Teilnehmer, die in ihrem Glauben nicht lose hängen (sonst würden sie wohl kaum das aulles auf sich nehmen), und daher gegen mutmaßliche Einflüsterungen „gefeit“ sind.
@ MilesChristi: Unsere Positionen liegen dicht an dicht in dieser Frage. Wenn Rockmusik, dann selbstverständlich keine satanistische, die Stones haben mit sowieso schon von Stil her nie wirklich gefallen.
Und in der Messe nur Orgel, welche sowieso der Instrumente Königin ist oder auch mal ein Bläserensemble (ich bin ja mal gespannt auf die musikalische Gestaltung der Papstmesse – da die sich soviel Mühe mit der Beschallungsanlage gemacht haben, könnten sie ja eigentlich eine Elektroorgel heranschaffen)
Redaktion benachrichtigen
#8   Romulus   10:20:42 | Sonntag, 14. August 2005
@ Benedikt Diskrepanz zw. Lehre und Leben
Schön, dass Sie geantwortet haben. Danke. Wie gesagt, es geht mir nicht darum, welchen Musikgeschmack jemand bevorzugt (wobei man da auch aufpassen muss, MilesChristi hat das schon geschrieben), sondern welcher GEIST hinter derlei Angeboten steht. Sie schrieben selbst, Sie verstünden nicht, warum es einerseits durch die Kirche bzw. ihre Vertreter verurteilt wird, andererseits aber zugelassen bzw. gefördert wird (gemischte Übernachtung, Rockmusik etc. bspw.) Was steht dahinter? Wem nützt das? Die Antwort überlasse ich den Lesern.
Redaktion benachrichtigen
#7   MilesChristi   07:36:50 | Sonntag, 14. August 2005
@ Benedikt
Zunächst muß ich gestehen, daß ich auch Rock-Musik höre. Was ich für problematisch finde ist das gedankenlose Konsum dieser Art von Mu sik, zumal es tatsächlich bei einigen Gruppen eindeutige satanische Einflüsse gibt. Man muß sich wirklich nur die Geschichte der Rolling Stones anschauen. Nicht umsonst, nicht nur um zu provozieren hat Mick Jagger zB ein Lied wie „Sympathy for the Devil“ komponiert, das eine unglaubliche Macht ausübt. Nicht umsonst haben sie Platten mit Titeln wie „At Their Satanic Majesty’s Request“ oder „Goats Head Soup“ herausgebracht. Und es gibt weitere Beispiele von anderen Gruppen oder Sängern.
Ich weiß nicht, was der WJT wird. Ich kann nur hoffen, daß es doch zu einer Vertiefung des Glaubens führt, zu einer echten Auseinandersetzung (und natürlich daß viele einen Zugang zur Messe aller Zeiten finden – und für diesen Zweck wäre es besser, wenn sie im Zentrum des Geschehens, in Köln, stattfinden würde, in der Stadtmitte).
Gestern war die Innenstadt von München voll von den Gästen aus verschiedenen Ländern die durch die Straßen mit ihren Fahnen gezogen sind. Es gab vor dem Dom ein Konzert mit Rock-Musik etc (eine lokale Jugend-Band aus München oder so). Das wäre OK meiner Meinung nach, was ich natürlich ablehne ist jede Form von Rock-Musik während einer Messe.
Redaktion benachrichtigen
#6   Benedikt   00:47:28 | Sonntag, 14. August 2005
@ Romulus
a) Warum diese Band auftreten darf, weiß ich doch nicht. Ich hätte nichts gegen eine Ausladung gesagt. Derartige Fragen am besten dem Weltjugendtagsbüro stellen.
b) Wenn Joseph Ratzinger Rockmusik ablehnt, dann weiß ich nicht, warum solche Bands zu einem WJT eingeladen werden. Das desöfteren Diskrepanzen zwischen dem, was vom Vatikan verlautbart und dem, was vom Vatikan selbst praktiziert wird, gibt, muss wohl nicht extra erwähnt werden (Interkommunion, Behandlung der Eucharistie, Liturgie – der Vatikan verstößt dauert gegen seine eigenen Papiere und Instruktionen)
c) Ich teile zwar die Sorge, dass aus Rockmusik ungute Früchte wie Massenextasen usw. hervorgehen können, ich selbst habe aber ein eher ruhiges Gemüt. Ich höre gern zu und hab deshalb nichts dagegen, wenn ein begabter Gitarrist sein Können vorführt. Ich kann nicht finden, dass mich das in irgendeiner Weise gefährdet, und weiß ehrlich gesagt nicht, wo das konkrete Problem bestehen soll. Man soll doch bitte nicht so tun, als würden dort irgendwelche Death-Metal Bands aufspielen.
Überhaupt geht mir der hier vorherrschende Tenor, der WJT sei ein besseres Jugendfestival, ziemlich auf den Nerv. Der WJT ist das, was man daraus macht, also abwarten. Diese Dauerskepsis ist nur zermürbend. Vertraut doch mal! Wer nicht vertraut, der versinkt im See Genezareth, stand mal irgendwo.
Redaktion benachrichtigen
#5   Romulus   22:02:35 | Samstag, 13. August 2005
Wie frei ist der Papst wirklich in seiner Entscheidung?
Ich frage mich manchmal, wie Benedikt XVI. sich mit solchen Mitarbeiten fühlt. Manchmal fühlt man sich schon an das Wort erinnnert, dass Päpste „Gefangene des Vatikan“ sind. Ich denke, dass es sehr einsam um ihn ist. Vermutlich hat er nicht die körperliche (d.h. nervliche) Kraft und Ausdauer mehr sich gegen die Clique zu wehren. Freilich, er ist der „Mozart“ der Theologie, es gibt im Vatikan aber auch gröhlende Schlachtenbummler mit immer den gleichen Gegröhle wie wir es von Fußballstadien her kennen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Marcel   14:57:29 | Samstag, 13. August 2005
Der Dialog – die eierlegende Wollmilchsau des Groß-Ökumenisten
… sieht wohl sein „Lebenswerk“ (?) davondriften?
So ist es.
Ihm dünkelt, aber noch ganz dunkel, daß zwei „Dialog-Partner“, die beide nicht die Wahrheit haben und ständig nach ihr suchen, noch 1000 Jahre lang „dialektisch dialogisieren“ können, und sie finden die Wahrheit nicht, weil sie von Gott kommt und nicht gefunden und gemacht werden möchte durch aktive Klug- und Beredheit des Menschen, sondern vorhanden ist durch Offenbarung dem passiv annehmenden Klugen und Stillen.
Ein kleines „Fiat“ genügt. Kleines Wort, riesengroße Auswirkungen: kein Dialog, sondern himmlischer Monolog Gottes.
Doch das ist den Schriftgelehrten zu einfach, wie schon einmal…
Die allerseligste Gottesmutter Maria hat es uns allen vorgemacht, und sie hilft jedem gerne, der es ihr nachmachen möchte: schnell und direkt zu Jesus Christus und Seiner Kirche zu kommen. Wenn wir ihr nachahmend einmal Ja sagen, erspart es uns als Bonus das Mitlaufen bei den Massen-Jasagern.
Ein vielsagender Text Bischof Fellays über Mgr. Kasper in „The Angelus.“ www.sspx.ca/…ellays_Interview.htm
Redaktion benachrichtigen
#3   Sulpicius   13:14:01 | Samstag, 13. August 2005
Der „arme Kasper“…
… sieht wohl sein „Lebenswerk“ (?) davondriften?
Redaktion benachrichtigen
#2   Romulus   10:26:10 | Samstag, 13. August 2005
Erklärung erbeten von Rocky, Benedikt, amicus_crucis
@ amicus_crucis
@ Benedikt
@ Rocky
Ich frage nochmals: Warum braucht man für die Anbetung des Allerheiligsten Partytime mit Rockmusik über MEHRERE Tage?
Nachdem Sie drei meinten, mir gestern Nachhilfe in Sachen Jugenderziehung geben zu müssen, erwarte ich ein Stellungsnahme von Ihnen zu der Aussage des damaligen Kard. Ratzingers, dass Rockmusik das Instrument der Anti-Religion sei.
Desweitern erbitte eine Stellungsnahme zu der Tatsache, dass Rockgruppen auf dem WJT auftreten sollten, die Papst und Kirche beschimpfen.
Sicherlich fällt Ihnen drei dazu auch wieder eine Rechtfertigung ein.
Masse tötet das Individuum!
Redaktion benachrichtigen
#1   Sulpicius   09:30:25 | Samstag, 13. August 2005
Rock und Ratzinger: Tja…
…gegen den verkommenen Geschmack der (katholischen) Massen kämpft man vergebens.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
kreuzmeldungenWie wählt der Papst? + … kreuzmeldungenWie ein kleines Kind + … kreuzmeldungenBereits zweite Deutschlandreise geplant + … kreuzmeldungenAblaß für die Weltjugend + … kreuzmeldungenVeraltet? + … kreuzmeldungenEntlassen + … kreuzmeldungenDer Papst am Krankenbett + … kreuzmeldungenSchismatiker beim Papst + … kreuzmeldungenZurück am Schreibtisch + … kreuzmeldungenKurzlebig + … kreuzmeldungenEine päpstliche Rüge + … kreuzmeldungenEin junges Herz + … kreuzmeldungenUnangemessen und absurd + … kreuzmeldungenMusikalische Selbstüberschreitung + … kreuzmeldungenAnteilnahme + …
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net