Philippinen
Weihwasser gegen die Präsidentin
Kürzlich segneten zwei Priester in Soutane, Chorrock und violetter Stola das philippinische Repräsentantenhaus aus. Die zwei beteten für eine Amtsenthebung der gegenwärtigen Staatspräsidentin.
(kreuz.net, Manila) Der bekannte philippinische Priester Robert Reyes exorzierte am Dienstag mit einem Amtsbruder das philippinische Repräsentantenhaus, um es von unreinen Geistern zu befreien.

Das Repräsentantenhaus ist gegenwärtig mit Anhörungen zur Amtsenthebung von Staatspräsidentin Gloria Macapagal-Arroyo beschäftigt.

Die Priester setzen sich dafür ein, daß die Präsidentin ihren Posten verliert. Die Amtsenthebung wird von der Opposition angestrengt.

Bisher haben 41 Parlamentarier zugunsten einer Amtsenthebung unterschrieben.

Frau Arroyo wird der Verletzung der Verfassung, der Korruption und des Wahlbetrugs angeklagt.

Die beiden Priester spritzten Weihwasser und verbrannten Weihrauch, um im Repräsentantenhaus „die Dämonen zu vertreiben, welche die Wahrheit verstecken“.

Weihwasser traf auch das Emblem des Kongresses und die Photos seiner Mitglieder.

„Wir rufen den Geist Jesu inständig an, damit er Satan und seine üble Gegenwart aus dem Kongreß vertreibe. Wir befehlen dir, Satan, im Namen Gottes und im Namen des Gottesvolkes den Kongreß zu verlassen. Verlasse den Senat! Geh weg, Satan! Geh weg, Satan!“ sagte der Priester.

Priester Reyes erklärte auch, daß den Repräsentanten Geld angeboten wurde, damit sie die Amtsenthebungsklage nicht unterschreiben oder ihre Unterschrift zurückziehen würden.

Schlechte Handlungen wie Unehrlichkeit oder Betrug stünden mit dem Prinzen der Dunkelheit im Zusammenhang.

Das Spritzen von Weihwasser symbolisiere eine Reinigung – erklärte Reyes.

Der Weihrauch, der durch die Klimaanlage in das ganze Kongreßgebäude gesaugt wurde, erinnere daran, daß das Haus ein „heiliger Ort“ und ein „Haus des Herrn“ sei.

Nach dem Exorzismus beteiligten sich die beiden Priester zusammen mit Bischof Tobias an einer Messe mit Befürwortern der Amtsenthebung.

Der Bischof von Novaliches, Mons. Antonio Tobias, segnete ein Dokument mit der Klage zur Amtsenthebung sowie 80 Rosen.

Diese bezeichneten die 79 Stimmen, die im Repräsentantenhaus notwendig sind, damit die Klage an die zweite Kammer – den Senat – weitergereicht werden kann.

Die Stadt Novaliches befindet sich rund 50 Kilometer südöstlich von Manila im Zentrum der Philippinen.

Das Regierungslager nannte die Zeremonie eine „Show“.

„Sind diese Leute selber ohne Sünde, daß sie diese theatralischen Exorzismusriten veranstalten?“ – fragte sich ein Anhänger der Präsidentin:

„Es ist für sie wohl angebracht zu beten, denn wenn wir uns an die vorgebrachten Klagen halten, haben sie nicht den Schimmer einer Chance.“
      
5 Lesermeinungen
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#5   Romulus   10:39:38 | Sonntag, 14. August 2005
ROT-ROT-GRÜN
Ab Herbst dann wäre so was dann sicher angebracht, wenn Deutschland seine erste ROR-ROT-GRÜNE Regierung hat. :-)
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#4   Mimi   19:37:37 | Samstag, 13. August 2005
@Marcel
;-)))
„… der Rest läge schäumend auf dem Boden…“
Ich hab herzhaft gelacht, dankeschön! ;-)
Meines Erachtens aber nicht nur ein politisches Gebäude wie den Reichstag… wenn ich an manche Bischöfe und viele Priester denke, sollte man bei deren Zusammenkünften auch mal einen kleinen Exorzismus veranstalten… könnte bestimmt nicht schaden…
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#3   Athanasius   18:54:24 | Samstag, 13. August 2005

…in den Philippinen ist es aber leider so, dass die Kirche sich nicht sosehr einspannt für das Leben usw., aber vor allem von machtsbegierenden Klerikern ausgenutzt wird um eigene Macht aus zu üben.
Arroyo steht als gute Katholikin bekannt, zumindest denke ich, obwohl sie auch ihr Land der umstrittenen „Frau aller Völker“ widmete.
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#2   Marcel   15:06:10 | Samstag, 13. August 2005
Sehr gute Sache!
Das wäre eine gute Tat zum Nachahmen für die deutschen Bischöfe und Priester. Sie sollten den Reichstag exorzieren, vermutlich wären danach nur noch eine Handvoll Politiker auf den Beinen, der Rest läge schäumend auf dem Boden.
Ach, und nicht anders würde es in Brüssel und Straßbourg aussehen.
(War da nicht einmal etwas 1938, Stichwort österreichische Bischöfe, Fernexorzismus, hastige Abreise des „Führers“ vor seiner geplanten Rede in Wien, usw.?)
Doch ich vergaß: In der Konzilskirche nahmen die Bischöfe und Priester und Theologen schon lange ihren „Abschied vom Teufel“. Der Pferde- bzw. Klumpfuß: Der Teufel nicht von ihnen.
Es ist logisch, daß das großartige und von Papst Leo XIII. eingeführte Exorzismusgebet für die hl. Messe („Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns …“) mit bzw. nach dem V.II abgeschafft wurde: denn mit dem Gebet hätte die diabolische Zerstörung nicht diesen Lauf nehmen können.
Glücklicherweise gibt es hl. Messen – auch noch aller Zeiten – , in denen das Gebet regelmäßig gebetet wird, voll gläubiger Inbrunst bei Priestern und Laien.
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#1   Niclaas   14:43:13 | Samstag, 13. August 2005
Ernstzunehmender Gedanke
Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, daß das Wohlergehen sozialer Gemeinwesen nicht nur von technischem und zivilisatorischen Know-How abhängt. Die Kräfte der Zerstörung und Verhinderung sind nicht rational erklärbar – dies mag als Brückenschlag all jenen Aufgeklärten dienen, die mit dem Einfluß dunkler Mächte nicht viel anzufangen wissen.
Denn nicht der Hinweis auf einen geistigen Einfluß des Bösen ist irrational, sondern deren praktisch vorgeführte Verfehlung von Lebensmöglichkeiten. Man denke an die Umwertung von Zivilisationstechniken durch das Dritte Reich, die entwicklungshemmende Zauberei in den Volkskulturen Afrikas, die Blindheit in den westlichen Industrieländern bei der Praxis der Kinderabtreibung.
Einer politischen Instrumentalisierung dieser Tatsachen wie im Bericht ist mit Vorsicht gegenüberzutreten, da man sich hierbei allzuleicht überhebt.
Bei aller EU-Skepzis ist mir neulich eine recht plausible Blockade des Bösen in den Sinn gekommen. Ich wurde daran erinnert, wie stark der christliche Glaube an Gott in Kroatien ist. Hierin läge ein enormes Potential für eine ziemlich seelenlose EU. Dazu entwickeln sich Wirtschaft und Gesellschaft ausgesprochen günstig. Dennoch wurde der Beginn von Beitrittsverhandlungen ausgesetzt – im Hinblick auf die übrigen Beitrittskandidaten aus rational kaum nachvollziehbaren Gründen …
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