Am letzten Freitag um 14.58 Uhr fuhr die dunkelblaue Limousine des Bischofs von Aachen an Bord auf den Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Gegend von Aachen. Dann zog der Bischof seine Soutane aus.
(kreuz.net, Aachen) Die Szene ereignete sich beim Eurospar in der Ortschaft Selfkant-Süsterseel.
Das
berichtete die ‘Aachener Zeitung’ am vergangenen Freitag.
Selfkant ist die westlichste Gemeinde in Deutschland
an der Grenze zu den Niederlanden im Bundesland Nordrhein Westfalen.
20 deutsche und 25 rumänische Jugendliche
wuschen dort gegen eine Spende Autos. Das war eine Aktion im Rahmen des ‘Tages des sozialen Engagements’.
„Eine wunderbare Idee“, meinte die Rumänin Diana Ghenghelas vor der ‘Aachener Zeitung’: „Es macht sehr
viel Spaß.“
Der Bischof von Aachen, Mons. Heinrich Mussinghoff, wurde freudig begrüßt.
Zunächst
überreichte ihm der Bürgermeister von Selfkant, Herbert Corsten, ein Weinpräsent.
Danach überzeugte
sich der Bischof, daß die Aktion gut lief.
Die benötigten 300 Euro für die Bänke und Tische, die
von der Justizvollzugsanstalt Heinsberg geliefert wurden und im Pfarrgarten von den Jugendlichen aufgestellt
werden, kamen schnell zusammen.
Die Jugendlichen baten den Bischof um Unterstützung.
Kurz entschlossen
zog er seinen Talar aus und ließ sich einen Eimer mit Wasser geben.
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14 Lesermeinungen
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@ Gotthard Kleriker und Laien Wozu Sie gehören möchten und wozu nicht ist Ihre Sache. Die Tatsache,
dass sich Kleriker aufführen wie Laien und Laien sich klerikalisieren, stammt übrigens nicht von mir,
sondern von Kard. Meisner. Für nähere Quellenangabe können Sie mich kontaktieren.
@Romulus ich denke mal, weniger die Kirche in Deutschland ist krank als manche ihrer Kritiker. Bischöfe,
die einer normalen Tätigkeit nachgingen – wie der Apostel Paulus, wären nicht weniger Bischof. Priester
und Bischöfe können alles tun – als Brüder. Ihnen sind allerdings noch einige Dinge MEHR aufgetragen.
Zu Eurer klerikal gedachten Kirche möchte ich nicht gehören – sie wäre allerdings auch nicht mehr katholisch.
Politikerquatsch Warum macht der Bischof so ‘n Politikerquatsch auf Wahlkampf-Tour. Wir wollen, dass er
das Evangelium verkündet und Menschen bekehrt. Autowäscher machen andere. Mensch is das ne verkehrte
Welt. Aber man sieht es wieder: Kleriker, die sich als Laien aufspielen und Laien, die sich klerikalisieren.
Die Kirche in Deutschland ist krank.
Hauptansatzpunkt der Kritik ist doch wohl, dass die Bischöfe heute bei jedem Blödsinn mitmachen. Blödsinn
hier in dem Sinne, dass es um Vordergründiges, nicht um das Seelenheil der Autowäscher geht. Die Bischöfe
sind keine Politiker, die sich in der Öffentlichkeit (glauben) prostituieren (zu) müssen! Sie sollen
Ihre Pflichten erfüllen. Tätigkeiten, die sie in ihrer Soutane nicht erfüllen können, sind von ihnen
gar nicht zu verrichten (bitte nicht mit Swimmingpool und Badewanne argumentieren). Der Gatte der Evelin
Bischöfliche Reinigungsaktionen Vielleicht beginnt Seine Exzellenz dann auch bald damit, seine Diözese
zu reinigen. Anstelle des Wasserschlauchs böte sich das altbewährte Instrument des Bannstrahls an. Ob
er dabei Soutane trägt oder nicht – eher belanglos.
@Sarto du wäschst wahrscheinlich auch im schwarzen Anzug und mit Fliege dein Auto, oder? und warum ein
Bischof in Soutane und mit violetter Binde durch die Landschaft fahren sollte, wird sich mir wohl auch
nie endgültig erschließen…
Eben… … ich finde die Aktion auch nicht schlecht. Warum er seine Soutane ausgezogen hat, können wir
nicht wissen. Vielleicht hatte er noch einen Termin, bei dem eine befleckte oder nasse Soutane unangebracht
gewesen wäre.
Anerkennung Aktionen wie diese sollten sich in der kath. Kiriche noch oft wiederholen. Dieser Bischhof
hat sich keine Blöße gegeben, er ist dem Vorbild das Jesus Christus uns gegeben hat ein Stück näher
gekommen indem er sich nicht gescheut hat sich selbst die Hände schmutzig zu machen, und so anderen ebenfalls
ein Vorbild gab. Das verdient höchste Anerkennung!!!
#5 Umkehrbefreit 15:16:33 | Sonntag, 14. August 2005
Blöße? Wieso hat sich der Bischof eine Blöße gegeben, wenn er Auto wäscht? Der Bischof wird ja auch
nicht mit der Soutane schwimmen gehen. Also so eng sollte man es nicht sehen, da wir Jesu folgen und ihm
somit auch ähnlich werden sollen. Was ist denn mit der Liebe?
Entblößt Es ist schon lächerlich, dass Mgr. in Soutane nicht Autowaschen kann. Die Priester und Seminaristen
der FSSPX spielen sogar in Soutane Fußball und Eishockey. Im übrigen sollte sich ein katholischer Bischof
nicht eine solche Blöße geben.
#2 Umkehrbefreit 12:02:34 | Sonntag, 14. August 2005
Vorbildliche Aktion! Auch wenn sich sonst nich viel von Bischof Mussinghoff halte, so finde ich diese
Aktion vorbildlich und verdient Respekt. Wieso sollte er nicht auch mit sozialem Eifer vorangehen? Mit
Soutane wäre es schlecht gewesen. Er hat sie sicherlich wieder angezogen nach der Aktion. Solche Berichte
sollte man nicht überbewerten.
Gott sei Dank hatte der Bischof einen Talar an! Das germanische Vorpreschen nach dem II. Vatikanum, für
Priester den Talar abzuschaffen, ist im Rückblick ein riesengrosser Irrtum (wenn auch kein sündhafter…)
gewesen. Schade! Dass die Priester dabei viel, sehr viel an respekt und Ansehen verloren haben, muss nicht
gesagt werden. „Wald- und Wiesenmessen“ in Jeans-Hosen war keine Seltenheit. In den anderen Ländern (Italien,
Spanien, Polen, Portugal … und der ganze ehem. Ostblock) ist auch heute noch der Talar vorgeschrieben!